Rapide Zunahme von Corona-Neuinfektionen in den USA

Agenturen/red

24.6.2020 - 21:50

Die Anzahl neuer Corona-Infektionen in der Schweiz ist am Mittwoch leicht angestiegen. Nachdem am Dienstag 22 neue Fälle vermeldet worden waren, verzeichnete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 44 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Ausserdem informierte der Bundesrat am Nachmittag auf einer Medienkonferenz über die neuesten Entwicklungen.

Laut Gesundheitsminister Alain Berset bleibe die Pandemie stets fragil. Weiterhin kündigte er den Start der Corona-Warn-App am Donnerstag an und berichtete vom Entscheid des Bundesrates, in den meisten Fällen die Kosten für Corona-Tests zu übernehmen.



Eine zweite Coronavirus-Welle würde in der Schweiz kleiner ausfallen als die erste. Das sagen mehr als 60 Prozent von über 30 befragten Epidemiologinnen, Virologen und anderen Expertinnen. Dennoch warnte Stefan Kuster, der neue Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in Deutschland: «Es wäre eine Illusion, zu glauben, dass wir Cluster verhindern können.» Auch britische Experten warnten vor einer zweiten Infektionswelle in Grossbritannien.

Dramatische Wirtschaftseinbussen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose erneut gesenkt: Es droht eine Rezession von historischem Ausmass – und das auch für die Eurozone und Deutschland. «Wir sind in einer beispiellosen Krise», sagte Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Mittwoch bei der Vorlage der jüngsten IWF-Prognose in Washington. Die Weltwirtschaftsleistung soll demnach in diesem Jahr um 4,9 Prozent einbrechen.

Bereits in der kommenden Woche könnte nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit auf zehn Millionen steigen. «Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus und weitere Todesfälle zu verhindern», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.



Sorge macht aktuell die Entwicklung in den USA, wo ein neuer Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet wurde. Am Dienstag wurden rund 34'700 neue Infektionen nachgewiesen – der höchste Stand seit Ende April und der dritthöchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Allein in Kalifornien wurden 7’149 neue Fälle gemeldet.

Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste im Überblick

  • In der kommenden Woche könnte nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit auf zehn Millionen steigen.
  • Der Bund übernimmt neu in den meisten Fällen die Kosten für Corona-Tests. Das hat der Bundesrat entschieden.
  • Zudem hebt der Bundesrat die Einreisebeschränkungen für Arbeitnehmer aus Staaten ausserhalb der EU oder Efta auf.
  • Der Bundesrat hat ausserdem grünes Licht für den Start der Schweizer Corona-Warn-App ab Donnerstag gegeben.
  • Der Schweizerische Seniorenrat fordert für eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr.
  • Laut Experten dürfte eine zweite Corona-Welle in der Schweiz ein kleineres Ausmass annehmen als die erste.

21.50 Uhr: Wir beenden unseren Live-Ticker

21.25 Uhr: Louvre macht wegen Corona Millionen-Verlust

Der Pariser Louvre hat in der Corona-Krise 40 Millionen Euro Verlust gemacht. Das gab Museumsdirektor Jean-Luc Martinez am Mittwoch nach mehr als dreimonatiger Schliessung des Museums bekannt. Am 6. Juli soll der Louvre wieder öffnen. Tickets müssen vorab im Internet reserviert werden, zudem sind eine Maskenpflicht und Abstandsregeln geplant.

Im Sommer rechnet die Museumsleitung nur mit einem Bruchteil der Menschen, die normalerweise kommen. «75 Prozent unserer Besucher stammen aus dem Ausland», betonte Martinez. Derzeit bleiben vor allem Asiaten und US-Touristen der französischen Hauptstadt fern. Im Pariser Grossraum hatte es besonders viele Coronavirus-Fälle gegeben.

Das Pariser Louvre muss aufgrund der Corona-Krise Verluste in Millionenhöhe hinnehmen. (Archivbild)
Bild: Keystone

Martinez kündigte zugleich einen Umbau des grössten Pariser Museums bis zu den Olympischen Sommerspielen 2024 an. Damit solle der Louvre eine «kulturelle Demokratisierung» erfahren, sagte er. Das sei ein Wunsch der Regierung, die der Louvre um finanzielle Unterstützung in der Krise gebeten habe.

21.01 Uhr: Kalifornien verzeichnet starken Anstieg von Coronavirus-Fällen

Der bevölkerungsreichste US-Staat Kalifornien verzeichnet einen starken Anstieg von Coronavirus-Fällen. Gouverneur Gavin Newsom sprach am Mittwoch von 7'149 neuen Fällen, die am Dienstag aufgetreten seien. In den letzten 14 Tagen habe die Belegung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten um fast 30 Prozent zugenommen. «Wir gefährden das Leben vom Menschen», warnte Newsom und rief die knapp 40 Millionen Einwohner auf, wenn möglich Zuhause zu bleiben, Abstand zu halten und Masken zu tragen.

Zur Eindämmung des Coronavirus hatte Newsom vorige Woche eine Maskenpflicht angeordnet. Demnach müssen Kalifornier in der Öffentlichkeit, etwa beim Einkaufen, Busfahren oder am Arbeitsplatz eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen.

In dem Westküstenstaat sind nach Informationen vom Mittwoch über 190'000 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, es starben bislang in Kalifornien mehr als 5'600 Menschen.

20.31 Uhr: Präsident von Honduras mit Sauerstoff behandelt

Knapp eine Woche nach seiner Aufnahme in ein Krankenhaus ist dem an Covid-19 erkrankten Präsidenten von Honduras Sauerstoff zugeführt worden. Eine radiologische Untersuchung des Staats- und Regierungschefs, Juan Orlando Hernández, hatte eine Verschlimmerung seiner Lungenentzündung ergeben, wie das Präsidialamt mitteilte. Auch habe der Verdacht auf eine Venenentzündung bestanden, woraufhin ihm ein neuer intravenöser Zugang gelegt worden sei. Nach einer Sauerstoffbehandlung am Dienstag habe sich sein Zustand deutlich verbessert – Hernández habe weder Fieber noch Atemschwierigkeiten, und die Entzündung sei zurückgegangen.

Der Präsident des mittelamerikanischen Landes soll den Angaben zufolge aber weiter im Militärkrankenhaus der Hauptstadt Tegucigalpa behandelt werden. Der 51-Jährige war am Mittwoch vergangener Woche dort aufgenommen worden. Am Vorabend hatte er bekanntgegeben, dass er - ebenso wie seine Ehefrau Ana García de Hernández und zwei seiner Mitarbeiter – positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die First Lady hatte demnach keine Symptome. Sie sei weiterhin zu Hause, hiess es nun.

20.03 Uhr: Niederlande öffnen Land weiter

Nach Monaten der Corona-Krise machen die Niederlande einen grossen Schritt zu einem normalen Alltag. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Mittwochabend in Den Haag die bislang umfassendste Lockerung der Corona-Schutzmassnahmen für Schulen, Verkehr, Kultur und Freizeit an. Die Lockerungen kommen zwei Monate eher als gedacht. «Aber der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter bleibt die Norm», sagte Premier Rutte. Er warnte davor, die Regeln nun fallen zu lassen. Eine zweite Welle der Corona-Pandemie müsse verhindert werden.

