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SBB-App führt Rentner in falsche Tarifzone – Busse und Eintrag ins Schwarzfahrer-Register
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App schlägt Route vor

Senior verpasst SBB-Anschluss und landet deswegen im Schwarzfahr-Register

Eine alternative Route in der SBB-App wurde für eiunen Senior teuer. (Themenbild)

Eine alternative Route in der SBB-App wurde für eiunen Senior teuer. (Themenbild)

sda

Ein 84-jähriger Rentner verpasst seinen Anschluss, folgt der Routenempfehlung der SBB-App – und landet im Schwarzfahrer-Register. Es ist nicht das erste Mal, dass Senioren in die Tariffalle tappen.

Sven Ziegler

Sven Ziegler

07.04.2026, 09:06

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein 84-jähriger Rentner folgte nach einem verpassten Anschluss der Routenempfehlung der SBB-App – und landete wegen einer zusätzlichen Tarifzone im Schwarzfahrer-Register.
  • Die SBB reduzierten den Zuschlag um 40 Franken, halten aber am Registereintrag fest – der Ombudsmann fordert in solchen Fällen mehr Kulanz.
  • blue News berichtete bereits über einen ähnlichen Fall: Eine 85-jährige Rentnerin wurde wegen eines fehlenden Hunde-Billets zu 945 Franken Kosten verurteilt.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Lukas Fierz löste sein Billett für die Fahrt von Küsnacht nach Rafz ZH korrekt über die SBB-App. Weil der Bus Verspätung hatte, verpasste er in Zürich-Stadelhofen den Anschluss. Die App schlug eine alternative Route über Winterthur vor – Fierz folgte ihr, wie er dem «Tages-Anzeiger» erzählt.

Was ihm nicht bewusst war: Bei der neuen Verbindung fuhr er durch eine zusätzliche Tarifzone. In der Kontrolle stellte sich heraus: Das Billett war teilungültig. Statt 7.90 hätte es 9 Franken kosten müssen. Die Folge: 75 Franken Zuschlag und ein Eintrag ins Schwarzfahrer-Register.

«Ich fühlte mich wie ein Krimineller behandelt», sagt Fierz gegenüber der Zeitung. Er habe lediglich eine alternative Route gewählt – nicht aus Absicht, sondern wegen einer Verspätung und auf Empfehlung der SBB-App. Von Reisenden könne man nicht erwarten, dass sie alle Tarifzonen auswendig kennen.

SBB reduziert Busse – aber nicht den Registereintrag

Fierz wandte sich an das Service-Center der SBB. Die Bahn reduzierte den Zuschlag um 40 Franken. Doch der Eintrag ins Schwarzfahrer-Register bleibt bestehen. Dieser wird erst nach zwei Jahren gelöscht – vorausgesetzt, Fierz leistet sich keinen weiteren Fehler. Eine Sorge, die er ernst nimmt: «Im Alter lässt das Gedächtnis nach, da kann es schon mal vorkommen, dass man ein falsches Billett löst oder etwas vergisst.»

Die SBB sehen das anders. Sprecher Reto Schärli verweist gegenüber dem «Tages-Anzeiger» auf die Gleichbehandlung aller Reisenden und darauf, dass dem öffentlichen Verkehr durch Schwarzfahrerei jedes Jahr Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe verloren gehen. Fierz hätte zudem eine alternative Route ohne Tarifzuschlag wählen können – mit nur geringfügiger Zeitverzögerung.

Kein Einzelfall – blue News berichtete über ähnlichen Fall

Dass Senioren im öffentlichen Verkehr ungewollt in Tarilfallen tappen, ist kein Einzelfall. blue News berichtete bereits über den Fall einer 85-jährigen Rentnerin aus dem Kanton Bern, die mit ihrem Pudel im Bus unterwegs war.

Sie liess den Hund beim Aussteigen kurz aus dem Körbchen – und wurde gebüsst, weil kein Hunde-Billett vorlag. Das Regionalgericht Thun verurteilte sie am Ende zu einer Rechnung von 945 Franken – für ein fehlendes Ticket im Wert von fünf Franken.

Wer künftig in keine ähnliche Situation geraten will, dem empfehlen die SBB die Easy-Ride-Funktion in ihrer App. Diese berechnet den Fahrpreis automatisch anhand der tatsächlich gefahrenen Strecke – unabhängig von kurzfristigen Routenänderungen.

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