Vorsicht in Region BaselAbstimmungsplakat sorgt für Vollbremsung auf 80er-Strecke
Lea Oetiker
10.2.2026
Im Baselbiet fordern bürgerliche Parteien strengere Regeln für Tempo 30 auf Hauptstrassen – ihre Abstimmungsplakate bremsen den Verkehr jetzt aber selbst aus. (Symbolbild)
KEYSTONE
Im Kanton Baselland bringen Abstimmungsplakate mit Tempo-30-Symbolen moderne Autos zum Bremsen. Ihre Assistenzsysteme erkennen die Abbildungen fälschlich als echte Verkehrsschilder.
Im Kanton Baselland sorgt nicht nur die Diskussion um Tempo 30 auf Hauptstrassen für Gesprächsstoff, sondern auch deren unerwartete Nebenwirkung: Die Abstimmungsplakate zur entsprechenden Initiative bringen moderne Autos zum Bremsen. Das berichtet die «Basler Zeitung».
Vereinzelte Fahrzeughalter berichteten der Baselbieter Polizei, dass Fahrassistenzsysteme die auf den Plakaten abgebildeten Tempo-30-Schilder als echte Verkehrszeichen interpretieren. Auch der TCS ist darauf aufmerksam gemacht worden.
Wird der Tempomat verwendet, verlangsamen die Autos daraufhin selbstständig ihre Fahrt, etwa auf Kantonsstrassen, wo eigentlich Tempo 80 erlaubt ist. Besonders betroffen sind Fahrzeuge, die Verkehrsschilder mittels Kamera- und Bilderkennungssoftware erfassen, etwa Tesla-Modelle.
«Es ist fast ironisch, wir wollen ja eigentlich mit der Initiative die Ausbremsung verhindern», sagt Birgit Kron, Politikchefin des TCS beider Basel zur Zeitung. Man nehme das Thema ernst, betont sie: «Abstimmungsplakate dürfen die Verkehrssicherheit nicht gefährden.»
Verantwortung bleibt beim Menschen
Das Strassenverkehrsgesetz untersagt ohnehin Reklamen, die zu Verwechslungen mit offiziellen Signalen führen könnten. Laut dem TCS seien die Symbole auf den Plakaten zwar nur nachgezeichnet und klar als Werbung erkennbar – für Kameras moderner Autos gilt das aber offenbar nicht.
Für das Bundesamt für Strassen (Astra) bleibt die Verantwortung klar beim Menschen: Assistenzsysteme sollen Fahrerinnen und Fahrer nur unterstützen, führen den Wagen aber nicht autonom. Unfälle aufgrund von Fehlinterpretationen seien bisher keine bekannt. Auch die Polizei spricht von vereinzelten Hinweisen und sieht derzeit keinen Anlass für ein Verbot solcher Designs, mahnt aber zur Vorsicht.
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