Ab 1. Juli können Kinos, Theater, Kirchen und Gaststätten wieder unbegrenzt Besucher empfangen – vorausgesetzt alle halten einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern ein. Bisher galt für Gaststätten oder Kinos ein Maximum von 30 Besuchern. Im öffentlichen Nahverkehr werden ab 1. Juli fast alle Einschränkungen aufgehoben. Reisende müssen aber eine Maske tragen. Jahrmärkte und Festivals im Freien sind wieder möglich. Auch Sexarbeiter dürfen wieder ihre Dienste anbieten.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat früher als erwartet weitere Lockerungen in der Corona-Krise bekannt gegeben. (Archivbild)
Bild: Keystone

Nach den Sommerferien wird der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen. Schüler dürfen dann auch wieder direkt nebeneinander sitzen. Eine gute Nachricht hatte Premier Rutte auch für den Profi-Fussball: Ab 1. September sind Spiele wieder mit Publikum möglich – allerdings mit Sicherheitsabstand, und Fans dürfen auch nicht singen.

Die Zahl der Neu-Infektionen geht seit einigen Wochen zurück. Bislang sind knapp 50'000 mit dem Coronavirus Infizierte registriert worden. 6'097 Menschen starben infolge einer Covid-19-Erkrankung.

19.45 Uhr: Israels Regierung erneut für Handy-Überwachung

Nach einem Anstieg der Infektionszahlen hat sich die israelische Regierung dafür ausgesprochen, die umstrittene Handy-Überwachung von Corona-Patienten und deren Kontakten wieder einzuführen. Die israelische Regierung stimmte am Mittwoch nach Medienberichten einstimmig für einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Ein Sprecher des für die Überwachung zuständigen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet bestätigte dies.

Israels Höchstes Gericht hatte den Einsatz von Überwachungstechnologie im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Ende April vorerst verboten. Es drang auf eine entsprechende Gesetzgebung. Die Knesset muss das Gesetz nun noch billigen.

Schin Bet hatte zu Beginn der Krise Technologie eingesetzt, die sonst der Terrorbekämpfung dient. Die Massnahme wurde mit der Notwendigkeit gerechtfertigt, Leben zu retten. Kritiker machen datenschutzrechtliche Bedenken geltend. Sie führen zudem an, dass diese Überwachung ein falsches Sicherheitsgefühl wecke und kein Ersatz für effektives Testen ist.

19.22 Uhr: Rapide Zunahme von Corona-Fällen in den USA

Die USA haben einen neuen Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Dienstag wurden rund 34'700 neue Infektionen nachgewiesen – der höchste Stand seit Ende April und der dritthöchste Tageswert seit Beginn der Pandemie, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Im Vergleich: Am 1. Juni lag der Tageswert bei rund 17'400 Neuinfektionen. Die bisher höchste Zahl (36'400) wurde am 24. April verzeichnet.

Die USA führen mittlerweile deutlich mehr Tests durch als noch vor wenigen Monaten, was US-Präsident Donald Trump wiederholt als Erklärung für die hohen Fallzahlen angeführt hat. Allerdings zeigt die steigende Zahl der Krankenhauseinweisungen, dass sich die Lage in einigen Bundesstaaten wieder zuspitzt. Sorgen bereitet Experten wie dem führenden US-Immunologen Anthony Fauci insbesondere die Entwicklung in Florida, Texas und Arizona.



Ungeachtet der Entwicklung in Arizona war Trump dort am Dienstag vor Publikum aufgetreten. In dem geschlossenen Raum trugen seine Anhänger grösstenteils keine Masken und sassen dicht an dicht. Trump wird von seinen Gegnern immer wieder vorgeworfen, die Tragweite des Virus herunterzuspielen. Wenige Monate vor der US-Wahl im November liegt sein Augenmerk darauf, die Wirtschaft des Landes wieder zum Laufen zu bringen.

Die USA haben mit mehr als 2,3 Millionen bekannten Corona-Infektionen mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. Mehr als 121'000 Menschen starben infolge einer Covid-19-Erkrankung.

19.09 Uhr: WHO rechnet kommende Woche mit zehn Millionen Corona-Infektionen

In der kommenden Woche könnte nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit auf zehn Millionen steigen. «Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus und weitere Todesfälle zu verhindern», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Bislang seien 9,1 Millionen Corona-Fälle gemeldet worden. Rund 470'000 Menschen seien an oder mit Covid-19 gestorben.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus berichtete am Mittwoch von knappen Vorräten an hochdosiertem Sauerstoff im Kampf gegen das Coronavirus. (Archivbild)
Bild: Keystone

Wichtiges Mittel für die Behandlung von schwer Erkrankten sei die Therapie mit hoch dosiertem medizinischem Sauerstoff. Die Vorräte seien aber knapp. Laut Schätzung der WHO würden aktuell 620'000 Kubikmeter medizinischen Sauerstoffs pro Tag benötigt. «Die Nachfrage übertrifft aktuell das Angebot», so Tedros. Nur wenige Firmen würden 80 Prozent des Weltmarktes dominieren. Die WHO hatte deshalb zuletzt Sauerstoff-Konzentratoren für besonders betroffene Staaten gekauft. Eine Covid-19-Infektion entzieht dem Körper Sauerstoff und kann zu Organversagen und Tod führen.

18.50 Uhr: 16 neue Corona-Infektionen im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich sind innert eines Tages 16 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Das sind so viele Ansteckungen mit dem Coronavirus wie schon lange nicht mehr.

Ähnliche viele positive Tests auf das Coronavirus innerhalb eines Tages meldete die Zürcher Gesundheitsdirektion zuletzt Anfang Mai. Die Zahl der positiv Getesteten im Kanton Zürich beläuft sich nun auf insgesamt 3'721 Personen, wie es im Lagebulletin vom Mittwochabend heisst.

18.41 Uhr: Massenauflauf an britischen Stränden

Am bisher heissesten Tag des Jahres in Grossbritannien haben trotz Corona-Pandemie die Menschen dicht an dicht an den Stränden gelegen. Besonders beliebt waren am Mittwoch südenglische Badeorte wie Bournemouth und Brighton. Am Flughafen London-Heathrow wurden am Nachmittag fast 33 Grad gemessen.

Im britischen Bournemouth drängten sich die Strandbesucher dicht an dicht – trotz Corona.
Bild: Keystone

Innerhalb Englands sind auch in der Corona-Krise schon lange Tagesausflüge erlaubt. Damit zieht es unter anderem Menschen aus der Millionen-Metropole London an die Küsten. Grossbritannien ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

18.31 Uhr: Deutsche Bahn startet Corona-Studie

Die Berliner Charité und die Deutsche Bahn starten einem Medienbericht zufolge eine mehrmonatige Studie zu den Corona-Infektionsrisiken im Fernverkehr der Bahn. Ab Ende dieses Monats sollten mindestens 400 Zugbegleiter, 150 Lokführer und 150 Instandhaltungshandwerker an den Standorten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München auf akute Corona-Infektionen und auf eine Immunität hin untersucht werden, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Mittwoch vorab unter Berufung auf ein Papier der Bahn.

Demnach wollen die Bahn und die Forscher die Infektionen und Immunitäten in den drei Berufsgruppen miteinander vergleichen. So sollten etwa Erkenntnisse darüber gewonnen werden, ob die Zugbegleiter einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind als andere Berufsgruppen der Bahn.

