437 Neuansteckungen — 2500 Studierende in Lausanne müssen in Quarantäne

Agenturen/red

23.9.2020 - 21:44

An der Hotelfachschule Lausanne müssen 2500 Studierende in Quarantäne. Unterdessen meldet das BAG 437 Neuinfektionen bei 12‘896 Tests. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Aus der Schweiz und Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 437 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Neue Todesfälle registrierte das Amt nicht. 15 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Dienstag meldete das BAG 286 neue Ansteckungen. Am Montag hatte das Amt erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden.

Am Freitag der vergangenen Woche waren 488 Fälle registriert worden, am Donnerstag 530 und am Mittwoch vor Wochenfrist 514 Fälle. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 51'101 laborbestätigte Infektionen, wie das BAG am Mittwoch weiter mitteilte.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'300'022 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Innerhalb eines Tages wurden dem BAG 12'896 neue Tests gemeldet. Bei 4,6 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Für die letzten sieben Tage betrug die Positivitätsrate 3,9 Prozent.

2500 Studierende der Hotelfachschule Lausanne müssen in Quarantäne

Quarantäne für 2500 Studierende an der Hotelfachschule Lausanne (EHL). Es betrifft somit den gesamten Bachelor-Studiengang, etwa drei Viertel der Hochschule. Die Quarantäne gilt bis 28. September, wie die Behörden des Kantons Waadt am Mittwochabend mitteilten.

Die Entscheidung zu diesem Schritt sei in Absprache zwischen kantonalem Gesundheitsamt, Gesundheitsdepartement und Erziehungsdepartement getroffen worden, hiess es vom Kanton weiter.

Nach ersten Erkenntnissen werde davon ausgegangen, dass die Infektionsherde auf eines oder mehrere Feste und Partys noch vor der Verschärfung der kantonalen Massnahmen vom 15. September gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurückgehen, präzisierte die Waadtländer Regierung in Lausanne.

Nach Angaben von Kantonsarzt Karim Boubaker wurde bei elf Studierenden eine Ansteckung mit dem Coronavirus festgestellt. Die Quarantäne sei am vergangenen Samstag verfügt worden, für zehn Tage. Man werde die Ansteckungsfälle rigoros verfolgen und stehe in täglichem Austausch mit der Hotelfachschule, sagte Boubaker gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Unterricht an der Hotelfachschule soll ungehindert weitergeführt werden, wie die Direktion der EHL betonte. Das werde via Internet (online) geschehen. Die Schule habe zudem alle notwendigen Hygiene-Massnahmen in die Wege geleitet.

Schweizweit standen nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Mittwoch 3610 Personen in Isolation, und 7351 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 13'115 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Das Wichtigste in Kürze:

  • An der Hotelfachschule Lausanne müssen insgesamt 2500 Studierende in Quarantäne.
  • Das BAG meldet 437 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet bei 12‘896 Tests. Das entspricht einer  Positivitätsrate von 3,4 Prozent.
  • Die Zahlungsmoral der Firmen hat in der Schweiz bislang noch nicht unter der Coronakrise, sondern sich in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessert.
  • Schon mehrfach gab es in den letzten Wochen Fälle, in denen Forscher von ihnen entwickelte Corona-Impfstoffe an sich selbst testeten. Derlei Selbstversuche müssten dringend reguliert werden, fordern jetzt Wissenschaftler aus Amerika und Dänemark.
  • Die Lufthansa will im Oktober damit beginnen, Passagieren Corona-Schnelltests zur Verfügung zu stellen.
  • Saudi-Arabien will die muslimische Wallfahrt Umrah nach sieben Monaten Corona-Auszeit schrittweise und unter strengen Auflagen wieder erlauben.

21.44 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch

21.31 Uhr: Britischer Oppositionsführer: Regierung in Pandemie «gescheitert»

Der britische Oppositionsführer Keir Starmer hat den Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Die aktuelle Corona-Situation des Landes sei auf ein «Scheitern der Regierung» zurückzuführen, sagte der Chef der Labour-Partei in einer Fernsehansprache im Sender BBC. Mit mehr als 6000 Fällen zählte Grossbritannien den höchsten Stand an täglichen Neuinfektionen seit Anfang Mai. Premierminister Boris Johnson hatte zu Beginn der Woche wieder schärfere Corona-Massnahmen eingeführt und die Briten am Dienstag in einer Fernsehansprache darauf eingeschworen, sich daran zu halten.

Die Labour-Partei unterstütze zwar die neuen Corona-Massnahmen, sehe aber gleichzeitig die Notwendigkeit für eine weitere Unterstützung der Wirtschaft. Das aktuelle Programm, mit dem die Regierung Zuschüsse zu ausfallenden Gehältern zahlt, läuft Ende Oktober aus. Finanzminister Rishi Sunak will am Donnerstag erklären, wie es danach weiter gehen soll.

Zudem kritisierte Starmer, dass Grossbritannien noch immer nicht über ein funktionierendes Test- und Nachverfolgungssystem verfüge und Menschen teilweise Hunderte Kilometer weit für einen Test fahren müssten. «Es sollte so nicht sein», sagte Starmer. «Wir sollten nicht eine der höchsten Todesraten in Europa haben». Mit mehr als 40'000 Toten nach einer Infektion mit dem Virus ist Grossbritannien das am schwersten getroffene Land Europas.

21.10 Uhr: Zürcher Teillohn-Projekte sollen Folgen der Coronakrise abfedern

Der Zürcher Gemeinderat hat am Mittwoch 3 Millionen Franken für Anbieter von Teillohnstellen genehmigt. Diese ermöglichen es Sozialhilfebezügern, einer Arbeit nachzugehen. Die Folgen des Coronavirus sollen speziell abgefedert werden.

