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Jetzt meldenDie Fachleute von Bund und Kantonen sehen im Moment ein leichtes Sinken der Fallzahlen. Sie warnen aber: Wegen der Omikron-Variante könnte das nur die Ruhe vor einem weiteren Sturm sein.
Laut Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist es «gut möglich», dass weitere Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergriffen werden müssen. Aufgrund der erwarteten Omikron-Welle würden sämtliche Massnahmen überprüft.
«Es bleibt abzuwarten, ob die geltenden Massnahmen den Druck auf die Spitäler reduzieren können», sagte Mathys. Man müsse genau und laufend beobachten, wie Omikron sich verhalte. «Besser wäre es, wir würden schon alles über die Variante wissen.»
Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif), rechtfertigte sich dafür, die Empfehlungen für die Auffrischimpfung nicht bereits früher geändert zu haben. Dies hat seiner Ansicht nach nicht zur Folge, dass die Omikron-Welle nun grösser wird.
Berger warnte jedoch wegen Omikron vor mehr Corona-bedingten Todesfällen, denn die Variante sei rund doppelt so ansteckend wie die bisher in der Schweiz vorherrschende Delta-Variante.
Trotz doppelter Corona-Impfung träten häufiger Ansteckungen mit der Omikron-Variante auf, sagte Berger. Eine Auffrischimpfung – der sogenannte Booster – sei aber wichtig, weil sie mindestens kurzfristig einen hohen Schutz vor Ansteckung und schweren Verläufen biete.
Die Kantone seien wohl in der Lage, bis Ende Februar alle jene zu bosstern, die das auch wollten, sagte Rudolf Hauri, Chef der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS). Das sei zwar eine «sportlichen Zeitrechnung», aber er rechne damit.
Laut Hauri, sind die Spitäler in der Schweiz stark belastet. Verlegungen seien aber nach wie vor möglich, Verschiebungen von Wahleingriffen fänden nicht flächendeckend statt.
In der Schweiz bahnt sich die erwartete Ansteckungswelle mit der Omikron-Virusvariante schon an, wie Zahlen aus dem Kanton Genf zeigen. Auch der Bundesrat rechnet damit, dass die Infektionszahlen mit der Mutante noch vor Weihnachten markant ansteigen dürften, und hat die Corona-Massnahmen per Anfang dieser Woche verschärft.
Zu einer Entspannung der Situation soll vor allem die Impfung beitragen. Das Bundesamt für Gesundheit hat am Dienstag die Frist zwischen Grundimmunisierung und Booster-Impfung von sechs Monaten auf vier Monate verkürzt. Dieser Schritt war bereits erwartet worden.
Wie sich die Corona-Lage kurz vor dem Fest darstellt und was in Sachen Omikron und Impfungen zu erwarten sein wird, darüber informieren ab 14 Uhr die Experten des Bundes und der Kantone.

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit BAG, äussert sich auf einer Medienkonferenz zur aktuellen Lage. (Archiv)
Bild: Keystone