Jeder zehnte Tessiner war mit Coronavirus in Kontakt – Erste Schweizer Touristen in Quarantäne

Agenturen/dor

6.7.2020 - 22:00

In der Schweiz wurden am Montag 47 neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Zwar gehen die Zahlen im Vergleich mit den 70 neu gemeldeten Erkrankungen vom Sonntag zurück, dennoch bereitet die Reproduktionszahl R Sorge. Die Anzahl Personen, die eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt liegt nach Angaben der Swiss National Covid-19 Science Task Force des Bundes bei der letzten möglichen Schätzung bei 2,36. Das heisst, dass eine infizierte Person im Durchschnitt fast zweieinhalb weitere Personen ansteckt. Es ist der höchste Wert seit Anfang März.

Die am Montag eingeführte Maskentragpflicht in Zügen, Trams und Bussen soll dazu beitragen, dass die Reproduktionszahl wieder auf unter 1 sinkt. Nach einem ersten Fazit der SBB halten sich die Reisenden an die Vorschriften. Ausserdem will der Bundesrat der erneuten Einschleppung des Virus aus dem Ausland Einhalt gebieten: Ab Montag muss sich deshalb für zehn Tage in Quarantäne begeben, wer aus Risiko-Gebieten in die Schweiz einreist. Derweil sind im Kanton Jura alle Lehrer und Schüler der Sekundarschulen von Breuleux und Haute-Sorne in Quarantäne geschickt worden, insgesamt 410 Personen.

Trump plant trotz Corona weitere Wahlkampfveranstaltung

Im Tessin ist jede zehnte Person mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen. Das geht aus einer Studie des kantonsärztlichen Dienstes und der Ärztegesellschaft hervor. Die Studie erhebt vier Stichproben in zwölf Monaten. Die am Montag vorgelegten Daten wurden in der ersten Untersuchung mittels eines Schnelltests auf Antikörper gegen Sars-Cov2 im Mai erhoben, wie der Tessiner Gesundheitsdienst mitteilte.

Von Corona-Einschränkungen will US-Präsident Donald Trump weiter wenig wissen. Am Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire im Freien vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie «freiwillig alle Risiken» übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie Trumps Kampagne am Sonntag (Ortszeit) erklärte. Andernorts wurden dagegen Corona-Beschränkungen wieder verschärft, etwa in Israel. Auch in Schweden wappnet man sich für eine mögliche zweite Welle im Herbst.

Das Wichtigste im Überblick

  • Jeder zehnte Bewohner des Tessin war einer neuen Studie zufolge mit Corona infiziert.
  • Laut Mitteilung des BAG wurden 47 Menschen in der Schweiz neu positiv auf das Coronavirus getestet.
  • Ab heute gilt eine Maskentragpflicht in Schweizer Zügen, Trams und Bussen. Laut SBB halten sich die Reisenden an die Regelungen.
  • Hunderte Schüler und Lehrer im Kanton Jura müssen in Quarantäne.
  • US-Präsident Donald Trump kündigt trotz der Pandemie die nächste grosse Wahlkampfveranstaltung an.

22 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Live-Ticker

21.49 Uhr: Fauci warnt: Situation in den USA «nicht gut»

Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA hat sich angesichts des raschen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. Die gegenwärtige Lage sei «wirklich nicht gut» und erfordere «sofortiges» Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci am Montag in einem Live-Chat. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht und steckten daher immer noch tief in der ersten Welle des Virus, sagte Fauci. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Massnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte er.

Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen stetig angestiegen. Seit einer Woche melden US-Behörden im Schnitt fast 50'000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Für Sonntag waren zum Beispiel Daten der Universität Johns Hopkins zufolge 49 200 Neuinfektionen gemeldet worden.

US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci sieht die USA weiter in einer «ernsten Lage». (Archivbild)
Bild: Keystone

Die «ernste» Lage erfordere dringendes Handeln, um das Virus langfristig einzudämmen. «Wir werden das schaffen», sagte er. Fauci betonte, die klinischen Studien für die Erprobung möglicher Impfstoffe machten gute Fortschritte. Er hatte zuvor erklärt, es könne vielleicht schon Anfang nächsten Jahres eine Impfung geben.

Fauci ist der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100'000 steigen.

Präsident Donald Trump spielte die von der Zuspitzung der Pandemie ausgehende Bedrohung weiterhin herunter. Die Sterblichkeitsrate sei dramatisch gefallen, schrieb er am Montag auf Twitter. Am Wochenende hatte er zum Entsetzen von Medizinern behauptet, 99 Prozent der Infektionen verliefen «völlig harmlos». In den USA sind rund 130'000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben.

21.13 Uhr: Russische Behörden ziehen Graben um Dorf

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Massnahmen: Weil in einem Dorf in Sibirien nach einem Schamanenritual das Coronavirus ausgebrochen war, haben sich russische Behörden zu einem harten Schritt entschieden. Um weitere Ansteckungen und Verstösse gegen die verordnete Quarantäne zu vermeiden, wurde ein Graben rund um das Dorf ausgehoben.

20.46 Uhr: US-Elitehochschulen halten Wintersemester online ab

Die US-Elite-Universität Harvard wird wegen des Coronavirus im Wintersemester alle Vorlesungen online abhalten. Von den Bachelor-Studierenden, die auf dem Campus wohnen, dürften rund 40 Prozent wieder in die Wohnheime und Burschenschaften einziehen, erklärte die Hochschule im Bostoner Vorort Cambridge am Montag. Die sonst üblichen doppelt belegten Zimmer solle es dabei nicht mehr geben.

Auch an der zwischen New York und Philadelphia gelegenen Universität Princeton werde «der meiste Unterricht» online stattfinden, hieß es am Montag. Auch dort soll nur der Hälfte der Bachelor-Studierenden erlaubt werden, wieder in Wohnheime auf dem Campus zu ziehen. Anders als in Deutschland sind US-Universitäten mit Freizeitangeboten, Partys und einem deutlich ausgebauteren Netz an Wohnheimen oft auch für das Freizeitleben der Studierenden zentral.

Mit viel Betrieb ist in Harvard auch im Wintersemester nicht zu rechnen. Die Vorlesungen werden wegen der Corona-Krise online stattfinden. (Archivbild)
Bild: Keystone

Beide Universitäten beabsichtigen jedoch keinen umfangreichen Erlass von Studien- und Kursgebühren. Harvard kündigte kleinere Corona-bedingte Senkungen von Gebühren für Studierende an, die nicht auf dem Campus wohnen. Princeton versprach einen Rabatt von zehn Prozent. An beiden Schulen kostet das Studium jährlich Zehntausende Dollar, eine Modellrechnung in Harvard kommt für Kurs- und Verwaltungsgebühren sowie Miete auf rund 72'000 Dollar Kosten im Jahr.

Allerdings gibt es in den USA ein stark ausgebautes Stipendiatensystem und Unterstützung für soziale Härtefälle. Studierende aus Familien mit einem Einkommen von weniger als 65'000 Dollar müssen beispielsweise in Harvard keine Gebühren bezahlen.

