UBS erhöht BIP-Prognose für Schweiz – Gesellschaft driftet auseinander

Agenturen/red

1.12.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick

  • Das BAG meldet 3802 neue Fälle bei 19'777 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 19,2 Prozent. 107 Personen starben an Covid-19, 226 wurden hospitalisiert.
  • Die Impfstrategie des Bundes wurde vorgestellt. Demnach kann noch für keinen der angemeldeten Impfstoffe eine Freigabe erfolgen, weil noch wichtige Daten fehlen.
  • Österreich beginnt seine landesweiten Massentests.
  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für das Impfpräparat der von Biontech und Pfizer entscheiden.
  • Die Fallzahlen in der Schweiz sinken kaum noch. Schuld daran könnte laut einer ETH-Forscherin die mangelhafte Einhaltung der Massnahmen in der Deutschschweiz tragen.

Laut Anhaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 330’874; davon gelten 250’200 Personen als genesen. 4908 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 63’584’030, die Zahl der Toten auf 1’475’851.

Die Fallzahlen sinken in der Schweiz nur in geringem Masse, in einigen Kantonen steigen sie auch an: Die Wirkung der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sollen bereits wieder verpufft sein, wie der «Tages-Anzeiger» mit Berufung auf eine ETH-Forscherin berichtet.

In Alters- und Pflegeheimen ist der akute Personalmangel ist derzeit laut einer Resolution der Branchenkonferenz Pflege und Betreuung der Gewerkschaft Unia das grösste Problem. Bund und Kantone werden aufgefordert, sofortige Entlastungsmassnahmen zu ergreifen.

Die Corona-Krise verändert das Zusammenleben: Eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt, dass etwa die die Hälfte der Befragten hierzulande findet, die Gesellschaft sei während der Pandemie auseinandergedriftet.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Live-Ticker

21.23 Uhr: Biden ruft Kongress zu neuem Corona-Paket auf

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat den Kongress aufgerufen, schnell ein neues Corona-Hilfspaket aufzulegen. «Der gesamte Kongress sollte jetzt zusammenkommen und ein robustes Hilfspaket verabschieden», sagte Biden am Dienstag bei der Vorstellung seines künftigen Wirtschaftsteams in seiner Heimatstadt Wilmington.

Zugleich betonte der 78-Jährige, der am 20. Januar im Amt vereidigt werden soll, ein solches Hilfspaket wäre «nur der Anfang». Sein Übergangsteam bereite bereits zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie und die durch sie ausgelöste Wirtschaftskrise vor. «Ich weiß, das sind harte Zeiten, aber ich will, dass Sie wissen: Hilfe ist auf dem Weg.»

Die USA hatten im Frühjahr massive Hilfspakete im Kampf gegen die Wirtschaftskrise aufgelegt. Experten halten neue Staatshilfen für dringend notwendig. Die Regierung des abgewählten Präsidenten Donald Trump, seine Republikaner im Kongress und die oppositionellen Demokraten können sich aber seit Monaten nicht auf ein neues Corona-Hilfspaket einigen.

20.53 Uhr: England – zurück zu regionalen Lockdown-Regeln

In England gelten von Mittwoch an wieder regional unterschiedliche Regelungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Eine entsprechende Verordnung der Regierung wurde am Dienstagabend vom Parlament in London abgesegnet. Das Land wird in drei Warnstufen eingeteilt. Trotz heftigen Widerstands aus Teilen der konservativen Regierungspartei wurden die Massnahmen mit grosser Mehrheit angenommen – auch dank zahlreicher Enthaltungen von Seiten der Opposition.

Für weite Teile des Landes bedeutet das eine Lockerung der Regeln. Nicht lebensnotwendige Geschäfte waren seit Anfang November landesweit geschlossen. Auch Restaurants und Pubs durften nicht öffnen. Das wird nun teilweise zurückgenommen. Trotzdem gibt es vor allem in Premierminister Boris Johnsons Tory-Partei immer grösseren Widerstand gegen die Corona-Massnahmen der Regierung.

Seit Anfang November hatte die Regierung einen zweiten Lockdown über England verhängt. In den Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland gelten eigene Regeln. In Grossbritannien wurden am Dienstag 602 neue Todesfälle bei positiv mit dem Virus Getesteten innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf mehr als 59'000. Zudem wurden 13'430 Neuinfektionen registriert.

20.28 Uhr: US-Finanzministerin warnt vor Abschwung

FILE - In this Aug. 14, 2019, file photo, former Fed Chair Janet Yellen speaks with Fox Business Network guest anchor Jon Hilsenrath in the Fox Washington bureau in Washington. President-elect Joe Biden is expected to name several of his most senior economic advisers in the coming days. Yellen could be one of those named. (AP Photo/Andrew Harnik, File)
US-Finanzministerin Janet Yellen warnt vor Untätigkeit in der Wirtschaftskrise. Der gewählte US-Präsident Biden hat Yellen als Finanzministerin nominiert.
Bild: KEYSTONE/ANDREW HARNIK

Die designierte US-Finanzministerin Janet Yellen hat angesichts der von der Corona-Pandemie verursachten Wirtschaftskrise rasches Handeln angemahnt. Amerika stehe historischen Krisen gegenüber. «Untätigkeit wird zu einem sich selbstverstärkenden Abschwung führen, der noch mehr Verwüstung anrichtet», sagte Yellen am Dienstag in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware im Beisein des gewählten US-Präsidenten Joe Biden, der sein Wirtschafts- und Finanzteam vorstellte.

Yellen beklagte, dass die Pandemie und die wirtschaftlichen Auswirkungen die Schwächsten der Gesellschaft unverhältnismässig hart getroffen hätten. «Verlorene Leben. Verlorene Jobs. Kleine Unternehmen, die ums Überleben kämpfen oder für immer geschlossen wurden. So viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, Essen auf den Tisch zu bringen und Rechnungen und Miete zu bezahlen. Es ist eine amerikanische Tragödie.»

