Kurz vor WEF-StartTausende Soldaten erhalten mysteriösen Marschbefehl – was dahintersteckt
Sven Ziegler
15.1.2026
Schweizer Soldaten am WEF. (Symbolbild)
KEYSTONE
Kurz vor dem Jahrestreffen des World Economic Forum in Davos haben tausende Armeeangehörige einen angeblichen Mobilisierungsbefehl per SMS erhalten. Hinter der Aktion steckt jedoch kein echter Alarm, sondern eine geplante Cyber-Sicherheitsübung der Schweizer Armee.
Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos rückten nicht nur Sicherheitsmassnahmen rund um die Konferenz in den Fokus, sondern auch die Soldatinnen und Soldaten selbst. Knapp 5000 Angehörige der Schweizer Armee erhielten auf ihren Mobiltelefonen eine SMS mit einem vermeintlichen «Einsatzbefehl MOB», ergänzt mit einem Link zu angeblichen Zusatzinformationen, schreibt die «Aargauer Zeitung»
Wer diesem Link folgte, landete auf einer Webseite mit einer klaren Botschaft: Die Reaktion war falsch, der Klick Teil einer bewusst inszenierten Phishing-Attacke. Solche Betrugsversuche zielen darauf ab, sensible Daten wie Passwörter oder Zugangscodes abzugreifen.
Initiiert wurde die Aktion vom Kommando Cyber der Schweizer Armee. «Das ist kein echter Angriff, sondern eine Übung», bestätigte Sprecherin Lorena Castelberg. Wie viele Armeeangehörige auf den Link geklickt haben, sei derzeit noch unklar. Eine Auswertung werde erst nach Abschluss des Tests erfolgen, der bis zum Start des WEF laufe.
Keine Mobilisierungsbefehle per SMS
Solche Phishing-Tests führt das Kommando Cyber jährlich durch. Zwar sei das Bewusstsein für Cybergefahren innerhalb der Armee bereits ausgeprägt, dennoch brauche es regelmässige Schulungen. Die Angriffsmethoden entwickelten sich laufend weiter, zunehmend auch mithilfe künstlicher Intelligenz.
Klar ist aus Sicht der Armee: Mobilisierungsbefehle werden nicht per SMS verschickt. Stattdessen setzt die Armee seit Oktober 2024 auf digitale Lösungen. Marschbefehle und weitere Dienstinformationen sind über die App «DIM-Wallet» abrufbar, die mit dem digitalen Dienstmanager der Armee verknüpft ist und auch ohne Internetverbindung funktioniert.
Während des WEF unterstützen die Armeeangehörigen den Schutz kritischer Infrastrukturen in Davos. Zusätzlich leisten sie in anderen Regionen des Landes Einsätze in Logistik und Führungsunterstützung. Der Einsatz erfolgt im Assistenzdienst nach dem Subsidiaritätsprinzip – die Verantwortung liegt bei den zivilen Behörden des Kantons Graubünden.