Geld aus der Stadtkasse erhalten in den kommenden drei Jahren die Dock Gruppe, der Verein Arche, die Caritas und die Stiftung Arbeitskette, die mehrere Restaurants betreibt.



Der Gemeinderat genehmigte die Beträge für die Jahre 2021 bis 2024 wie vom Stadtrat beantragt. Der Stadtrat hatte die Gelder jedoch Anfang April beantragt – also noch zu Beginn der Corona-Pandemie.

21.01 Uhr: Deutschland erklärt Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten

Die deutsche Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht.

20.49 Uhr: Bars und Restaurants in Marseille müssen wegen Corona schliessen

Frankreich schliesst im Kampf gegen das Coronavirus Bars und Restaurants in Teilen des Landes. Für die südfranzösische Hafenmetropole und das Überseegebiet Guadeloupe sei die «maximale Alarmstufe» ausgerufen worden, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwoch. Dort müssten ab Samstag alle Bars und Restaurants komplett schliessen. In der Hauptstadt Paris und weiteren Grossstädten wie Lille oder Rennes müssten Bars ab Montag um 22.00 Uhr schliessen.

Dort gelte nun eine «hohe Alarmstufe», es gebe daher eine Obergrenze von zehn Personen bei Treffen in der Öffentlichkeit, erklärte Véran. Im stark betroffenen Marseille würden zudem alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen geschlossen, sofern sie kein "strenges Gesundheitsprotokoll" eingeführt hätten, sagte Véran. Theater und Kinos seien davon nicht betroffen. Ziel sei es, dass die Bars und Restaurants in der Hafenstadt nicht länger als zwei Wochen geschlossen sein müssten.

In Paris ist die Corona-Lage angespannt. Innerhalb einer Woche haben sich rund 180 von 100'000 Menschen in der Hauptstadt mit dem Coronavirus infiziert. In anderen Regionen des Landes ist dieser Wert aber durchaus noch höher. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen, mehr als 31'000 Menschen sind bisher gestorben. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen liegt regelmässig bei mehr als 10'000.

20.26 Uhr: Auch Genf auf belgischer Verbots-Liste

Belgien hat nach den Kantonen Freiburg und Waadt nun auch Genf auf die «rote Liste» gesetzt. Laut der Homepage des belgischen Aussenministeriums sind Reisen in diese Kantone nicht gestatten. Zudem gelte bei Reisen in 14 weitere Kantonen «erhöhte Wachsamkeit», darunter Bern, St. Gallen, Wallis und Zürich.

19.48 Uhr: FDA-Chef versichert: Keine politische Einmischung bei Impfzulassung

Der Chef der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, hat versichert, dass er keinen politischen Einfluss auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen erlauben wird. Die Entscheidung werde allein von Experten der FDA auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen, sagte Hahn bei einer Anhörung im US-Senat. «Die FDA wird keine Einmischung von wem auch immer zulassen.»

In den vergangenen Wochen hatte Präsident Donald Trump für Aufsehen damit gesorgt, dass er Mitarbeitern der Behörde vorwarf, Impfstoff-Tests absichtlich zu verzögern. Ausserdem hatte er — entgegen Einschätzung von Experten - wiederholt angekündigt, dass ein Impfstoff bereits Ende Oktober zugelassen werden könnte, also noch kurz vor der Präsidentenwahl am 3. November.

«Wir würden keinen Impfstoff zulassen, den wir nicht auch unseren Familien verabreichen würden», sagte Hahn. Der renommierte Immunologe Anthony Fauci betonte bei der Anhörung, dass man noch nicht wisse, wie effizient die derzeit getesteten Impfstoffe sein werden und wie lange ihre Wirkung andauern werde.

19.13 Uhr: UN-Organisationen: Falschmeldungen gefährden die Corona-Bekämpfung

Mehrere UN-Organisationen haben vor fatalen Auswirkungen durch Falschmeldungen in der Corona-Pandemie gewarnt. «Fehlinformationen kosten Leben. Ohne das entsprechende Vertrauen und die richtigen Informationen bleiben diagnostische Tests ungenutzt, Impfkampagnen (oder Kampagnen zur Förderung wirksamer Impfstoffe) werden ihre Ziele nicht erreichen und das Virus wird weiterhin gedeihen», teilten die Vereinten Nationen und ihr angeschlossene Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bündnis mit.

Zudem erhöhten gefälschte Inhalte unter anderem in den Sozialen Medien das Risiko von Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen, so dass auch die Förderung demokratischer Strukturen unter ihnen leide. «Wir fordern die (UN)-Mitgliedstaaten auf, Aktionspläne zur Bekämpfung der Infodemie zu entwickeln und umzusetzen, indem sie die rechtzeitige Verbreitung genauer Informationen auf wissenschaftlicher Grundlage an alle Gemeinschaften und insbesondere an Risikogruppen fördern.» Auch Medien und Internetplattformen seien zum Handeln aufgerufen.

18.46 Uhr: Mobilfunk-Messe MWC in den Sommer 2021 verschoben

Die Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona wird im kommenden Jahr wegen der Coronakrise von März auf den Sommer verschoben. Das weltgrösste Branchen-Event soll nun vom 28. Juni bis 1. Juli stattfinden, wie die Veranstalter mitteilten.

In diesem Jahr war der Mobile World Congress nach dem Ausbruch der Pandemie abgesagt worden. 2021 soll es wieder eine Veranstaltung vor Ort geben, weil es grossen Bedarf gebe. Zugleich plane man auch einige Online-Elemente als Ergänzung.