Der gewählte US-Präsident Biden hat Yellen als Finanzministerin nominiert. «Ich habe in meiner ganzen Karriere versucht, sicherzustellen, dass Menschen arbeiten und die Würde und den Selbstwert erreichen können, die damit verbunden sind», sagte Yellen. Die ehemalige Chefin der US-Notenbank Federal Reserve wäre die erste Frau an der Spitze des wichtigen Ministeriums, wenn der US-Senat sie bestätigt.

Das Coronavirus breitet sich in den USA weiterhin unkontrolliert aus, was auch die Erholung der Wirtschaft erschwert. Seit Beginn der Pandemie wurden rund 13,6 Millionen Infektionen nachgewiesen. Fast 270'000 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Ansteckung mit dem Erreger Sars-CoV-2.

19.42 Uhr: Erste Corona-Fälle in den USA schon im Dez. 2019?

In den USA hat es einer Studie zufolge womöglich schon Mitte Dezember 2019 Corona-Infektionen gegeben – einen Monat vor dem ersten bestätigten Fall. Wissenschaftler der US-Gesundheitsbehörde CDC untersuchten für ihre im Fachmagazin «Clinical Infectious Diseases» veröffentlichte Untersuchung 7389 Blutspenden, die zwischen dem 13. Dezember und dem 17. Januar dem Roten Kreuz gegeben worden waren.

In 106 der Blutproben fanden die Forscher Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Einige der Blutspenden waren bereits zwischen dem 13. und 16. Dezember in den Westküstenstaaten Kalifornien, Oregon und Washington abgegeben worden. Aus den Bundesstaaten Connecticut, Iowa, Massachusetts, Michigan, Rhode Island und Wisconsin, die im Mittleren Westen oder an der Ostküste liegen, wurden bei Anfang Januar entnommenen Blutspenden Antikörper entdeckt.

Der erste offizielle Corona-Fall in den USA war am 20. Januar bestätigt geworden. Ein 35-Jähriger, der Verwandte in der chinesischen Stadt Wuhan besucht hatte, war am Vortag mit Krankheitssymptomen in einer Klinik im Bundesstaat Washington erschienen.

19.14 Uhr: UBS erhöht BIP-Prognose für Schweiz

Da sich die Schweizer Wirtschaft im dritten Quartal vom Corona-Absturz im Frühling sehr gut erholt hat, erhöhen die Ökonomen der Grossbank UBS ihre Prognosen. Neu erwarten sie, dass das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen wird.

Bislang hatten sie mit einem Rückgang von 4,5 Prozent gerechnet. Für das nächste Jahr prognostizieren sie dann eine Erholung von 3,6 Prozent, wie sie in einem Bericht vom Dienstagabend schrieben. Zuvor waren sie mit erwarteten +3,2 Prozent für das Jahr 2021 etwas vorsichtiger gewesen. 2022 erwartet die UBS derweil ein Wachstum des BIP von 3,0 Prozent.

Zum Wachstum der Schweizer Wirtschaft im dritten Quartal 2020 hiess es, dass dieses zwar das mit Abstand stärkste Quartalswachstum seit Beginn der vierteljährlichen Datenreihe im Jahr 1980 gewesen sei. Allerdings folge die Erholung auf den stärksten Einbruch der Wirtschaft seit Jahrzehnten.

Der private Konsum habe sich im Quartalsvergleich dank der tiefen Basis im Vorquartal um 11,9 Prozent verbessert. Neben einem Nachholeffekt habe dem Konsum auch geholfen, dass viele Haushalte ihre Ferien in der Schweiz verbracht hätten. Hiervon habe nicht zuletzt der Detailhandel profitiert, der gegenüber dem Vorjahr gar ein Wachstum von 3,2 Prozent vorweisen könne.

«Die zweite Welle dürfte den Aufschwung verlangsamen, aber nicht zum Erliegen bringen. Im Gegensatz zum Frühjahr bleiben bisher flächendeckende Lockdowns die Ausnahme, in China beschleunigt sich das Wachstum gar. Das spricht gegen einen erneuten tiefen Einbruch der Exportnachfrage», schrieben die UBS-Ökonomen.

18.52 Uhr: Eiffelturm soll Mitte Dezember wieder öffnen

Der wegen der Corona-Pandemie geschlossene Eiffelturm soll Mitte Dezember wieder öffnen. «Ich freue mich darauf, euch am 16. Dezember zwischen 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr wiederzusehen», hiess es auf dem offiziellen Twitteraccount des weltberühmten Pariser Wahrzeichens am Dienstag.

Mit Beginn der neuen Ausgangsbeschränkungen in Frankreich hatte auch der Eiffelturm Ende Oktober geschlossen. Die Beschränkungen sollen nun noch bis zum 15. Dezember anhalten und dann durch eine nächtliche Ausgangssperre ersetzt werden.

Der mehr als 130 Jahre alte Turm unweit der Seine hatte bereits im Frühjahr wegen der Coronakrise mehrere Monate lang geschlossen. Die Betreibergesellschaft beklagte zuletzt, dass auch nach der Wiedereröffnung deutlich weniger Besucherinnen und Besucher kamen als normalerweise. Das liegt unter anderem daran, dass ein Grossteil der internationalen Touristen fehlt. Einziger Vorteil: keine langen Warteschlangen am Eingang.

18.37 Uhr: Corona-Massentest im Aostatal geplant

Das Aostatal will als zweite Region in Italien einen Corona-Massentest starten. Die kleine Alpenregion plant für eines der kommenden Wochenenden eine Reihenuntersuchung für rund 84'000 Menschen oder etwa zwei Drittel der Einwohner, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag berichtete. Vor kurzem hatte bereits die Provinz Bozen-Südtirol einen Grossteil der Bevölkerung mit Schnelltests kontrolliert. Die Behörden wollen auf diese Weise Infizierte finden, die nichts von ihrer Ansteckung ahnen. Sie tragen das Virus oft unbemerkt an viele andere weiter.

Im Aostatal, das an Frankreich und die Schweiz grenzt, leben rund 125'000 Menschen. Das Gebiet ist wegen hoher Corona-Zahlen eine Rote Zone mit besonders strengen Beschränkungen. Das genaue Datum der mehrtägigen, freiwilligen Aktion steht noch nicht fest.

