Bauprojekt in Winterthur Traditionsrestaurant weicht Renditeobjekt – dahinter steckt ein Nati-Star

Dominik Müller

18.1.2026

Im Restaurant Freieck in Winterthur-Seen werden keine Gäste mehr bedient.
Im Restaurant Freieck in Winterthur-Seen werden keine Gäste mehr bedient.
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Fast ein halbes Jahrhundert prägte das Restaurant Freieck das Quartier in Winterthur-Seen – nun soll an seiner Stelle ein Apartmenthaus entstehen. Hinter dem Projekt steht kein Unbekannter: Nati-Star Manuel Akanji.

Dominik Müller

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  • Das traditionsreiche Restaurant Freieck in Winterthur-Seen wurde Ende 2024 geschlossen und soll durch ein neues Apartmenthaus ersetzt werden.
  • Bauherrin des Projekts ist eine Firma mit dem Fussball-Nationalspieler Manuel Akanji als Verwaltungsratspräsidenten.
  • Geplant sind 28 kleine Wohnungen mit Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Fast 45 Jahre lang prägte das Restaurant Freieck das Stadtbild in Winterthur-Seen. Ende 2024 schloss das Lokal endgültig. Nun bestätigt sich: Das Gebäude an der Tösstalstrasse soll verschwinden. An seiner Stelle ist ein Neubau geplant – ein Apartmenthaus, wie aus dem kürzlich aufgelegten Baugesuch hervorgeht und über das der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Bauherrin ist eine Firma aus Winterthur. Ein Blick ins Handelsregister zeigt einen prominenten Namen: Verwaltungsratspräsident ist Fussball-Nati-Star Manuel Akanji, im Gremium sitzt auch seine Frau Melanie.

Akanji, aufgewachsen in Wiesendangen, zählt seit Jahren zu den Leistungsträgern der Schweizer Nationalmannschaft. Nach Stationen bei Borussia Dortmund und Manchester City spielt der 30-jährige Verteidiger aktuell leihweise bei Inter Mailand – und das sehr erfolgreich. Der Klub führt derzeit die Serie A an, Akanji ist Stammspieler.

Geplant sind 28 Wohnungen

Das Projekt in Winterthur sieht gemäss «Tages-Anzeiger» 28 Ein- und Zweizimmerwohnungen vor. Die Flächen liegen zwischen 27 und 60 Quadratmetern. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage mit rund 110 Quadratmetern vorgesehen. Laut Baugesuch kaufte die Firma der Akanjis das Grundstück für 3,9 Millionen Franken. Die reinen Baukosten werden auf rund 8 Millionen Franken geschätzt.

Der Nati-Star dürfte sich das leisten können: Die «Bilanz» listete ihn 2024 unter den 100 reichsten Schweizerinnen und Schweizern unter 40, mit einem Vermögen von geschätzten 20 bis 50 Millionen Franken. Auf Anfragen des «Tages-Anzeigers» reagierte der Fussballer nicht.