Bis zum Sommer 2021 könnte es nach Einschätzung von Experten eine gewisse Verbreitung von Corona-Impfstoffen geben — auch wenn sie nicht davon ausgehen, dass sich die Lage bis dahin wieder gänzlich normalisiert haben wird.

Eine andere grosse Technik-Messe, die CES in Las Vegas, blieb unterdessen bei ihrem Termin im Januar — soll aber komplett online stattfinden.

18.21 Uhr: 2500 Studierende an Hotelfachschule Lausanne müssen in Quarantäne 

Update 18.42 Uhr: Quarantäne für 2500 Studierende an der Hotelfachschule Lausanne (EHL). Es betrifft somit den gesamten Bachelor-Studiengang, etwa drei Viertel der Hochschule. Die Isolation gilt bis 28 September, wie die Behörden des Kantons Waadt mitteilten.

Die Entscheidung zu diesem Schritt sei in Absprache zwischen kantonalem Gesundheitsamt, Gesundheitsdepartement und Erziehungsdepartement getroffen worden, hiess es vom Kanton weiter.

Es wird vermutet, dass die Infektionsherde auf mehrere Feste und Partys noch vor der Verschärfung der kantonalen Massnahmen vom 15. September gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurückgehen, präzisierte die Waadtländer Regierung in Lausanne.

2500 Studierende an der Hotelfachschule Lausanne müssen in Quarantäne..
Keystone/PETER KLAUNZER (Archivbild)

Der Unterricht an der Hotelfachschule soll ungehindert weitergeführt werden, unterstrich die Direktion der EHL. Das werde via Internet (online) geschehen. Die Schule habe zudem alle notwendigen Hygiene-Massnahmen in die Wege geleitet.

18.07 Uhr: Mehr als 6000 neue Corona-Fälle in Grossbritannien

Mit mehr als 6000 neuen Fällen innerhalb eines Tages hat Grossbritannien den höchsten Stand an Corona-Neuinfektionen seit Anfang Mai erreicht. Die zuständige Regierungsbehörde zählte 6178 neue positiv getestete Fälle. Lediglich an zwei Tagen seit Beginn der Pandemie habe die Zahl in Grossbritannien höher gelegen, hiess es. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet — das heisst, mehr Fälle blieben unentdeckt.

Das Testsystem in Grossbritannien geriet in den vergangenen Wochen an seine Grenzen: In vielen Testzentren waren kaum noch Tests verfügbar, teilweise mussten Bürger mit Symptomen mehrere Hundert Kilometer fahren.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmassnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England von Donnerstag an um 22 Uhr schliessen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet. Die Regierung forderte Arbeitnehmer auf, wenn möglich, wieder von zuhause aus zu arbeiten. In Schottland und Nordirland gelten noch schärfere Regeln, dort dürfen sich bis auf wenige Ausnahmen keine verschiedenen Haushalte mehr miteinander treffen.

17.40 Uhr: Moskau will bald zweiten Impfstoff registrieren

Kremlchef Wladimir Putin hat einen weiteren russischen Impfstoff gegen das Coronavirus in Aussicht gestellt. Das zweite Mittel werde bald in Russland registriert, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Moskau vor Vertretern des russischen Oberhauses.

Details nannte er nicht. Berichten zufolge wird derzeit ein Impfstoff des staatlichen Vektor-Forschungszentrums für Virologie und Biotechnologie getestet. Demnach befindet sich der Stoff in der klinischen Phase und soll in den nächsten Wochen an Tausenden Freiwilligen angewendet werden.

Im August hatte Putin medienwirksam die Freigabe des ersten Impfstoffes mit dem Namen «Sputnik V» verkündet. Es war das erste Corona-Vakzin, das weltweit für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen wurde. Unmittelbar nach der Freigabe gab es international Kritik, weil die Zulassung vor Abschluss wichtiger Tests erfolgte.

Wladimir Putin hat die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffes angekündigt. (Archiv)
Bild: dpa

17.05 Uhr: Neue Massnahmen in Frankreich erwartet

Frankreichs Regierung will neue Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ankündigen. «Die Situation verschlechtert sich in einigen Gebieten schneller als in anderen und sie verschlechtert sich in einigen Regionen drastisch», sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Mancherorts wachse der Druck auf die Krankenhäuser. Weitere Massnahmen würden daher ergriffen und sollten am Mittwochabend von Gesundheitsminister Olivier Véran bekannt gegeben werden, sagte Attal, ohne weitere Details zu nennen.

Medienberichten zufolge wird erwartet, dass Véran in seiner wöchentlichen Pressekonferenz Einschränkungen für die Hauptstadt Paris ankündigen wird. Zuvor hatten bereits mehrere Städte wie Marseille oder Nizza nach Aufforderung der Regierung die Regeln verschärft. Dazu zählen etwa Einschränkungen beim Alkoholverkauf und eine Begrenzung der Personenzahl bei Treffen in der Öffentlichkeit.

In Paris ist die Corona-Lage angespannt. Innerhalb einer Woche haben sich den zuletzt verfügbaren Daten zufolge rund 180 von 100'000 Menschen in der Hauptstadt mit dem Coronavirus infiziert. In anderen Regionen des Landes ist dieser Wert aber durchaus noch höher. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen, mehr als 31'000 Menschen sind bisher gestorben. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen liegt regelmässig bei mehr als 10'000.

Die Maske ist mittlerweile in ganz Paris Pflicht – doch in Frankreich steigen die Zahlen weiter kräftig an.
Bild: dpa

16.35 Uhr: Johnson & Johnson startet letzte Testphase

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff hat nun auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die letzte und entscheidende Phase der klinischen Tests gestartet.