18.25 Uhr: Royales Weihnachten im Durcheinander

Die britische Königin Elizabeth II. (94) und ihr Mann Prinz Philip (99) werden die Weihnachtstage dieses Jahr coronabedingt nicht wie gewohnt im ostenglischen Sandringham verbringen, sondern in Windsor. Das teilte der Buckingham-Palast am Dienstag mit.

Normalerweise reist die Queen über Weihnachten und Neujahr für mehrere Wochen per Zug auf ihren Landsitz. Zu den Traditionen gehört auch ein Treffen mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln an Heiligabend mit Bescherung. Die Geschenke dürfen bei den Royals, anders als bei den meisten Briten, schon am 24. Dezember ausgepackt werden – ein Erbe von ihren deutschen Vorfahren. Am Weihnachtstag zeigten sich die Royals dann gerne beim gemeinsamen Kirchgang.

Ob es dieses Jahr zu einem Treffen mit der Familie kommt, war zunächst ungewiss. Queen-Enkel Prinz Harry (36) hatte sich mit seiner Frau Meghan (39) und Söhnchen Archie (1) bereits im vergangenen Jahr abgekapselt und Weihnachten wohl in den USA verbracht, wo die junge Familie nun dauerhaft lebt.

17.50 Uhr: Frankreich: Landesweite Impfkampagne ab April

Frankreich will ab Januar mit den ersten Corona-Impfungen beginnen. «Zwischen April und Juni» sei dann eine landesweite Kampagne geplant, sagte Präsident Emmanuel Macron. Vorrang sollen nach Angaben von Regierungschef Jean Castex die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen haben sowie ihr Pflegepersonal.

«Ich werde die Impfung nicht verpflichtend machen», versicherte Macron nach einem Treffen mit dem belgischen Regierungschef Alexander De Croo in Paris. "Aber wir wollen die grösstmögliche Zahl impfen lassen", betonte der Staatschef.

Ab Januar soll es nach Macrons Worten in Frankreich «eine erste und sehr gezielte Impfkampagne mit Impfstoffen der ersten Generation» geben. Die im April folgende Kampagne sei dann deutlich «breiter» angelegt und ziele auf möglichst viele Franzosen ab.

Der französische Präsident Macron kündigte eine breite Impfkampagne in Frankreich ab April an. (Symbolbild)
Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

17.25 Uhr: US-Industrie wächst wegen Corona langsamer

Die US-Industrie hat ihr hohes Wachstumstempo etwas gedrosselt. Der Einkaufsmanager-Index fiel im November auf 57,5 Punkte von 59,3 Zählern im Oktober, wie aus einer Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht.

Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 58,0 Punkte gerechnet. Mit einem Wert von weit über 50 Zählern signalisiert das Barometer trotz des Rückgang weiterhin kräftiges Wachstum.

17 Uhr: Pflegende klagen über akuten Personalmangel

In Alters- und Pflegeheimen ist der akute Personalmangel ist derzeit laut einer Resolution der Branchenkonferenz Pflege und Betreuung der Gewerkschaft Unia das grösste Problem. Bund und Kantone werden aufgefordert, sofortige Entlastungsmassnahmen zu ergreifen.

Die Personalausfälle seien so gravierend, dass teilweise sogar positiv getestete Pflegende eingesetzt würden. Diese gefährdeten damit sich selbst, die Betagten und ihre Arbeitskollegen, heisst es in einer Unia-Mitteilung vom Dienstag. Beim Personal häuften sich derzeit die Überstunden und es stehe im Dauereinsatz.

Das Pflege- und Betreuungspersonal müsse sich nach der Pandemie von den Strapazen erholen können, ansonsten werde die bereits sehr hohe Berufsausstiegsrate dramatische Ausmasse annehmen. Es werde eine zeitliche und finanzielle Kompensation der Überstunden und eine Arbeitszeitreduktion brauchen.

Nora Tschanz, Gruppenleiterin Pflege betreut einen Covid Patienten in der Isolationsstation des Universitaetsspital USZ, fotografiert am 19. November 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Eine Pflegerin betreut einen Covid-Patienten in der Isolationsstation des Universitätsspitals in Zürich. Die Pflegenden beklagen in der Personalmangel in der Pandemie.
KEYSTONE/Christian Beutler

16.40 Uhr: Kaum sinkende Zahlen – Deutschschweiz schuld? 

Die Fallzahlen sinken nur in geringem Masse, in einigen Kantonen steigen sie auch an: Die Wirkung der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sollen bereits wieder verpufft sein, wie der «Tages-Anzeiger» mit Berufung auf eine ETH-Forscherin berichtet.

Die Zeitung zitiert Professorin Tanja Stadler: Ihrer Analyse zufolge sei der R-Wert zwar in der letzten Woche erstmals unter den Wert von 0,8 gefallen, der eine Einhaltung des von der Corona-Taskforce angestrebten Ziels einer Halbierung der Fallzahlen aller zwei Wochen garantiere.

Doch sei diese Marke nur kurzzeitig unterschritten worden. Laut Berechnungen der ETH liege der R-Wert in zwölf Kantonen der Deutschschweiz über 1, während der Schnitt in der Schweiz am Dienstag bei 0,94 gelegen habe. Bei einem Wert von 0,9 dauere eine Halbierung der Fallzahlen bereits einen Monat.

Wissenschaftlerin Stadler sagte dem «Tages-Anzeiger»: «In der Deutschschweiz schaffen wir mit den Massnahmen und deren Umsetzung momentan nur eine Stabilisierung auf sehr hohem Niveau». Dass die Coronazahlen dort derzeit stagnierten, erkläre sie sich damit, dass die Bevölkerung die Massnahmen inkonsequent umsetze. Weil die Massnahmen in der Deutschschweiz nicht gelockert worden seien, läge die Vermutung «nahe, dass sich die Umsetzung in Teilen der Gesellschaft wieder geändert hat», erklärte Stadler.

