Armee leitet Untersuchung einSchweizer Soldaten posieren mit Rhodesien-Flagge
Oliver Kohlmaier
10.4.2026
In der Schweizer Armee wurde ein weiterer mutmasslich extremistischer Vorfall publik.
Symbolbild: Keystone
Die Armee hat eine Untersuchung eingeleitet, nachdem zwei Soldaten auf einem Bild mit einer Rhodesien-Flagge posierten. Es ist nicht der erste Fall mit extremistischem Hintergrund, der in diesem Jahr publik wurde.
Redaktion blue News
10.04.2026, 20:14
Oliver Kohlmaier
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Zwei Armeeangehörige haben auf einem Erinnerungsfoto mit der Rhodesien-Flagge posiert.
Die Flagge wird in rechtsextremistischen Kreisen teilweise verwendet und verherrlicht den Kolonialismus.
Die Armee hat einem Sprecher zufolge eine Untersuchung eingeleitet.
Die Militärjustiz muss sich mit einem weiteren Fall mit mutmasslich extremistischem Hintergrund befassen. Auf einem Erinnerungsfoto haben zwei Armeeangehörige mit der Flagge Rhodesiens posiert, wie «20 Minuten» berichtet. Demnach schickte ein junger Soldat das Bild an einen Instagram-Kanal, der sich verherrlichend mit den rhodesischen Streitkräften befasst und das Foto verpixelt veröffentlichte.
Als Rhodesien wurde das Gebiet der ehemaligen britischen Kolonie Südrhodesien bezeichnet, das dem heutigen Simbabwe entspricht. Die rhodesische Flagge wird in rechtsextremistischen Kreisen gelegentlich verwendet und bedient ein nostalgisches Narrativ des Kolonialismus. In der kurzen Existenz des nie international anerkannten Staates zwischen 1965 und 1979 herrschte eine weisse Minderheitsregierung.
«Die Armee sieht sich selbstverständlich nicht gerne mit menschenverachtenden oder extremistischen Ideologien in Verbindung gebracht», sagte Armee-Sprecher Stefan Hofer zu «20 Minuten». Man sei der Null-Toleranz-Strategie des Bundesrates verpflichtet und setze die gesetzlichen Vorgaben konsequent um. Im vorliegenden Fall seien die nötigen Massnahmen «umgehend» eingeleitet worden. So würden dem Soldaten eine Busse von bis zu 500 Franken oder bis zu zehn Tage Arrest drohen, abhängig von den Ergebnissen der Untersuchung.
Die Schweizer Armee stand zuletzt wegen ähnlicher Fälle im Blickpunkt. So wurde ein dunkelhäutiger Rekrut in der Kaserne Payerne (VD) rassistisch beschimpft, zudem wurden in einem Whatsapp-Gruppenchat rechtsextremistische Inhalte gepostet, darunter Hakenkreuze und Hitler-Bilder.
Einer der beteiligten Rekruten wurde von der Militärjustiz für die Verbreitung von «gewalttätigen, rassistischen, nationalsozialistischen sowie diskriminierenden Ideologien» zu einer Busse von 360 Franken verurteilt und muss die Verfahrenskosten von 450 Franken tragen. Auch im Rekrutierungszentrum Rüti (ZH) wurde die Militärjustiz aktiv, als ein Rekrut in einem Whatsapp-Chat mehrere Nachrichten mit Hitlerbildern, Hakenkreuzen und sexualisierten Darstellungen mit Hitlergruss verschickte.