Bei Schneetreiben ins eiskalte Wasser steigen – freiwillig. Genau das haben Mitglieder der Feuerwehr Flims kürzlich am Caumasee getan. Gemeinsam mit Instruktoren trainierten sie die Rettung von Menschen, die ins Eis eingebrochen sind. Solche Übungen sind im Kanton Pflicht – in Flims aber besonders dringend, wie «Südostschweiz» berichtet.
Grund dafür sind die stark gestiegenen Besucherzahlen im Winter. Seit das neue Restaurant am Caumasee auch in der kalten Jahreszeit geöffnet ist, zieht es deutlich mehr Menschen an den See. Viele wagen sich trotz Kälte und Warnungen aufs Eis – darunter auch Kinder. «Die Unvernunft ist gestiegen», wird Gemeindeschreiber Martin Kuratli zitiert.
Auch Tourismusvorstand Guido Casty zeigt sich besorgt: «Sie laufen scharenweise über den See. Es ist erschreckend, wie fahrlässig sie handeln.» Das Verhalten der Leute sei «ein grosses Problem». Zumal der Caumasee im Winter besonders tückisch sei, weil sich der Wasserspiegel senke und sich unter dem Eis so mit der Zeit ein Hohlraum bilde.
Auf Eisfläche gilt Betretungsverbot
Deshalb gilt rund um den See ein striktes Betretungsverbot der Eisfläche, die Gemeinde hat zusätzliche Warntafeln montiert. Die Feuerwehr hat gemäss Bericht dennoch mit Trockentauchanzügen und Eisrettungsleitern aufgerüstet und auch das Restaurantpersonal geschult.
Noch ist am Caumasee nichts passiert. Doch der Flimser Feuerwehrkommandant Philipp Schröpfer warnt gegenüber «Südostschweiz»: «Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Eisfläche ist unberechenbar.»