Ein Schild mit der Aufschrift "Tragen Sie hier eine Maske. Bitte. Alle." steht auf dem Paradeplatz in Zuerich am Freitag, 20. November 2020. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Verpufft die Wirkung der Coronamassnahmen, weil diese insbesondere in der Deutschschweiz bisweilen nicht eingehalten werden? (Symbolbild)
KEYSTONE/Alexandra Wey

16.05 Uhr: Schon bald EU-Entscheidung zu Corona-Impfstoff

Auf dem Weg zum einsatzbereiten Corona-Impfstoff geht es Schlag auf Schlag: Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für das Präparat der deutschen Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer entscheiden.

Eine Entscheidung über den Impfstoff des US-Konzerns Moderna werde zum 12. Januar angestrebt. Die drei Unternehmen hatten ihre Anträge auf Zulassung für die EU am Montag eingereicht.

Sollte die Ema grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer genehmigen. Die Kommission folgt in der Regel der Ema-Empfehlung. Ein Kommissionssprecher sagte, das Verfahren könnte nach einer Ema-Empfehlung binnen Tagen abgeschlossen sein. 

Die Schlagzeilen stimmen zuversichtlich: 90 Prozent oder mehr Schutz vor einer Erkrankung sollen die Corona-Impfstoffkandidaten von Moderna und Biontech/Pfizer bieten, ein Vakzin des britisch-schwedische Pharmakonzerns AstraZeneca vermeldet rund 70 Prozent Wirksamkeit.
Schon bald soll über die Zulassung der Corona-Impfstoffkandidaten von Moderna und Biontech/Pfizer in der EU entschieden werden (Symbolbild).
Moderna/PA Media/dpa

15.30 Uhr: Niederlande: Impfungen bereits ab Anfang Januar 

Die Niederlande wollen bereits kurz nach dem Jahreswechsel mit Corona-Impfungen beginnen. Das teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Dienstag auf Twitter mit. «Wir sorgen dafür, dass wir startklar sind. Wenn alles klappt, können wir um den 4. Januar herum mit dem Impfen beginnen», schrieb er.

15 Uhr: Und Schluss

Das war die letzte Frage an der heutigen Medienkonferenz. Wir danken für das Interesse und halten Sie hier im Ticker natürlich weiter über die Covid-Situation in der Schweiz und weltweit auf dem Laufenden. 

14.58 Uhr: Was muss man beim Weihnachts-Shopping beachten?

Mit Blick auf die Adventszeit und Sonntagsverkäufe will eine Journalistin wissen: Wie wichtig sind Schutzmassnahmen beim Einkaufen? Masserey vom BAG sagt, sie empfehle, sich gut organisieren. Man solle die Einkäufe nicht bis zum letzten Moment aufschieben, Stosszeiten etwa am Samstag vermeiden und nicht durch zig Läden bummeln, sondern besser gezielt einkaufen gehen.

14.55 Uhr: Impfungen mit verschiedenen Wirkmechanismen

Die drei Impstoffe, deren Zulassung beim Bund beantragt ist, funktionieren nach verschiedenen Prinzipien: Zwei setzen aus sogenannte Messenger-RNA (MRNA), einer auf Virenvektoren. Claus Bolte von Swissmedic betont, dass es für die Bevölkerung von Vorteil sei, wenn möglichst viele verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz kämen am Ende. 

Die verschiedenen Impfstoffe könnten sich unterscheiden bezüglich Sicherheit, Handling und auch Eignung für bestimmte Zielgruppen, sagt der Experte weiter.  Bolte betont, dass sich aufgrund der bisherigen Studien nicht sagen lasse, ob die Impfstoffe die Verbreitung des Virus stoppen könnten. Das liege daran, dass die Studien zur Wirksamkeit noch nicht lange genug dauerten.

14.42 Uhr: Schwangere als Risikogruppe?

Sollen Schwangere auch prioritär geimpft werden? Berger erklärt, dass dazu noch keine verlässlichen Daten vorlägen. Auch Claus Bolte von Swissmedic bestätigt, dass bisher keine Daten zur Wirkung bei schwangeren oder stillenden Frauen eingereicht worden seien. Das sei aber bei der Entwicklung eines neuen Impfstoffs so üblich.

14.41 Uhr: Wintersport belastet Spitäler zusätzlich

Die Sorge, dass die Wintersaison die Spitäler weiter belasten könne, sei berechtigt, entgegnet Masserey vom BAG auf die Frage einer Journalistin. Unfallprävention sei immer wichtig, aber aktuell sei es zentral, dass man beim Skifahren auf sich aufpasse.

14.39 Uhr: Fragen zu einem möglichen «Impfpass»

Es gibt Überlegungen, wonach nur noch geimpfte Leute Zugang zu gewissen Veranstaltungen haben sollten: Was sagen die Experten dazu? Das sei nicht das Ziel, erklärt Berger, sondern das Verhindern von Krankheitsfällen. Masserey erklärt, dass es für solche Überlegungen noch etwas verfrüht sei.

14.38 Uhr: Fürs Feiern braucht es tiefere Fallzahlen

Es sei Wunsch des BAG, dass die Bevölkerung die Feiertage in kleinen Gruppen begehen könne, sagt Masserey. Wenn man beruhigt feiern wolle, dann brauche es deutlich tiefere Fallzahlen. Einen konkreten Wert will sie nicht nennen.

14.34 Uhr: Ziel der Impfstrategie

Herdenimmunität sei nicht das primäre Ziel der Impfstrategie, sei gesagt worden – wie gehe das mit Aussagen zusammen, wonach sich so viele Personen wie möglich impfen lassen sollten? Berger von der Kommission für Impffragen antwortet, das Ziel sei es primär, Krankheitsfälle zu verhindern. Das zuerst bei besonders gefährdeten Personen, auch mit Blick auf das Spitalwesen. In einem zweiten Schritt müssten aber auch mildere Krankheitsverläufe verhindert werden.

14.33 Uhr: Masserey «nicht begeistert» vom Ständerat

Eine Journalistin fragt Masserey, was sie von den Vorgängen im Ständerat hält, wo unter Missachtung der Abstands- und Vorsichtsregeln musiziert wurde. Sie sei davon nicht begeistert, sagt die Expertin. Allerdings liege die Einhaltung der Massnahmen in der Verantwortung der Betroffenen, hält sie fest.