20.02 Uhr: New York City startet dritte Phase der Corona-Lockerungen

In der Millionenmetropole New York hat am Montag die nächste Phase von Corona-Lockerungen begonnen. Sie bringt allerdings nur wenige Änderungen mit sich und erlaubt beispielsweise Nagelsalons und Massage-Anbietern den Betrieb bei maximal halber Auslastung der Räume. Ausserdem sind Treffen von 25 statt von nur von zehn Menschen erlaubt.

Diese dritte von vier Phasen, die der Bundesstaat New York ausgearbeitet hat, beinhaltete in anderen Teilen des Staates auch die Öffnung von Innenbereichen von Restaurants und Bars. Vergangene Woche hatten sich jedoch der Gouverneur des Staates, Andrew Cuomo, und der Bürgermeister der Stadt, Bill de Blasio, darauf geeinigt, diese Regel vorerst auszusetzen, weil in vielen anderen Teilen der USA mit der Öffnung die Fallzahlen deutlich angestiegen waren. Damit dürfen in New York weiter nur Aussenbereiche der knapp 27'000 Restaurants der Stadt öffnen. Innen darf ausschliesslich bestellt und abgeholt werden.

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo führt seinen Staat einen weiteren Schritt aus der Corona-Krise. (Archivbild)
Bild: Keystone

Cuomo sagte am Montag bei seiner täglichen Pressekonferenz auch die «State Fair» des Staates für dieses Jahr in Syracuse ab. Diese Mischung aus Agrar-Messe, Volksfest und Landesausstellung hatten vergangenes Jahr 1,3 Millionen Menschen besucht. Eine Entscheidung zur Öffnung von Schulen im Herbst sei noch nicht gefallen, aber alle lokalen Schulverwaltungen seien aufgerufen, Szenarien dafür zu beschreiben, sagte er weiter.

19.45 Uhr: Schweizer Touristen aus Risikogebieten in Quarantäne

Die neuen Corona-Vorschriften, die seit Montag gelten, besagen unter anderem eine Quarantäne für alle Schweizer, die nach einem Urlaub in einem Risikogebiet zurückkehren. Wie «nau.ch» berichtet, hat es die ersten Fernreisenden bereits erwischt. In Basel war eine dreiköpfige Familie betroffen, die zuletzt in den USA verweilte. Ausserdem für die nächsten zehn Tage in Quarantäne müssen in Bern zwei Rückkehrer aus Serbien und vier Luzerner, die ebenfalls auf dem Balkan Urlaub machten.

Die Meldung einer Rückkehr aus einem Risikogebiet erfolgt für die Touristen zwar freiwillig, bei Missachtung der Quarantäne drohen jedoch empfindliche Strafen. Im schlimmsten Fall sind bis zu 10'000 Franken fällig.

19.11 Uhr: Maskenmuffeln in Nepal droht Gefängnisstrafe

In Nepal ist wegen der Corona-Krise ab sofort das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes an öffentlichen Orten Pflicht. Wer sich nicht daran hält, kann mit einer Geldstrafe von umgerechnet rund 70 Cent (100 nepalesische Rupien) – das ist etwa der Betrag einer Mahlzeit für eine vierköpfige Familie mit Reis und Linsen – oder bis zu einem Monat Gefängnis bestraft werden, wie das nepalesische Innenministerium am Montag mitteilte.

«Wir hatten gehofft, dass die Leute einfach zu ihrem eigenen Schutz und zur Sicherheit ihrer Familien und der Gesellschaft Masken tragen würden», sagte ein Ministeriumssprecher. «Aber das taten sie nicht.»

Bei Missachtung der Maskenpflicht drohen in Nepal empfindliche Strafen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

In Nepal wird der Lockdown allmählich gelockert. Das gilt nicht für den öffentlichen Verkehr. Internationale Grenzen, Schulen und Bars bleiben weiter geschlossen. Im Land, das nach UN-Angaben zu den am wenigsten entwickelten gehört, gibt es mehr als 15'000 bekannte Infektionen und 35 Covid-19-Patienten, die gestorben sind.

18.39 Uhr: Gericht hebt Corona-Einschränkungen im deutschen Kreis Gütersloh auf

Ein Gericht im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat die Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh vorläufig ausser Vollzug gesetzt. Ein Lockdown für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismässig, teilte das Oberverwaltungsgericht am Montag mit. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hätte nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen. Im Kreis Gütersloh leben rund 370'000 Menschen.

Hintergrund der Auflagen sind mehr als 1'000 positiv auf das Coronavirus getestete Mitarbeiter bei Deutschlands grösstem Fleischproduzenten Tönnies am Standort in Rheda-Wiedenbrück. Die Befunde hatten zu regionalen Einschränkungen im öffentlichen Leben in den Kreisen Gütersloh und Warendorf geführt. Die regionale Verordnung der Landesregierung wäre erst in der Nacht zum Mittwoch um 00.00 Uhr ausgelaufen.

18.06 Uhr: Katar meldet mehr als 100'000 Corona-Fälle

Das Emirat Katar hat als zweites Land der arabischen Welt mehr als 100'000 Corona-Fälle gemeldet. Bislang infizierten sich 100'345 Menschen mit dem Coronavirus, wie das katarische Gesundheitsministerium am Montag über Twitter mitteilte. Demnach kam es bislang zu 133 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus. Das Emirat ist Gastgeber der nächsten Fussball-WM im Jahr 2022.

In dem reichen Emirat am Golf leben rund 2,7 Millionen Menschen, davon etwa 300'000 Einheimische. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war in den vergangenen Wochen kontinuierlich gesunken. Am Montag meldete Katar 546 neue Fälle. Das Emirat hatte wie benachbarte Länder strenge Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen, hat diese aber mittlerweile gelockert.

Das benachbarte Königreich Saudi-Arabien hat bislang die meisten Corona-Fälle in der arabischen Welt gemeldet. Dort haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 213'000 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Regierung berichtete von fast 2'000 Todesfällen. In Saudi-Arabien leben rund 33 Millionen Menschen.

17.34 Uhr: Coronavirus bremst Kampf gegen HIV

Die Weltgemeinschaft hat ihre selbst gesetzten Ziele im Kampf gegen HIV und Aids verfehlt. Im vergangenen Jahr haben sich nach Schätzungen 1,7 Millionen Menschen weltweit mit dem Virus angesteckt, wie das Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) am Montag zum Auftakt der virtuellen Welt-Aids-Konferenz berichtete.

Eigentlich sollten es durch neue Programme, Initiativen und Investitionen nur noch 500'000 Menschen im Jahr sein. Die Epidemie sollte bis 2030 besiegt werden. «Die Coronavirus-Pandemie droht, uns noch weiter vom Kurs abzubringen», sagte UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima in Genf. Wachsende Armut durch den Stillstand der Wirtschaft führe zu zunehmender häuslicher Gewalt und gefährde vor allem Mädchen und junge Frauen. Sie treibe Menschen in prekäre Situationen, in denen das Risiko einer HIV-Infektion steige.