18.19 Uhr: Drei US-Bundesstaaten erlassen Quarantäne

Inmitten deutlich ansteigender Corona-Infektionszahlen in weiten Teilen der Vereinigten Staaten verhängen die Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut eine zweiwöchige Quarantäne für all diejenigen, die aus Bundesstaaten mit stärkerem Infektionsgeschehen einreisen. Die Regel werde am Mittwoch um Mitternacht Ortszeit in Kraft treten, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Die Liste der Herkunftsstaaten Reisender, die eine Quarantäne nach sich ziehen, werde je nach Infektionsgeschehen stetig aktualisiert. Derzeit stehen unter anderem Florida und Arizona darauf.

Mit dem aktuellen Erlass will der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo einer zweiten Corona-Welle vorbeugen. (Archivbild)
Bild: Keystone

Zuvor hatte Cuomo bereits angekündigt, über eine solche Quarantäne nachdenken zu wollen. New York war mit knapp 800 Toten und Zehntausenden Neuinfektionen pro Tag noch vor einigen Monaten weltweites Epizentrum der Pandemie. Damals erliessen andere Bundesstaaten Quarantäne-Vorschriften für einreisende New Yorker. Dank umfassender Massnahmen wurde die Verbreitung des Virus in New York aber schliesslich eingedämmt.

In über 20 anderen Bundesstaaten, vor allem im Süden, steigen die Fallzahlen dagegen gerade deutlich an. Viele von diesen hatten, ermuntert vom Weissen Haus, ihre Wirtschaft wieder geöffnet und Ausgangsbeschränkungen gelockert oder aufgehoben.

17.49 Uhr: New York Marathon abgesagt

Angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie müssen die legendären Marathon-Events in Berlin und New York in diesem Jahr ausfallen. Dies teilten die Veranstalter der Rennen am Mittwoch mit. Die für den 1. November geplante 50. Auflage in New York – der mit zehntausenden Teilnehmern nach eigenen Angaben grösste Marathon der Welt – sei für dieses Jahr gestrichen worden.

«Die Absage des diesjährigen New York City Marathons ist für alle Beteiligten unglaublich enttäuschend, aber es war eindeutig der Kurs, den wir aus Sicht von Gesundheit und Sicherheit einschlagen mussten», sagte Michael Capiraso, Präsident vom Veranstalter «New York Road Runners».

Erstmals seit 1974 wird es in diesem Jahr auch keinen Berlin Marathon geben; die Traditionsveranstaltung sollte am 26. und 27. September stattfinden. «So sehr wir uns bemühen, es ist derzeit nicht möglich, den BMW Berlin-Marathon mit seinem gewohnt berlinerischen Charme zu veranstalten», heisst es auf der Homepage des Events. Zugleich wurden alle Teilnehmer über den Ausfall informiert. Es sei auch nicht möglich, «die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr durchzuführen», schrieben die Veranstalter.

17.21 Uhr: Gelder aus Corona-Kreditbetrug in die Schweiz zurückgeführt

Die Waadtländer Justiz macht Fortschritte bei den Ermittlungen gegen mutmassliche Corona-Kreditbetrüger. Beim grössten Fall ist ein umfangreicher Teil der ins Ausland transferierten 1,5 Millionen Franken in die Schweiz zurückgeführt worden.

Es seien «bereits mehrere Hunderttausend Franken» wieder in die Schweiz gebracht worden, sagte Staatsanwalt Anton Rüsch. Die mutmassliche Deliktsumme beläuft sich auf mehrere Millionen Franken.

Die Räumlichkeiten mehrerer Unternehmen wurden Mitte Mai durchsucht und zahlreiche Konten eingefroren. Die mutmasslichen Täter, ursprünglich aus der Türkei stammende Schweizer, werden verdächtigt, Covid-Gutschriften auf der Grundlage falscher Aussagen erhalten zu haben.

Es wurde eine Untersuchung eingeleitet unter anderem wegen Betrugs, unlauterer Geschäftsführung, Wertpapierfälschung, Geldwäscherei und Verletzung der Verordnung über Solidarbürgschaften im Zusammenhang mit Covid-19-Krediten. Eine Person befindet sich weiter in Untersuchungshaft.

Diese Kredite wurden von den Banken gewährt, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu mildern. Bis Ende Mai waren von den 40 Milliarden Franken, die der Bund zur Verfügung gestellt hatte, 15 Milliarden Franken verteilt worden.

17.15 Uhr: IWF senkt globale Wirtschaftsprognose

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose erneut gesenkt: Es droht eine Rezession von historischem Ausmass – und das auch für die Eurozone und Deutschland. «Wir sind in einer beispiellosen Krise», sagte Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Mittwoch bei der Vorlage der jüngsten IWF-Prognose in Washington.

Die Weltwirtschaftsleistung soll demnach in diesem Jahr um 4,9 Prozent einbrechen. Im April hatte der IWF noch einen Rückgang um drei Prozent vorhergesagt. Im Januar, vor der Ausbreitung des Coronavirus, hatte der IWF noch mit solidem Wachstum gerechnet.

Dies werde die «schlimmste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise» vor rund 90 Jahren sein, warnte Gopinath. Armut und Arbeitslosigkeit würden sich dadurch global verschärfen. Die globale Wirtschaftsleistung werde infolge der Pandemie in diesem und im nächsten Jahr insgesamt um 12,5 Billionen Dollar (11 Billionen Euro) geringer ausfallen, erklärte Gopinath. Kein Land der Welt sei von den Konsequenzen der Pandemie verschont geblieben.

17.10 Uhr: Freiburger Behörden verbieten Anlass mit 500 Menschen

Im Kanton Freiburg haben die Behörden am Mittwoch kurzfristig eine Veranstaltung in Bulle verboten, an der etwa 500 Jugendliche teilnehmen wollten. Es gelte einen Corona-Infektionsherd zu vermeiden, hiess es zur Begründung.

In mehreren Bezirken des Kantons Freiburg sei die Zahl der positiv getesteten Menschen zuletzt angestiegen. Seit vergangenen Freitag gab es demnach 17 neue Fälle. Zurzeit befinden sich 117 Personen in Quarantäne, davon 50 im Greyerzbezirk.

Mehrere Jugendliche aus verschiedenen Schulen dieses Bezirks wurden positiv getestet. Deshalb wurde die Veranstaltung vom Mittwochabend in Bulle verboten, die von örtlichen Schülerinnen und Schülern organisiert worden war.

17.00 Uhr: Schwedens Top-Epidemiologe bedauert Corona-Scheitern

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell bereut einen Teil seiner Strategie im Umgang mit dem Coronavirus. Der Schutz vor einer Ansteckung der Älteren in schwedischen Senioreneinrichtungen sei gescheitert und die Todesrate «schrecklich», sagte Tegnell im beliebten «Sommar»-Programm des schwedischen Radios am Mittwoch.

«Wir dachten vermutlich, dass unsere alters-segregierte Gesellschaft uns erlauben würde, eine Situation zu vermeiden wie in Italien, wo verschiedene Generationen viel häufiger zusammenleben. Aber das erwies sich als falsch», sagte er weiter.

An sich habe das Gesundheitssystem die Pandemie bewältigen können, so Tegnell. Aber vor allem die vielen Toten unter den Senioren hätten vermieden werden müssen. Der Epidemiologe hatte erstmals Anfang Juni Selbstkritik an der Strategie geübt und bedauert, dass das Land zu wenig Massnahmen im Kampf gegen das Virus ergriffen habe.

