Weil sie dem Land viel bringen Sollen ausländische Unternehmer leichter an den Schweizer Pass kommen?

Petar Marjanović

17.12.2025

Ausländische Unternehmer erhalten heute keinen «Bonus» bei der Einbürgerung.
Ausländische Unternehmer erhalten heute keinen «Bonus» bei der Einbürgerung.
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Sie zahlen seit Jahren Steuern, schaffen Jobs – und bleiben trotzdem Ausländer: Ein Berner Nationalrat will klären, ob ausländische Unternehmer künftig einfacher Schweizer werden sollen.

Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Berner EDU-Nationalrat Andreas Gafner fragt den Bundesrat, ob ausländische Unternehmer bei der Einbürgerung bevorzugt werden sollen, wenn sie seit vielen Jahren in der Schweiz Steuern zahlen.
  • Es geht um Firmeninhaber aus dem EU-Raum, die Arbeitsplätze schaffen und zur Wertschöpfung beitragen.
  • Gafner betont, dass der Schweizer Pass nicht gekauft werden kann und ein Wohnsitz in der Schweiz zwingend bleibt.

Sollen ausländische Unternehmerinnen und Unternehmer einfacher Schweizer Bürger werden? Diese Frage dürfte das Bundeshaus in den kommenden Monaten beschäftigen. Auslöser ist ein Vorstoss des Berner EDU-Nationalrats Andreas Gafner, der vom Bundesrat eine Klärung verlangt.

Gafner will wissen, ob ausländische Firmeninhaber bei einer Einbürgerung anders behandelt werden sollen, wenn sie mit ihren Unternehmen seit vielen Jahren in der Schweiz Steuern zahlen. Im Zentrum stehen Unternehmer aus dem EU-Raum, die seit mindestens zehn Jahren mit einer Firma in der Schweiz steuerpflichtig sind.

Der Nationalrat Andreas Gafner vertritt für die nationalkonservative Eidgenössisch-Demokratische Union den Kanton Bern.
Der Nationalrat Andreas Gafner vertritt für die nationalkonservative Eidgenössisch-Demokratische Union den Kanton Bern.
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Der Politiker betont, dass die Einbürgerung weiterhin an klare Bedingungen geknüpft bleiben soll. Wer den Schweizer Pass will, muss sich integrieren, die Sprache beherrschen und die hiesigen Werte kennen. An diesen Grundsätzen will Gafner mit seinem Vorstoss nicht rütteln. Heute würden jedoch alle Ausländer gleich behandelt, unabhängig davon, ob sie der Schweiz bereits wirtschaftlich gedient hätten.

Konkret geht es ihm um Inhaber oder Gesellschafter von AGs und GmbHs, die über Jahre hinweg Kantons- und Bundessteuern bezahlt haben. Sie hätten Arbeitsplätze geschaffen, Know-how eingebracht und zur Wertschöpfung beigetragen, hält Gafner fest.

Erleichterte Einbürgerung als Bonus für Unternehmer?

Als mögliche Variante bringt er die erleichterte Einbürgerung ins Spiel. Dabei handelt es sich um ein vereinfachtes Verfahren mit kürzeren Fristen, das heute etwa für Ehepartner von Schweizern oder für Personen der dritten Ausländergeneration gilt. Gafner fragt, ob ein solches Instrument auch für langjährig steuerzahlende Unternehmer geprüft werden sollte, sobald diese in der Schweiz wohnen.

Zudem möchte er wissen, ob ein solches Signal leistungsfähige und innovative Unternehmer stärker an die Schweiz binden könnte. Und er verlangt Zahlen dazu, wie hoch die Steuereinnahmen des Bundes aus solchen Unternehmertätigkeiten sind.

Den Vorwurf, man könne sich den Schweizer Pass «erkaufen», weist Gafner zurück. Es gehe nicht um Geld gegen Bürgerrecht, sondern um Anerkennung für jahrelange Leistung und Verantwortung. Klar sei für ihn auch: Ohne Wohnsitz in der Schweiz komme keine Einbürgerung infrage.

Weitere politische Schritte plant er nicht – zuerst will er die Einschätzung des Bundesrates hören. Gafner schreibt in seiner Stellungnahme auch, dass er keine Forderung stelle. Antworten auf den Vorstoss werden spätestens im Frühling 2026 erwartet.


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