Infizierte könnten zudem teils nicht zu Ärzten gehen, heisst es in dem Bericht. Auch sei die Kondom- und Arzneiproduktion eingeschränkt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) laufen 73 Länder bereits Gefahr, dass ihnen die Vorräte an HIV-Medikamenten ausgehen. 24 Länder hätten schon grosse Nachschubprobleme oder fast leere Lager gemeldet. In diesen 24 Ländern lebe ein Drittel der Menschen, die die wichtige antiretrovirale Therapie erhalten.

Wenn die Behandlung mit antiretroviraler Therapie nur für 20 Prozent der HIV-Infizierten für sechs Monate unterbrochen werde, führe das zu 110'000 zusätzlichen Todesfällen, so UNAIDS.

16.55 Uhr: Israel verschärft Corona-Beschränkungen

Nach einem deutlichen Anstieg von Corona-Neuinfektionen hat Israel am Montag die Beschränkungen zur Eindämmung des Virus verschärft. Das Kabinett um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschied nach Angaben seines Büros, dass Festhallen, Bars, Nachtclubs, öffentliche Schwimmbäder und Fitness-Studios bis auf weiteres schliessen müssen. Der Strand, Religionsschulen und Restaurants sollten dagegen geöffnet bleiben.

Netanjahu hatte am Sonntag von einer Notstandslage und einem «sehr starken Ausbruch» des Coronavirus gesprochen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht. Am Freitag überschritt die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1'000. Zuletzt wurde insbesondere in strengreligiösen Wohnvierteln ein dramatischer Anstieg von Neuinfektionen verzeichnet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 30'162 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 332 Infizierte sind gestorben. Im Westjordanland gilt seit Freitag wegen eines ähnlichen Neuausbruchs ein fünftägiger Lockdown.

16.14 Uhr: Schweden bereitet sich auf mögliche zweite Welle vor

Schweden will für den Fall einer zweiten Corona-Welle im Herbst gerüstet sein. Auch wenn die Zahlen der Todesfälle und der schweren Covid-19-Erkrankungen erfreulicherweise zurückgingen, bedeute dies nicht, dass die Gefahr vorüber sei, sagte die schwedische Sozialministerin Lena Hallengren am Montag in Stockholm. Ihre Regierung erteile verschiedenen staatlichen und regionalen Behörden deshalb den Auftrag, sich für eine mögliche zweite Infektionswelle vorzubereiten und für den Fall der Fälle eine gute Krisenbereitschaft gewährleisten zu können.

Schweden hat mit weniger strikten Massnahmen auf die Pandemie reagiert als die meisten anderen europäischen Länder. Geschäfte, Restaurants und Schulen blieben so beispielsweise dauerhaft geöffnet. Besuche in Pflegeheimen und Versammlungen mit mehr als 50 Personen wurden jedoch untersagt. Bislang hat Schweden auf die Einwohnerzahl gerechnet deutlich mehr Corona-Infektionen und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen verzeichnet als der Rest Skandinaviens. Mehr als 73'000 Infektionen wurden bislang bestätigt, fast 5'500 Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind in dem skandinavischen EU-Land gestorben.

15.55 Uhr: Jeder zehnte Tessiner war mit Corona in Kontakt

Im Tessin ist jede zehnte Person mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen. Das geht aus einer Studie des kantonsärztlichen Dienstes und der Ärztegesellschaft hervor. Die Studie erhebt vier Stichproben in zwölf Monaten. Die am Montag vorgelegten Daten wurden in der ersten Untersuchung mittels eines Schnelltests auf Antikörper gegen Sars-Cov2 im Mai erhoben, wie der Tessiner Gesundheitsdienst mitteilte. Weitere Erhebungen sind im August, November und Mai 2021 geplant.

Auf einen Aufruf an 1'500 im Kanton wohnhafte Personen ab fünf Jahren meldeten sich 929, und 927 wurden in die Untersuchung aufgenommen. Die Tests nahmen 118 freiwillige Hausärztinnen und -ärzte vor. Dabei stellte sich heraus, dass zehn Prozent der Getesteten Antikörper gegen das Coronavirus aufwiesen. Dabei liessen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen.

Sowohl für den diagnostischen Test auf das Virus als auch für den serologischen Schnelltest (ELISA) gab es eine gute Übereinstimmung zwischen positiven Tests. Von jenen, die Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 zeigten, aber nicht diagnostisch getestet wurden, wies im serologischen Test eine von sechs Personen Antikörper auf. Bei Menschen ohne Symptome zeigten die serologischen Schnelltests in fünf von 100 Fällen Antikörper an.

Das Tessin ist in der Schweiz von der Coronavirus-Pandemie nach dem Kanton Waadt am stärksten betroffen. 350 Personen starben im Südkanton in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt zählte der Kanton 3'351 Infektionen.

Korrigendum: In einer früheren Version dieser Meldung hiess es im Titel fälschlicherweise, dass im Tessin jede zehnte Person mit dem Coronavirus infiziert gewesen sei. Korrekt ist aber, dass zehn Prozent mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.

15.39 Uhr: Bali will im September für ausländische Touristen öffnen

Die beliebte Urlaubsinsel Bali in Indonesien wird nach dem Corona-Lockdown voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Die im Zuge der Pandemie geschlossenen Tempel, Märkte und andere Sehenswürdigkeiten sollen in einer ersten Lockerungsphase sogar bereits am Donnerstag wieder öffnen, teilte die örtliche Regierung am Montag mit.

Ende Juli dürfen dann zunächst Urlauber aus anderen Teilen Indonesiens wieder nach Bali einreisen. «Die dritte Phase, in der der Tourismussektor noch weiter geöffnet wird und die auch ausländische Besucher beinhalten wird, startet am 11. September», hiess es. Es sei aber wichtig, dass die geltenden Regeln in allen Phasen der Öffnung weiter befolgt würden, darunter Abstandhalten und Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, sagte der Gouverneur von Bali, Wayan Koster.

Bali will bald wieder Touristen empfangen.
Bild: Keystone

In Indonesien wurden am Montag mehr als 1'200 neuen Corona-Infektionen registriert. Die Gesamtzahl in dem südostasiatischen Inselstaat ist damit auf fast 65'000 gestiegen, bei rund 3'200 Todesopfern. Auf Bali wurden bislang 1'900 Fälle von Sars-CoV-2 gezählt, 23 Menschen starben auf der Insel im Zusammenhang mit dem Virus.

15.21 Uhr: Nächtliche Drohnen-Show mit Corona-Botschaften in Seoul

Mit einer spektakulären Lichtshow mit rund 300 Drohnen hat Südkoreas Regierung die Bevölkerung für den fortgesetzten Kampf gegen die Corona-Pandemie mobilisiert. Die unbemannten Flugkörper formierten sich am Wochenende am nächtlichen Himmel über Seoul zu leuchtenden Danksagungen und Symbolen rund um das Coronavirus.

Das imposante Spektakel sollte die Menschen unter anderem an die Regeln im Kampf gegen das Virus erinnern. Dazu formten die Drohnen beispielsweise eine von Viren umgebene Gesichtsmaske, die sich wenige Zeit später in zwei Hände, umgeben von Wassertropfen, verwandelte.