16.45 Uhr: Seniorenrat fordert Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr

Der Schweizerische Seniorenrat SSR fordert eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. In Bahn, Bus und Tram sei die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, gross, da die Distanzregeln oft nicht eingehalten werden könnten.

Die Covid-19-Ansteckungszahlen seien zwar seit Wochen tief. Es gebe aber noch immer jeden Tag neue Infektionen, schrieb der SSR am Mittwoch in einer Mitteilung. Trotz dringender Empfehlung, im öffentlichen Verkehr Masken zu tragen, hielten sich die meisten Reisenden nicht daran.

Es gelte, mit dem Maskentragen das Vertrauen der Passagiere in den öffentlichen Verkehr zurückzugewinnen. Wie in den Nachbarländern solle auch in der Schweiz das Maskentragen im öffentlichen Verkehr zu Selbstverständlichkeit werden.

In den Nachbarländern ist die Maske im öffentlichen Verkehr Pflicht, in der Schweiz ist das Tragen noch freiwillig. Der Seniorenrat fordert, das zu ändern.
Bild: Keystone

16.29 Uhr: Deutsche Corona-Warn-App erreicht 15 Prozent der Bevölkerung

Die deutsche Corona-Warn-App wird inzwischen von rund 15 Prozent der Menschen im Land verwendet. Am Mittwoch lag die offizielle Downloadzahl bei 12,6 Millionen, teilte das staatliche Robert Koch-Institut auf Twitter mit.

Nach Einschätzung von Experten ist ab einer Nutzungsquote von 15 Prozent mit einem spürbaren Effekt bei der Eindämmung der Pandemie zu rechnen.

Die Schwelle von 15 Prozent wurde bei 83,2 Millionen Einwohnern in Deutschland bei 12,48 Millionen Downloads überschritten. Forscher der Universität Oxford hatten berechnet, dass eine Beteiligungsquote von 60 Prozent benötigt wird, wenn eine App im Kampf gegen Covid-19 alleine steht. Eine Tracing-App als Teil eines Pandemiekonzeptes inklusive Hygiene, Abstand und Atemschutz zeige dagegen schon bei 15 Prozent einen Effekt.

Nach Angaben des deutschen Gesundheitsministers Jens Spahn wurde die offizielle deutsche Corona-Warn-App mehr heruntergeladen als die Corona-Apps aller anderen EU-Staaten zusammen.

14.58 Uhr: Pressekonferenz ist beendet

Das war's mit der Medienkonferenz. Wir danken für Ihr Interesse und halten Sie im Ticker natürlich über die weiteren Entwicklungen in der Coronakrise auf dem Laufenden.

14.55 Uhr: Zugwaggons für Risikogruppen?

Mit Blick auf die Angehörigen einer Risikogruppe will eine Journalistin wissen: Werden auch Vorschläge wie zum Beispiel spezielle Zugwaggons für Risikopatienten geprüft? Alle Ideen würden geprüft, sagt Berset. Doch müssten Vorschläge auch umsetzbar sein. Im Falle der Zugwaggons setzt sei er da skeptisch. Und: Ideen, die «nur» auf den Schutz von besonders gefährdeten Personen abzielten, seien nicht wünschenswert. Es müsse immer um die gesamte Bevölkerung gehen. 

14.50 Uhr: «Lassen Sie sich testen»

Ist «Lassen Sie sich testen» das neue «Bleiben Sie zuhause»? Das könne man so sagen, bestätigt Berset amüsiert. Das Testen sei enorm wichtig, denn nur so lasse sich garantieren, dass die Infektionsfälle auch entdeckt würden und die Epidemie im Griff behalten werden könne.

Alain Berset: «Unbedingt testen lassen, auch bei leichten Symptomen»

Alain Berset: «Unbedingt testen lassen, auch bei leichten Symptomen»

Alain Berset appeliert an die Bevölkerung: «Unbedingt testen lassen, auch bei leichten Symptomen.» «Die Lage ist fragil», sagte der Gesundheitsminister. Umso wichtiger sei es, dass die Testpolitik nun bis Ende Jahr stabil bleibe.

24.06.2020

14.47 Uhr: Berset nimmt Kritik gelassen

Die Kritik an der Arbeit des Bundesrats ärgere ihn nicht, sagt Berset. Jeder dürfe seine Meinung offen äussern. Und auch der Bundesrat habe nicht das Gefühl, dass er keine Fehler mache. Er erinnert daran, dass wir es mit der grössten Pandemie seit der Spanischen Grippe zu tun hätten.

14.42 Uhr: Maskenpflicht in Kantonen?

Können Kantone eine Maskenpflicht einführen auf ihrem Gebiet? Ja, wenn die epidemiologische Lage das erfordere, könnten sie das tun, sagt Berset. Ein Journalist fragt nach: Wenn Genf also – wie angedacht – eine Maskenpflicht im ÖV einführen werde, wäre das möglich? Berset bestätigt, betont aber: Ob die epidemiologische Lage das zum jetzigen Zeitpunkt angezeigt wäre, könne er aber nicht sagen, so Berset. Genf müsse sich aber sicherlich mit den Nachbarkantonen absprechen. 

14.38 Uhr: Frage zum Contact Tracing

Der Leiter der Wissenschaftler-Taskforce, Matthias Egger, habe bemängelt, dass keine Überwachung in Echtzeit möglich sei. Wieso glaube er denn, dass das Contact Tracing auf gutem Weg sei, will eine Journalistin wissen. Berset antwortet, dass die Kantone regelmässig ihre Zahlen melden würden. Man lerne auch laufend dazu, was alles möglich und realistisch sei.

14.36 Uhr: App soll international vernetzt werden

Die Schweizer Contact-Tracing-App soll bald auch mit den Apps anderer Länder zusammenarbeiten. Das sagt Sang-Il Kim, der beim Bundesamt für Gesundheit für die App zuständig ist. Man führe derzeit vor allem Gespräche mit Nachbarländern der Schweiz zu dem Thema. Bevor die Schweizer App aber mit dem zentralen Server in Luxemburg verbunden werden könne, müsse der regulatorische Rahmen abgeklärt werden.

14.33 Uhr: App-Warnung reicht nicht für Erwerbsersatz

Ein Journalist kommt nochmals auf den Erwerbsersatz zurück: Reiche schon eine Warnung der App aus, um diesen zu erhalten? Nein, es braucht eine offizielle Anordnung, sich in Quarantäne zu begeben, damit man Erwerbsersatz erhalte, präzisiert Berset. Man müsse dann die Infoline kontaktieren. Aufgrund dieses Gesprächs werde dann entschieden, was zu tun ist, ergänzt Sang-Il Kim, Leiter Abteilung Digitale Transformation beim BAG. 

14.30 Uhr: Weitere Schritte vorgesehen?

Seien noch weitere Massnahmen geplant? Das hänge nun vom Verhalten der Bevölkerung ab, so Berset. Dass man die App nutze, und dass man auch bei leichten Corona-Symptomen einen Test machen lasse. Dafür müsse man umdenken. Doch man habe die Kantone darauf hingewiesen, dass sie sich vorbereiten müssten und stehe weiterhin mit ihnen in Kontakt.

14.27 Uhr: Wo stecken sich die Leute noch an?

Es gebe keine wirklichen Cluster, sagt Kuster. Die Neuinfektionen erfolgten über fast alle Kantone verstreut. Es gebe höchstens innerhalb von Familien kleine Ansteckungsherde.