In einer sogenannten Phase III-Studie mit bis zu 60'000 Freiwilligen auf drei Kontinenten sollen Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten namens JNJ-78436735 überprüft werden, wie die deutsche Unternehmens-Tochter Janssen-Cilag am Mittwoch in Neuss mitteilte.

Die Besonderheit des Mittels ist, dass nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. Die Ergebnisse der bisherigen klinischen Tests seien positiv verlaufen, hiess es. Das Unternehmen hofft, dass Anfang 2021 die ersten Dosen des Impfstoffs «für den Notfallgebrauch» zur Verfügung stehen.

Das US-Unternehmen Johnson & Johnson will mit seinem Impfstoff nun eine Phase III-Studie mit bis zu 60'000 Freiwilligen starten. (Symbolbild)
Bild: Keystone

16.10 Uhr: Tschechien führt Sperrstunde um 22 Uhr ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen führt Tschechien in Kneipen und Gaststätten eine Sperrstunde um 22.00 Uhr ein.

«Unter dem Einfluss des Alkohols kommt es zu viel häufigeren Kontakten und zur Missachtung elementarer Regeln», sagte der neue Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch. Die Massnahme sei zunächst auf zwei Wochen begrenzt.

Branchenverbände befürchten einen Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent. In Tschechien gibt es eine ausgeprägte Kneipenkultur. Mit mehr als 140 Litern im Jahr pro Kopf zählen die Tschechen zu den Weltmeistern im Bierkonsum.

Als Reaktion auf steigenden Corona-Fallzahlen in Tschechien, müssen nun alle Kneipen und Restaurants des Landes um 22 Uhr schliessen. 
Bild: Keystone

15.33 Uhr: Berset zeigt Sympathien für Impf-Obligatorium

Gesundheitsminister Alain Berset hat sich im «Rundschau talk» offen für ein Impf-Obligatorium gezeigt. Eine entsprechende Massnahme könne verhängt werden, wenn die Kantone dies wollten.

Ein Impfzwang sei das aber nicht, meinte Berset. Der sei im Gesetz sogar verboten. Ein Obligatorium könne für bestimmte Personengruppen gelten, etwa für Personal in einem Altersheim, damit dieses «weiterhin mit älteren Menschen arbeiten» könnten. Seien die Mitarbeiter indes nicht bereit, sich impfen zu lassen, müssten sie dann womöglich an anderer Stelle eingesetzt werden.

Laut dem Epidemiengesetz kann neben den Kantonen auch der Bundesrat ein solches Obligatorium zu verhängen, solange die «besondere Lage» gilt. Der Gesundheitsminister sieht allerdings die Kantone am Zug. Berset erwartete im «Rundschau talk» einen Ansturm auf eine Corona-Impfung, sobald diese verfügbar sei. «Ich glaube, es wird am Anfang Probleme geben, genug Dosen zu haben», sagte er. 

Gesundheitsminister Alain Berset hat sich im  «Rundschau talk» zu einem möglichen Impf-Obligatorium geäussert. (Archiv)
Bild: Keystone

14.47 Uhr: Über fünf Millionen Infektionen in Europa

Die Zahl der Corona-Infektionen in Europa hat am Mittwoch die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Das ergab eine auf Behördenangaben beruhende Zählung der Nachrichtenagentur AFP. Demnach steckten sich bis Mittwochmittag 5'000'421 Menschen mit dem Virus an, mehr als 227'000 von ihnen starben.

Die meisten Fälle wurden der AFP-Statistik zufolge aus Russland mit 1,12 Millionen Infizierten gemeldet, danach folgen Spanien (682'000), Frankreich (502'000) und Grossbritannien (403'000). Allein in der vergangenen Woche waren europaweit mehr als 380'000 neue Fälle registriert worden, so viele wie nie zuvor dem Ausbruch des Coronavirus.

Europa sieht sich derzeit einer zweiten Infektionswelle gegenüber. Experten führen den Anstieg der registrierten Fälle aber auch eine Zunahme der Tests zurück. Trotzdem bleibt wohl eine grosse Zahl an Infektionen unentdeckt, weil die Betroffenen keine Symptome aufweisen und deshalb nicht getestet werden.

Fussgänger in München am 22. September: In der bayerischen Landeshauptstadt gingen – wie in den meisten Regionen – die Infektionszahlen zuletzt deutlich nach oben. 
Bild: Keystone

13.35 Uhr: 437 neue Ansteckungen innert eines Tages

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 473  Coronavirus-Ansteckungen bei 12‘896 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 3,4 Prozent. Neue Todesfälle registrierte das Amt nicht. 15 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Dienstag meldete das BAG 286 neue Ansteckungen. Am Montag hatte das Amt erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1'095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche waren 488 Fälle registriert worden, am Donnerstag 530 und am Mittwoch vor Wochenfrist 514 Fälle.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 51'101 laborbestätigte Infektionen, wie das BAG am Mittwoch weiter mitteilte.

13.15 Uhr: Gemeinderat von Sachseln in Quarantäne

Nachdem am 15. September ein Mitglied des Gemeinderats von Sachseln OW positiv auf das Coronavirus getestet wurde, sind inzwischen alle sieben Personen des Gremiums und der Gemeindeschreiber in Quarantäne, wie SRF berichtet.

Laut Gemeindepräsident Peter Rohrer habe eine Person Erkältungssymptome gezeigt und sich auf Anraten eines Arztes auf das Coronavirus testen lassen. Da sich der Gemeinderat am Vortag noch zu einer Sitzung getroffen habe, hätten sich laut Rohrer alle Mitglieder in Quarantäne begeben.