Wie hoch dabei das Risiko genau sei, könne man nicht genau sagen, antwortet sie auf eine Nachfrage zum Thema. Aber je mehr Menschen dabei mitmachten und desto kleiner der Raum, umso höher werde das Ansteckungsrisiko. Die vorhandenen Plexiglasabschränkungen im Ständeratssaal reichten aber nicht aus, um die Menschen zu schützen – ebenso wenig wie die Gesichtsmasken.

14.31 Uhr: Probleme zwischen den Kantonen

Beim Contact Tracing gebe es noch Probleme zwischen den Kantonen zu lösen, hatte Hauri gesagt. Ein Journalist will wissen, was damit gemeint ist. Hauri erklärt, es gehe dabei um die Übertragung von Daten, die nicht einheitlich geschehe. So würden immer noch Daten per E-Mail oder Telefon übermittelt.

14.30 Uhr: Eine Impfung für alle bis Ende nächstes Jahr

Nun geht es in die Fragerunde. Masserey sagt auf die Frage eines Journalisten, dass der Bund der Schweizer Bevölkerung innerhalb des kommenden Jahres eine Impfung anbieten wolle. Dabei liegt das Augenmerk auf Erwachsenen, wie die BAG-Vertreterin sagt. Kinder würden zu Beginn der Kampagne nicht vorrangig geimpft.

14.25 Uhr: Wie die Kantone vorgehen

Nun informiert der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri, Vorsteher der Vereinigung der Kantonsärzte, über die Pläne für die Feinverteilung und tatsächliche Impfung in den einzelnen Kantonen. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten. Für Hauri ist es aber klar, dass nicht die gesamte Bevölkerung in Impfzentren geimpft werden könne. Die Umsetzung der Konzepte, die im Verlauf des Jahres ausgearbeitet wurden, erfolge nun zu Beginn des kommenden Jahres.

14.20 Uhr: Wie die Impfdosen verteilt werden

Daniel Aeschbach ist Chef der Armeeapotheke. Diese wird die Annahme, Lagerung und Verteilung der Impfstoffe für die Schweizer Bevölkerung übernehmen. Die dafür notwendige Kapazitäten würden nun bis Ende des Jahres aufgebaut. 

Die Armee wird das Material an die einzelnen Kantone sowie die Behörden des Fürtentum Liechtensteins liefern. Für die Feinverteilung seien dann wiederum die Kantone zuständig, so Aeschbach.

14.15 Uhr: Keine Impfpflicht

Bisher hat Swissmedic Angaben von drei Herstellern erhalten. Allerdings fehlten noch Daten insbesondere bei den Themen Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität, weshalb sein Institut noch keinem Hersteller eine Zulassung habe erteilen können, sagt Bolte.

Nun übernimmt erneut Masserey. Die BAG-Vertreterin erläutert, worauf der Bund bei seiner Impfstrategie achtet: Die Impfung werde gratis sein, zudem werde es keine Impfpflicht geben.

Für die Einzelheiten zur Strategie übernimmt Christoph Berger von der Eidg. Kommission für Impffragen. Laut ihm konzentriert sich der Bund zu Beginn auf vier Zielgruppen: Besonders gefährdete Personen, Gesundheitspersonal und Betreuer von besonders gefährdeten Personen, Enge Kontakte gefährdeter Personen sowie Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko.

14.10 Uhr: Impfung braucht grosses Vertrauen in Swissmedic

Nun geht es um die Impfung – diese erwarte man mit «grosser Ungeduld», wie Masserey sagt. Man habe derzeit Verträge für Impfdosen, die für sechs Millionen Menschen reichen. Man stehe aber mit weiteren Herstellern in Kontakt. Die ersten Ergebnisse der Wirksamkeitsstudien seien «ermutigend». Masserey gibt aber zu bedenken, dass es sich dabei um vorläufige Resultate handle.

Nun geht das Wort an Claus Bolte, der beim Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic den Bereich Zulassung leitet. Er sagt, dass die nun sehr schnell entwickelten Impfstoffe grosses Vertrauen in seine Organisation erfordere. Er betont, dass die Geschwindigkeit aber keineswegs auf Kosten der Sorgfalt gehe. Swissmedic wendet derzeit das sogenannte rollende Verfahren für die Zulassung an. Das bedeutet, dass die für die Zulassung nötigen Angaben nicht gesammelt, sondern einzeln eingehen.

14 Uhr: Jetzt informieren die Fachexperten

Nun geht die Medienkonferenz los. Insgesamt sechs Expertinnen und Experten treten in Bern vor die Medien. Schwerpunkt der heutigen Medieninformation ist die Covid-19-Impfung.

Als erste ergreift Viriginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit das Wort. Die Fallzahlen würden langsam sinken, sagt sie. Die Zahl der Menschen, die an oder mit Corona sterben, stagniere auf hohem Niveau. Nach wie vor seien die Spitäler stark belastet. Es gebe dank zusätzlich geschaffener Betten noch Reserven derzeit. 

Nach wie vor am höchsten sei die Inzidenz aktuell in der Westschweiz, so Masseres. Allerdings glichen sich die Werte zwischen Deutschschweiz und dem Welschland an. Mit den näher rückenden Festtagen sei es nun aber dringend nötig, dass die Fallzahlen weiter zurückgingen.

13.50 Uhr: Gesellschaft driftet auseinander

Die Corona-Krise verändert das Zusammenleben: Eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt, dass etwa die die Hälfte der Befragten hierzulande findet, die Gesellschaft sei während der Pandemie auseinandergedriftet.

Die Forschenden befragten in regelmässigen Abständen tausend Personen, wie sie die gesellschaftlichen Veränderungen während der Corona-Zeit wahrnehmen. Bei der letzten Erhebung im Oktober und November fanden drei Viertel der Befragten, dass die zwischenmenschliche Distanz grösser geworden sei. Und die Hälfte fand sogar, die Gesellschaft sei auseinandergedriftet.

Ebenfalls gab die Hälfte der Befragten an, dass die Menschen während Corona weniger miteinander reden als vorher. Zwar liessen sich Treffen mit anderen Menschen in den digitalen Raum verschieben, aber für viele Gemeinschaftserlebnisse funktioniere das nicht gut, schreibt die HSLU in einer Mitteilung.

