Doppelsieg in TexasStimmungstest für Trump: Demokraten holen sich einen Sitz im Parlament zurück
Petar Marjanović
1.2.2026
Christian Menefee übernimmt den lange verwaisten Sitz im US-Kongress.
KEYSTONE
Zwei Wahlen, ein Signal: In Texas haben die Demokraten gleich doppelt gewonnen und den Republikanern einen Dämpfer verpasst. Die Resultate gelten als erster Stimmungstest für Präsident Donald Trump.
Die Demokraten haben in Texas zwei Nachwahlsiege erzielt, die als Stimmungstest für Präsident Donald Trump gelten.
Christian Menefee besetzte einen zuvor vakanten, demokratischen Sitz im US-Repräsentantenhaus neu, während Taylor Rehmet überraschend einen seit Jahrzehnten republikanischen Sitz im texanischen Senat gewann.
Beide Erfolge deuten laut Associated Press auf eine erhöhte Mobilisierung der Demokraten unter der aktuellen Trump-Regierung hin.
Die Demokraten haben in Texas zwei wichtige Nachwahlsiege errungen. Im US-Repräsentantenhaus gewann Christian Menefee einen frei gewordenen Sitz und verkleinerte damit die ohnehin knappe republikanische Mehrheit. Gleichzeitig eroberte der Demokrat Taylor Rehmet überraschend einen Sitz im texanischen Senat, der seit Jahrzehnten als sicher republikanisch galt.
Menefee setzte sich in einer Stichwahl im Raum Houston gegen Amanda Edwards durch. Er ist Bezirksstaatsanwalt von Harris County und folgt auf den verstorbenen demokratischen Abgeordneten Sylvester Turner, den früheren Bürgermeister von Houston.
Der Wahlkreis gilt als klar demokratisch und war fast ein Jahr lang unbesetzt. An seiner Siegesfeier wandte sich Menefee direkt an Präsident Donald Trump. Laut AP sagte er, das Resultat sei ein Auftrag, Trumps Agenda zu bekämpfen und mutmassliche Verfehlungen zu untersuchen.
Politisch umstritten war die lange Vakanz des Sitzes. Der republikanische Gouverneur Greg Abbott setzte die erste Wahlrunde erst für November 2025 an, obwohl Sylvester Turner bereits im März verstorben war. Demokraten warfen ihm laut AP vor, den Termin bewusst hinausgezögert zu haben, um den Republikanern im Repräsentantenhaus vorübergehend einen Vorteil zu verschaffen.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte der Sieg von Taylor Rehmet bei einer Nachwahl für den Texas State Senate – vergleichbar mit einem Kantonsparlament in der Schweiz. Rehmet gewann einen Wahlkreis im Raum Fort Worth, den Trump bei den Wahlen 2024 noch mit 17 Prozentpunkten Vorsprung geholt hatte.
Er schlug die Republikanerin Leigh Wambsganss deutlich und lag am Ende mit mehr als 14 Prozentpunkten vorne. «Dieser Sieg gehört den arbeitenden Menschen», sagte Rehmet laut AP vor seinen Anhängern.
Der Sitz wurde frei, weil der republikanische Amtsinhaber Kelly Hancock zurücktrat, um ein landesweites Amt zu übernehmen. Hancock hatte den Wahlkreis viermal problemlos verteidigt, und die Republikaner hielten ihn seit Jahrzehnten. Trump hatte sich am Wahltag noch öffentlich für Wambsganss eingesetzt. Trotz der Doppelsiege behalten die Republikaner im texanischen Parlament insgesamt weiterhin eine klare Mehrheit.