14.25 Uhr: Frage zur Kostenübernahme durch den Bund

Warum kommt die Umstellung bei der Kostendeckung erst jetzt? Bisher sei es bei Personen mit nur leichten Symptomen so gewesen, dass diese Kosten nicht durch die Krankenkassen gedeckt werden müssten. Man wolle diese Hemmschwelle, sich testen zu lassen, nun beseitigen, erklärt Berset. Gerade auch mit Blick darauf, das Contact Tracing zu verbessern. 

14.23 Uhr: Arztkosten auch gedeckt?

Übernimmt der Bund auch die Arztkosten bei einem Test? Diese Kosten seien in den 169 Franken eingerechnet, sagt Berset. 

14.18 Uhr: Erwerbsersatz in Selbstquarantäne

Frage zum Erwerbsersatz bei der Selbstquarantäne: Erhält man diesen schon allein aufgrund der App-Warnung oder erst ab dem Zeitpunkt, wenn der Arzt einen Test durchgeführt hat?

Berset gesteht, dass er das nicht im Detail wisse. Kuster ergänzt, die App gebe die Empfehlung, sich in Selbstquarantäne zu begeben. Wer eine solche Meldung erhalte, solle sich an die Infoline wenden, um zu erfahren, was man genau machen solle. 

14.15 Uhr: Steigende Fallzahlen

Die Fallzahlen seien derzeit so hoch wie letztmals Mitte Mai – ein Grund zur Sorge? «Es gab Lockerungsschritte, mehr Kontakte zwischen den Menschen», antwortet Stefan Kuster, der Leiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auch die Reisetätigkeit habe sich erhöht. All das könne die erhöhte Fallzahlen erklären, man beobachte die Situation aber genau. 

14.13 Uhr: Fragerunde ist eröffnet

Es geht fix: Nun können die anwesenden Journalisten bereits ihre Fragen stellen. Man hoffe, dass möglichst viele Personen in der Schweiz die App installieren werden, antwortet Berset auf die erste Frage. 

14.12 Uhr: Weiterhin wachsam bleiben

«Wir haben viele Einschränkungen aufgehoben, aber das Ziel bleibt das gleiche», so Berset: «die Bevölkerung zu schützen und die wirtschaftlichen Folgen gering zu halten.» Doch müsse die Bevölkerung auch weiterhin die Hygiene- und Schutzmassnahmen einhalten. Diese Regeln seien ein Gebot der Solidarität. 

14.10 Uhr: Ergänzung zur Arbeit der Kantone

Die App ergänze die klassischen Contact-Tracing-Bemühungen der Kantone, so Berset. Man habe eng mit dem Parlament zusammengearbeitet, um die App auch aus Datenschutzbedenken gut auszugestalten.

Hintergrund: Die Bestimmungen zur Anwendung in der Verordnung gelten vorläufig für zwei Jahre bis Ende Juni 2022. Wenn die Coronavirus-Krise überstanden ist oder falls sich die App als zu wenig wirkungsvoll erweisen sollte, wird das System abgestellt. Das hatte das Parlament gefordert.

14.07 Uhr: Corona-App kann starten

Als nächstes geht Berset auf den Start der Corona-Warn-App ein. Der Bundesrat hat heute die nötige Verordnung verabschiedet, damit diese ab morgen landesweit zur Verfügung steht. Mit der Swiss-Covid-App für Smarphones werden Benutzer gewarnt, falls sie engen Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Der Bundesrat empfiehlt der Bevölkerung, das technische Hilfsmittel zu benützen, doch erinnert Berset daran, dass der Bund den Einsatz der App dringend empfehle.

14.04 Uhr: Kosten sollen bei Tests kein Kriterium sein

Für den weiteren Verlauf der Epidemie sei wichtig, dass Infektionsketten nachverfolgt werden könnten. Es sei daher entscheidend, dass sich die Leute im Verdachtsfall auch wirklich testen liessen. Daher habe der Bundesrat entschieden, neu die Kosten für solche Tests in den allermeisten Fällen zu übernehmen. Den klassischen Corona-Test vergütet der Bund mit einer Pauschale von 169 Franken.

Bisher wurden die Kosten für die Virustests zum Teil von den Krankenversicherungen und zum Teil von den Kantonen übernommen. Diese Regelung hat dazu geführt, dass nicht alle Patientinnen und Patienten gleich behandelt wurden. Der Bundesrat will mit seiner neuen Regelung verhindern, dass sich Personen aus Angst vor einem Selbstbehalt nicht testen lassen. 

14 Uhr: Es geht los

Die Medienkonferenz ist eröffnet, Berset hat das Wort. Die Entwicklung bei den Neuinfektionen sei stabil, sagt er. Dennoch bleibe die Situation in einer Pandemie stets fragil, so der Gesundheitsminister. Er denke dabei vor allem an die erhöhte Reisetätigkeit während der Ferien. 

13.38 Uhr: Pressekonferenz mit Berset

Um 14 Uhr wird Bundesrat Alain Berset vor die Medien treten. Der Gesundheitsminister wird neue Beschlüsse zur Coronakrise erläutern, die der Bundesrat an seiner heutigen Sitzung gefällt hat. «Bluewin» deckt die Pressekonferenz im Video und im Ticker ab. 

12.58 Uhr: Krise trifft Weltwirtschaft schlimmer als gedacht

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft am Mittwoch wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie erneut nach unten korrigieren. Der neue Ausblick werde einen schlimmeren Wachstumseinbruch zeigen als noch im April angenommen, kündigte die Chefvolkswirtin des IWF, Gita Gopinath, jüngst in einem Blog-Eintrag an. Damals hatte der IWF für dieses Jahr ein Schrumpfen der Weltwirtschaft um drei Prozent prognostiziert, für 2021 rechnete der Fonds wieder mit einer Erholung und einem Wachstum von 5,8 Prozent. Gopinath wollte die neue Prognose am Mittwochmorgen (ab 15.00 Uhr MESZ) in Washington vorstellen.

Anders als frühere Wirtschaftskrisen treffe die Pandemie fast alle Länder der Welt gleichzeitig, unabhängig von ihrer Grösse, Lage oder der Wirtschaftsstruktur, sagte Gopinath. Zum ersten Mal seit der Weltwirtschaftkrise vor rund 90 Jahren würden 2020 Schwellen- und Industrieländer gleichzeitig eine Rezession erleben, schrieb sie am Montag vergangener Woche. «Die Krise wird verheerende Konsequenzen für die Armen auf der Welt haben», warnte Gopinath. Es gebe derzeit auch keine Garantie für eine schnelle wirtschaftliche Erholung.

Für die April-Prognose war der IWF davon ausgegangen, dass die Pandemie im zweiten Halbjahr an Wucht verlieren und die Corona-Beschränkungen daher nach und nach überall gelockert würden. Der IWF schränkte allerdings ein, dass es ein «bedeutendes Risiko» gebe, dass der Wachstumseinbruch noch stärker ausfallen könnte.

Genau dies scheint nun einzutreten, weil die Pandemie die Wirtschaft weltweit immer noch ausbremst – und das nicht nur in den aktuell besonders stark betroffenen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Brasilien und Indien. Selbst in China – hinter den USA die zweitgrösste Volkswirtschaft – bremst das Virus das Wachstum aus.

12:50 Uhr: 44 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 44 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es bisher 31'376 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte.

Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner entfielen 366 Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer Schwankung. Am Dienstag wurden 22 Fälle gemeldet, am Montag 18. Am Sonntag registrierte das BAG 35 neue Fälle, dazu kamen 14 Nachmeldungen aus den Monaten April und Mai. Am Samstag waren es 26 neue Fälle gewesen, am Freitag und Donnerstag je 17.

Bisher starben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gemäss BAG 1'682 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Mittwochmorgen übermittelt hatten.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher insgesamt auf 523'909. Bei sieben Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Ein Pflegeassistent untersucht in einer gestellten Präsentation den Rachen eines Patienten. (Symbolbild)
Bild: Keystone

12.43 Uhr: Corona-Krise fordert Schweizer Migrationspolitik 

Insgesamt über 200 Millionen Franken wurden im vergangenen Jahr in migrationsrelevante Kontexte der Internationalen Zusammenarbeit (IZA) investiert. Der Bundesrat erachtet wegen der Corona-Pandemie Anpassungen in der Migrationspolitik als unerlässlich.

Die Corona-Pandemie stelle die Schweiz vor neue Herausforderungen in der Migrationspolitik, heisst es im Jahresbericht zur Migrationsaussenpolitik, den der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat. Die Unterstützung der Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländer werde mit der globalen Gesundheits- und Wirtschaftskrise wegen des Coronavirus noch relevanter werden. Die Schweiz sei dafür mit der interdepartementalen Struktur zur internationalen Migrationspolitik gut aufgestellt.

12.13 Uhr: Österreich warnt vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen

Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hat Österreich eine Reisewarnung für das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen ausgesprochen.

«In Zusammenhang mit der neuerlichen Ausbreitung des Coronavirus gilt für Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5) – vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen wird gewarnt», hiess es am Mittwoch auf der Internetseite des österreichischen Aussenministeriums.

Für den Rest Deutschlands gilt aus Sicht des Ministeriums ein niedrigeres Sicherheitsrisiko (Stufe 4) mit der Massgabe: «Von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Land wird abgeraten.» Insgesamt gibt es sechs Stufen. Die höchste gilt, wenn die Reisewarnung ein ganzes Land betrifft. Auf der gleichen «partiellen» Stufe wie NRW stehen in Österreich aktuell unter anderem die chinesische Provinz Hubei und die italienische Lombardei.

11.30 Uhr: Neuhauser Sterillium-Hersteller trotzt der Coronakrise

Für viele Schweizer Unternehmen ist die Coronakrise ein harter Schlag. Die Nachfrage nach ihren Produkten brach ein. Doch es gibt Ausnahmen: Der Hersteller des Sterillium-Desinfektionsmittels etwa spürt einen sprunghaften Anstieg bei den Bestellungen.

Hinter dem Klassiker der Handdesinfektion steht die Schaffhauser Firma IVF Hartmann. Sie produziert für ihre Kunden auch Artikel wie Masken oder medizinische Schutzbekleidung. Die Produktion und die Beschaffung wurden daher laut CEO Claus Martini bereits im März massiv hochgefahren.

Eine Mitarbeiterin der Schaffhauser Firma IVF Hartmann.
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Und die Nachfragesituation ist auch weiterhin «angespannt», wie eine Sprecherin des Unternehmens, das seit 1993 eine Tochter der deutschen Hartmann-Gruppe ist, gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagt.

Konkret habe man darauf geachtet, vor allem Spitäler, Pflegeheime sowie Arztpraxen mit den für sie wichtigen Materialien zu beliefern. Andere Kunden mussten sich manchmal etwas länger gedulden.

10.04 Uhr: Britische Experten warnen vor zweiter Welle

Gesundheitsexperten warnen eindringlich vor einer zweiten Corona-Infektionswelle in Grossbritannien. Es bestehe ein «echtes Risiko», schrieben sie in einem am Mittwoch vom «British Medical Journal» veröffentlichten Brief.

Sie kritisierten damit die bisher umfangreichste Lockerung der Pandemie-Massnahmen im Landesteil England. Premier Boris Johnson hatte sie am Vortag bekanntgegeben.

Es müsse nun schnell gehandelt werden, um noch mehr Todesopfer und Verluste für die Wirtschaft zu verhindern, fordern die Experten in einem offenen Brief an die Parteispitzen. Den Appell unterschrieben unter anderem die Präsidenten medizinischer Fachgesellschaften.

Pubs, Restaurants, Hotels, Museen, Galerien, Kinos, Bibliotheken, Friseursalons und Kirchen dürfen unter bestimmten Auflagen ab 4. Juli wieder in England öffnen. Gleichzeitig hatte Johnson angekündigt, die Abstandsregel von zwei Metern auf einen Meter zu verringern. Die neuen Massnahmen gelten nur für England. Jeder Landesteil in Grossbritannien bestimmt über seine eigenen Massnahmen.

«Während das Ausmass der Pandemie in Grossbritannien schwer vorherzusagen ist, deuten die verfügbaren Beweise darauf hin, dass lokale Ausbrüche immer wahrscheinlicher werden und eine zweite Welle ein echtes Risiko ist», schrieben die Experten in ihrem Brief. Die Regierung dürfe nicht nur die (wirtschaftlichen) Folgen der ersten Pandemie-Welle schnell bekämpfen, sondern müsse auch sicherstellen, dass das Land angemessen auf eine zweite Welle vorbereitet sei.

Der britische Premier Boris Johnson gibt am 23. Juni 2020 weitere Lockerungen bekannt. 
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8.55 Uhr: Keine Kurzarbeit für Postauto und SBB 

Wegen der Corona-Krise haben SBB und Postauto Kurzarbeit beantragt – und vom Kanton Bern eine Abfuhr kassiert. Denn über Kurzarbeitsgesuche entscheiden kantonale Behörden, und sowohl SBB als auch Postauto haben ihren Sitz in Bern, wie SRF berichtet.

Das Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) hatte wiederholt betont: Öffentliche Betriebe wie Transportunternehmen, bei denen kein unmittelbares Entlassungsrisiko bestehe, hätten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Das Bundesamt für Verkehr dagegen hatte die ÖV-Betriebe sogar ausdrücklich dazu aufgefordert, Gesuche um Kurzarbeit einzureichen.

Das BAV sagte auf Anfrage von SRF, dass SBB und Postauto der Rechtsweg offenstehe. Ob diese die Entscheide tatsächlich anfechten werden, stehe noch nicht fest.

Ob Postauto Schweiz den Entscheid vor Gericht anfechten wird, ist noch offen.
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8.10 Uhr: Koch heuert bei den Rettungsschwimmern an

Das lässt den Aareschwumm, mit dem Daniel Koch nach seiner Pensionierung für Aufsehen gesorgt hatte, in einem neuen Licht dastehen: Der ehemalige «Mr. Corona» des Bundes heuert bei der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) an. Er beteiligt sich am Präventionsprojekt «Corona-Sommer 2020 – gemeinsam Ertrinken verhindern».

Der ehemalige Leiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) will als Botschafter der SLRG mithelfen, Leute vor dem Ertrinken zu bewahren. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie rechnet die SLRG mit mehr Menschen an offenen Gewässern und einem erhöhten Ertrinkungsrisiko.

Als begeisterter Aareschwimmer wisse er, welche Freude der Aufenthalt an offenen Gewässern bieten könne, aber auch, dass man aufpassen sollte, lässt sich Koch in einer Medienmitteilung vom Mittwoch zitieren. Wie bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus könne mit dem richtigen Verhalten und einer guten Vorbereitung das Risiko von Ertrinkungsunfällen massgeblich reduziert werden.