13.30 Uhr: Die Expertinnen informieren

Um 14 Uhr nehmen die Fachleute des Bundes zu den aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie Stellung. Wir werden die Medienkonferenz hier im Ticker live abdecken.

12.27 Uhr: Schweizer Wirtschaft erholt sich von Schock

Die Schweizer Wirtschaft hat sich im dritten Quartal vom Corona-Absturz im Frühling sehr gut erholt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg in der Periode von Juli und September 2020 gegenüber dem Vorquartal um 7,2 Prozent.

Die Binnennachfrage und Teile des Dienstleistungssektors hätten sich deutlich erholt, während die internationale Entwicklung auf den Exporten gelastet habe, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mit.

Die hiesige Wirtschaft machte damit laut den Angaben rund drei Viertel des Einbruchs des ersten Halbjahrs wett, womit das BIP noch gut 2 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Ende 2019 liegt. Im Vergleich zu den Nachbarländern sei die Schweizer Wirtschaft bislang verhältnismässig glimpflich durch die Corona-Krise gekommen, schreibt das Seco.

Die Schweizer Wirtschaft hat sich im dritten Quartal vom Corona-Absturz im Frühling sehr gut erholt. (Archiv)
Bild: Keystone

11.45 Uhr: 3802 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Dienstag 3802 Coronavirus-Ansteckungen bei 19'777 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 19,2 Prozent. 107 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 226 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Vor einer Woche waren dem BAG für Dienstag 4241 bestätigte Fälle gemeldet worden. Die Zahl der gemeldeten Spital-Einlieferungen sank gegenüber den gemeldeten 238 Hospitalisierungen vor einer Woche nur leicht.

Die Positivitätsrate für PCR- und Antigen-Tests für die vergangenen zwei Wochen lag bei 19,4 respektive 17,3 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 610,31 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 2'753'942 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG am Dienstag weiter mitteilte. Insgesamt gab es bisher 330'874 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Eine Arztin spricht mit einer Patientin auf der Abteilung fuer COVID-Patienten im HFR Freiburg Kantonsspital, am Donnerstag, 26. November 2020 in Fribourg. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Eine Ärztin spricht Ende November mit einer Patientin auf der Abteilung für COVID-Patienten im HFR Freiburg Kantonsspital. 
Bild: Keystone

11.02 Uhr: Auch Biontech und Pfizer stellen Antrag auf EU-Zulassung

Die deutsche Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Erst am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

Die Ema muss die Anträge nun prüfen. Wie lange das dauert, war zunächst unklar. Sollte die Behörde eine bedingte Zulassung empfehlen, könnte der Impfstoff noch im Dezember eingesetzt werden, teilte Biontech mit. Die endgültige Entscheidung trifft die EU-Kommission, die in der Regel der Ema-Empfehlung folgt.

Biontech hatte angekündigt, unmittelbar nach der Zulassung mit der Auslieferung der ersten Impfstoffe beginnen zu können. Biontech/Pfizer und Moderna haben auch bei der US-Arzneimittelbehörde FDA Anträge auf eine Notfallzulassung gestellt.

Für den Biontech/Pfizer-Impfstoff mit der Bezeichnung BNT162b2 ergaben umfangreiche Testreihen nach Angaben der Unternehmen eine Wirksamkeit, die einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet. Das Vakzin funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen, teilten die Firmen nach Abschluss letzter Analysen mit. Der Impfschutz bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind, liege bei über 94 Prozent.

epa08814068 An undated handout picture made available by the German pharmaceutical company Biontec shows the dosing of BNT162b2, the mRNA-based vaccine candidate against COVID-19, during the clinical test. Pfizer and Biontech SE announced on 11 November 2020 that they have reached an agreement with the European Commission to supply 200 million doses of their investigational BNT162b2 mRNA-based vaccine candidate against COVID-19 to European Union (EU) Member States, with an option for the European Commission to request an additional 100 million doses. EPA/BIONTECH SE / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Ein Proband lässt sich in Deutschland bei Tests mit dem Biontech-Wirkstoff impfen. 
Bild: EPA/Biontech SE

10.45 Uhr: Nationalrat sagt ja zu Bussen 

Der Nationalrat nimmt bei der Beratung des Covid-19-Gesetzes einige Änderungen gegenüber dem Bundesrat vor: So ist er zwar damit einverstanden, dass Maskenverweigerer wieder gebüsst werden können. Dort, wo eine Maskentragpflicht nicht klar erkenntlich ist, will er aber, dass auf eine Busse verzichtet werden kann. Dies ist etwa in Fussgängerzonen der Fall. Nun muss sich noch der Ständerat zum Thema äussern

10 Uhr: Österreich beginnt mit Massentests

Österreich setzt bei der Eindämmung der Corona-Pandemie auf freiwillige Massentests der Bevölkerung. Den Auftakt macht heute die Gemeinde Annaberg-Lungötz im Salzburger Land.

Die 2200 Bürger sind aufgerufen, sich bis morgen Mittwoch testen zu lassen. Das Aufspüren von auch symptomfreien Corona-Infizierten gilt als wichtiger Baustein zur Unterbrechung von Infektionsketten.

In den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Wien beginnen die mehrtägigen Massentests am Freitag (4.12.). In Wien ist die Kapazität auf bis zu 150'000 Menschen pro Tag ausgelegt. Der Nachweis einer Corona-Infektion erfolgt via Antigen-Test, der bei positivem Ergebnis mit einem PCR-Test überprüft werden soll.

ABD0031_20201201 - ANNABERG - ÖSTERREICH: In der Gemeinde Annaberg in Salzburg beginnen am Dienstag, 1. Dezember 2020, die Corona-Massentests. Ein Mann wird an einer Teststation im Feuerwehrhaus von Annaberg getestet. - FOTO: APA/BARBARA GINDL
In Annaberg-Lungötz im Salzburger Land sind alle Einwohnerinnen und Einwohner aufgerufen, sich auf Covid-19 testen zu lassen.
Bild: Keystone/APA/Barbara Gindl

9.28 Uhr: Ansteckungen in Israel auf Sechs-Wochen-Hoch

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf den höchsten Stand seit Mitte Oktober geklettert. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Dienstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1227 neue Fälle registriert.