Inzwischen sei noch ein weiteres Gemeinderatsmitglied positiv getestet worden, es gehe aber allen gut und die Infizierten hätten «nur leichte Symptome gezeigt.» Die Quarantäne ende am Donnerstag, das Tagesgeschäft laufe aus dem Homeoffice ungehindert weiter.

In Sachseln OW hat sich der gesamte Gemeinderat nach einem positiven Corona-Fall in Quarantäne begeben.
Bild: Keystone

13.02 Uhr: Räte regeln Hilfe für Selbstständige und Härtefälle

Die Details der Corona-Finanzhilfe für «vergessene Branchen» und Selbstständigerwerbende sind geregelt. Die Räte haben am Mittwoch dem Vorschlag der Einigungskonferenz deutlich zugestimmt. Damit ist das vieldiskutierte Covid-19-Gesetz auf der Zielgeraden.

National- und Ständerat haben beschlossen, zusätzliche von der Corona-Krise betroffene Unternehmen und Selbstständigerwerbende zu unterstützen. Wer durch die Corona-Krise nur eingeschränkt arbeiten kann, soll staatliche Hilfe erhalten. Es geht um Betroffene, die etwa wegen Veranstaltungsverboten blockiert sind, sowohl Selbstständigerwerbende als auch Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung.

Die Einigungskonferenz konkretisierte nun, wer genau anspruchsberechtigt sein soll. Als «massgeblich eingeschränkt« gelten demnach Personen, die in ihrer Unternehmung eine Umsatzeinbusse von mindestens 55 Prozent im Vergleich zum Umsatz in den Jahren 2015 bis 2019 haben.

12.50 Uhr: Erste Schadenersatz-Klagen nach Fällen in Ischgl

Der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl hat erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte.

Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100'000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Ausserdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Unter den Muster-Fällen sind drei Deutsche sowie ein Österreicher, der nach dem Skiurlaub im April an Covid-19 starb. Die drei anderen waren teils schwer erkrankt und könnten Dauerschäden behalten, hiess es. «Es sind nur die ersten Klagen, weitere werden folgen», kündigte Kolba an.

Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) wirft den Verantwortlichen vor, den Tourismusbetrieb im Tiroler Paznauntal trotz des grassierenden Virus nicht bereits vor dem Anreisetag 7. März beendet zu haben. Die Verkündung der Quarantäne «ab sofort» am 13. März durch Bundeskanzler Sebastian Kurz habe für chaotische Zustände und Massenabreisen gesorgt.

Bei dem Verein haben sich nach Kolbas Angaben mehr als 6'000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet, die sich in Ischgl angesteckt haben sollen. Mehr als 1'000 von ihnen erteilten dem Verein laut ihm die Vollmacht, in ihrem Namen zu klagen. Die Klagen würden fallen gelassen, wenn die Regierung Fehler eingestehe und Schadenersatz anbiete, sagte Kolba.

12.25 Uhr: Spanische Tourismusbranche hart getroffen

Neue Reisebeschränkungen wegen steigender Corona-Infektionen treffen die spanische Tourismusbranche hart. Die Auslastung der Hotels fiel im Ferienmonat August um 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Dies teilte das Statistikamt am Mittwoch in Madrid mit. In den ersten acht Monaten insgesamt brachen die Hotelbuchungen um 70 Prozent ein. Besonders britische Touristen mieden das beliebte Ferienland. Deren Hotel-Buchungen stürzten im August um mehr als 91 Prozent ab, wodurch Spanien allein rund 1,1 Millionen Besucher verlor.

Die Buchungen aus dem wichtigen Herkunftsland Deutschland gingen um 80 Prozent zurück. Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca verloren 86 Prozent ihrer Auslandsgäste.

Der Tourismus macht etwa zwölf Prozent der spanischen Wirtschaftsleistung aus und steht für mehr als jeden achten Arbeitsplatz. Spanien ist eines der meistbesuchten Länder der Welt und empfängt normalerweise mehr als 80 Millionen ausländische Besucher jährlich, vor allem aus Europa Ländern.

Wenige Liegen sind am Strand von Magaluf währen der Hauptsaison belegt. (Archiv) 
Bild: Keystone

11.45 Uhr: Doppelinfektion erhöht das Sterberisiko stark

Personen, die sich in der anstehenden Grippesaison zusätzlich zu Covid-19 mit der Influenza anstecken, haben ein mehr als doppelt so hohes Sterberisiko. Das hat eine Untersuchung der staatlichen britischen Gesundheitsbehörde New Public Health England ergeben. Eine an der Studie beteiligte Ärztin erklärte dazu, es sei sehr gefährlich, die Influenza «nur» als Grippe abzutun. «Sie kann äusserst schwer verlaufen und zu Spitalaufenthalten, dauerhaften Behinderungen oder sogar zum Tod führen».

Britische Beamte haben die Öffentlichkeit aufgefordert, nicht «selbstgefällig» zu agieren und die kostenlose Grippeimpfung wahrzunehmen. Grossbritannien will dieses Jahr das grösste Grippeimpf-Programm in seiner Geschichte starten. Statt 15 Millionen geimpfter Personen im letzten Jahr, sollen es dieses Mal 30 Millionen werden.

Medizinisches Personal kümmert sich in einem britischen Spital um einen Covid-19-Patienten. In Grossbritannien warnt man vor einer Doppelerkrankung mit der Grippe und fordert die Menschen nun auf, sich impfen zu lassen. (Archiv)
Bild: Keystone

11.30 Uhr: Banken schicken Mitarbeiter ins Homeoffice

Wegen der steigenden Corona-Infektionen in Grossbritannien haben Banken und Versicherungen einen Teil ihrer Mitarbeiter wieder ins Homeoffice geschickt. Bei der Bank Barclays etwa sind bis zu 1'000 Mitarbeiter aufgefordert, von daheim zu arbeiten, wie ein Sprecher am Mittwoch Reuters sagte.