Zum Schluss der rund zehnminütigen Show erleuchteten Dankes-Botschaften an das medizinische Personal und die gesamte Bevölkerung den nächtlichen Himmel. Auf ein buntes «Thanks to you» folgte die Silhouette der koreanischen Halbinsel mit dem ermunternden Aufruf: «Cheer up, Republic of Korea» (Kopf hoch, Republik Korea).

15.03 Uhr: Erstmals wieder mehr als 1'000 aktive Fälle in Österreich

In Österreich sind erstmals seit Mai wieder mehr als 1'000 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl stieg am Montag auf 1'012, wie das Gesundheitsministerium in Wien mitteilte. Für eine spürbare Zunahme sorgt weiterhin der regionale Ausbruch rund um Linz in Oberösterreich, wo die Zahl der Fälle seit Sonntag um 57 auf 414 stieg. 347 aktive Fälle waren aus der Hauptstadt Wien gemeldet. Vier der neun Bundesländer in Österreich wiesen dagegen keine Neuinfektionen auf.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober teilte mit, dass es sich um deutlich abgegrenzte regionale Ausbreitungen handle, die gut nachverfolgt werden könnten. Es liege bislang kein einziger Cluster ohne Klarheit über Entstehung und Hintergrund vor. Zuletzt hatten die Behörden am 20. Mai gemeldet, dass die Zahl der aktiv Erkrankten unter die Marke von 1'000 gesunken war.

14.41 Uhr: Merkel gegen Ende der Maskenpflicht in Deutschland

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt die seit dem Wochenende in Deutschland diskutierte Abschaffung der coronabedingt eingeführten Maskenpflicht in Geschäften strikt ab. «Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel», sagte Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, «um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um unsere Mitmenschen und uns selbst zu schützen».

Die deutsche Bundeskanzlerin ist dafür, die Maskenpflicht im Land weiter aufrechtzuerhalten.
Bild: Wolfgang Kumm/dpa

Die Debatte über ein baldiges Ende der Maskenpflicht im Handel war am Wochenende ins Rollen geraten, nachdem sich der Wirtschaftsminister des norddeutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe, für einen solchen Schritt in seinem Land ausgesprochen hatte.

In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen weiter auf relativ niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter meldeten zuletzt 219 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 196'554 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Robert Koch-Institut (RKI), die Bundesbehörde für Infektionskrankheiten, am Montagmorgen meldete. 9'016 mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach in Deutschland.

14.18 Uhr: Alain Berset postet Masken-Selfie

Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset hat sich erstmals mit Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit gezeigt. Für ein Selfie, das Berset auf seinem Instagram-Kanal teilte, posierte der 48-Jährige vor einem Billetautomaten. «Im ÖV ab heute Pflicht», schrieb Berset unter das Bild. «Und auch sonst bitte eine Maske anziehen, wenn Abstandhalten unmöglich ist.»

13.57 Uhr: Vatikan wegen Corona von Geldsorgen geplagt

Laut Juan Antonio Guerrero Alves, dem Finanzchef des Papstes, droht dem Vatikan in diesem Jahr ein Finanzloch von 53 Millionen Euro. Das berichtet der «Standard». Weil die Vatikanischen Museen, die Haupteinnahmequelle des Kirchenstaates, aufgrund der Corona-Krise zwei Monate geschlossen waren, würden Eintrittsgelder in Millionenhöhe fehlen. Bereits im Mai hatte Guerro gewarnt, dem Vatikan stünden «sehr schwierige Jahre» bevor.

12.43 Uhr: 47 neue Corona-Infektionen in der Schweiz

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt es in der Schweiz 47 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Am Sonntag hatte das BAG noch 70 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Insgesamt wurden demnach bislang 32'315 Personen in der Schweiz positiv auf das Virus getestet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 liegt laut BAG bei 1'686 Menschen.

Grund zur Sorge gibt weiterhin die Reproduktionszahl R, also die Anzahl Personen, die eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Diese liegt nach Angaben der Swiss National Covid-19 Science Task Force des Bundes bei der letzten möglichen Schätzung bei 2,36. Das heisst, dass eine infizierte Person im Durchschnitt fast zweieinhalb weitere Personen ansteckt.

Das letzte Mal war die Zahl Anfang März so hoch gewesen. Um den 22. März fiel die Zahl unter den kritischen Wert von 1. Seit der zweiten Juni Woche ist R wieder signifikant über 1.

12.25 Uhr: Australien schliesst Grenze zwischen Bundesstaaten

Wegen zunehmender Corona-Fälle wird in Australien die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten geschlossen. Die Schliessung des Verkehrs zwischen Victoria und New South Wales tritt am Mittwoch in Kraft, wie der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, am Montag mitteilte.

Am Sonntag waren in Victoria 127 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Davor hatte der Bundesstaat mit rund 7,5 Millionen Einwohnern täglich fast drei Wochen lang zweistellige Zahlen von Neuinfektionen erfasst. Im Rest des Landes hatte es zuletzt nur wenige bekannte Fälle gegeben.

Wie lange die Massnahme andauern soll, gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. Für Menschen, die dringende Gründe für eine Reise haben, soll es Sondererlaubnisse geben. Mit der Schliessung kommt auch der Verkehr zwischen den beiden grössten Städten Australiens, Sydney (New South Wales) und Melbourne (Victoria), zum Erliegen. Die Flugroute zwischen den beiden Städten gehört eigentlich zu meistfrequentierten der Welt. Australien (etwa 25 Millionen Einwohner) ist mit rund 8'500 Corona-Fällen und 105 Todesopfern weniger stark von der Pandemie betroffen als viele andere Länder.

12.01 Uhr: Pilgerfahrt Hadsch dieses Jahr mit Maskenpflicht

Muslimische Pilger müssen bei der diesjährigen Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien zur Eindämmung des Coronavirus einen Mundschutz tragen. Zusätzlich zur Maskenpflicht sollen Ordner zu grosses Menschengedränge verhindern und dafür sorgen, dass die Gläubigen einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten. Das gelte bei Gebeten und religiösen Ritualen wie auch in Restaurants und Zelten, teilte das Zentrum für Seuchenprävention und -bekämpfung laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA in der Nacht zum Montag mit.

An der Pilgerfahrt nahmen 2019 fast 2,5 Millionen Menschen teil, darunter 1,8 Millionen aus dem Ausland. Wegen der Corona-Pandemie hat das Königreich ihre Zahl dieses Jahr drastisch auf wenige Tausend verringert. Teilnehmen dürfen nur Gläubige unter 65 Jahren, die sich bereits im Land befinden. Der Hadsch beginnt dieses Jahr voraussichtlich am 28. oder 29. Juli. Der genaue Termin hängt vom Erscheinen der Neumondsichel ab.

Mit mehr als 20'000 gemeldeten Infektionen und über 1'900 Toten ist Saudi-Arabien im Vergleich zu anderen Ländern im arabischen Raum besonders stark vom Coronavirus betroffen. Am Sonntag lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei etwa 3'600. Die Regierung hatte die Ausgangsbeschränkungen zuletzt trotzdem gelockert.

