Neue Zahlen Russen top: Welche Landsleute sich gerne einbürgern lassen

uri

19.2.2020

Ein italienischer Pass, zwischen Schweizer Pässen: In der Schweiz lebende Italiener gehören zu den «Einbürgerungsmuffeln». 
Ein italienischer Pass, zwischen Schweizer Pässen: In der Schweiz lebende Italiener gehören zu den «Einbürgerungsmuffeln». 
Bild: Keystone

Aktuelle Zahlen der Eidgenössische Migrationskommission und der Uni Genf zeigen, welche in der Schweiz lebenden Ausländer das grösste Interesse an einem Schweizer Pass haben – und welche gerne auf ihn verzichten.

Wer zehn Jahre lang in der Schweiz lebt und eine Niederlassungsbewilligung C erteilt bekommen hat, kann beim Kanton oder bei der Gemeinde ein Gesuch zur Einbürgerung stellen. Je nach Nationalität existieren aber erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Interesses an einem Schweizer Pass.

Neue Zahlen der Eidgenössische Migrationskommission und der Uni Genf zur Einbürgerungspraxis zeigen, welche Nationalitäten in den letzten Jahren besonders häufig den Schweizer Pass bekommen haben und welche nicht.



Unter den «Einbürgerungsturbos», wie «20 Minuten» sie nennt, belegen die Russen den Spitzenplatz. Immerhin 10,28 Prozent der in der Schweiz lebenden Russen haben sich gemäss der sogenannten «Standardisierten ordentlichen Einbürgerungsquote» zwischen 2011 und 2017 nämlich einbürgern lassen.

Auf den weiteren Plätzen folgen Iraker mit einer Einbürgerungsquote von 6,01 Prozent, Inder (4,12 Prozent), US-Amerikaner (3,9 Prozent), Chinesen (3,56 Prozent), Marokkaner (3,52 Prozent), Tunesier (3,32 Prozent) und Sri Lanker (3,16 Prozent).

Österreicher haben am wenigsten Interesse

Am wenigsten Interesse an einer Einbürgerung zeigen dagegen Österreicher mit einer Einbürgerungsquote von lediglich 0,69 Prozent. Bei den «Einbürgerungsmuffeln» auf dem zweiten Platz liegen die Niederländer, (1,18 Prozent), gefolgt von Italienern (1,24 Prozent), Portugiesen, (1,35 Prozent), Spaniern (1,4 Prozent), Mazedoniern (1,52 Prozent), Montenegrinern (1,66 Prozent), Türken (1,72 Prozent) und Serben (2,02 Prozent).

Laut «20 Minuten» sind die Einbürgerungsquoten allgemein bei jenen Nationalitäten am höchsten, «deren Sprache und Kultur sich stark von der Schweiz unterscheidet». Geringe Quoten finde man hingegen vor allem bei den Schweizer Nachbarländern.

Philippe Wanner, Professor für Demografie an der Universität Genf, macht gegenüber «20 Minuten» vor allem zwei Gründe für dieses Muster verantwortlich: «Erstens sind internationale Reisen für Nicht-EU-Bürger mit einem Schweizer Pass erleichtert möglich. Zweitens ist für Menschen aus anderen Kulturkreisen die Einbürgerung ein Mittel zur besseren Integration und Zugang zum europäischen Arbeitsmarkt.»

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