Die französische Societe Generale erklärte, sich an der Richtlinien der britischen Regierung zu orientieren, die die Rückkehr ins Homeoffice empfohlen hat. Auch der internationale Versicherungsmarkt Lloyd's of London bat seine Mitarbeiter, von zu Hause zu arbeiten, auch wenn der Handelssaal für Marktteilnehmer geöffnet bleibt, wie ein Sprecher sagte.

Einige Banken, darunter die NatWest Group, haben ihren Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie bis zum nächsten Jahr von zu Hause aus arbeiten können. Goldman Sachs schrieb in einem internen Memo, dass der Hauptsitz in Grossbritannien geöffnet bleibe. Konzernchef Richard Gnoode verwies aber darauf, dass ausser am Schreibtisch Masken zu tragen seien.

10.40 Uhr: Hilfswerke befürchten finanzielle Probleme

Die Schweizer Hilfswerke sind nach dem Spendenrekordjahr 2019 besorgt um ihre finanzielle Lage. Jede zweite Hilfsorganisation befürchtet gemäss einer Umfrage der Stiftung Zewo in Zukunft einen Rückgang der Spenden.

Die Stiftung Zewo, schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen, hat mit einer repräsentativen Umfrage erstmals die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Hilfswerke untersucht, wie sie am Mittwoch mitteilte.

In Bezug auf ihre Arbeit würden die Hilfswerke zwar zuversichtlich in die Zukunft blicken. Sorgen bereiteten ihnen jedoch die Finanzen. Denn jedes zweite Hilfswerk habe während des Lockdowns seinen Betrieb vorübergehend reduzieren müssen. Die selbst erwirtschafteten Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen seien zurückgegangen. Und jede zweite Hilfsorganisation befürchte, dass sie in Zukunft weniger Spenden erhalten werde.

Freiwillige Helfer des Schweizerischen Roten Kreuzes, SRK, kontrollieren und sortieren den Inhalt von gespendeten Paketen einer Spendenaktion im Januar 2020. (Archiv)
Bild: Keystone

10.30 Uhr: China feuert nach Trump-Kritik zurück

Nachdem US-Präsident Donald Trump in seiner UN-Rede gefordert hat, China für die Corona-Pandemie zur Verantwortung zu ziehen, kontert Peking scharf. Vielmehr müssten die USA zur Verantwortung dafür gezogen werden, dass sie so viele Leben durch das Virus verloren hätten, sagte Pekings UN-Botschaftet Zhang Jun.

10.15 Uhr: Bessere Zahlungsmoral bei Schweizer Firmen

Die Zahlungsmoral der Firmen hat in der Schweiz bislang noch nicht unter der Coronakrise gelitten. Sie hat sich in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessert, wie eine am Mittwoch vom Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B veröffentlichte Analyse zeigt.

In der Schweiz wird etwa jede fünfte Rechnung, welche sich Firmen untereinander zustellen, zu spät bezahlt. Konkret waren es laut Bisnode 21,8 Prozent der Rechnungen. Das seien 1,6 Prozentpunkte weniger als in der Vorjahresperiode, hiess es. Der Verzug der zu spät bezahlten Rechnungen betrage im Durchschnitt 14,5 Tage nach zuvor 14,9 Tagen.

Nach Kantonen betrachtet schneiden die Firmen im Kanton Basel-Stadt mit Abstand am schlechtesten ab. Da werden mit 46 Prozent beinahe die Hälfte der Rechnungen im B2B-Geschäft zu spät bezahlt. Nicht allzu gut steht es auch um die Zahlungsmoral im Tessin mit 28 Prozent zu spät bezahlter Rechnungen und in der französischsprachigen Schweiz. In Appenzell Innerrhoden (9 Prozent) und Uri (10 Prozent) liegen die Werte am tiefsten

9.55 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Fallzahlen-Entwicklung nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land.
Grafik: dpa

9.10 Uhr: Fast 6'900 neue Fälle Tel Aviv

Wenige Tage nach Beginn eines zweiten landesweiten Lockdowns sind die Corona-Zahlen in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 6'861 Fälle registriert worden. So viele Neuinfektionen an einem Tag wurden in dem Land noch nicht verzeichnet – allerdings nahm zuletzt auch die Zahl der Tests zu. Der bisherige Rekord datierte mit 5'533 Fällen vom 15. September. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden.

Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1'769 tägliche Neuinfektionen ausgewiesen.

Seit Freitag gilt in dem Mittelmeerstaat ein zweiter landesweiter Lockdown. Die Menschen müssen sich mit Schulschliessungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren. Die Regierung will mit den neuen, zunächst drei Wochen geltenden Restriktionen vor allem eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Ein Auslöser war die Warnung von Krankenhausleitern vor drohenden Kapazitätsgrenzen. In der Regierung wird eine Verschärfung der Lockdown-Massnahmen diskutiert. Am Mittwoch wollte das Coronavirus-Kabinett nach stundenlangen Beratungen am Vortag erneut darüber beraten.

9.05 Uhr: Wiener Opernball soll abgesagt werden

Der Wiener Opernball soll aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie geplant im Februar 2021 stattfinden. Das teilten Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) der Nachrichtenagentur APA mit.

Die Absage des bedeutenden Gesellschaftsevents soll demnach noch am Mittwoch im Ministerrat beschlossen werden. «Aufgrund der Corona-Situation wäre es verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten», erklärte Kurz in dem Statement. Der Opernball sei für Wien und Österreich als Kulturnation ein grosses Aushängeschild und die Entscheidung sei nicht leicht gefallen.

