Nach dem Sturm-Vorfall in Kittilä So bringt ein gefälschtes Bild die Swiss in Verruf

Philipp Fischer

30.12.2025

Ein Airbus A220-300 mit Fluggästen an Bord wurde in Kittilä vom Wind gedreht.  Fake-Bilder im Netz stellen den Vorfall falsch dar. 
Ein Airbus A220-300 mit Fluggästen an Bord wurde in Kittilä vom Wind gedreht.  Fake-Bilder im Netz stellen den Vorfall falsch dar. 
Symbolbild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Airbus A220-300 der Swiss geriet im finnischen Kittilä auf dem Rollweg in eine Schneewehe. Nun muss sich die Airline mit falschen Bildern im Internet herumschlagen.

Philipp Fischer

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  • Ein Swiss-Flieger wurde am Samstag in Kittilä (Finnland) auf der Rollbahn von einer heftigen Böe erfasst und gedreht.
  • Es geriet in eine Schneewehe am Rande des Rollfelds, verletzt wurde niemand.
  • KI-generierte Bilder stellen den Vorfall im Netz falsch dar.

Am Samstag (27. Dezember) geriet ein Airbus der Swiss aus Genf kommend nach der Landung in Kittilä in eine Sturmböe des Wintersturms Hannes. Das Flugzeug befand sich mit gesetzten Bremsen auf der Rollbahn, als es von einem starken Wind in eine Schneewehe gedreht wurde. Es gab keine Verletzten unter den 150 Fluggästen. «Für Passagiere und Besatzung hat keine Gefahr bestanden», teilt eine Sprecherin der Airline nach dem Vorfall mit.

Wie das Nachrichten-Magazin «aeroTELEGRAPH» berichtet, wurde der Airbus A220-300 nach der Sturm-Panne auf seine Parkposition in Kittilä geschleppt. Anschliessend flog die Swiss einen Mechaniker aus Zürich ein. Dieser überprüfte das Fahrwerk visuell und gab den A220 wieder frei für einen Überführungsflug ohne Passagiere nach Zürich.

Youtuber dreht das Flugzeug auf das Dach

Inzwischen kursieren im Internet manipulierte oder vollständig KI-generierte Bilder und Videos, die den Vorfall zeigen sollen. Einige sind leicht als Fälschungen zu erkennen. Andere wirken auf den ersten Blick überraschend glaubwürdig.

Der Luftfahrt-Youtuber Aaron Rheins erstellte eine computergeneriertes Video zu dem Vorfall, dass die Maschine der Swiss bei einer Drehung um 180 Grad zeigt, bevor sie schliesslich auf dem Dach im Schnee zum Liegen kommt. Natürlich handelt es sich dabei um einen Fake. Nicht allen Betrachtern des Videos dürfte die eingeblendete Textzeile «Not this aggressively lol» auffallen. Sie verweist darauf, dass der Vorfall in Kittilä sich so nicht abgespielt hat.

Täuschend echte KI-Darstellung

Andere Bilder im Netz sehen zwar glaubwürdiger aus, sind aber nicht minder gefälscht. Auf dem Portal «The Traveller» findet sich die Abbildung eines A220-300, der von einem Schleppfahrzeug aus dem Schnee gezogen wird. Mehrere Personen in Warnkleidung stehen vor dem Flugzeug, hinter der Maschine haben sich zwei Feuerzeugfahrzeuge in Position gebracht. Im Hintergrund ist das Flughafenterminal zu sehen.

Tatsächlich sieht das Bild täuschend echt aus. Es verfügt jedoch weder über eine Bildquelle noch über einen Hinweis, ob es KI-generiert wurde. «The Traveller» verweist jedoch im Kleingedruckten ihrer Geschäftsbedingungen darauf, dass alle auf ihrer Webseite verwendeten Bildern zu Illustrationszwecken mit KI erstellt werden.

Swiss-Sprecher warnt vor falschen Bildern

Ein Sprecher der Swiss erklärt gegenüber «aeroTELEGRAPH» die Aufnahme als unecht: «Zum Zeitpunkt des Vorfalls war es dunkel, das Bild zeigt hingegen eine Dämmerungssituation.» Und weiter: «Die dargestellte Position des Flugzeugs ist nicht korrekt, es kann unmöglich in dieser Weise vor dem Terminal gestanden haben.»

Das Beispiel mit dem Swiss-Flugzeug verdeutlicht einmal mehr: Bilder im Internet sollten nie uneingeschränkt Glauben geschenkt und stets auf ihre Echtheit geprüft werden. KI-generierte und nicht so gekennzeichnete Bilder wirken oft täuschend echt, stellen das Geschehen aber oft falsch dar.

So erklärt auch die Swiss, man verurteile diese Art der Berichterstattung ausdrücklich. «Solche Bilder mögen spektakulär wirken und Aufmerksamkeit generieren, sie vermitteln jedoch kein realistisches Bild des Ereignisses und tragen nicht zu einer sachlichen Einordnung bei», sagt der Sprecher.