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Fans der Thunerseespiele wissen, dass man auf der Tribüne mit einer Regenpellerine nicht schlecht bedient ist. Das Foto zeigt das Publikum im Jahr 2019.
KEYSTONE
Ein Gewitter hat am Samstagabend die Thunerseespiele gestoppt – die Aufführung von «Der Glöckner von Notre Dame» wurde kurzfristig verschoben. Für Ärger sorgte vor allem die späte und unklare Information an das Publikum.
Am Samstagabend mussten die Thunerseespiele ihre Vorstellung von «Der Glöckner von Notre Dame» abbrechen. Ein kurzer, heftiger Sturm mit Regen und Hagel machte die Aufführung laut Organisationskomitee (OK) unmöglich. Das OK entschied deshalb laut eigener Aussage um 19.10 Uhr, das Stück auf den Montag zu verschieben – rund zwanzig Minuten vor Spielbeginn.
Für viele Besucher*innen war aber nicht der Entscheid das Problem, sondern die Kommunikation. Die offizielle Mitteilung erschien nämlich erst kurz vor 19.20 Uhr auf der Website – als der Himmel über Thun schon wieder sonnig war.

Das Bild aus dem Jahr 2016 zeigt: Bei Regen zücken viele Gäste den Schirm. Das OK hat letzten Samstag die Aufführung abgesagt, noch bevor das ganze Publikum auf der Tribüne war.
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«Es gab Leute, die auf dem Weg zum Gelände waren und dann von Passanten erfahren mussten, dass die Aufführung verschoben wurde», berichtete ein Zuschauer gegenüber blue News. Auch vor dem Festgelände erfuhren viele Gäste – gut eingepackt mit Pelerine oder Regenjacke – nur über andere Besucher, dass das Musical nicht aufgeführt wird.
Laut OK sei die Information ab 19.10 Uhr auf dem Gelände im Fünf-Minuten-Takt durchgesagt worden. Parallel dazu habe man die Website innerhalb von «5 bis 10 Minuten» angepasst.
Für zusätzliche Verwirrung sorgten Busfahrer der Thuner Verkehrsbetriebe (STI): Einige Chauffeure informierten Fahrgäste schon vor 19 Uhr über eine angebliche Absage.
Laut Organisationskomitee handelte es sich dabei jedoch um ein Missverständnis: Über Funk habe das Fahrpersonal die Aufbietung von Pikett-Fahrzeugen gehört und daraus voreilig geschlossen, dass die Vorstellung abgesagt sei. Fahrer hätten Gäste in Eigenregie informiert. Die STI will ihr Personal künftig sensibilisieren.

Busfahrer verbreiteten vor dem offiziellen Abbruch die Info, dass die Aufführung verschoben wurde. Das sei ein «Missverständnis» gewesen, heisst es.
ZVG
Kritik gab es auch an der Wortwahl der offiziellen Mitteilung. Ein Besucher, der vergeblich von Schaffhausen angereist war, schrieb an blue News: «Wir waren sehr hässig, da kein Wort des Bedauerns und auch keine Entschuldigung enthalten war.»
Die Organisator*innen entgegneten in einer Stellungnahme, Durchsagen müssten vor allem klar und korrekt sein. Man könne aber nachvollziehen, dass die Sprache unpersönlich wirkte: «Wir bedauern, wenn unser Vorgehen von einzelnen Personen als gefühlskalt wahrgenommen wurde.» Man wolle die Textbausteine künftig überprüfen.

Das Niederschlagsradar zeigte, wie stark das Gewitter kurz vor der Aufführung wütete.
MeteoNews/ZVG
Immerhin: Am Montagabend konnte die Aufführung am Ersatztermin bei traumhaftem Sonnenuntergang und bei guter Stimmung planmässig stattfinden. Trotz der kurzfristigen Verschiebung waren die Sitzränge auffällig voll.