Wer in diesem Jahr nach Mekka pilgern will, braucht eine Gesichtsmaske (Archivbild).
Bild: Keystone

11.45 Uhr: Reisende halten sich laut SBB an Maskenpflicht

Die SBB hat sich am Montagvormittag sehr zufrieden mit der Umsetzung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gezeigt. Praktisch alle Reisenden hätten eine Maske getragen, sagte SBB-Sprecher Daniele Pallecchi gegenüber Keystone-SDA.

Offenbar seien alle über die ab Montag geltende Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr informiert gewesen. Gemäss ersten Rückmeldungen des Fahrpersonals hätten nur Vereinzelte keine Maske getragen.

Diese seien auf die neue Pflicht hingewiesen worden. «Oftmals hätten sich dann Mitreisende solidarisch gezeigt und eine der eigenen Masken ausgehändigt», sagte Pallecchi. Ob es zu Wegweisungen gekommen ist, wusste Pallecchi noch nicht.

11.29 Uhr: Indien überholt Russland bei Zahl der Corona-Fälle

Indien hat Russland bei der Zahl der Corona-Fälle überholt – nur Brasilien und die USA haben nun mehr gemeldete Infektionen. Das zeigen Zahlen der Johns Hopkins Universität. Indien hatte demnach am Montag mehr als 697'000 Fälle; in Russland wurden nach offizieller Statistik der russischen Behörden insgesamt knapp 688'000 Infektionen registriert. Die Zahlen in Indien steigen schneller an, seit die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie deutlich gelockert wurden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Während des strikten Lockdowns waren Millionen Menschen arbeitslos geworden, viele hatten Angst zu verhungern.

Inzwischen werden in der indischen Hauptstadt und Millionenmetropole Neu Delhi die Krankenhausbetten knapp. Die Regierung lässt temporäre Corona-Krankenhäuser einrichten - unter anderem in Zügen, Hotels und in einem grossen Zentrum, in dem zehntausend Betten aus Karton stehen.

Bewohner eines Slums in Mubai werden auf Covid-19-Symptome untersucht.
Bild: Keystone

10.30 Uhr: US-Privatjet muss Italien wieder verlassen

Ein Privatjet, der in den USA abgeflogen ist, durfte seine Passagiere in Italien nicht ausladen und musste wieder abfliegen, nachdem die Behörden am Elmas Airport in Cagliari ihnen die Einreise verweigert hat. Fünf Personen an Bord waren Amerikaner, zu denen sich ein Passagier aus Italien, Neuseeland sowie zwei Deutsche und Briten gesellt haben.

«Sie haben uns behandelt, als wären die Kriminelle. Das ist nicht fair», zitiert «The Local» eine der Abgewiesenen. Die USA gelten in der Pandemie nicht als sicheres Herkunftsland. Nach einigen Stunden auf dem Airport stiegen die Passagiere wieder ein und flogen nach London. Die Europäer hätten einreisen dürfen, wenn sie eine vierzehntägige Quarantäne einhielten.

10 Uhr: Hotels erholen sich auf tiefem Niveau

Nach einem rabenschwarzen April haben im Mai wieder etwas mehr Menschen in Schweizer Hotels übernachtet. Infolge der Coronakrise bewegten sich die Logiernächte gegenüber dem Vorjahr aber immer noch auf sehr tiefem Niveau, vor allem bei den ausländischen Gästen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) zählte im Mai 0,6 Millionen Logiernächte. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 79,2 Prozent.

Im April hatten die Übernachtungszahlen mit 0,2 Millionen allerdings noch weitaus tiefer gelegen. Von den wenigen Hotelübernachtungen entfielen im Mai nur 85'000 auf ausländische Gäste, was gegenüber dem Vorjahr einem Einbruch von 95,2 Prozent entspricht. Die Logiernächte von Schweizer Hotelgästen gingen mit 540'000 gegenüber Mai 2019 ebenfalls um rund 56,2 Prozent zurück.

Im Vormonatsvergleich zeigte sich allerdings eine erste Erholung, vor allem bei Gästen aus der Schweiz: Im April hatten noch weniger als 150'000 inländische Gäste in Schweizer Hotels übernachtet, im Mai waren es bereits wieder über 500'000. Die Hotelübernachtungen von ausländischen Gästen erhöhten sich von 56'000 im April auf 85'000 im Mai ebenfalls, allerdings nur minimal.

Im Januar und Februar hatte das Jahr für die Schweizer Hoteliers noch verheissungsvoll angefangen, die Logiernächte waren je um über 6 Prozent angestiegen. Während der Wintersaison, die von November 2019 bis Februar 2020 dauerte, wurden noch rund 11,3 Millionen Logiernächte registriert, was einem Plus um gut 5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.

Mit Corona kam im März dann ein erster massiver Einbruch und im April übernachteten praktisch keine Gäste mehr in Hotels, obwohl diese während der Pandemiephase nicht schliessen mussten. Die Hotel-Übernachtungen von Januar bis Mai gingen im Vorjahresvergleich um 43,8 Prozent auf 8,5 Millionen zurück. Von den ausländischen Gästen kamen die meisten aus Deutschland.

9.30 Uhr: Corona-Krise schlägt aufs Gemüt

Trotz Lockerung der Corona-Massnahmen fühlen sich weiterhin viele Menschen gestresster als vor Beginn der Pandemie. Die Häufigkeit schwerer depressiver Symptome ist gar leicht höher als während des Lockdowns. Während des Lockdowns fühlten gemäss einer Studie der Universität Basel 50 Prozent der Teilnehmer einer Online-Umfrage gestresster als vor der Corona-Krise. In der Zeit der Lockerung der Massnahmen sank der Anteil der Gestressten auf 40 Prozent.

Gestiegen ist der Anteil jener Umfrage-Teilnehmer, bei denen sich das Stressempfinden durch das Coronavirus nicht verändert hat: 24 Prozent waren es während des Lockdowns, 28 Prozent in den Wochen danach. Der Anteil jener Menschen, die sich weniger gestresst fühlten, stieg gleichzeitig von 26 auf 32 Prozent. Zugenommen hat dagegen der Anteil der Befragten mit schweren depressiven Symptomen. Während des Lockdowns waren es 9 Prozent, danach knapp 12 Prozent. Dagegen ist der Anteil jener Menschen, die mehr Angst verspürten als vor der Krise, von 57 auf 41 Prozent gesunken.

Bei den am Montag veröffentlichten Angaben zum Stressniveau handelt es sich um die zweiten Ergebnisse der «Swiss Corona Stress Study». Sie beziehen sich auf die Zeit vom 11. Mai bis 1. Juni, als die Massnahmen gegen das Coronavirus schrittweise gelockert wurden. An der anonymen Umfrage nahmen nach Angaben der Uni 10'303 Personen aus der ganzen Schweiz teilt.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage seien zwar nicht repräsentativ, sie bildeten jedoch ein breites Spektrum der Schweizer Bevölkerung ab, hält die Universität Basel. Unerwartet für die Wissenschaftler hat die Umfrage unter anderem auch ergeben, dass ältere Menschen und unter ihnen insbesondere Männer trotz erhöhter Gefährdung durch eine Viruserkrankung besonders resilient sind.