Der Ball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt in Österreich. Für das Event wird die Staatsoper in einen riesigen Tanzsaal umgebaut. Die Tickets für das stets ausverkaufte Ereignis kosten zwischen 315 Euro und 23'600 Euro für eine Loge. Die Staatsoper macht nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von mehr als einer Million Euro.

Debütantenpaare beim Wiener Opernball: Das gesellschaftliche Grossereignis dürfte im nächsten Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer fallen. (Archiv)
Bild: dpa

8.15 Uhr: Deutschland meldet 1'769 Infizierte und weiteren Anstieg der Übertragungen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1'769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9'409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245'400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2'297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. «Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten», schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag.

6.30 Uhr: Trump: Haben «Millionen Leben» gerettet

Nach dem Überschreiten der Marke von 200’000 Toten in der Coronapandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump erneut China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. «Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet», sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weissen Haus. Die 200’000 Toten seien «schrecklich». Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber «zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen» Tote zu beklagen.

«Wir haben Millionen Leben gerettet», sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. «Sie haben die Seuche herausgelassen», fügte der Präsident mit Blick auf China hinzu. «Es ist das China-Virus, nicht das Coronavirus. Corona klingt nach einem Ort in Italien, einem schönen Ort. Es ist Corona. Nein, es ist das China-Virus, sie wollen es nicht sagen, wisst Ihr, die radikalen Linken, sie wollen es nicht sagen.»

Der amerikanische Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstagabend am Flughafen von Pittsburgh (Pennsylvania).
Bild: Keystone/AP Photo/Evan Vucci

Am Dienstagmorgen hatte Trump bereits bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gegen China erhoben. «Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat – China», sagte Trump in seiner Videobotschaft für die UN-Vollversammlung.

Die Zahl der Toten in den USA seit Beginn der Coronapandemie war am Dienstag nach Daten der Johns Hopkins University in Baltimore auf mehr als 200’000 gestiegen. Die Schwelle von 150’000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Mehr als 6,8 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 sind seit Beginn der Pandemie in den USA bestätigt worden. Kritiker werfen dem Republikaner Trump vor, mit seinen eskalierenden Angriffen auf China vor der Wahl am 3. November vom eigenen Versagen im Kampf gegen die Pandemie ablenken zu wollen.

5.32 Uhr: Nigerias Präsident: Gleicher Zugang zu Vakzin

Der Präsident von Afrikas bevölkerungsreichstem Land Nigeria hat sich für einen breiten Zugang zu einem Coronavirus-Impfstoff ausgesprochen. Es solle einen «ungehinderten Zugang zu einer sicheren und effektiven Coronavirus-Impfung für alle» geben, sagte Muhammadu Buhari am Dienstag bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen. Wenn die UN nicht in der Lage seien, eine umfassende Antwort auf die Pandemie zu geben, «wären sie an ihrer Kernaufgabe gescheitert, dem Verlangen der internationalen Gemeinschaft Ausdruck, Richtung und Lösung zu geben».

Die afrikanischen Länder haben sich dafür ausgesprochen, den Zugang zu einem Impfstoff gleichberechtigt zu regeln, und gleichzeitig mitangesehen, wie einige der reichsten Länder Abkommen mit Pharmaunternehmen über Millionen potenzieller Impfdosen geschlossen haben.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO, eine Behörde der UN, will mit der Impfstoffinitiative Covax erreichen, dass Afrika mindestens 220 Millionen Impfdosen bekommt. Laut Afrikas höchstem Gesundheitsexperten sind jedoch mindestens 1,5 Milliarden Impfdosen nötig, um mit wahrscheinlich jeweils zwei nötigen Dosen pro Person 60 Prozent der Bevölkerung abzudecken und eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

4.59 Uhr: Impf-Selbstversuche müssen reguliert werden

Schon mehrfach gab es in den letzten Wochen Fälle, in denen Forscher von ihnen entwickelte Corona-Impfstoffe an sich selbst testeten. Derlei Selbstversuche müssten dringend reguliert werden, fordern Wissenschaftler aus den USA und Dänemark. Diese Form der Forschung werfe viele rechtliche und ethnische Fragen auf, erläutern sie im Fachmagazin «Science». Wenn diese nicht angegangen würden, könne das Vertrauen der Menschen in die Entwicklung sicherer Corona-Impfstoffe beeinträchtigt werden.

Mehrere Wissenschaftler in den USA haben eigenen Angaben zufolge bereits selbst zusammengemischte Corona-Impfstoffkandidaten am eigenen Körper ausprobiert. Unter anderem aus Russland und China gibt es ähnliche Berichte.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird derzeit weltweit in fast 200 Projekten nach geeigneten Impfstoffen zum Schutz vor Corona gesucht. Experten rechnen mit einer breiten Verfügbarkeit geeigneter Impfstoffe erst im kommenden Jahr.

2 Uhr: Renommierter Musikwettbewerb verschoben

Wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie ist der renommierte Van-Cliburn-Musikwettbewerb zum ersten Mal in seiner fast 60-jährigen Geschichte verschoben worden. Der Klavier-Wettbewerb, der normalerweise alle vier Jahre stattfindet, solle statt im Sommer 2021 nun im Sommer 2022 über die Bühne gehen, teilten die Veranstalter in Forth Worth im US-Bundesstaat Texas am Dienstag mit. Unter anderem wegen anhaltender Reisebeschränkungen und Planungsunsicherheiten sei es nicht möglich gewesen, die Veranstaltung im kommenden Jahr abzuhalten.

