«Mayday» kurz nach dem Start Swiss-Flug endete abrupt – Sust-Bericht zeigt Wartungsmangel

Andreas Fischer

19.1.2026

Ein Airbus A330 der Swiss musste im September 2024 kurz nach dem Start einen Notabstieg einleiten. 
Ein Airbus A330 der Swiss musste im September 2024 kurz nach dem Start einen Notabstieg einleiten. 
KEYSTONE (Symbolbild)

Im September 2024 musste ein Swiss-Airbus wegen Problemen mit dem Kabinendruck kurz nach dem Start nach Zürich zurückkehren. Auslöser des Vorfalls war ein Wartungsversäumnis, wie der Abschlussbericht zeigt.

Andreas Fischer

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Bei einem Swiss-Flug von Zürich nach Newark versagte im September 2024 kurz nach dem Start das Kabinendrucksystem, die Crew setzte den Notruf Mayday ab.
  • Ursache war ein defektes Ventil, dessen Austausch Airbus bereits 2016 empfohlen hatte – bei der Maschine wurde die Wartungsempfehlung nicht umgesetzt.
  • Die Sust kritisiert in ihem Abschlussbericht das Versäumnis und ordnete verschärfte Wartungs- und Kontrollmassnahmen an.

Sie waren gerade erst abgehoben, als die Piloten einen Notruf absetzten: Im September 2024 musste ein Swiss-Flug von Zürich nach Newark, USA kurz nach dem Start umkehren. Es gab Probleme mit dem Kabinendruck. Zu dem schweren Zwischenfall liegt nun der Abschlussbericht (PDF) der Sust (Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle) vor.

Was war passiert?

Der Flug LX18 war am 13. September 2024 in Zürich gestartet. An Bord des Airbus A330 waren zwei Piloten, zehn Crew-Mitglieder und 205 Passagiere. Im Steigflug stellten die Piloten eine Fehlfunktion im Kabinendrucksystem fest. Sie setzten ihre Sauerstoffmasken auf, lösten die Sauerstoffmasken für Passagiere und Crew in der Kabine aus und setzten eine Dringlichkeitsmeldung («Pan-Pan») ab.

20 Sekunden später übermittelte die Besatzung dann den Notruf «Mayday» und kündigte einen Notabstieg an. Der Flieger kehrt nach Zürich zurück, wo Passagiere und Besatzung die Maschine unverletzt und auf normalem Weg verlassen konnten.

Wo lag die Ursache?

In ihrem jetzt veröffentlichten Abschlussbericht schreibt die Sust, dass das Kabinendrucksystem nicht in der Lage war, einen ausreichenden Kabinendifferenzdruck aufzubauen. Dies obwohl beide Auslassventile als vollständig geschlossen angezeigt wurden.

Der schwere Vorfall ist der Sust zufolge auf ein defektes Rückschlagventil (skin check valve) zurückzuführen. Hersteller Airbus hatte bereits 2016 empfohlen, das Bauteil frühestmöglich zu ersetzen. Dies aber war bei dem Swiss-Airbus «nicht ausgeführt worden, was ursächlich für den schweren Vorfall war», stellte die Sust klar.

Welche Massnahmen wurden getroffen?

Dieses Versäumnis sei aus sicherheitstechnischer Sicht nicht nachvollziehbar, «da das Nichtausführen dieses Service Bulletins auch die Flugsicherheit betreffen kann und das skin check valve zwecks Inspektion sowieso alle 24 Monate, d.h. bei [dem betroffenen Flugzeug] mindestens drei Mal aus- und wieder eingebaut werden musste.»

Die Sust hat die Wartungsanweisungen als Reaktion auf den Vorfall ergänzt und zusätzliche Arbeitsschritte zur Überprüfung der betroffenen Bauteile angeordnet. Ausserdem wurde ein Teil der A330-Flotte der Swiss gezielt überprüft. Die verantwortlichen Personen wurden zudem in einem gesonderten Mailing auf die kritischen Aspekte und potenziellen Sicherheitsrisiken hingewiesen.

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