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Riesige Hagelkörner gingen im Tessin nieder.
MeteoSchweiz
Ein heftiges Unwetter hat am Dienstagabend das Südtessin getroffen. Hagelkörner von bis zu sieben Zentimetern Durchmesser beschädigten Dächer, Autos und Felder. Gleichzeitig registrierte MeteoSchweiz einen neuen Niederschlagsrekord für die Alpensüdseite.
Binnen weniger Minuten verwandelte sich das Südtessin am Dienstagabend in eine weisse Landschaft. Eine besonders heftige Gewitterzelle zog gegen 21.30 Uhr über das Mendrisiotto und brachte sintflutartigen Regen, starke Windböen und aussergewöhnlich grosse Hagelkörner.
Nach Angaben von MeteoSchweiz erreichten einzelne Hagelkörner einen Durchmesser von bis zu sieben Zentimetern. Augenzeugen berichteten von Geschossen, die teilweise die Grösse von Aprikosen hatten – selbst für das gewitteranfällige Tessin ein seltenes Ereignis.
Besonders betroffen waren die Gemeinden Morbio Superiore, Morbio Inferiore, Castel San Pietro, Balerna, Coldrerio, Vacallo und Chiasso.
Teilweise wurden Dächer beschädigt, Dachfenster zerstört und zahlreiche Fahrzeuge durch den Hagel in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Landwirtschaft meldete erhebliche Schäden. Mehrere Strassen und Unterführungen mussten vorübergehend gesperrt werden.
Die Feuerwehren standen die ganze Nacht im Einsatz. Insgesamt waren laut den Behörden 35 Feuerwehrleute und rund 15 Fahrzeuge aufgeboten.
Neben dem Hagel sorgten vor allem die enormen Regenmengen für Aufsehen. Allein zwischen 21 und 22 Uhr fielen im Mendrisiotto rund 60 Liter Wasser pro Quadratmeter.
In Coldrerio registrierte MeteoSchweiz innerhalb von nur zehn Minuten 40,9 Millimeter Niederschlag. Damit wurde der bisherige Rekord für die Alpensüdseite übertroffen. Der alte Höchstwert lag bei 37,1 Millimetern und war erst 2024 in Cadenazzo gemessen worden.
Heftige Gewitter mit sehr grossem Hagel wurden gleichzeitig auch im benachbarten Piemont beobachtet. Die Wetterlage blieb während der Nacht angespannt und verlagerte sich später Richtung Lugano und Monte Ceneri.
Trotz der eindrücklichen Bilder und beträchtlicher Sachschäden wurden bislang keine Verletzten gemeldet.