«Wir hatten Angst um sie»Seniorin (89) landet nach OP ungewollt in Psychiatrie statt Altersheim
Lea Oetiker
8.12.2025
Margot Rüdisühli ist froh, wieder im Seniorenzentrum zu sein.
Screenshot Tele M1
Nach einer Herzoperation landet die 89-jährige Margot Rüdisühli plötzlich in der Psychiatrie statt im Seniorenzentrum. Erst Tage später wird klar, was wirklich passiert ist.
Margot Rüdisühli (89) ist froh, dass sie wieder im Seniorenzentrum in Aarau ist. Mitte November hatte die Rentnerin eine Operation am Herzen. Als sie nach drei Tagen wieder nach Hause wollte, stehen plötzlich zwei Polizisten vor ihr. Diese bringen sie direkt in die Psychiatrie Königsfelden in Windisch.
Dort muss sie mehrere Tage bleiben. Dem Seniorenzentrum gibt man nicht Bescheid. Dessen Belegschaft will daraufhin eine Vermisstenanzeige aufgeben: «Wir hatten Angst um sie», sagt Mitarbeiterin Jeanine Chopin zu Tele M1.
Schliesslich finden sie heraus, wo sich Margot Rüdisühli befindet. Das Universitätsspital Zürich teilt mit, nach der Operation habe die Seniorin ein akutes Delirium entwickelt, was eine 1:1-Betreuung erforderlich machte. Zudem sei es nicht die Polizei gewesen, sondern Sicherheitsmitarbeitende, die sie in die Psychiatrie gebracht hätten.
Mit der Unterstützung der Kinder- und Erwachsenenschutzvereinigung wird Margot Rüdisühli schliesslich wieder aus der Psychiatrie entlassen. «Ich kann nicht beschreiben, wie glücklich ich bin, dass ich wieder hier sein darf», sagt sie zu Tele M1. Die Präsidentin der Vereinigung kritisiert die mangelnde Kommunikation zwischen dem Spital und der Seniorin.
Mehr aus dem Ressort
Magdalena Preisig, Aphasie-Betroffene: «Man wollte mich abschieben, aber ich wehrte mich»
Nach einem Schlaganfall waren die Worte im Kopf von Magdalena Preisig verschwunden. Die 75-Jährige erzählt, was es bedeutet, nochmals sprechen lernen zu müssen – und worunter sie auf ihrem Weg zurück besonders litt.