Hightech-Flugzeuge Brandopfer werden mit diesen Rega-Jets transportiert

Lisa Stutz

2.1.2026

Hier kommen schwerverletzte Brandopfer in Zürich an

Hier kommen schwerverletzte Brandopfer in Zürich an

Zahlreiche Brandopfer werden nach der Katastrophe von Crans-Montana in anderen Kantonen behandelt. Tele Züri hat die Ankunft eines Opfers in Zürich begleitet.

02.01.2026

Betten, Beatmungsgeräte, Infusionen: In drei Ambulanzjets der Rega werden die Opfer aus Crans-Montana VS in Spitäler im In- und Ausland geflogen. Ein Blick ins Innere des «Challenger 650».

Lisa Stutz

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nach der Tragödie in Crans-Montana werden Patient*innen in Ambulanzjets in Spitäler im In- und Ausland geflogen.
  • Die Rega besitzt insgesamt drei Ambulanzjets des Typs «Challenger 650».
  • Die Jets sind mit Beatmungsgeräten, Herz-Kreislauf-Überwachungsgeräten, Medikamenten und Infusionen ausgerüstet.
  • In einem Flugzeug können gleichzeitig vier Patient*innen liegend transportiert werden.

Acht Rettungshelikopter landeten in der Silvesternacht kurz nach Ausbruch des Katastrophen-Brandes in Crans-Montana VS. Schnell zeichnete sich laut Rega ab, dass die zahlreichen Opfer auf verschiedene Spitäler aufgeteilt werden müssen – zudem mussten viele von ihnen aufgrund ihrer Brandverletzungen in darauf spezialisierte Kliniken geflogen werden. 

«Wir haben darum neben den Helikoptern drei Ambulanzjets losgeschickt, um die Patientinnen und Patienten in die entsprechenden Spitäler zu transportieren», sagt Philipp Simmen, Leiter Helikopter Einsatz bei der Rega, gegenüber SRF.

Die Rega besitzt insgesamt drei Ambulanzjets mit dem Namen «Challenger 650». Sie sind wie Mini-Intensivstationen ausgerüstet. 

Blick ins Innere des Ambulanzjets, wo sich höhenverstellbare Liegen und viele Geräte befinden.
Blick ins Innere des Ambulanzjets, wo sich höhenverstellbare Liegen und viele Geräte befinden.
Quelle: Rega

Bis zu vier Verletzte können gleichzeitig liegend darin transportiert werden – zwei davon Intensivpatient*innen. Für sie gibt es im Flugzeug ein Beatmungsgerät, das sich automatisch den jeweiligen Bedürfnissen anpasst. Den Sauerstoff bezieht das Gerät aus verschiedenen Anschlüssen an der Wand des Jets. Über 16 000 Liter Sauerstoff sind bei jedem Flug an Bord, 3000 Liter davon in transportablen Sauerstoffflaschen.

Breite Auswahl an Medikamenten, Spritzen, Infusionen

Der «Challenger 650» verfügt zudem über ein multifunktionales Überwachungsgerät, das Puls, Blutdruck und Herz-Kreislauf-Funktion kontrolliert und wichtige Indikatoren der Atmung aufzeichnet.

Neben zwei Absaugpumpen für beatmete Patient*innen führt jeder Rega-Jet eine breite Auswahl an Medikamenten, Spritzen, Infusionen und weiterem medizinischen Material mit.

So sieht der «Challenger 650» von aussen aus.
So sieht der «Challenger 650» von aussen aus.
Quelle: Rega

Während des Flugs kümmert sich eine Intensivpflegefachperson gemeinsam mit einem Flugarzt oder einer Flugärztin um die Verletzten. Gesteuert wird der Ambulanzjet immer von zwei Pilot*innen, sie gewährleisten einen sicheren Flug.

Der Jet verfügt zudem über eine fest eingebaute, eigens für die Rega entwickelte Rampe. Damit können Patient*innen auf einer Liege schonend in das Flugzeug und wieder hinaus gerollt werden.

Über diese Rampe werden Patient*innen störungsfrei in das Flugzeug geschoben.
Über diese Rampe werden Patient*innen störungsfrei in das Flugzeug geschoben.
Quelle: Rega

Die Ambulanzjets der Rega sind in der ganzen Welt für schwer erkrankte oder verunfallte Patientinnen und Patienten unterwegs. Im Moment sind sie aufgrund der Tragödie im Wallis laufend im Einsatz – im Inland, aber auch im Ausland. So haben Länder wie Italien, Polen oder Frankreich angeboten, in ihren Spitälern Betten für die Crans-Montana-Opfer zur Verfügung zu stellen. Bis Sonntag sollen zudem 50 Verletzte in ausländische Spitäler verlegt werden, um näher bei ihren Familien zu sein oder eine bestmögliche medizinische Behandlung zu bekommen.

Die technischen Daten des Ambulanzjets «Challenger 650»

  • Flügelspannweite: 19,61 Meter
  • Länge über alles: 20,86 Meter
  • Höhe: 6,40 Meter
  • Maximales Abfluggewicht: 21'863 Kilogramm
  • Reisegeschwindigkeit: 850 km/h
  • Reichweite Nonstop: 6'500 Kilometer
  • Reichweite zwei Stopps: 19'500 Kilometer
  • Patientenkapazität: 4 (liegend)
  • Herstellungsjahr: 2017