MIt der Rückkehr zur UKW-Ausstrahlung der SRG-Radiosender können auch Oldtimer-Geräte wieder in Betrieb gehen.
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Die SRG vollzieht eine Kehrtwende: Nach dem Ja des Ständerats zum längeren UKW-Empfang will der öffentliche Rundfunk auf Druck von Politik und Publikum zur analogen Radiowelle zurückkehren.
Stefan Michel
11.12.2025, 14:04
11.12.2025, 15:22
Stefan Michel
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Die SRG kehrt nach massiven Hörerverlusten und politischem Druck zur UKW-Verbreitung ihrer Radioprogramme zurück.
Ausschlaggebend war ein Entscheid des Ständerats, der wie kurz zuvor der Nationalrat den UKW-Empfang über 2026 hinaus fordert.
Die Rückkehr auf UKW erfordert technische und finanzielle Anpassungen, da neue Lizenzen nötig sind und die erhofften Einsparungen ausbleiben.
Die SRG korrigiert ihren Kurs: Nach massivem Hörerverlust und politischem Gegenwind kehren die Radioprogramme des Schweizer Rundfunks zurück auf die UKW-Frequenz. Kurz nachdem erste Medien den Entscheid publik gemacht haben, bestätigt die SRG diesen Schritt zurück in einer Medienmitteilung.
Vor rund einem Jahr hat SRG die UKW-Verbreitung der Radioprogramme eingestellt und komplett auf das digitale DAB+-Signal gesetzt. Den UKW-Ausstieg habe die SRG gemeinsam mit der Radiobranche und dem Bund getroffen: «Die SRG ist solidarisch vorausgegangen, um den privaten Radios, die von Werbegeldern abhängig sind, den Weg zu ebnen.»
Der Schritt sollte Geld sparen und die Digitalisierung vorantreiben – doch die Rechnung ging nicht auf. Hunderttausende Hörerinnen und Hörer sprangen ab, und auch bei den privaten Radiostationen wuchs die Skepsis gegenüber dem forcierten Umstieg.
Die SRG folgt dem Entscheid des Parlaments
Jetzt rudert die SRG zurück in die Arme der Ultrakurzwelle: Auslöser war ein Entscheid des Ständerats vom Dienstag. Mit knapper Mehrheit stimmte die kleine Kammer dafür, den UKW-Empfang über das Jahr 2026 hinaus zu ermöglichen – nachdem der Nationalrat bereits deutlich in diese Richtung tendiert hatte.
Der politische Druck wirkte offenbar: Die SRG-Spitze unter Generaldirektorin Susanne Wille und Präsident Jean-Michel Cina lenkt ein: «Die politischen Rahmenbedingungen haben sich mit dem Entscheid für eine Verlängerung der UKW-Verbreitung durch das Parlament nun aber geändert. Die Politik und Teile der Bevölkerung erwarten eine Weiterführung der UKW-Verbreitung.»
Wie schnell die Rückkehr auf UKW umgesetzt werden kann, bleibt vorerst offen. Die technische Umsetzung hängt unter anderem vom Bundesamt für Kommunikation ab, das neue Lizenzen ausstellen muss.
Wie lange das dauern könnte, lässt sich aus dieser Formulierung der SRG-Medienmitteilung herauslesen: «Bevor nun konkrete Schritte und verbindliche Zeitpläne kommuniziert werden können, müssen die neuen Rahmenbedingungen durch den Bundesrat und das Bakom bekanntgegeben werden. Sie bilden die Grundlage für die Planung der SRG hinsichtlich einer Rückkehr auf UKW.» Wann es soweit ist, will die SRG zum «gesetzlich, technisch und wirtschaftlich bestmöglichen Zeitpunkt» bekannt geben.
Die Rundfunkgesellschaft muss jetzt nicht nur organisatorisch umdenken, sondern auch finanziell nachrüsten. Nicht nur fällt der erhoffte Spareffekt des UKW-Ausstiegs weg. Die ganze Aktion wird mit dem Comeback möglicherweise noch teurer als es das simple Weitersenden auf UKW gewesen wäre.