«Mein Ziel ist, dass wir bereit sind» Schweiz übernimmt OSZE-Vorsitz – Cassis will auf Waffenstillstand vorbereitet sein

SDA

7.12.2025 - 06:19

Aussenminister Ignazio Cassis hat im «SonntagsBlick» über die Ziele der Schweiz für den OSZE-Vorsitz gesprochen. (Archivbild)
Aussenminister Ignazio Cassis hat im «SonntagsBlick» über die Ziele der Schweiz für den OSZE-Vorsitz gesprochen. (Archivbild)
Keystone

Ab 2026 übernimmt die Schweiz den Vorsitz der OSZE. Aussenminister Ignazio Cassis will die Organisation auf einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine vorbereiten.

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  • Bundesrat Cassis will den Schweizer OSZE-Vorsitz 2026 nutzen, um die Organisation auf einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine vorzubereiten.
  • Die Schwerpunkte des Vorsitzes sind die Stärkung der OSZE als sicherheitspolitische Plattform, die Lösung der Budgetblockade und die Einsatzplanung nach einem Waffenstillstand.
  • Die OSZE könne bei einem Waffenstillstand kurzfristig Beobachter entsenden und Wahlen monitoren.

Bundesrat Ignazio Cassis will den OSZE-Vorsitz der Schweiz im Jahr 2026 für die Vorbereitung auf einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine nutzen. «Mein Ziel ist, dass wir als OSZE bereit sind», sagte Cassis in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

Ein von US-Präsident Donald Trump angestrebter Deal zwischen Russland und der Ukraine könne «ganz plötzlich geschehen – wie beim Gaza-Deal».

Der Schweizer OSZE-Vorsitz setze insgesamt drei Schwerpunkte: die Konsolidierung der Organisation als sicherheitspolitische Austauschplattform für vertrauensbildende Massnahmen, eine Lösung der blockierten Budgetfrage sowie die Vorbereitung auf einen möglichen Einsatz nach einem Waffenstillstand.

Die OSZE könne kurzfristig Beobachter entsenden, eine Waffenstillstandslinie überwachen und Wahlen monitoren. «Aber die Frontlinie besteht aktuell aus 1300 Kilometern – um die ganze Länge zu beobachten, ist die OSZE allein zu klein; da bräuchte es viel Engagement seitens der Teilnehmerstaaten», sagte Cassis.

USA als grösster Beitragszahler kritisieren OSZE

Die USA als grösster Beitragszahler kritisieren gemäss dem Aussenminister, die Organisation habe wie andere multilaterale Institutionen «den Kompass» verloren, und drängten auf Budgetkürzungen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vereint 57 Staaten von Europa bis nach Nordamerika. Alle Entscheide müssen im Konsens gefällt werden, jedes Mitglied hat ein Vetorecht. Finnland hat bis Ende Jahr den Vorsitz der Organisation.

Ab dem 1. Januar übernimmt die Schweiz für ein Jahr diesen Posten. Festgefahren ist die OSZE derzeit bei der Verabschiedung eines Budgets sowie bei der Festlegung des Vorsitzes für das Jahr 2027.