«Fake News und Blabla»Rösti und Mazzone geben sich in der SRF-Arena Saures
Stefan Michel
24.1.2026
Lässt die Vorwürfe der Grünen-Präsidentin nicht auf sich sitze: Bundesrat Rösti schiesst scharf zurück, nachdem ihm Mazzone bezichtigt, mit Fake News und Blabla zu argumentieren.
In der «Arena» greift Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone Bundesrat Albert Rösti scharf an. Dieser gibt ebenso gepfeffert zurück. Pro- und Kontra-Lager der Klimafonds-Initiative kommen sich auch danach nicht näher.
Stefan Michel
24.01.2026, 09:49
24.01.2026, 10:20
Stefan Michel
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
In der «Arena» auf SRF diskutieren Politiker*innen die Klimafonds-Iniatiative.
Das Pro-Lager hält die aktuellen Ausgaben für den Schutz des Klimas für nicht ausreichend und Mehrausgaben für eine Investition, die Mehrwert schaffen werde.
Das Nein-Lager bezweifelt das und hält die in der Initiative geforderte Aussetzung der Schuldenbremse für Klimaschutz-Ausgaben für verantwortungslos.
Bundesrat Rösti und Grünen-Präsidentin Mazzone geraten zudem aneinander, als sie sich gegenseitig unsauberen Umgang mit Fakten vorwerfen.
Wie viel darf Klimaschutz kosten und wo soll das Geld dafür herkommen? Das ist der Kern der Diskussion um die Klimafonds-Initiative, über die Schweiz am 8. März an der Urne entscheidet. Er zeigt sich auch in der SRF «Arena» mit Umweltminister Albert Rösti und Grünen-Präsdentin Lisa Mazzone als zentralen Vertreter*innen der beiden Lager.
Die Befürworter*innen der Initiative sind überzeugt, zu wenig Geld für den Kampf gegen den Klimawandel werde die Schweiz am Ende teurer zu stehen kommen. Im Ring werden sie vertreten durch die Präsidentin der Grünen Lisa Mazzone, SP-Co-Präsident Cedric Wermuth und EVP-Nationalrat Marc Jost.
Das Contra-Lager hingegen sieht die Staatsfinanzen gefährdet, sollte der Bund in dem Umfang Geld in den Klimaschutz, den die Initiative fordert, nämlich 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Aktuell wären das 4 bis 8 Milliarden Franken pro Jahr. An vorderster Front steht Bundesrat Albert Rösti, flankiert von Jacqueline de Quattro, Nationalrätin FDP/VD und Nicole Barandun, Mitte-Nationalrätin und Präsidentin des Stadtzürcher Gewerbeverbands.
Am heftigsten geraten Mazzone und Rösti aneinander. Die Parteipräsidentin ohne Parlamentsmandat wirft dem Umweltminister vor, den Finanzbedarf des Klimaschutzes konsequent kleinzureden. Dieser hält dagegen, dass man mit 20 bis 30 Milliarden Franken nicht das Weltklima retten würde, umso mehr, als sich die grossen Staaten jüngst alle zurückhielten.
Mazzone wirft dem Bundesrat darufhin vor, «Fake News und Blabla» als Argumente vorzubringen. Rösti wird darauf ungehalten, der Bundesrat setze alle Gesetze zum Klimaschutz verzugslos um, und er müsse sich solche Vorwürfe nicht gefallen lassen. Mazzone gehe selber unsauber mit den Fakten um und verunglimpfe den Gesamtbundesrat.
Weiters argumentiert er, zusammen mit seinen Mitstreiterinnen, dass der Bund bereits jetzt jährlich 2 Milliarden Franken in den Klimaschutz investiere – in erneuerbare Energien und Heizungsersatz.
Für Mazzone und Wermuth reicht das nicht aus. Sie sind überzeugt, dass die Schweiz am Ende wegen der Schäden viel mehr bezahlen werde, wenn sie jetzt nicht entschieden handle, sprich das Budget für den Klimaschutz deutlich erhöhe. Wermuth argumentiert, der Umbau der Wirtschaft hin zur Co2-Neutralität sei eine Investition, die langfristig Jobs schaffe.
Die Klimafonds-Initiative verlangt, dass Bundesausgaben für den Schutz des Klimas von der Schuldenbremse ausgenommen werden. Das ist für die bürgerlichen Gegner indiskutabel. Wenn die Schweiz dies beim Klimaschutz zulasse, werde das als Folge auch bei der Sicherheitspolitik passieren, warnt Bundesrat Rösti. Die Schuldenbremse garantiere der Schweiz Stabilität.
Den Klimaschutz über neue Schulden zu finanzieren, ist für die Gegner*innen der Initiative verantwortungslos. Dies auch, weil nicht klar sei, was genau damit bezahlt werde. Barandun wundert sich, dass so viele Junge im Saal es offenbar problemlos oder sogar cool fänden, wenn die Schweiz zusätzliche Schulden machten. Ohnehin sei nicht zu wenig Geld der Grund, wenn Projekte nicht schnell genug vorankämen, sondern zu strikte Auflagen und endlose Einsprachen.
Für Marc Jost hingegen ist klar, dass das aktuelle Engagement nicht ausreicht, um die zunehmenden Schäden durch die globale Erwärmung zu bewältigen. Die Schweiz baue zwar ein Fundament, aber es fehle das Dach, illustriert er.
Rösti bleibt in seinem Schlusswort dabei, die Schweiz wende genug auf für den Klimaschutz, die Initiative stosse offene Türen auf.