«Aus Berufsstolz» So hat die Swiss die Crew für den Sonderflug zusammengestellt

Stefan Michel

5.3.2026

Swiss-Sonderflug aus Oman: «Zuerst gehe ich schlafen – das waren nicht die entspanntesten Ferien»

Swiss-Sonderflug aus Oman: «Zuerst gehe ich schlafen – das waren nicht die entspanntesten Ferien»

221 Passagiere, ein Sonderflug und grosse Erleichterung bei der Landung: Die Swiss-Sondermaschine LX7043 bringt Schweizer*innen aus Maskat im Oman zurück nach Zürich. blue News war bei der Ankunft in Kloten vor Ort.

05.03.2026

Mit einem Sonderflug hat die Swiss 211 Personen aus Oman nach Zürich gebracht. Der Einsatz erforderte eine aussergewöhnliche Vorbereitung – von einer besonders erfahrenen Crew bis zu Ersatzteilen im Frachtraum.

Stefan Michel

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Swiss hat 211 Personen mit einem Sonderflug aus Muscat im Oman nach Zürich geflogen.
  • Alle Crew-Mitglieder haben sich laut Swiss freiwillig für diesen Einsatz gemeldet und seien besonders erfahrene Angestellte.
  • Weitere Sonderflüge seien nicht geplant. Die Swiss beobachte die Situation und werde Flüge anbieten, wenn die sinnvoll sei.

Mit einem Sonderflug hat die Swiss 211 Personen aus Oman nach Zürich geflogen. Vorausgegangen ist eine intensive Vorbereitung auf eine Flugroute, die die Swiss nicht in ihrem regulären Flug-Angebot hat. 

Der Flug ist kein Repatriierungsflug des Bundes, betont Swiss-Sprecher Michael Pelzer. Die nationale Airline habe ihn auf eigene Initiative und Kosten durchgeführt.

Wie wurde die Crew für diesen Flug ausgewählt?

«Wer will in die Golfregion fliegen, wo Israel und die USA den Iran beschiesssen und dieser seine Nachbarländer?» So war dieser besondere Flugauftrag an Pilot*innen und Flight Attendants der Swiss natürlich nicht formuliert. Swiss-Sprecher Michael Pelzer hält fest, dass die Fluggesellschaft keine Probleme gehabt habe, genügend geeignete Mitarbeitende für den Sonderflug zu finden. «Es sind besonders erfahrene Angestellte, die mitunter im Unternehmen Zusatzaufgaben übernehmen.»

Diese Piloten und Flight Attendants kennen auch die Abläufe in der Einsatzzentrale der Swiss, was in so einer speziellen Situation ein Vorteil sei. «Das hält in den entscheidenden Situationen die Denk- und Abstimmungswege kurz», erklärt er.

Hier landet der Swiss-Sonderflug aus Maskat in Zürich

Hier landet der Swiss-Sonderflug aus Maskat in Zürich

221 Passagiere, ein Sonderflug und grosse Erleichterung bei der Landung: Die Swiss-Sondermaschine LX7043 bringt Schweizer*innen aus Maskat im Oman zurück nach Zürich.

05.03.2026

Wie gefährlich war der Sonderflug aus Oman nach Zürich?

«Wir wären nicht geflogen, wenn wir nicht absolut sicher gewesen wären, dass keine Gefahr für die Passagiere und die Crew besteht», betont der Swiss-Sprecher.

War die Crew an Bord gleich gross wie auf einem regulären Flug über diese Distanz?

Nein. Die Crew war grösser, wie die Swiss in einem Communiqué schreibt. Zwei Captains und zwei Co-Piloten sowie zehn Flight Attendants waren an Bord. Zum Vergleich: Auf einem regulären Flug von Dubai nach Zürich sind ein Pilot, ein Co-Pilot sowie zehn Flight Attendants an Bord. Diese bedienen aber auch noch die First Class, die auf dem Sonderflug leer war. Zudem flog auf diesem ein Mechaniker mit. Im Frachtraum befand sich ein Container gefüllt mit Ersatzteilen, beispielsweise Rädern. So wollte die Swiss im Oman auch im Fall von technischen Problemen am Flugzeug unabhängig bleiben und nicht länger am Boden bleiben als nötig.

Wurden die Crew-Mitglieder speziell geschult für den Sonderflug aus dem Krisengebiet?

Das Flugpersonal der Swiss werde bereits in der Grundausbildung auf alle möglichen Situationen ausgebildet und bräuchten deshalb auch für einen Sonderflug wie diesen keine zusätzliche Schulung, erklärt Pelzer.

So sei das Kabinenpersonal darauf vorbereitet gewesen, sich um Passagiere zu kümmern, die nervenaufreibende Tage hinter sich haben und mit starken Emotionen wie Angst, Unsicherheit oder Sorge um Angehörige in den Flieger gestiegen seien. Die Crew habe Erfahrung darin, damit umzugehen, betont er.

Haben die Swiss-Mitarbeitenden auf diesem Flug einen Zuschlag erhalten?

Zuschlag gebe es für diese Art von Sonderaufgaben nicht, betont Pelzer. «Die Crew ist diese Mission mit viel Berufsstolz geflogen und sie freuten sich, diese 211 Menschen nach Hause zu bringen.»

Wie sind die Passagiere zu ihrem Platz im Sonderflug gekommen?

Auf dem Flug waren laut Swiss 205 Erwachsene und sechs Babys.

Ein Teil der Passagiere hatte einen anderen Swiss-Flug aus der Region nach Zürich gebucht und wurde auf den Sonderflug transferiert. «Ein Teil der Fluggäste wurde uns vom EDA vermittelt und die letzten Plätze haben wir auf unserer Buchungsplattform wie unsere anderen Flüge ausgeschrieben.»

Wie viel teurer ist dieser Sonderflug im Vergleich zu einem regulären Flug von Muscat nach Zürich?

Diesen Vergleich könne er nicht ziehen, sagt Pelzer, da Swiss nicht von Muscat nach Zürich fliegt. Klar sei, dass dieser Flug für Swiss ein Verlustgeschäft sei, «eine Dienstleistung, die wir aber gern und aus Überzeugung erbracht haben», schiebt er nach. Die Vorbereitung sei viel aufwändiger als für einen regulären Flug. So hätten sich die Piloten intensiv mit dem Flughafen, dem Anflugverfahren, den Rollwegen, der Abfertigung auf dem Boden beschäftigen müssen.

Was haben die Passagiere bezahlt?

Rund 1000 Franken kostete das Economy Ticket, etwa 2000 Franken ein Sitz in der Business Class, erklärt der Swiss-Sprecher.

Wann geht der nächste Sonderflug der Swiss aus der Golfregion?

«Konkret geplant ist nichts, aber wir beobachten die Situation und sind weiterhin eng mit dem EDA im Austausch», erklärt Michael Pelzer. «Wenn wir eine Möglichkeit sehen und einen Auftrag dazu erhalten, werden wir einen nächsten Flug prüfen.»