«Wir sind ständig den Tränen nah» Walliser Spitaldirektor spricht über Zustände nach Brand-Inferno

SDA

4.1.2026 - 12:12

Eric Bonvin ist Direktor der Wallis
Eric Bonvin ist Direktor der Wallis
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Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana werden noch immer elf junge Patientinnen und Patienten im Walliser Spital behandelt. Spitaldirektor Eric Bonvin spricht von grosser emotionaler Belastung – für Betroffene wie auch für das medizinische Personal.

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  • Nach dem Brand in Crans-Montana liegen noch elf junge Menschen im Walliser Spital.
  • Viele Opfer haben schwere Verbrennungen und stehen vor einer langen Heilungsphase.
  • Spitaldirektor Eric Bonvin warnt vor zusätzlicher Belastung durch Hasskommentare im Netz.

Der Walliser Spitaldirektor Eric Bonvin hat die Behandlung der jungen Patientinnen und Patienten nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS als emotional äusserst belastend bezeichnet. Derzeit befänden sich noch elf Patienten im Spital, sagte er in einem Interview der «Sonntagszeitung».

Die meisten Opfer hätten schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen, sagte er. «Sie haben eine sehr lange Heilungsphase vor sich – und werden oft ein Leben lang durch Narben gezeichnet sein», sagte der Spitaldirektor weiter. Sie seien im Moment auch mental äusserst verletzlich.

Grosse Sorgen bereiteten ihm «grausame Kommentare» in den sozialen Medien, etwa, dass es sich bei den Opfern «sowieso nur um Reiche» handle. Er hoffe, dass die Grausamkeit der sozialen Medien die Situation der Betroffenen nicht verschlimmere.

Drama hat «etwas Empörendes»

Der grosse Ansturm sei nun vorbei. Viele würden aber in etwa einem Monat zur Nachbehandlung und Rehabilitation ins Spital zurückkehren, weil die meisten Opfer aus dem Wallis stammten. Darauf bereite sich das Spital vor.

Das Drama hat für den Spitaldirektor auch «etwas Empörendes». Das viel stärkere Gefühl sei aber das der Trauer. «Diese tiefe Emotionalität spüre ich bei allen Beteiligten – bei der Polizei, den Politikern, den Pflegenden und auch bei mir selbst. Wir alle sind ständig den Tränen nahe», sagte Bonvin.

Solche Katastrophen seien für Profis Momente höchster Intensität, in denen sie ihre Berufung voll ausleben könnten. «Man tut einfach seinen Job. Das ist erfüllend, aber emotional äusserst belastend», sagte er. Die Angst der Familien, der Schock der jungen Verletzten, die nicht wissen, was ihnen zugestossen war: All das sei schwierig zu verdauen.

Dazu komme, dass viele Angestellte des Spitals in der Region lebten. Viele fragten sich deshalb, ob ihre Kinder oder Kollegen unter den Opfern seien.

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