Weniger Flugzeuge werden gekauft Bundesrat rudert bei F-35-Kampfjets schon wieder zurück

SDA

6.3.2026 - 14:00

Die Schweiz wird weniger F-35-Kampfjets beschaffen als ursprünglich vorgesehen. Der Bundesrat bestätigte am Freitag, dass mit dem vom Volk bewilligten Finanzrahmen nicht mehr alle 36 Flugzeuge finanziert werden können.

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Keystone-SDA, Noemi Hüsser

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  • Der Bundesrat bestätigt, dass die Schweiz weniger als die ursprünglich geplanten 36 F-35-Kampfjets beschaffen wird.
  • Ohne zusätzlichen Milliardenkredit geht das Verteidigungsdepartement derzeit von rund 30 Flugzeugen aus.
  • Gleichzeitig will der Bundesrat eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der Armee prüfen lassen.
  • Das VBS soll zudem ein zweites bodengestütztes Luftabwehrsystem prüfen.
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  • 14.44 Uhr

    394 Franken sind Schätzung

    Man könne nicht genau wissen, ob man mit dem Zusatzkredit von 394 Millionen Franken 30 F-35-Jets kaufen könnte, sagt Rüstungschef Urs Loher. Es handle sich dabei um eine Schätzung aufgrund von Angaben der US-Regierung. 

  • 14.30 Uhr

    «Im Einklang mit Volksentscheid»

    «Wir gehen davon aus, dass es im Einklang ist mit dem Volksentscheid», sagt Pfister auf die Frage, ob der Zusatzkredit für die F-35-Kampfjets vor dem Volk Bestand hätte. Er denke, dass der Volksentscheid, neue F-35-Jets zu kaufen, in einer potentiellen Abstimmung über den Kredit bestätigt würde.

  • 14.28 Uhr

    Ganze Bevölkerung könnte geschützt werden

    Mit zwei Luftabwehrsystemen könne man die ganze Schweizer Bevölkerung schützen, sagt Pfister. «Damit können wir auch die Lücken von Patriot füllen.»

  • 14.23 Uhr

    Was ist der Plan B?

    Der Bundesrat sei überzeugt, dass die Vorlage, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, mehrheitsfähig ist, so Pfister. Er gehe davon aus, dass sowohl Parlament als auch Bevölkerung den Ernst der Lage erkannt hätten.

  • 14.19 Uhr

    Lösung soll bis Sommer 2027 da sein

    Der Bundesrat werde alle auf dem Markt verfügbaren Systeme zur bodengestützten Luftabwehr evaluieren, antwortet Pfister auf eine entsprechende Frage. Man wolle das möglichst schnell tun. «Der Bundesrat will bis spätestens Sommer 2027 eine Lösung», so Pfister.

  • 14.18 Uhr

    Fragenrunde beginnt

    Der Bundesrat hat seine Ansprache beendet. Nun können anwesende Medienschaffende Fragen stellen.

  • 14.14 Uhr

    30 statt 36 F-35-Kampfjets

    Der letzte Entscheid des Bundesrats betrifft die F-35-Kampfjets. Es wäre ein Zusatzkredit von 1,1 Milliarden Franken notwendig, um alle bestellten 36 Kampfjets zu erhalten, da die Kosten für die Jets immer mehr steigen, erklärt Pfister. Auf diesen Milliardenkredit will der Bundesrat verzichten und stattdessen nur einen Zusatzkredit von 394 Millionen Franken beantragen. «Das VBS geht davon aus, dass damit 30 Jets beschafft werden können», so Pfister.

  • 14.10 Uhr

    VBS soll zweitens Luftabwehrsystem prüfen

    Der Bundesrat wolle auch die Luftverteidigung stärken, so Pfister weiter. Weil die USA die Auslieferung der Patriot-Systeme letztes Jahr zugunsten der Ukraine neu priorisiert habe, verzögere sich die Auslieferung in die Schweiz um bis zu fünf Jahre, zudem entstünden Mehrkosten. Um das Risiko zu reduzieren, soll das VBS ein zweites System zur bodengestützten Luftverteidigung prüfen. Die Finanzierung erfolge im Rahmen des ordentlichen Armeebudgets.

