«Loser»-Attacke Trump geht Parteifreund an und kassiert unerwartete Retourkutsche

Sven Ziegler

29.1.2026

Trump geht Parteifreund an und kassiert unerwartete Retourkutsche

Trump geht Parteifreund an und kassiert unerwartete Retourkutsche

Donald Trump beschimpft zwei republikanische Senatoren öffentlich als «Loser». Doch statt klein beizugeben, schlagen sie zurück – und stellen Trumps Umgang mit Kritik offen infrage.

29.01.2026

Donald Trump beschimpft zwei republikanische Senatoren öffentlich als «Loser». Doch statt klein beizugeben, schlagen sie zurück. 

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Trump griff zwei republikanische Senatoren öffentlich an und nannte sie «Loser».
  • Auslöser war ihre Forderung nach Konsequenzen nach einem tödlichen Einsatz von US-Grenzbeamten.
  • Die Senatoren kontern gelassen – und die Kritik an Trumps Führung wächst auch in den eigenen Reihen.

Es ist ein Schlagabtausch, der zeigt, wie angespannt die Lage selbst innerhalb der Republikanischen Partei ist. Donald Trump bezeichnete die republikanischen Senatoren Thom Tillis und Lisa Murkowski öffentlich als «Loser». Der Grund: Beide hatten gefordert, dass Heimatschutz-Ministerin Kristi Noem ihr Amt niederlegen solle.

Auslöser der Kritik war die Tötung des 37-jährigen Pflegers Alex Pretti durch Beamte der US-Grenzbehörde. Noem hatte den Mann zunächst als «inländischen Terroristen» bezeichnet. Videoaufnahmen widersprachen später dieser Darstellung.

Tillis reagierte mit demonstrativer Gelassenheit. «Ich freue mich fast, als Loser bezeichnet zu werden», sagte er gegenüber Medien. Und setzte nach: «Offenbar qualifiziert mich das gleich für den Posten des Heimatschutzministers oder als enger Berater des Präsidenten.» Eine klare Spitze gegen das Trump-Kabinett. 

Kühle Töne von beiden Senatoren

Tillis, der bereits angekündigt hat, nicht mehr zu den nächsten Wahlen anzutreten, konterte trocken. Er habe nie das Bedürfnis gehabt, laut aufzutreten oder ständig vor Kameras zu stehen. Die Attacke des Präsidenten nehme er nicht persönlich.

Trump hatte die beiden Senatoren zuvor in einem Interview mit ABC News scharf attackiert. «Sie sind beide Loser. Es sind schreckliche Senatoren. Einer ist weg, der andere sollte auch weg sein», sagte Trump.

Auch Murkowski schlug einen kühlen Ton an. Trump sei letztlich frei in seiner Entscheidung, wen er im Amt halte, sagte sie. «Ich denke aber, dass er Besseres verdient», fügte sie mit Blick auf die Leistung von Kristi Noem hinzu.

Bemerkenswert: Murkowski hatte Noem ursprünglich im Senat bestätigt. Heute würde sie das nach eigenen Worten wohl nicht mehr tun. Die Senatorin gilt seit Jahren als eine der wenigen Republikanerinnen, die Trump offen widersprechen – etwa bei der Gesundheitsreform oder nach dem Sturm aufs Kapitol.

Der Fall sorgt inzwischen über die beiden Senatoren hinaus für Unruhe. Selbst der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, distanzierte sich von der Darstellung der Regierung. Die Bezeichnung des Getöteten als Terroristen sei nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht haltbar, sagte er.