Für flächendeckende TelemedizinSantésuisse-Chefin: Spitäler ans Ende der Versorgungskette stellen
SDA
8.12.2025 - 05:06
Verena Nold tritt nach 13 Jahren als Chefin von Santésuisse ab. (Archivbild)
Bild:Keystone/Peter Schneider
Die bald abtretende Santésuisse-Chefin Verena Nold hat ihre Vision für ein künftiges Gesundheitswesen dargelegt. Sie würde die Spitäler ans Ende der Versorgungskette stellen und flächendeckend Telemedizin einführen, sagt sie in einem Interview.
Keystone-SDA
08.12.2025, 05:06
08.12.2025, 05:33
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Zudem solle es breit zugängliche Apotheken sowie Haus- und Kinderärzte geben, ergänzt durch wenige Spezialisten, sagte Verena Nold im Interview mit den Zeitungen von CH Media weiter. «Mit einem funktionierenden ambulanten Versorgungsnetz könnte man 80 Prozent der gesundheitlichen Probleme lösen», sagte die Santésuisse-Chefin.
Weiter würde sie die kantonale Hoheit für die Gesundheitsversorgung abschaffen und sechs grössere Versorgungsregionen einführen. Für jede Region solle ein verbindlicher Versorgungsschlüssel gelten, der etwa festlege, wie viele Grundversorger oder Fachärzte pro 1000 Einwohner optimal wären.
«Härteste Nuss war der neue Arzttarif»
Auch im Spitalbereich brauche es laut Nold klare Richtwerte und eine konsequente Spezialisierung, etwa auf Orthopädie, Geburtshilfe oder Kardiologie. Sie verwies darauf, dass entsprechende Ansätze bereits im Parlament diskutiert würden und der Bund solche Gesundheitsregionen einführen könnte, sollten die Prämien erneut deutlich steigen.
Während 22 Jahren war Nold für den Branchenverband der Schweizer Krankenversicherer tätig, 13 Jahre davon als Chefin. Am 31. Dezember tritt die 63-Jährige ab. Auf ihren grössten Erfolg angesprochen, sagte sie: «Die härteste Nuss war sicher, den neuen Arzttarif weiterzuentwickeln. Es habe 15 Jahre gedauert, aber nun treten die ambulanten Pauschalen und der Tardoc 2026 in Kraft.»
Studie sieht dringenden Handlungsbedarf für Spitallandschaft
Die Schweizer Spitallandschaft ist gemäss einer Studie im Auftrag des Spitalverbandes H+ nicht nachhaltig aufgestellt, weder finanziell noch operativ. Es bestehe deshalb dringender Handlungsbedarf, sowohl für die Spitäler, als auch für die Politik, die Tarifpartner und die Gesellschaft.