Finanzloch bei Schweizer Flugsicherung Skyguide prüft Zusammenlegung von Standorten

Helene Laube

27.5.2026

Fluglotsen im Kontrollzentrum von Skyguide in Wangen bei Dübendorf kontrollieren den Überflugverkehr in der Schweiz. (23. März 2026)
Fluglotsen im Kontrollzentrum von Skyguide in Wangen bei Dübendorf kontrollieren den Überflugverkehr in der Schweiz. (23. März 2026)
Bild: Keystone/Gaetan Bally

Die EU-Kommission kritisiert die hohen Gebühren der Schweizer Flugsicherung und stellt mögliche Rückforderungen in Millionenhöhe in Aussicht. Nun prüft Skyguide eine Zusammenlegung der Standorte Dübendorf und Genf.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

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  • Skyguide prüft laut der «Neuen Zürcher Zeitung» eine Zusammenlegung der Standorte Dübendorf und Genf.
  • Vergangene Woche hatte Skyguide mitgeteilt, dass bis Ende 2027 bis zu 220 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.
  • Mit dem angekündigten Sparprogramm will die Schweizer Flugsicherung ihre Kosten spürbar senken.
  • Ein Grund für das Sparprogramm ist Brüssel: Die EU-Kommission lehnt die hohen Gebühren der Schweizer Flugsicherung ab – nun drohen Rückzahlungen in Millionenhöhe.

Skyguide prüft laut der «Neuen Zürcher Zeitung» eine Zusammenlegung der Standorte Dübendorf und Genf. Laut der Luftfahrtrechtsexpertin Regula Dettling-Ott wäre dies eine der wirksamsten Sparmassnahmen, da für die Überwachung des reinen Überflugverkehrs ein einziger Standort genüge.

Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa habe der Zeitung bestätigt, dass das Unternehmen im Rahmen der laufenden Strategieüberarbeitung sämtliche Optionen für die Zukunft der beiden Standorte prüfe. Früher seien bereits Modelle wie ein gemeinsames Flugsicherungszentrum mit Deutschland und Frankreich in der Region Basel diskutiert worden.

Vergangene Woche hatte Skyguide mitgeteilt, dass bis Ende 2027 bis zu 220 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Mit dem angekündigten Sparprogramm will die Schweizer Flugsicherung ihre Kosten spürbar senken. Der Druck von aussen ist gross – bereits heute gilt die Schweizer Luftraumüberwachung als die teuerste Europas, schreibt die «NZZ».

Risiko: Rückzahlungen in Millionenhöhe

Diese Tatsache hat inzwischen auch die Behörden in Brüssel alarmiert. Bei den Gebühren, die Skyguide den Fluggesellschaften verrechnen darf, habe die EU-Kommission ein entscheidendes Mitspracherecht. Grundlage dafür ist laut dem Bericht das bilaterale Luftverkehrsabkommen, über das die Schweiz in die Initiative Single European Sky eingebunden ist.

Die EU-Kommission zeige sich mit den hohen Kosten von Skyguide zunehmend unzufrieden. Ende März habe sie deshalb entschieden, den Leistungsplan der Schweiz für die Jahre 2025 bis 2029 einer vertieften Prüfung zu unterziehen.

Sollte sich dabei herausstellen, dass die Gebührenerhöhung gegen die gesetzlichen Vorgaben verstösst, müsste Skyguide die zu viel eingenommenen Millionenbeträge laut Dettling-Ott an die Fluggesellschaften zurückerstatten, schreibt die «NZZ». Bei Skyguide bestätigte man dieses finanzielle Risiko. 

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