Challenger des Bundes Schweiz nutzt Jets häufiger für VIP-Flüge als für Evakuationen

Oliver Kohlmaier

25.3.2025

Die beiden Jets vom Typ Bombardier Challenger CL604 kaufte der Bund von der Rega.
Die beiden Jets vom Typ Bombardier Challenger CL604 kaufte der Bund von der Rega.
Bild: IMAGO/Depositphotos (Archivbild)

Die Wartung der Challenger-Jets des Bundes kosten die Schweiz eine Menge Geld. Einem Bericht zufolge werden sie jedoch statt für Evakuationen eher für VIP-Flüge genutzt.

Oliver Kohlmaier

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  • Die Wartung der beiden Jets vom Typ Bombardier Challenger CL-604 wird die Schweiz laut einem Medienbericht in den kommenden Jahren viel Geld kosten.
  • Zudem werden die Flugzeuge nur selten für ihren eigentlich Zweck eingesetzt.
  • Der Bund hatte die beiden Challengers for rund sechs Jahren von der Rega gekauft.

Zwei Jets vom Typ Bombardier Challenger CL-604 kaufte der Bund vor sechs Jahren der Rega ab. Kaufpreis: 13 Millionen Franken. Wie «20 Minuten» berichtet, werden die jedoch eher selten für jene Einsätze genutzt, für die sie eigentlich vorgesehen waren. Dass die beiden Flugzeuge nur gering ausgelastet sind, hatte bereits zuvor für Kritik gesorgt. 

So heisst es in dem Bericht, die beiden Challenger werden nur die Hälfte der Zeit für einen der beim Kauf genannten Zwecke eingesetzt. So seien die Jets nur zu je 25 Prozent für humanitäre Zwecke genutzt worden und um Swisscoy-Soldaten sowie Material in den Kosovo und zurück zu fliegen.

Die andere Hälfte teilt sich auf für Transportflüge der Armee, Trainings im Ausland sowie Flugvorführungen im Einsatz (30 Prozent) und Personentransporte (20 Prozent).

«VIP-Flüge» für die Auslastung

Auch für Evakuationen kamen demnach andere Flugzeuge des Bundes zum Einsatz. So habe etwa Frankreich das Schweizer Botschaftspersonal nach Ausbruch der Unruhen im Sudan evakuiert. Der Botschafter selbst flog im Bundesratsjet.

Wie es weiter heisst, setzte die Schweiz nach der Machtergreifung der Taliban in Afghanistan und den Terror-Anschlägen vom 7. Oktober in Israel statt der Challenger auf gecharterte Flugzeuge, Sonderflüge der Swiss – insbesondere aber auf die Hilfe anderer Staaten wie den USA oder Deutschland.

Um die Auslastung der Flotte zu steigern, erweiterte der Bundesrat unter anderem den Kreis der Berechtigten für die «VIP-Flüge» des Lufttransportdienstes. Während diese zuvor den Mitgliedern des Bundesrats, dem Bundeskanzler sowie dem Präsidenten oder der Präsidentin des Nationalrats oder Ständerats vorbehalten waren, können nun auch Staatssekretäre, der Bundesanwalt oder geladene Staatsgäste die Jets zu verwenden.

Teure Wartungsverträge

Dem Bericht zufolge waren die beiden Challenger zwischen 2019 bis 2023 insgesamt 566 Stunden als Flugtaxi für Top-Beamte unterwegs. Aus Mitteilungen der Luftwaffe gehe zudem hervor, dass die Jets ab 2020 regelmässig für VIP-Flüge eingesetzt worden seien.

Laut der Luftwaffe seien auch die VIP-Flüge und Flugshows im Ausland konform mit dem Zweck der Beschaffung der Challenger-Jets. Diese seien sehr gut ausgelastet.

Indessen habe die Wartung der beiden Challenger laut «20 Minuten» die Schweiz bisher 5,6 Millionen Franken gekostet. Die drei Verträge seien kürzlich um fünf Jahre verlängert worden Diese Kosten dürften dem Bericht zufolge drastisch ansteigen. Einer Sprecherin der Luftwaffe zufolge stehen die Jets während 35 Prozent der Zeit für Wartungsarbeiten am Boden.

Wie es weiter heisst, bekam die französische Firma Dassault den Zuschlag. Die Offerte lag zwischen 17,7 und 43 Millionen Franken. Zum effektiven Betrag gibt Armasuisse keine Auskunft. Hinzu kommen dem Bericht zufolge noch bis zu neun Millionen Franken, die die Schweiz für Ersatzteile der Firma Bombardier ausgeben will. Ausserdem erhält die US-Firma Honeywell für die Wartung des Hilfstriebwerks weitere 900’000 Franken. Das Paket sieht demnach einen 24-Stunden-Service an sieben Tagen pro Woche vor. «Die beiden Flugzeuge müssen rund um die Uhr einsatzbereit sein», sagt die Sprecherin der Luftwaffe.