7.50 Uhr: Wie stehen Schweizer zur Corona-App des Bundes?

Morgen Donnerstag startet die SwissCovid-App – Schweizerinnen und Schweizer können mit deren Hilfe ihre Kontakte nachverfolgen. Doch will die Bevölkerung das Hilfsmittel überhaupt nutzen? «Bluewin» hat sich in Biel umgehört. Die Strassenumfrage sehen Sie hier.



7.15 Uhr: BAG-Experte rechnet mit neuen Infektionsherden

In der Schweiz wird es neue Coronavirus-Infektionsherde geben. «Es wäre eine Illusion, zu glauben, dass wir Cluster verhindern können», sagte Stefan Kuster, der neue Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in Deutschland. Auch hierzulande könne es zu lokalen Lockdowns oder Betriebsschliessungen kommen, sagte Kuster zum «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtig). Massnahmen wie lokale Lockdowns gehören laut Kuster zum Instrumentarium, das die Kantone zur Verfügung haben.

Kuster – als Nachfolger von Daniel Koch der neue «Mister Corona» der Schweiz – äusserte in dem Interview aber die Hoffnung, dass es zu keinen grossen Ausbrüchen wie in Deutschland kommt, die durch prekäre Arbeits- und Wohnbedingungen begünstigt würden.

Die nach wie vor tiefen Fallzahlen in der Schweiz liessen die weitreichenden Lockerungen zu, die der Bundesrat beschlossen hat, sagte Kuster weiter.

Nach dem grossen Ausbruch von Covid-19 in Nordrhein-Westfalen in der Fleischfabrik Tönnies hat der Ministerpräsident des Bundeslandes Armin Laschet am Dienstag einen lokalen Lockdown für den Kreis Gütersloh verhängt. In den Kreis leben rund 365’000 Menschen. 1'553 Tönnies-Mitarbeiter sind mit dem Coronavirus infiziert. Rund 7'000 Mitarbeiter stehen mitsamt ihren Familien unter Quarantäne. Für den Kreis Gütersloh gelten nun Kontaktbeschränkungen wie beim ersten Lockdown im März. Schulen und Kitas im Landkreis sind geschlossen.

Stefan Küster ist der Nachfolger von Daniel Koch als Corona-Beauftragter des Bundes.
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6.55 Uhr: Zweite Welle dürfte kleiner ausfallen als erste

Eine zweite Coronavirus-Welle würde in der Schweiz kleiner ausfallen als die erste. Das sagen mehr als 60 Prozent von über 30 befragten Epidemiologinnen, Virologen und anderen Expertinnen.

Die am Mittwoch im Tages-Anzeiger veröffentlichte Umfrage (kostenpflichtig) zeigt, wie die Fachwelt die Corona-Situation momentan beurteilt. Über 60 Prozent der Befragten sind der Ansicht, 90 Prozent rechnen erst im nächsten Jahr mit einem Impfstoff. 77 Prozent sind der Ansicht, dass Covid-19 nie ausgerottet werden kann.

6.07 Uhr: Erster Corona-Toter in Australien seit einem Monat

Australien hat den ersten Coronavirus-Toten seit einem Monat verzeichnet. Ein mehr als 80 Jahre alter Mann im Bundesstaat Victoria sei über Nacht gestorben, teilten die dortigen Behörden am Mittwoch mit. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich damit auf 103.

In Victoria war innerhalb der vergangenen acht Tage jeweils eine Zunahme der Coronavirus-Fälle im zweistelligen Bereich registriert worden. Am Mittwoch waren es 20 neue Infektionen. Insgesamt registrierte Australien bisher mehr als 7'500 Infektionen.

Der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte am Wochenende, grosse Familientreffen seien der Katalysator gewesen, der dafür gesorgt habe, dass sich das Virus weiter ausbreitet, nachdem die Massnahmen zu dessen Eindämmung verringert worden waren. Neun der neuen Fälle wurden durch Routinetests festgestellt, sieben wiesen Verbindungen zu bestehenden Ausbrüchen auf, einer war ein Reisender in Hotelquarantäne und der Ursprung dreier Fälle wurde am Mittwoch noch untersucht.

Signalisation für ein Testcenter bei Melbourne.
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5.05 Uhr: 587 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 587 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 191'449 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen meldete (Datenstand 24.06., 0.00 Uhr).

8'914 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 19 im Vergleich zum Vortag. Etwa 176’300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 23.6., 0.00 Uhr, bei 2,02 (Vortag: 2,76). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 23.6., 0.00 Uhr, auf 1,67 (Vortag: 1,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

4.30 Uhr: Krise belastet Weltwirtschaft: neue IWF-Prognose

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft am Mittwoch wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie erneut nach unten korrigieren. Der neue Ausblick werde einen schlimmeren Wachstumseinbruch zeigen als noch im April angenommen, kündigte die Chefvolkswirtin des IWF, Gita Gopinath, jüngst in einem Blog-Eintrag an. Damals hatte der IWF für dieses Jahr ein Schrumpfen der Weltwirtschaft um 3 Prozent prognostiziert, für 2021 rechnete der Fonds wieder mit einer Erholung und einem Wachstum von 5,8 Prozent. Gopinath wollte die neue Prognose am Mittwochmorgen (ab 15:00 Uhr MESZ) in Washington vorstellen.

Anders als frühere Wirtschaftskrisen treffe die Pandemie fast alle Länder der Welt gleichzeitig, unabhängig von ihrer Grösse, Lage oder der Wirtschaftsstruktur, sagte Gopinath. Zum ersten Mal seit der Weltwirtschaftskrise vor rund 90 Jahren würden 2020 Schwellen- und Industrieländer gleichzeitig eine Rezession erleben, schrieb sie am Montag vergangener Woche. «Die Krise wird verheerende Konsequenzen für die Armen auf der Welt haben», warnte Gopinath. Es gebe derzeit auch keine Garantie für eine schnelle wirtschaftliche Erholung.

Für die April-Prognose war der IWF davon ausgegangen, dass die Pandemie im zweiten Halbjahr an Wucht verlieren und die Corona-Beschränkungen daher nach und nach überall gelockert würden. Der IWF schränkte allerdings ein, dass es ein «bedeutendes Risiko» gebe, dass der Wachstumseinbruch noch stärker ausfallen könnte. Genau dies scheint nun einzutreten, weil die Pandemie die Wirtschaft weltweit immer noch ausbremst – und das nicht nur in den aktuell besonders stark betroffenen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Brasilien und Indien. Selbst in China – hinter den USA die zweitgrösste Volkswirtschaft – bremst das Virus das Wachstum aus.

Der IWF hat seit Beginn der Corona-Krise bereits an viele Entwicklungs- und Schwellenländer Nothilfen vergeben, um deren Wirtschaft und Wechselkurs zu stützen. Die Finanzierungen umfassen bislang rund 25 Milliarden US-Dollar. Zu den grössten Empfängern gehörten unter anderem Ägypten, Pakistan, Nigeria und Ghana.

Die ebenfalls in Washington ansässige Weltbank hatte Anfang Juni für dieses Jahr einen Rückgang der globalen Wirtschaft um 5,2 Prozent prognostiziert. Das wäre nach Angaben der Weltbank die schwerste globale Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Sollte die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte weitgehend unter Kontrolle gebracht werden können, prognostiziert die Organisation für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft um 4,2 Prozent. Falls die Folgen schlimmer ausfallen sollten, könnte die Wirtschaft demnach dieses Jahr allerdings um bis zu 8 Prozent einbrechen und 2021 nur geringfügig wachsen.

