Neues KonzeptSBB lässt verspätete Züge künftig nicht mehr weiterfahren
Sven Ziegler
26.2.2026
Die SBB setzen bei verspäteten Zügen auf ein neues Konzept. (Symbolbild)
sda
Statt verlorene Minuten aufzuholen, setzt die SBB neu auf «Isolation»: Deutlich verspätete Züge werden angehalten und warten den nächsten Takt ab. Das neue Störungskonzept soll verhindern, dass sich Verspätungen im ganzen Netz ausbreiten.
Redaktion blue News
26.02.2026, 11:01
26.02.2026, 15:41
Sven Ziegler
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Die SBB hält bei grösseren Störungen verspätete Züge häufiger an und lässt sie den nächsten Taktschritt abwarten.
Ziel ist es, Verspätungen zu «isolieren», damit sie nicht weitere Regionen des Netzes betreffen.
2025 erreichte die SBB eine Pünktlichkeitsquote von 94,1 Prozent – auch dank des angepassten Konzepts.
Wer in einem verspäteten Zug sitzt, muss künftig womöglich länger warten. Die SBB hat ihr Störungskonzept angepasst und setzt neu konsequenter auf das sogenannte «Isolieren» von Verspätungen. Darüber berichtete SRF.
Konkret bedeutet das: Ist ein Zug deutlich verspätet, wird er nicht mehr versuchen, verlorene Zeit aufzuholen. Stattdessen bleibt er in einem Bahnhof stehen und wartet den nächsten Taktschritt ab – meist eine halbe Stunde. Erst danach fährt er wieder planmässig weiter.
Neu warten Züge Richtung Westschweiz in Bern zusätzlich rund 20 Minuten und fahren erst im nächsten Takt weiter. Für Reisende im betroffenen Zug bedeutet das eine spätere Ankunftszeit. Gleichzeitig steht in Bern ein Ersatzzug bereit, der pünktlich Richtung Westschweiz abfährt. So soll verhindert werden, dass sich die Verspätung auf weitere Regionen überträgt.
Pünktlichkeit im vergangenen Jahr hat sich verbessert
Gerade an neuralgischen Punkten wie zwischen Zürich und Winterthur oder zwischen Lausanne und Genf können einzelne verspätete Züge grosse Kettenreaktionen auslösen. Mit dem neuen Vorgehen will die SBB solche Effekte begrenzen.
Nach Angaben der SBB hat sich die Pünktlichkeit im vergangenen Jahr verbessert. 94,1 Prozent der Personenzüge erreichten ihr Ziel mit weniger als drei Minuten Verspätung – ein Plus von 0,9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die Bahn führt diesen Fortschritt unter anderem auf die Anpassungen im Störungsmanagement zurück.
Für einzelne Reisende kann die «Isolation» einer Verspätung zwar längere Wartezeiten bedeuten. Für das Gesamtnetz soll sie jedoch für mehr Stabilität sorgen.
Auch in den alten Intercity-Zügen hast du bald besseren Empfang
Die SBB stellen am Donnerstagmorgen ihren ersten komplett modernisierten ICN vor. Im Zug warten zahlreiche Verbesserungen auf die Kunden.