Einstellung auf FahrplanwechselDie «Rollende Autobahn» ist Geschichte
SDA
14.12.2025 - 07:27
Rollende Autobahn am Nordeingang des Simplontunnels in Brig, aufgenommen am Donnerstag, 11. Dezember 2003.
Keystone
Die Schweiz stellt das traditionsreiche Verlagerungsprojekt «Rollende Autobahn» ein. Grund sind massive Einschränkungen im internationalen Schienennetz – mit weitreichenden Folgen für Klima, Verkehr und Logistik.
Keystone-SDA
14.12.2025, 07:27
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Auf den Fahrplanwechsel am Sonntag wird die «Rollende Autobahn» eingestellt.
Zahlreiche Baustellen und Störungen haben den Betrieb trotz hoher Nachfrage und Auslastung wirtschaftlich untragbar gemacht.
Jährlich nutzten bis zu 80'000 Lastwagen das Angebot von RAlpin.
Wegen unerwartet vieler Einschränkungen auf dem Schienennetz wird die «Rollende Autobahn» per Ende 2025 eingestellt. 2024 verzeichnete die Betreiberin RAlpin einen Verlust von 2,2 Millionen Franken. Trotz Finanzhilfen des Bundes kann das Unternehmen den Bahnverlad von ganzen Lastwagen für die Fahrt durch die Alpen nicht mehr bewirtschaften.
Dies ist trotz einer vorhandenen Nachfrage und guter Auslastung von 80 Prozent der Fall, wie RAlpin im Mai mitteilte. Aufgrund von geplanten und kurzfristig angeordneten Baustellen sowie weiteren unvorhersehbaren Ereignissen fielen bereits 2024 rund zehn Prozent der Züge aus.
Die Situation der «Rollenden Autobahn» (Rola) sei symptomatisch für den ganzen alpenquerenden kombinierten Verkehr auf der Schiene. Grund für die zunehmenden Zugausfälle auf der Rola sei insbesondere auch die anhaltend hohe Störungsanfälligkeit der Schieneninfrastruktur in Deutschland.
In Absprache mit dem Bund wird der Betrieb nun auf den Fahrplanwechsel am Sonntag eingestellt. Noch vor zwei Jahren hatte das Parlament die finanzielle Förderung der Rola ein letztes Mal verlängert und ursprünglich geplant, diese per Ende 2028 einzustellen. Bis im Dezember stellten die drei Aktionäre von RAlpin – BLS, SBB und das Güterunternehmen Hupac – die Finanzierung des Betriebs sicher.
80'000 Lastwagen jährlich
Trotz Kostensteigerungen bei der Nutzung der Bahninfrastruktur, Energie, Terminals und Traktion habe RAlpin in den letzten Jahren die Voraussetzungen geschaffen, jährlich bis zu 80'000 Lastwagen im begleiteten kombinierten Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Dies entspreche sieben Prozent des kombinierten Verkehrs durch die Schweizer Alpen, schrieb das Unternehmen.
RAlpin suche nun gemeinsam mit den Kunden Lösungen, um deren Mengen weiterhin auf der Schiene zu transportieren. Es sei aber davon auszugehen, dass ein Teil der auf der Rola transportierten Güter zuerst auf die Strasse zurückverlagert wird.
Rückschritt bei Klimapolitik
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) stellte in einem Communiqué im Mai klar, dass die Einstellung der Rola eine massive Rückverlagerung des Güterverkehrs auf die Strasse und damit einen erheblichen Rückschritt in der Klimapolitik bedeute. Das führe zu mehr Stau auf den Strassen, höheren CO2-Emissionen, mehr Lärm und zusätzliche Belastung für Mensch und Umwelt.
Stossend sei, dass mit der BLS und der SBB die zentralen Akteure, welche mit der Umsetzung der Verlagerungspolitik vom Bund beauftragt sind, diese Entscheidung mitverantworten.
Die Rola – früher auch «Rollende Landstrasse» genannt – war seit den 1960er-Jahren das erste Angebot, um den Güterschwerverkehr durch die Alpen von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Dabei werden ganze Lastwagen oder Sattelschlepper auf die Schiene verladen und die Fahrerinnen und Fahrer reisen in einem Begleitwagen im Zug mit. Die Rola ist auch als begleiteter kombinierter Verkehr bekannt.
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
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