Bund will Subventionen kürzenGehts den Flughäfen jetzt an den Kragen?
Maximilian Haase
27.3.2025
Der Bund will Subventionen streichen: Regionalflughäfen wie St. Gallen-Altenrhein stehen vor dem Aus. (Archivbild)
sda
Der Bund muss sparen – und nimmt auch Regionalflughäfen in den Blick: Weil der Grossteil der Subventionen gestrichen werden sollen, sind Airports wie der Flughafen St. Gallen-Altenrhein bedroht.
Weil der Bund sparen muss, ist aktuell auch die Streichung der Subventionen für Regionalflughäfen geplant.
Nur noch zwei Flughäfen sollen gefördert werden, andere sind existenziell bedroht, darunter auch der Flughafen St. Gallen-Altenrhein.
Der Bodensee-Airport setzt anders als andere Regionalflughäfen noch auf Linienflüge und könnte die fehlenden Subventionen laut St. Galler Regierung nicht über die Nutzer kompensieren.
Sparen, sparen, sparen – vom strengen Sparkurs des Bundes bleibt auch die hiesige Luftfahrt nicht verschont. Besonders deutlich wird das am Beispiel des Flughafens St. Gallen-Altenrhein: Weil der Bund sämtliche Subventionen streichen will, steht der Regionalflughafen am Bodensee laut «St. Galler Tagblatt» und «Blick» vor einer ungewissen Zukunft und sogar vor dem möglichen Aus.
Aktuell erhalten schweizweit acht Regionalflugplätze jährlich rund 30 Millionen Franken an Bundesgeldern. Finanziert wird das über die Mineralölsteuer auf Flugtreibstoff. Doch laut dem neuen Sparprogramm-Entwurf des Bundesrats sollen diese Beiträge stark gekürzt werden.
Flughafen wäre in seiner Existenz bedroht
Nur noch zwei Flugplätze – Bern-Belp und Grenchen – sollen demnach künftig mit fünf Millionen Franken unterstützt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Pilotenausbildung und staatlichen Flügen. Für die restlichen Flughäfen, darunter auch St. Gallen-Altenrhein, bedeutet das: Vom Bund kommt kein Geld mehr, für die wegbleibenden Summen müssten die Nutzer und Passagiere selbst aufkommen.
Dem Flughafen St. Gallen-Altenrhein würde laut St. Galler Regierung jährlich eine Summe von 3,4 bis 5,3 Millionen Franken fehlen. Thomas Krutzler, CEO der Betreibergesellschaft People’s Air Group, spricht gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» davon, dass der Flughafen in seiner Existenz bedroht wäre.
Die finanziellen Einbussen könnten kaum kompensiert werden, eine Überwälzung der Kosten auf die Nutzerinnen und Nutzer sei unrealistisch, wie die Regierung des Kantons St. Gallen betont. In der Ostschweizer Politik wächst deshalb der Widerstand gegen die geplante Streichung der Subventionen.
Geschäftsreiseverkehr in der Kritik
Im Fall St. Gallen-Altenrhein kommt hinzu, dass der Flughafen nach wie vor allem Linienflüge anbietet, etwa die Stammstrecke nach Wien und Ferienflüge in der Saison. Das unterscheidet den Bodensee-Airport von anderen Regionalflughäfen. Viele regionale Airports hatten zuletzt in der Kritik gestanden, weil der Anteil der Geschäftsreisen und Privatjets am Flugaufkommen immer grösser werde.
Noch ist die Streichung der Subventionen nicht beschlossen. Der Entwurf des Bundes befindet sich derzeit in der Vernehmlassung, die bis zum 5. Mai läuft. Danach geht das Sparpaket ins Parlament. Eine Entscheidung wird für Dezember erwartet.