Saftige Busse im Kanton Schwyz Tierschutzkontrolle auf Hof eskaliert – Nachbar drückt Beamtin gegen Wand

Dominik Müller

13.5.2026

Die Veterinärämter der Kantone überprüfen regelmässig die Haltungsbedingungen von Tieren in der Schweiz. (Symbolbild)
Die Veterinärämter der Kantone überprüfen regelmässig die Haltungsbedingungen von Tieren in der Schweiz. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Als eine Tierschutzkontrolleurin ihr Handy zückt, kippt die Situation. Ein Mann fühlt sich provoziert, greift ein und wird gewalttätig. Die Konsequenzen: eine Verurteilung und eine hohe Busse.

Dominik Müller

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  • Bei einer Tierschutzkontrolle auf einem Hof im Kanton Schwyz griff ein 56-jähriger Mann eine Beamtin verbal und körperlich an.
  • Dafür wurde er wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden zu einer bedingten Geldstrafe sowie mehreren tausend Franken Busse und Kosten verurteilt.
  • Solche Vorfälle sind laut Behörden selten, da Kontrollen meist ruhig verlaufen und auf Deeskalation gesetzt wird.

Ende Juni 2025 führten zwei Angestellte des Veterinäramts der Urkantone – sprich der Kantone Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden – eine Tierschutzkontrolle auf einem Schwyzer Hof durch. So weit, so unspektakulär: Alle Kantone sind angehalten, die Einhaltung der Tierschutzgesetzgebung regelmässig zu überprüfen.

Dann spitzt sich die Lage plötzlich zu: Ein Nachbar, der sich ebenfalls auf dem Hof aufhielt, griff die Kontrolleurinnen verbal an und bezeichnete diese als «Mafia». Zudem sei es illegal, was sie machen würden.

Eine der Beamtinnen zückte daraufhin ihr Handy und kündigte an, die Polizei zu informieren. Dies liess beim Nachbarn endgültig die Sicherungen durchbrennen: Er versuchte, der Beamtin das Handy zu entreissen, packte sie mit beiden Händen an den Schultern und drückte sie gegen die Wand.

Nun ist der 56-Jährige per Strafbefehl wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte durch die Staatsanwaltschaft Schwyz verurteilt worden. Das Strafmass beträgt eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 170 Franken (also 10'200 Franken) bei einer Probezeit von zwei Jahren. Mit Sicherheit bezahlen muss der Mann hingegen eine Busse sowie Verfahrenskosten von insgesamt rund 3400 Franken.

Angriffe sind «äusserst selten»

Der Fall zeigt: Das Thema Tierschutz ist emotional. Allerdings bleiben Tätlichkeiten bei Kontrollen die Ausnahme: «Wir führen jährlich eine vierstellige Anzahl Kontrollen durch, dabei kommt es nur in wenigen Fällen zu Drohungen oder Beleidigungen», schreibt Marco Gut, Kantonstierarzt beim Veterinäramt der Urkantone, auf Anfrage von blue News.

Tätlichkeiten wie beispielsweise Stossen seien sogar «äusserst selten». Auch ein Trend respektive eine Zu- oder Abnahme solcher Fälle lässt sich gemäss Gut im Langzeitvergleich nicht erkennen, es handle sich jeweils um spezifische Einzelfälle.

Kontrolliert werde eine breite Palette: vom Gesundheits- und Nährzustand der Tiere über die Masse von Gehegen bis hin zu Hygiene und Sauberkeit, Sozialkontakt, Auslauf und der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen. 

Kontrolleure tauchen unangemeldet auf

«Tierschutzkontrollen erfolgen in der Regel aufgrund von Meldungen aus der Bevölkerung und unangemeldet», so Gut. Werden Mängel festgestellt, werden diese mit der Tierhalterin respektive dem Tierhalter besprochen und Fristen zur Behebung gesetzt.

«Die absolute Mehrheit der Tierhalter anerkennt die Notwendigkeit von Kontrollen»

Marco Gut

Kantonstierarzt Veterinäramt der Urkantone

Bei den Behörden setze man auf das Verhindern solcher Eskalationen. «Die Kontrolleure werden spezifisch betreffend Kommunikation aber auch im Umgang mit schwierigen Situationen geschult», so Gut. Das Ziel sei immer, zu deeskalieren. «Kontrollen werden teilweise auch abgebrochen und später wiederholt, um die Situation zu entschärfen.» In seltenen Fällen erfolgen Kontrollen auch mit Unterstützung der Polizei.

Und der Kantonstierarzt betont: «Die absolute Mehrheit der Tierhalter anerkennt die Notwendigkeit von Kontrollen.» Ein sehr grosser Anteil der Tierhaltungen setze die gesetzlichen Vorgaben um.


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