8.40 Uhr: Sonova will bis fünf Prozent aller Stellen streichen

Der für seine Phonak-Hörgeräte bekannte Sonova-Konzern spürt die Corona-Pandemie. Nun möchte er konzernweit vier bis fünf Prozent der Stellen abbauen. Die Reduktion soll – wenn immer möglich – über natürliche Fluktuation erfolgen.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit etwa 15'000 Mitarbeiter, wie CEO Arnd Kaldowski am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte. Betroffen vom Abbau ist in durchschnittlichem Ausmass auch die Schweiz, wo aktuell rund 1'300 Personen für Sonova arbeiten.

7.50 Uhr: Neue ÖV-Maskenpflicht wird gut eingehalten

Fast alle Passagiere tragen in Berner Zügen, Trams und Bussen eine Maske. Das zeigte ein Augenschein am frühen Montagmorgen in zwei Berner S-Bahn-Zügen, einem Tram und einem Postauto. Bis auf wenige Ausnahmen hielten sich alle Passagiere an die seit Montagmorgen geltende Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr (ÖV).

Auch in anderen Regionen wird die Maskenpflicht sehr gut eingehalten. Personen ohne Masken wurden etwa in Winterthur, St. Gallen und Chur kaum oder nur vereinzelt entdeckt.



6.11 Uhr: Jetzt sind Masken in Swiss-Maschinen doch Pflicht

Ab heute müssen Passagiere der Swiss eine Gesichtsmaske tragen um möglichst die Coronavirus-Ansteckung von Passagier zu Passagier oder Crew zu verhindern. Die Airline führt eine Maskenpflicht ein. Bisher gab es bloss eine Empfehlung zum Maskentragen.

Am Flughafen Zürich können Atemschutzmasken am Automaten gekauft werden.
Bild: Keystone/Ennio Leanza

Die neuen Vorgaben der Schweizer Behörden sähen eine Maskentragepflicht in allen öffentlichen Verkehrsmitteln vor, darum werde eine Maskenpflicht auch an Bord der Swiss-Flugzeuge bis auf Weiteres eingeführt, schrieb die Swiss gemäss dem «Tages-Anzeiger» auf Anfrage. Zuvor berichteten am Sonntag die Zeitungen von CH Media darüber.

Noch letzte Woche hatte die Swiss eine Pflicht zum Maskentragen an Bord ihrer Flugzeuge abgelehnt. 

Die bis anhin geltende «starke Empfehlung» sei von den Fluggästen bislang sehr gut befolgt worden. Bereits heute trügen 95 Prozent der Passagiere eine Maske.

Bei der Umsetzung stellen sich dem Bericht von CH Media zufolge Fragen. Wenn sich jemand weigere, Nase und Mund an Bord abzudecken, gelte laut einer internen Mitteilung an die Crew der Ablauf: informieren, aufklären und unterstützen, insistieren und deeskalieren. Die Transportverweigerung soll vermieden werden, «ausser die Flugsicherheit ist unmittelbar gefährdet». Zudem dürfe die Regel grosszügiger und mit Augenmass umgesetzt werden, falls das Social Distancing während eines Fluges offensichtlich gewährleistet sei. Wenn das Flugzeug halbleer ist, könne die Maskentragepflicht über Bord geworfen werden, schreibt die «Luzerner Zeitung» mit Bezug auf das Memo.

Die Luftfahrt zählt in der Schweiz – anders als Bahn, Tram, Bus, Schiff und Seilbahn – nicht zum ÖV, schreibt der «Tages-Anzeiger». Die Fluggesellschaften sind laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) somit von der Maskenpflicht ausgeschlossen. Rechtlich wäre eine Maskenpflicht laut BAG gestützt auf die gesetzlichen Grundlagen in der Schweiz nur dann möglich, sobald die Maschine sich im Schweizer Luftraum befindet. Denn in einem Flugzeug gelte grundsätzlich das Recht jenes Landes, in dessen Luftraum sich die Maschine gerade befinde. Für die letzten 10 Flugminuten über der Schweiz mache die Massnahme aber kaum Sinn, hatte es beim BAG geheissen.

Andere Staaten und Fluggesellschaften folgen dem Bericht zufolge der Empfehlung der EU-Flugsicherheitsbehörde EASA. Diese empfahl bereits vor Wochen, für Flugpassagiere eine Maskenpflicht einzuführen – und zwar sobald sie das Flughafenterminal betreten. Dieser Empfehlung folgt bereits unter anderem der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa.

5.31 Uhr: Maskentragpflicht in Zug, Tram und Bus

Ab heute gilt im öffentlichen Verkehr in der ganzen Schweiz eine Maskentragpflicht. Bussen bei Missachtung sind in der Verordnung nicht vorgesehen. Unkooperative können jedoch an der nächsten Haltestelle des Fahrzeugs verwiesen werden.

Die Maskenpflicht für den ÖV hat der Bundesrat am vergangenen Mittwoch als Präventionsmassnahme beschlossen. Diese gilt für Personen ab zwölf Jahren in Zügen, Trams und Bussen, Bergbahnen, Seilbahnen und auf Schiffen. Bisher gab es im öffentlichen Verkehr die dringende Empfehlung, zu Stosszeiten eine Maske zu tragen. Diese wurde aber wenig befolgt.

Ausnahmen sind möglich für Personen, die zum Beispiel aus medizinischen Gründen keine Gesichtsmasken tragen können. Wer sich keine Maske aufsetzt, für den sind nicht explizit Bussen vorgesehen. Es sei einfach «die Pflicht eines jeden Einzelnen, sich daran zu halten», erklärte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga anlässlich der Bekanntgabe der Massnahme.

Der Bundesrat will auch der erneuten Einschleppung des Virus aus dem Ausland Einhalt gebieten: Ab Montag muss sich deshalb für zehn Tage in Quarantäne begeben, wer aus Risiko-Gebieten in die Schweiz einreist. Die Liste enthält 29 Länder, darunter Serbien, die USA, Brasilien, Russland, Israel, Südafrika und Schweden.

Als Risikoländer gelten solche, in welchen die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen mehr als 60 betrug. Die Flug- und Reisebusgesellschaften werden zudem angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren.

Die betroffenen Personen müssen sich nach der Einreise in die Schweiz innerhalb von zwei Tagen bei den kantonalen Behörden melden. Wer sich nicht daran hält, dem droht gemäss Artikel 83 des Epidemiengesetzes eine Busse bis zu 10'000 Franken. Bei fahrlässiger Zuwiderhandlung sind es maximal 5'000 Franken.

Für die zehn Tage in Quarantäne gibt es keinen Lohnanspruch, da es sich um eine «selbstverschuldete Abwesenheit» handelt, wie Arbeitgeber-Direktor Roland Müller letzte Woche in der Tagesschau von Schweizer Fernsehen SRF sagte.