Mehr Infektionen an einem Tag waren zuletzt am 19. Oktober mit 1517 vermeldet worden. Von den mehr als 56'000 gemachten Tests fielen 2,2 Prozent positiv aus, die Quote der positiven Tests war zuletzt etwas gestiegen.

9.21 Uhr: Nationalrat debattiert Covid-19-Neuerungen

Der Nationalrat berät heute Änderungen am Covid-19-Gesetz. Es muss angepasst werden, weil der Bundesrat im Kampf gegen die Corona-Pandemie Nachbesserungen vorgenommen hat. Dabei geht es etwa um die Härtefälle, die Hilfen für den Sport und die Ordnungsbussen.

Dass die Anpassungen nötig sind, war im Rat unbestritten. Alle Fraktionen fordern ein rasches Handeln. Die Parteien fordern aber in einigen Bereichen Nachbesserungen.

6.30 Uhr: Mehrheit der Firmen: Erholung bis Ende 2022

Die Schweizer Unternehmenslandschaft bleibt laut einer Studie der Grossbank HSCB in der Corona-Krise widerstandsfähig. Eine grosse Mehrheit glaubt an das Erreichen des Vorkrisenniveaus bis Ende 2022. Konkret würden zwei Drittel der in der Schweiz befragten Firmen erwarten, dass sie bis in zwei Jahren den verlorenen Boden wieder gutgemacht haben, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Studie. Ganze 17 Prozent erwarten sogar, dass sie sich bis zum Ende dieses Jahres wieder vollständig erholen werden.

Ebenfalls bemerkenswert: Gemäss der Umfrage machten 14 Prozent der Schweizer Unternehmen mehr Profit als vor dem Covid-19-Ausbruch. Dieser Wert liegt laut HSBC weit über dem weltweiten Durchschnitt von 8 Prozent der insgesamt rund 10'000 befragten Firmen in 39 Ländern.

Die weitere Entwicklung der Pandemie bleibe aber für viele Unternehmen die klar grösste Bedrohung für das zukünftige Wachstum. So nehmen 42 Prozent das aktuelle Wiederaufflammen von Covid-19 und 23 Prozent die Auswirkungen hiervon auf die Konsumentennachfrage als die aktuell grössten Bedrohungen war. Zudem äusserten sich neun von zehn Unternehmen in der Schweiz besorgt über die Stabilität der Lieferketten, wobei bei gut einem Drittel vor allem steigende Kosten moniert werden.

5.35 Uhr: Umstrittener Corona-Berater von Trump tritt zurück

Der umstrittene Corona-Berater des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, der Radiologe Scott Atlas, hat seinen Rücktritt eingereicht. In einem Schreiben an Trump, das Atlas am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichte, schrieb er: «Ich habe hart gearbeitet und mich auf eins konzentriert – Leben zu retten und den Amerikanern helfen, durch diese Pandemie zu kommen.»

Der Radiologe arbeitete seit August für die US-Regierung. Nach übereinstimmenden Medienberichten wäre sein Vertrag nach 130 Tagen diese Woche ohnehin ausgelaufen. Seine Rücktrittserklärung nutze er nun, um sich gegen Kritik zu verteidigen. Er habe sich stets auf die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse gestützt und dies «ohne jegliche politische Abwägung oder Einflussnahme» getan.

White House coronavirus adviser Dr. Scott Atlas departs after a television interview at the White House, Monday, Oct. 12, 2020, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trumps Corona-Berater, der Radiologe Scott Atlas, gibt wie erwartet seinen Posten auf. 
Bild: Keystone/AP Photo/Alex Brandon

Atlas hat sich gegen strenge Eindämmungsmassnahmen ausgesprochen und zweifelt die Nützlichkeit von Masken an. Damit zog er insbesondere Kritik von einem anderen Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe im Weissen Haus auf sich: Der prominente Immunologe Anthony Fauci hat sich öffentlich nicht einverstanden mit Atlas' Standpunkten gezeigt. Mitte November hatte Atlas nach der Verschärfung von Corona-Auflagen in Bundesstaaten wie Michigan auf Twitter geschrieben: «Das endet nur, wenn die Menschen sich erheben.» Der Tweet war auch vor allem deshalb brisant, weil nur wenige Wochen zuvor eine Gruppe Verdächtiger festgenommen wurde, die Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer nach Erkenntnissen von Ermittlern wegen vorheriger Corona-Massnahmen entführen und eventuell auch töten wollte. Atlas schrieb später, er wolle nicht zu Gewalt aufrufen.

Der Radiologe schrieb in seiner Rücktrittserklärung, er wünsche dem «neuen Team» nur das Beste – und meinte damit offenbar das des gewählten Präsidenten Joe Biden. Trump erkennt dessen Wahlsieg noch immer nicht an. Biden hat den Kampf gegen die Pandemie zur Priorität erklärt. Seine Amtseinführung ist für den 20. Januar geplant.

5 Uhr: USA vor fordernden Monaten bis Impfung greift

Den USA stehen nach Einschätzung von Notenbankchef Jerome Powell angesichts einer sich verschärfenden Corona-Pandemie noch einige herausfordernde Monate bevor. Der Anstieg der Fallzahlen in den USA und im Ausland sei besorgniserregend. Dies sagte Powell am Montag (Ortszeit) laut Notizen für seine Anhörung im US-Kongress am heutigen Dienstag. Mittelfristig seien die jüngsten Nachrichten «von der Impf-Front» aber sehr positiv, hiess es.

Derzeit bestünden allerdings weiterhin noch erhebliche Herausforderungen und Unsicherheiten, etwa hinsichtlich des Zeitpunkts, der Produktion und des Vertriebs sowie der Wirksamkeit bei dem Coronavirus-Impfstoff, warnte Powell. Es sei obendrein weiterhin schwierig, den Zeitpunkt und den Umfang der wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Entwicklungen zu bewerten, hiess es weiter. Das Schicksal der US-Konjunktur hänge aber davon ab, wie erfolgreich eine Immunisierung der Bevölkerung verlaufen werde. Bis es so weit sei, werde sich die Coronavirus-Pandemie weiter negativ auf die US-Wirtschaft auswirken, erklärte der Fed-Chef. Besonders hart seien Frauen, Minderheiten und der Dienstleistungssektor betroffen, sagte Powell.