Für Deutschland prognostizierte der IWF im April für dieses Jahr ein Schrumpfen der Wirtschaft um 7 Prozent. Zum Vergleich: Die «Wirtschaftsweisen» des Sachverständigenrats der Bundesregierung rechneten in ihrer Prognose vom Dienstag mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2020 um 6,5 Prozent. In der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 war das BIP um 5,7 Prozent zurückgegangen.

3.58 Uhr: Trump: Illegale Grenzübertritte deutlich niedriger

Illegale Grenzübertritte aus Mexiko haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wegen des fortschreitenden Baus der Mauer und anderer Massnahmen deutlich abgenommen. Trump sagte am Dienstag bei einem Besuch in Yuma (Arizona), die Zahlen seien im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent niedriger. Illegale Grenzübertritte von Menschen aus Zentralamerika hätten sogar um 97 Prozent abgenommen. Trump besuchte die Grenzmauer anlässlich der Fertigstellung der 200. Meile. «Ich finde, sie ist grossartig», sagte er.

Nach Angaben der Grenzschutzbehörde CBP sind bislang 216 Meilen (knapp 350 Kilometer) Mauer an der Grenze errichtet. Statistiken der Behörde zufolge sank die Zahl der bei einem illegalen Grenzübertritt aus Mexiko aufgegriffen Migranten von 144’116 im Mai vergangenen Jahres auf 23’118 im Mai diesen Jahres.

Der Republikaner Trump will auf der Hälfte der rund 3'200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen lassen, um illegale Grenzübertritte von Migranten abzuwehren. Der Mauerbau ist seit Langem eines der zentralen Versprechen Trumps. Vor seiner Wahl zum Präsidenten 2016 hatte er behauptet, Mexiko würde für den Bau der Grenzmauer zahlen. Das stellte sich als leeres Versprechen heraus. Die Demokraten im Kongress sind strikt gegen den Bau der Mauer.

Grenzschutzbehörden können Migranten seit März nach einem illegalen Grenzübertritt in ihre Heimatländer zurückschicken. Begründet wurde die Massnahme – die im Mai auf unbestimmte Zeit verlängert wurde – mit der Corona-Krise. Trump sagte am Dienstag, damit sei «eine Coronavirus-Katastrophe an der südlichen Grenze» abgewendet worden. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU hatte Trump im Mai vorgeworfen, «eine Gesundheitskrise auszunutzen, um sein langgehegtes Ziel zu erreichen, Asyl an der Grenze zu beenden».

Die Südgrenze zu Mexiko ist besonders von der illegalen Migration in die USA betroffen. Aufgegriffene Migranten kamen vor der Corona-Krise zunächst in Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörden, wo Asyl beantragt werden kann.

2.43 Uhr: Trump bezeichnet Virus trotz Kritik als «Kung Flu»

Trotz Rassismus-Vorwürfen hält US-Präsident Donald Trump an seiner Bezeichnung «Kung Flu» für das Coronavirus fest. Trump sagte am Dienstag bei einem Auftritt vor jubelnden Anhängern in Phoenix (Arizona), er kenne «19 oder 20 Namen» für das Virus, das zunächst in China festgestellt worden war und sich dann über die Welt verbreitete. «Es gab noch nie etwas, wofür es so viele Namen gab», sagte Trump. Als aus dem Publikum «Kung Flu»-Rufe ertönten, sagte der Präsident unter Applaus: «Kung Flu, ja, Kung Flu.»

Trump hat das Coronavirus entgegen der Einschätzung von Experten wiederholt mit einer Grippe verglichen – auf Englisch «Flu». Der Präsident hatte erstmals am Samstag bei einer Wahlkampf-Kundgebung in Tulsa (Oklahoma) gesagt, er kenne für das «chinesische Virus» verschiedene Namen, darunter «Kung Flu».

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, war am Dienstag vor Trumps Auftritt in Arizona bei einer Pressekonferenz gefragt worden, warum Trump den als rassistisch empfundenen Begriff «Kung Flu» benutze. McEnancy widersprach der Einschätzung, dass der Begriff rassistisch sei, und sagte, Trump wolle mit dem Begriff nur auf die Herkunft des Virus aufmerksam machen. Dem US-Präsidenten wird regelmässig vorgeworfen, von seiner Verantwortung von den verheerenden Folgen des Virus in den USA ablenken zu wollen.

Trump sieht sich zudem Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das gilt besonders seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis am 25. Mai. Trump hat den Tod Floyds mehrfach verurteilt und das Recht auf friedliche Demonstrationen betont. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und zu wenig Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu zeigen.



0.54 Uhr: Mangelnde Koordination im Anti-Corona-Kampf

UNO-Generalsekretär António Guterres sieht einen totalen Mangel an internationalen Absprachen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die bei vielen Ländern gängige Politik der Alleingänge werde das Virus aber nicht bezwingen, warnte Guterres im Interview der Nachrichtenagentur AP am Dienstag. Vielmehr sei es nun nötig, die Staaten zu der Einsicht zu bringen, dass sie durch ein Handeln in Isolation erst eine «Situation schaffen, die ausser Kontrolle gerät». Globale Koordination sei hingegen der Schlüssel.

Die Krankheit Covid-19 habe in China begonnen, sich dann in Europa ausgebreitet, dann in Nordamerika und nun in Südamerika, Afrika und Indien. Und einige Menschen sprächen nun über zweite Wellen, die jederzeit kommen könnten – «und es gibt einen totalen Mangel an Koordination unter den Ländern in der Reaktion auf Covid», klagte der UN-Generalsekretär.

Man müsse den Ländern zu verstehen geben, dass ein Kräftebündeln und eine Zusammenlegung der Kapazitäten wichtig sei. Dies gelte auch für eine gemeinsame Zusammenarbeit beim Ziel, Behandlungen, Testsysteme und Impfstoffe für jede und jeden verfügbar zu machen. Dies sei der Weg, um die Pandemie niederzuringen, mahnte Guterres.

UNO-Generalsekretär António Guterres beklagt eine Politik der Alleingänge.
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0.15 Uhr: Gouverneur: Bürger in Texas sollten daheim bleiben

Angesichts des starken Anstiegs der Coronavirus-Neuinfektionen in Texas hat Gouverneur Greg Abbott Bürger in seinem Bundesstaat aufgerufen, zu Hause zu bleiben. «Da sich das Virus im Moment so schnell ausbreitet, gibt es für Sie keinen Grund, Ihr Zuhause zu verlassen, es sei denn, es ist erforderlich. Der sicherste Ort für Sie ist Ihr Zuhause», sagte Abbott dem lokalen Fernsehsender KBTX. Die Zahl der Neuinfektionen hat in Texas mit mehr als 5'000 einen Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht. Auch die Hospitalisierungsrate sei auf einem Allzeithoch, sagte Abbott.

Texas hatte als einer der ersten US-Bundesstaaten bereits im April Lockerungen der Schutzmassnahmen angekündigt. Abbott mahnte am Dienstag die Einhaltung der Richtlinien etwa für Bars an und drohte mit Konsequenzen für Betreiber, die diese missachteten. Die Bürger forderte er auf, sich durch das Tragen von Masken, Händewaschen und soziale Distanz vor dem Coronavirus zu schützen.

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