5.26 Uhr: Quarantäne für 410 Schüler und Lehrer im Jura

Im Kanton Jura sind alle Lehrer und Schüler der Sekundarschulen von Breuleux und Haute-Sorne in Quarantäne geschickt worden, insgesamt 410 Personen. Der Kanton verfügte dies gemäss Mitteilung vom Sonntag nach dem Auftreten neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus.

50 Lehrkräfte und 360 Schülerinnen und Schüler müssen gemäss der am Sonntag vom Kantonsarzt getroffenen Entscheidung zehn Tage in Quarantäne verbringen. Der Kanton zählte innerhalb einer Woche insgesamt dreissig neue Ansteckungen mit dem Coronavirus.

4.58 Uhr: New South Wales schliesst Grenze zu Victoria

Angesichts der starken Zunahme von Coronavirus-Fällen im australischen Bundesstaat Victoria hat der nördliche Nachbar New South Wales die Schliessung der Grenze beschlossen. «Was in Victoria geschieht, ist noch nirgends sonst in Australien passiert», sagte die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, am Montag. «Es ist ein neuer Abschnitt der Pandemie und erfordert eine neue Antwort.»

Nachdem Australien die Pandemie bisher mit vergleichsweise wenigen Infektionen gemeistert hatte, war die Zahl der Neuinfektionen in Victorias Hauptstadt Melbourne zuletzt stark angestiegen und überwiegend auf Übertragung innerhalb der Gemeinde zurückzuführen. Am Montag wurden 127 neue Fälle registriert, insgesamt starben 105 Menschen in Australien mit dem Coronavirus. In allen anderen Bundesstaaten und Territorien Australiens ging die grosse Mehrheit von Neuinfektionen auf aus dem Ausland zurückkehrende Reisende zurück.

Während zu Beginn die meisten Neuinfektionen in Sydney auftraten, hatte Berejiklian die Grenzschliessung anderer Bundesstaaten häufig kritisiert. Die derzeitige Situation in Melbourne sei jedoch beispiellos. Die Grenze soll am Dienstag um Mitternacht geschlossen werden. Einige Flüge und Zugverbindungen solle es weiterhin für Ausnahmefälle geben, kündigte Berejiklian an.

Die Einigung über die Grenzschliesseung war zwischen Berejiklian, dem Premierminister von Victoria Daniel Andrews und dem australischen Premier Scott Morrison erreicht worden.

4.39 Uhr: Louvre ab heute wieder geöffnet

Nach monatelanger Schliessung wegen der Corona-Pandemie öffnet der Louvre in Paris ab heute Montag wieder für Museumsbesucher. 70 Prozent der Museumsflächen, rund 45'000 Quadratmeter, werden dann wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Online-Reservierungen für Museumsbesuche sind bereits seit Mitte Juni möglich. Bis zum 24. Juni gingen nach Museumsangaben rund 12'000 Buchungen ein, hauptsächlich für den Monat Juli.

Das weltberühmte Museum war am 13. März wegen der Corona-Pandemie geschlossen worden. Die Schliessung verursachte nach Angaben von Louvre-Direktor Jean-Luc Martinez Verluste von mehr als 40 Millionen Euro.

4.28 Uhr: Trump kündigt grosse Wahlkampfveranstaltung an

Teilnahme auf eigene Virus-Gefahr: Für seinen Wahlkampf hält Präsident Donald Trump trotz der jüngsten Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA an Grossveranstaltungen fest. Am Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire im Freien vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie «freiwillig alle Risiken» übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne am Sonntag (Ortszeit) erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber «stark ermuntert», bereitgestellte Masken   2w  tragen, hiess es.

Der Auftritt wird Trumps zweite grosse Wahlkampfveranstaltung seit Beginn der Corona-Krise in den USA im März sein. Die erste Veranstaltung in einem geschlossenen Stadion im Bundesstaat Oklahoma vor knapp drei Wochen war eher missglückt: In der Halle in Tulsa blieben Tausende Sitze leer, obwohl Trump erklärt hatte, dass sich rund eine Million Menschen kostenlose Tickets gesichert hätten.

Der Präsident war heftig kritisiert worden, weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Bundesstaat zu dem Zeitpunkt anstieg. Die wenigsten Teilnehmer trugen bei der Veranstaltung Masken. Trump macht kein Geheimnis daraus, dass er den Mund-Nasen-Schutz als lästige Spassbremsen betrachtet.

Mit der Ankündigung der Veranstaltung in New Hampshire kommt Trump jenen Kritikern zumindest ein Stück entgegen, die ihm vorwerfen, für seinen Wahlkampf die öffentliche Gesundheit zu gefährden. Die Rally am Samstag wird im Freien stattfinden, was Experten hinsichtlich einer möglichen Ansteckung als weniger gefährlich einschätzen – ein Risiko bleibt aber. Zudem empfiehlt Trumps Team nun das Tragen von Masken ausdrücklich, auch wenn es nicht verpflichtend sein wird. Die Corona-Lage in New Hampshire, einem Bundesstaat mit rund 1,35 Millionen Einwohnern, ist auch relativ entspannt. Dort wurden seit März nur rund 6'000 bestätigte Infektionen gezählt.

Weil der Republikaner Trump die Gefahr des Coronavirus immer wieder kleinredet, werfen ihm die Demokraten vor, im Kampf gegen die Pandemie aufgegeben zu haben. Joe Biden, der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, will vor der Wahl am 3. November keine Grossveranstaltungen abhalten, solange die Pandemie noch wütet. Trump liebt jedoch die Grossveranstaltungen vor seinen Anhängern unter dem Motto «Make America Great Again» (auf Deutsch etwa: «Amerika wieder grossartig machen») und nimmt dafür auch Risiken in Kauf. In Tulsa wurden einige Mitarbeiter vor der Veranstaltung positiv getestet, hinterher Berichten zufolge auch Sicherheitsbeamte.

Derzeit nehmen die Neuinfektionen in den US-Bundesstaaten im Süden und im Westen des Landes stark zu, etwa in Florida, Texas, Arizona und Kalifornien. Die USA meldeten zuletzt mehrmals rund 50'000 Neuinfektionen pro Tag – mehr als je zuvor. Seit Beginn der Pandemie gab es bereits rund 2,85 Millionen bestätigte Infektionen. Rund 130'000 Menschen sind nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigen.

3.59 Uhr: Frankreichs neue Regierung kommt

Nach dem Rücktritt der französischen Regierung wegen Versäumnissen im Umgang mit der Corona-Pandemie wird bereits an diesem Montag das Kabinett des neuen Premierministers Jean Castex vorgestellt. Die Ankündigung erfolge in zwei Schritten, bestätigte am Sonntag das Präsidentenamt der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Zuerst würden die neuen Minister bekannt gegeben werden, dann die Staatssekretäre. Castex hatte am Freitag eine schnelle und umfassende Umbildung der Regierung angekündigt und von «neuen Talenten» und «Persönlichkeiten mit unterschiedlichem Hintergrund» gesprochen.