Zuletzt hatte 2017 der südkoreanische Pianist Yekwon Sunwoo den Wettbewerb und ein Preisgeld in Höhe von 50'000 Dollar gewonnen. Die Veranstaltung ist nach dem US-Pianisten Van Cliburn (1934–2013) benannt, der 1958 als erster Amerikaner den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewann und damit in den USA zum Volkshelden wurde.

1.20 Uhr: Saudi-Arabien erlaubt wieder kleine Wallfahrt

Saudi-Arabien will die muslimische Wallfahrt Umrah nach sieben Monaten Corona-Auszeit schrittweise und unter strengen Auflagen wieder erlauben. Die zweitgrösste Wallfahrt nach dem sogenannten Hadsch war Ende Februar aus Sorge einer Ausbreitung des Coronavirus verboten worden. Ab dem 4. Oktober soll die kleine Wallfahrt zunächst für Gläubige, die sich im Land befinden, wieder machbar sein, teilte das saudische Innenministerium mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Dienstagabend meldete.

Die kleine Wallfahrt in die für Muslime heilige Stadt Mekka ist für gläubige Muslime empfohlen. Im Gegensatz zur grossen Wallfahrt (Hadsch) kann die Umrah jederzeit durchgeführt werden. Jedes Jahr reisen dafür Millionen Muslime in das Königreich. Das Geschäft mit den Pilgern zählt nach dem Öl zu den wichtigsten Einnahmequellen für Saudi-Arabien. Zunächst sollen nur 6'000 Pilger pro Tag zur Umrah in der Grossen Moschee in Mekka zugelassen werden. Dort werde für genügend Abstand zwischen den Gläubigen gesorgt. Ab dem 18. Oktober werde das Königreich 15’000 Pilger zulassen, teilte die Behörde mit. Dann sollen auch die Gebete in der Moschee mit dem Grab des Propheten Mohammed in der Stadt Medina wieder aufgenommen werden.

Muslime im Ausland dürften ab dem 1. November wieder die Wallfahrt ins Königreich aufnehmen. Dann sollen insgesamt 20’000 Pilger pro Tag zugelassen werden. Damit bleibe man weiterhin unter der üblichen Kapazität der Moscheen. Die reduzierten Kapazitäten blieben bestehen, bis die betroffenen Behörden entscheiden, dass die Gefahren der Pandemie vorüber seien, hiess es in der Erklärung.

Saudi-Arabien stoppte die Umrah Ende Februar als Teil der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. In den vergangenen Wochen hat Saudi-Arabien einen deutlichen Rückgang der Infektionen registriert. Das Land hat bisher über 330’000 Fälle und 4'542 Tote in Verbindung mit Covid-19 gemeldet.

0.50 Uhr: Lufthansa will Passagieren Schnelltests offerieren

Die Lufthansa will im Oktober damit beginnen, Passagieren Corona-Schnelltests zur Verfügung zu stellen, berichtet der «Spiegel». Das hat Konzernmanager Björn Becker offenbar in einer Telefonkonferenz gesagt. Er soll auf entsprechende Angebote von Pharmakonzernen wie Abbott Laboratories und Roche verwiesen haben. Seinen Worten zufolge erwägt die Lufthansa, Testzentren auf Flughäfen in den USA und Kanada zu öffnen.

0.36 Uhr: Nike legt dank Boom beim Online-Handel

Der weltgrösste Sportartikelhersteller Nike hat die Coronakrise dank eines boomenden Online-Handels und einer Erholung der Nachfrage in China bislang deutlich besser weggesteckt als erwartet.

Nike übertraf im ersten Quartal bei Gewinn und Umsatz die Schätzungen von Analysten. Unter dem Strich stand ein Ergebnis von 1,52 Milliarden (Vorjahr: 1,37 Milliarden) Dollar, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Umsatz ging leicht um 0,6 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar zurück. In China kletterten die Erlöse allerdings um 6 Prozent. Die Nike-Aktie sprang nachbörslich 9 Prozent in die Höhe.

0.20 Uhr: Bars in Tschechien müssen früher schliessen

In Tschechien stehen laut Gesundheitsminister Roman Prymula schärfere Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus kurz bevor. Dies berichtet der «Spiegel». Ab Donnerstag müssten Bars um 22 Uhr schliessen, auch bei der Zuschauerzahl bei Sportveranstaltungen werde es neue Regeln geben, sagte der Nachfolger von Adam Vojtěch, der Anfang der Woche inmitten steigender Infektionszahlen als Gesundheitsminister zurückgetreten war, in einem Fernsehinterview. Das Gesundheitsministerium werde am Mittwoch weitere Einzelheiten bekannt geben.

0.10 Uhr: Corona und Ginsburg-Nachfolge Thema bei Debatte

Bei der ersten TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden soll es auch um die Nachbesetzung der offenen Richter-Stelle am Supreme Court gehen. Das geht aus einer am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Übersicht der Organisatoren zu der mit Spannung erwarteten Sendung am 29. September hervor.

Nach dem Tod der Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist ihre Nachfolge am Obersten US-Gericht ein extrem umstrittenes Thema. Der Republikaner Trump will schon an diesem Samstag eine Kandidatin präsentieren. Die Demokraten dagegen fordern, dass über eine Neubesetzung erst nach der Amtseinführung eines neuen Präsidenten im Januar entschieden werden soll.

Weitere Themen bei der Debatte sind die Coronapandemie, die US-Wirtschaft, die Gewalt in den US-Städten am Rande der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die politische Bilanz der beiden Kandidaten sowie die Integrität der Wahl an sich. US-Geheimdienste befürchten eine Einflussnahme von anderen Ländern. Trump behauptete zuletzt immer wieder, eine Wahl per Post sei unsicher und manipulierbar.

Zurück zur Startseite