Inhaber droht mit Wegzug Thurgauer Beck liefert sich jahrelangen Streit mit Nachbarn

Lea Oetiker

13.11.2025

Was als Modernisierung geplant war, ist zu einem langwierigen Rechtsstreit geraten.
Was als Modernisierung geplant war, ist zu einem langwierigen Rechtsstreit geraten.
Screenshot Google Street View

Seit Jahren kämpft der Rössli Beck in Sulgen um eine Baugenehmigung – jetzt steht ein möglicher Umzug nach Amriswil im Raum.

Redaktion blue News

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  • Die Rössli Beck Dörr AG möchte ihre Bäckerei in Sulgen modernisieren, steckt dabei aber seit Jahren in einem Rechtsstreit mit mehreren Stockwerkeigentümern fest.
  • Trotz mehrfacher Gerichtsurteile zugunsten des Bauprojekts blockieren Einsprachen weiterhin dessen Realisierung.
  • Deshalb prüft Geschäftsführer Edgar Ehrbar als teure Alternative einen Neubau im Amriswiler Industriegebiet Buchenhölzli.

Die Stadt Amriswil vermeldete kürzlich «schon sehr konkrete» Gespräche über Industriebauland mit der Rössli Beck Dörr AG. Der Traditionsbetrieb aus Sulgen wolle seinen Sitz dorthin verlegen und künftig im Gebiet Buchenhölzli produzieren.

Doch Geschäftsführer Edgar Ehrbar bremst die Erwartungen. «Amriswil ist die Alternative», sagt er der «Thurgauer Zeitung». «Unser Ziel war und ist, in Sulgen zu bleiben und dort auszubauen.» Seit 2020 versucht die Bäckerei, ihre Produktionsstätte an der Bahnhofstrasse auf den neuesten Stand zu bringen – ohne Erfolg.

Was als Modernisierung geplant war, ist zu einem langwierigen Rechtsstreit geraten. Das Haus gehört 21 Stockwerkeigentümern, von denen die Rössli Beck Dörr AG einer ist. «Von 17 Eigentümern haben wir den totalen Support», sagt Ehrbar. «Von den übrigen drei das Gegenteil.» Diese Nachbarn fechten das Baugesuch sowohl zivil- als auch baurechtlich an – bislang ohne Erfolg.

«Veränderung mit aller Macht bekämpfen»

«Wir haben von sämtlichen Instanzen, mehrfach auch vom Verwaltungs- und Obergericht, Recht erhalten und bislang jedes Verfahren gewonnen», so Ehrbar der Zeitung weiter. Trotzdem geht der Widerstand weiter. Einer der Gegner habe ihm gar gesagt: «Jede Veränderung, die du machen willst, werden wir mit aller Macht bekämpfen.»

Bemängelt wird unter anderem Lärm in der Nacht, obwohl die geplante Modernisierung die Produktion leiser machen würde. Ein weiteres Urteil des Bezirksgerichts steht noch aus.

Weil der Stillstand in Sulgen anhält, denkt Ehrbar über Alternativen nach – darunter der erwähnte Neubau in Amriswil. Das Vorhaben wäre allerdings teuer. Zudem sei die Bodenbeschaffenheit im Buchenhölzli nicht optimal. «Das Projekt ist relativ weit, das stimmt», räumt Ehrbar ein, «aber in der heutigen Zeit überlegt man sich zweimal, ob man so viel investieren will.»


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