Stiefvater des 15-jährigen Toten: «Wir wissen es nicht»

dor

19.8.2020 - 07:56

Absperrband vor einem Wohnblock in Zollikerberg, am Montag, 17. August 2020.
Bild: Keystone/Alexandra Wey

Ein 15-Jähriger wird zusammen mit einer gleichaltrigen Freundin tot in einer Wohnung in Zollikerberg aufgefunden. Die Todesursache ist noch unklar. In einem ersten Interview nehmen nun die Eltern Stellung.

Am Sonntag hat die Kantonspolizei Zürich in einer Wohnung in Zollikerberg nahe Zürich einen 15-Jährigen zusammen mit einer gleichaltrigen Freundin tot aufgefunden. Was zu dem tragischen Vorfall geführt hat, ist noch unklar. Als Todesursache werden allerdings Drogen vermutet.

Sie hätten am Sonntag in Deutschland vom Tod ihres Sohnes erfahren, sagte die Mutter in einem Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger». Das Paar habe sich für Videodreharbeiten dort aufgehalten, der Sohn blieb in der Wohnung in Zollikerberg zurück. Dass der Jugendliche ein Wochenende ohne die Eltern, die als Rap-Musiker und -Produzenten tätig sind, verbracht habe, sei eine Seltenheit gewesen, sagte sie.

Das Paar betont, dass es den nun Verstorbenen eng betreut und ihm klare Grenzen gesetzt habe. Der Junge habe in der Vergangenheit einige Probleme gehabt, sei aber auf gutem Wege gewesen.

Keine Angaben zur Todesursache

Auf die Frage, ob der Sohn mit Drogen experimentiert habe, sagte die Mutter: «Wir wussten, dass er manchmal Gras konsumiert hatte.» Aber auch das hätten sie laufend kontrolliert. Zur Todesursache hätten die Beamten aber noch keine Angaben gemacht, die entsprechenden Abklärungen würden noch etwas dauern.

Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» spekuliert der Stiefvater des toten Jugendlichen über mögliche Gründe: Er habe gehört, dass der 18-Jährige, der die zwei Toten am Sonntag gefunden und die Polizei angerufen hatte, «mit Codein zu tun habe», sagte Samir Jebeniani, der Stiefvater des Verstorbenen. Zuerst habe er an Heroin gedacht, aber die Droge sei heute «eher vorbei», sagte Jebeniani, der als Rapper Beats ZH bekannt ist. «Gewisse Rapper thematisieren auch Xanax, es könnte diese Mischung gewesen sein. Wir wissen es nicht», so Jebeniani.

Von dem 18-Jährigen hatten die Eltern der Mutter zufolge noch nie gehört. Sie sei immer streng gewesen, was die Freunde ihres Sohnes anging: «Mir war wichtig, dass er Leute um sich hat, die ihm guttun. Wir haben ihn sehr genau beobachtet.» Auch das verstorbene Mädchen sei ihnen weder namentlich noch persönlich bekannt gewesen, fügte Jebeniani hinzu.

U-Haft für 18-Jährigen

Nach Angaben der Kantonspolizei vom Montag hatte der 18-Jährige am Sonntagabend, kurz nach 17:30 Uhr, telefonisch bei der Polizei gemeldet, dass er sich in einer Wohnung befinde, in der ein Freund und eine Freundin regungslos liegen würden. Die sofort ausgerückten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der beiden Jugendlichen feststellen. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Dienstag Untersuchungshaft für den 18-Jährigen. Ihm wird unter anderem Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen.

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