4.08 Uhr: Nationalrat befasst sich mit Covid-19-Gesetz

Der Nationalrat befasst sich heute mit dem Covid-19-Gesetz. Es muss angepasst werden, weil der Bundesrat im Kampf gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie etwa die Summe zur Unterstützung von Härtefällen auf eine Milliarde Franken erhöhen will. Der Nationalrat wird unter anderem die zentrale Frage diskutieren, ob für den Anspruch eine Umsatzschwelle von 100'000 oder 50'000 Franken gelten soll. Weitere Diskussionspunkte gibt es etwa bei den Hilfen für den Sport und bei der Frage, ob bei Verstössen gegen die Maskentragpflicht oder Schutzkonzepte wie im Frühling Ordnungsbussen werden sollen.

Zudem informieren ab 14:00 Uhr die Fachexperten des Bundes über die Entwicklungen bei der Coronavirus-Krise. In der Schweiz und in Liechtenstein waren dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zuletzt 8782 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 72 Stunden gemeldet worden. Gleichzeitig hatte das BAG 195 neue Todesfälle und 399 Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

4.50 Uhr: Verschärfte Regeln in Deutschland

Die verschärften Coronavirus-Massnahmen der deutschen Regierung und der einzelnen Bundesländer treten ab heute in den meisten Regionen in Kraft. So sollen etwa private Zusammenkünfte von zuvor zehn auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt werden. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Auch die maximale Kundenzahl in grossen Geschäften wie Supermärkten wird stärker begrenzt.

11'169 Fälle: Corona-Neuinfektionen über Vorwochenwert

11'169 Fälle: Corona-Neuinfektionen über Vorwochenwert

Erwartungsgemäß haben die deutschen Gesundheitsämter dem RKI vergleichsweise wenige neue Corona-Infektionen gemeldet. 11 169 Fälle sind übermittelt worden. Das sind knapp 300 mehr als vor einer Woche.

30.11.2020

4.30 Uhr: Lancierung von Initiative gegen Impflicht

Impfgegner wollen heute gegen 15:00 Uhr in Bern eine Initiative gegen die Impfpflicht lancieren. Die Freiheitliche Bewegung Schweiz (FBS) will Unterschriften für ihre Initiative «Für Freiheit und körperliche Unversehrtheit (Stopp Impfpflicht)» sammeln, wie im Vorfeld der Veranstaltung bekannt wurde. Gerade vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie und der Diskussion um eine Impfpflicht werden der Initiative vielerorts gute Chancen eingeräumt, die benötigten Unterschriften rasch zusammenzubekommen.

2.25 Uhr: Zoom wächst Anlegern nicht rasch genug

Der Videokonferenz-Dienst Zoom ist im vergangenen Quartal weiter stark gewachsen – den Anlegern geht das inzwischen aber nicht mehr schnell genug. Die Zoom-Aktien fielen nach Vorlage der Zahlen zeitweise um rund sechs Prozent. Dabei stieg der Quartalsumsatz binnen eines Jahres von 166,6 Millionen Dollar auf gut 777 Millionen Dollar, wie der Konzern am Montag (Ortszeit) mitteilte. Der Gewinn in dem Ende Oktober abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal erhöhte sich zudem im Jahresvergleich sogar von 2,2 auf 198,4 Millionen Dollar.

Zoom war mit der Corona-Krise in eine neue Liga aufgestiegen. Die Firma sollte ursprünglich Videokonferenzen für Unternehmen zur Verfügung stellen. In der Coronavirus-Pandemie nahm aber nicht nur die Nutzung in Firmen zu, sondern auch Privatpersonen nutzten Zoom für alle möglichen Szenarien – von Familientreffen bis Yoga-Stunden.

Das Geld verdient Zoom aber nach wie vor im Geschäft mit grösseren Unternehmen. Die Zahl der Kunden mit mehr als zehn Mitarbeitern stieg auf 433'700; das waren fast sechsmal mehr als vor einem Jahr, wie Zoom weiter mitteilte. Für das laufende Quartal rechnet Zoom mit einem Umsatz zwischen 806 und 811 Millionen Dollar.

Dabei ist das 2011 im kalifornischen San Jose gegründete Unternehmen, das zwischenzeitlich mit Sicherheitslücken beispielsweise bei der Verschlüsselung oder dem sogenannten Zoombombing kämpfte, nicht konkurrenzlos. Videoanrufe und -konferenzen sind beispielsweise auch über Microsoft Teams, Webex von Cisco oder Angebote der Techriesen Google und Facebook möglich.

0.28 Uhr: Kalifornien erwägt drastischere Massnahmen

Wegen einer drohenden Überfüllung der Intensivstationen in den kommenden zwei Wochen könnte Kalifornien die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter verschärfen. Mit Blick auf steigende Krankenhauseinweisungen und den zunehmenden Bedarf an Intensivbetten warnte Gouverneur Gavin Newsom am Montag: «Wenn sich diese Trends fortsetzen, werden wir dramatischere, möglicherweise drastische Massnahmen ergreifen müssen.» In Teilen des Staates könnte es wie zu Beginn der Pandemie wieder eine Anordnung zum Zuhausebleiben geben (Stay at home order), wenn auch in abgeänderter Form, sagte Newsom.

Kalifornien ist der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat. In den vergangenen 14 Tagen wurden dort im Durchschnitt rund 13’000 Neuinfektionen pro Tag erfasst. Insgesamt wurden dort seit Beginn mehr als 1,2 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Am Montag traten bereits für die rund zehn Millionen Einwohner des Bezirks Los Angeles strengere Auflagen in Kraft, mit denen die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden sollen. Unter anderem sind alle öffentlichen und privaten Versammlungen mit Menschen aus einem anderen Haushalt verboten.

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