Vermeintliche Lücke wird teuer Frau (40) klaut viermal in Migros-Teo – Strafe

Samuel Walder

11.2.2025

In Ohringen in der Nähe von Winterthur wird die Diebin erwischt.
In Ohringen in der Nähe von Winterthur wird die Diebin erwischt.
Chris Mansfield

Sie dachte, sie hätte eine Lücke im System gefunden – doch die Videoüberwachung überführte sie. Eine 40-jährige Schweizerin klaute viermal in einem Migros-Teo und muss nun in die Tasche greifen.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Eine 40-jährige Schweizerin wurde wegen wiederholten Diebstahls in einem unbedienten Migros-Teo-Laden erwischt und zu einer Geldstrafe von 9150 Franken verurteilt.
  • Sie umging das Bezahlsystem per Cumulus-App und verstiess zudem gegen ein zehnjähriges Migros-Hausverbot aufgrund früherer Diebstähle.
  • Migros hält trotz Diebstahlsrisiken am Teo-Konzept mit umfassender Überwachung fest.

Ob Klauen in einem Selbstbedienungsladen wirklich weniger riskant ist? Diese Frage dürfte sich eine gut 40-jährige Schweizerin nun nicht mehr stellen – denn sie wurde viermal erwischt und kassierte eine Strafe.

Zwischen Ende August und Mitte Oktober 2024 suchte die Frau den Migros Teo in Ohringen zu verschiedenen Tageszeiten auf und liess Lebensmittel im Wert von insgesamt 299.40 Franken mitgehen, schreibt der «Landbote». Ihr Trick: Sie scannte an der Kasse einige Artikel, brach den Bezahlvorgang auf ihrer Cumulus-App aber ab und verliess den Laden, ohne zu bezahlen.

Die Frau war keine Ersttäterin. Bereits vor einigen Jahren wurde sie für ähnliche Diebstähle in einer bedienten Migros-Filiale im Zürcher Weinland verurteilt. Die Folge: Ein zehnjähriges Hausverbot für alle Migros-Betriebe – das sie mit ihren Taten ebenfalls brach.

Hohe Strafe für Wiederholungstäterin

Da die Frau bereits mehrfach vorbestraft ist, griff die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland durch. Das Urteil: Die Frau muss 70 Tagessätze à 110 Franken, insgesamt 7700 Franken, bezahlen. Dazu kommt eine Busse von 500 Franken sowie zusätzliche Gebühren. 

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheit in Selbstbedienungsläden. Spar und Valora haben ihre Experimente mit unbemannten Shops bereits wegen Diebstahl und Vandalismus eingestellt. Migros hingegen setzt weiterhin auf das Teo-Konzept, betont aber, dass alle Shops vollflächig video-, sensor- und audioüberwacht sind.

Bereits bei der Eröffnung eines Teo-Ladens in Winterthur Grüze stellte man sich die Frage, ob der Laden denn auch wirklich vor Dieben sicher ist.

Ob in Teo-Shops tatsächlich mehr gestohlen wird als in herkömmlichen Migros-Filialen, wollte Migros-Sprecherin Silke Seichter gegenüber dem «Landboten» nicht kommentieren. Sie stellte jedoch klar: Jeder Diebstahl wird zur Anzeige gebracht.