Über die neue Regierungsriege wurde bislang nur wenig Konkretes bekannt. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Bezug auf den Präsidentenpalast am Sonntag mitteilte, sollen dem Kabinett ungefähr zwanzig Minister und beigeordnete Minister angehören. Castex war am Freitag Premierminister geworden, nachdem sein Vorgänger Édouard Philippe mitsamt dem ganzen Kabinett zurückgetreten war. Der Regierungswechsel soll dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen Neustart nach der Niederlage seiner Partei und dem Sieg der Grünen bei den Kommunalwahlen ermöglichen.

Im Gespräch für das Umweltministerium ist die 69-jährige Laurence Tubiana. Sie war die französische Verhandlungsführerin bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 und ist Co-Vorsitzende des Bürgerkonvents für das Klima, der Macron Vorschläge zur Bekämpfung des Klimawandels vorgelegt hatte.

Macron strebt nach der Corona-Krise einen Wiederaufbau des Landes an – das betrifft nach seinen Worten die Wirtschaft, das Soziale, den Umweltschutz und die Kultur. Unter dem Schlagwort «ökologischer Wiederaufbau» will Frankreichs Staatschef nach der Corona-Krise gleichermassen Umweltbewusstsein und Wirtschaftskompetenz demonstrieren.

Auf Twitter erklärte Macron am Sonntag, dass er eine Regierung der Mission und der Einheit wolle, die seine Politik des Wiederaufbaus des Landes umsetze. Dabei werde niemand vergessen. «Das Projekt, für das mich die Franzosen 2017 gewählt haben, steht weiterhin im Mittelpunkt meiner Politik. Aber es muss sich an die internationalen Umwälzungen und die Krisen anpassen, die wir erleben: Es muss ein neuer Weg beschritten werden», schrieb der Präsident.

Castex ist der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. In der Corona-Krise war er dafür zuständig, die Lockerungen zu koordinieren. Der 55-jährige Vertraute des früheren konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy übte bis zum Zeitpunkt seiner Ernennung den Posten des Bürgermeisters in Prades in Südwestfrankreich aus.

Wie der Amtssitz des Staatschefs weiter bestätigte, will Macron anlässlich des französischen Nationalfeiertags am 14. Juli womöglich in Form eines Fernsehinterviews die wichtigsten Linien seiner Politik für die nächsten zwei Jahre seiner Amtszeit vorstellen. Die allgemeine Grundsatzrede von Castex soll danach folgen.

3.32 Uhr: Broadway-Star Nick Cordero an Corona gestorben

Broadway-Star Nick Cordero ist am Coronavirus gestorben. Cordero sei am Sonntag in Los Angeles nach mehr als 90 Tagen im Krankenhaus und schweren medizinischen Komplikationen gestorben, teilte seine Frau Amanda Kloots mit. Er war 41 Jahre alt. «Nick war so ein helles Licht. Er war jedermanns Freund, liebte es, zuzuhören, zu helfen und besonders zu sprechen», schrieb Kloots auf Instagram. «Er war ein unglaublicher Schauspieler und Musiker. Er liebte seine Familie und er liebte es, Vater und Ehemann zu sein.»

Der für einen Tony Award nominierte Cordero spielte in Stücken wie «Waitress», «A Bronx Tale» und «Bullets over Broadway» häufig harte Kerle. Der schlaksige Schauspieler wurde mit der Rolle des Ehemanns Earl bekannt, den er neben Jessie Mueller in «Waitress» spielte. Bei «Bullets over Broadway» traf Cordero Kloots, 2017 heirateten sie und bekamen später einen Sohn, der jetzt ein Jahr alt ist. Für seine Leistung in der Filmadaption des Stückes von Woody Allen wurde Cordero für den Tony Award nominiert. Für «Rock of Ages» zog er nach Los Angeles. Im Fernsehen war er in mehreren Episoden von «Blue Bloods» und «Law and Order: Special Victims Unit» zu sehen. Ausserdem hatte er eine Rolle im Film «Going in Style».

Cordero war am 30. März in die Notaufnahme gekommen und hatte eine Reihe von kleinen Schlaganfällen, Blutgerinseln, septischen Infektionen, einen Luftröhrenschnitt und einen zeitweisen Herzschrittmacher implantiert bekommen. Er war künstlich beatmet worden und ohne Bewusstsein. Sein rechtes Bein musste amputiert werden. Eine Lungentransplantation wurde erwogen.

Schauspielkollegen halfen, Geld für die medizinische Behandlung zu sammeln. Sylvester Stallone schickte ein Video mit seinen besten Wünschen.

2 Uhr: Corona-Alarm an Bord von kanadischem Militärjet

Ein kanadisches Militärflugzeug hat einen Flug nach Lettland wegen Coronavirus-Alarms abgebrochen. Es habe die Sorge geherrscht, dass sich Soldaten an Bord der Maschine mit dem Virus infiziert haben könnten.

Nach ihren Angaben drehte das Flugzeug um, nachdem die Armee erfahren hatte, dass an der Trenton-Militärbasis in der kanadischen Provinz Ontario jemand positiv auf das Virus getestet worden war, teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Ottawa mit.

Von diesem Stützpunkt war das Flugzeug gestartet. Es sei möglich, dass die insgesamt 70 Passagiere und Crew-Mitglieder mit dem infizierten Patienten in Kontakt gewesen seien, sagte die Sprecherin.

Für die Soldaten an Bord der Maschine wurde den Angaben zufolge eine 14-tägige Quarantäne auf der Basis Trenton angeordnet. Der Vorfall habe keine grösseren Auswirkungen auf die kanadische Beteiligung an der Nato-Mission im Baltikum, betonte die Sprecherin. In Lettland sind rund 540 kanadische Soldaten stationiert.

0.06 Uhr: Maut-Einnahmen in Deutschland eingebrochen

Die deutsche Regierung muss wegen der Corona-Krise auf millionenschwere Einnahmen aus der Lastwagen-Maut verzichten. Im Mai wurden rund 95 Millionen Euro weniger Mautgebühren eingenommen als im Vorjahresmonat.

Bereits im April hatte das deutsche Verkehrsministerium deutlich geringere Einnahmen: rund 88 Millionen Euro weniger als im Jahresvergleich. Das geht aus der Antwort der deutschen Regierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, die der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Montagsausgabe) vorliegt. Für Juni rechne das Verkehrsministerium mit einer Erholung gegenüber den Vormonaten.

Die Maut-Einnahmen fliessen massgeblich in die Finanzierung des Strassenbaus. Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Sven-Christian Kindler, forderte daher Verkehrsminister Andreas Scheuer auf, Strassenbauprojekte, die schon jetzt Milliardengräber seien, zu den Akten zu legen. «Der Strassenbauetat ist sowieso völlig überdimensioniert und blockiert die Verkehrswende und den Klimaschutz», sagte Kindler. In Zukunft müssten die Gelder aus der Lastwagen-Maut auch in die Finanzierung des Nahverkehrs, der Bahn und des Radverkehrs fliessen, forderte der Grünen-Verkehrspolitiker.

Anfang Juni hatte das Verkehrsministerium in einem Positionspapier zum Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden ausgeführt, dass im Gesamtjahr 2020 infolge der Pandemie mit einer Lücke von 500 bis 600 Millionen Euro bei den Mauteinnahmen zu rechnen sei.

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