  • 14.08 Uhr

    Bundesrat will Mehrwertsteuer um 0,8 Prozent erhöhen

    Man benötige mehr Finanzmittel, um diesen Herausforderungen zu begegnen, sagt Pfister. Rund 31 Milliarden Franken fehlten. Deshalb will der Bundesrat die Mehrwertsteuer um 0,8 Prozent erhöhen.

  • 14.05 Uhr

    «Jede Eskalation der Sicherheitslage in Europa trifft auch die Schweiz»

    Der Bundesrat habe an der heutigen Sitzung mehrere sicherheitspolitische Entscheidungen getroffen, sagt Bundesrat Pfister zu Beginn der Medienkonferenz. In weiten Teilen Europas herrsche Krieg, gleichzeitig reduziere die USA ihr Engagement für die Sicherheit Europas, so Pfister weiter. «Es ist klar: Jede Eskalation der Sicherheitslage in Europa trifft auch die Schweiz.» Darauf sei die Schweiz ungenügend vorbereitet, die Verteidigungsfähigkeit habe abgenommen und die Armee sei nicht genügend ausgerüstet.

  • 14.00 Uhr

    Die Medienkonferenz im Ticker

    Der Bundesrat informiert an einer Medienkonferenz über den Entscheid, sechs weniger F-35-Kampfjets zu kaufen. Anwesend sind der Verteidigungsminister Martin Pfister, Armee-Chef Benedikt Roos und Rüstungschef Urs Loher.

Die Schweiz wird weniger F-35-Kampfjets kaufen als ursprünglich vorgesehen. Wie der Bundesrat am Freitag mitteilte, reicht der im Jahr 2020 vom Volk bewilligte Zahlungsrahmen nicht aus, um alle 36 geplanten Flugzeuge zu beschaffen.

Bereits im Dezember hatte Verteidigungsminister Martin Pfister angedeutet, dass die Kostenentwicklung die ursprünglichen Pläne gefährdet. Nun bestätigt die Landesregierung offiziell: «Der Bundesrat verzichtet auf die ursprüngliche Anzahl von 36 Flugzeugen.»

Ein vollständiger Verzicht auf das Projekt sei angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage jedoch keine Option. Deshalb will der Bundesrat die maximal mögliche Anzahl Flugzeuge innerhalb des bestehenden Finanzrahmens beschaffen.

Für die ursprünglich vorgesehenen 36 Jets wären laut Bundesrat zusätzliche rund 1,1 Milliarden Franken nötig. Ohne diesen Zusatzkredit rechnet das Verteidigungsdepartement derzeit damit, dass etwa 30 Flugzeuge beschafft werden können.

Breitere Finanzierung der Armee soll kommen

Die genaue Zahl steht allerdings noch nicht endgültig fest. Sie hängt unter anderem davon ab, welche Preise die US-Regierung in den kommenden Produktionslosen mit den Herstellern aushandelt.

Auch für diese reduzierte Beschaffung braucht es zusätzliches Geld. Der Bundesrat will dem Parlament im Rahmen der Armeebotschaft 2026 einen Zusatzkredit von 394 Millionen Franken beantragen. Damit sollen Mehrkosten ausgeglichen werden, die unter anderem durch Teuerung und steigende Rohstoffpreise seit der Volksabstimmung entstanden sind.

Weniger Flugzeuge hätten laut Bundesrat Folgen für die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe. Eine vom Verteidigungsdepartement eingesetzte Expertengruppe geht davon aus, dass für eine umfassende Luftverteidigung der Schweiz eigentlich zwischen 55 und 70 moderne Kampfjets erforderlich wären.

Parallel dazu treibt die Regierung eine breitere Finanzierung der Armee voran. Der Bundesrat will an einer geplanten, befristeten Erhöhung der Mehrwertsteuer festhalten. Damit sollen zusätzliche Mittel für die Armee sowie sicherheitsrelevante Bundesstellen bereitgestellt werden. Die Vorlage geht nun in die Vernehmlassung und könnte 2027 dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden.

Auch bei der bodengestützten Luftverteidigung gibt es Änderungen. Das in den USA bestellte Patriot-System verzögert sich laut Bundesrat um vier bis fünf Jahre. Die USA hätten dies der Schweiz Ende Februar mitgeteilt.

Der Bundesrat hält zwar am Kauf des Systems fest, lässt aber zusätzlich prüfen, ob ein weiteres Luftverteidigungssystem beschafft werden soll. Dieses soll nach Möglichkeit in Europa produziert werden, um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern.


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