Gen Z erobert Arbeitswelt «Viele Junge fühlen sich im Job nicht ernst genommen»

Von Alex Rudolf

8.5.2023

«Junge Menschen kriegen mehr Macht»

«Junge Menschen kriegen mehr Macht»

Michelle Müller ist Head of Consulting beim Beratungsunternehmen Zeam und erklärt, was Firmen bieten müssen, um auch für die Generation Z attraktiv zu bleiben.

03.05.2023

Michelle Müller ist Head of Consulting beim Beratungsunternehmen Zeam und erklärt, was Firmen bieten müssen, um auch für die Generation Z attraktiv zu bleiben.

Von Alex Rudolf

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In diesem Jahr arbeiten in der Schweiz erstmals mehr Menschen der Generation Z als jene der Babyboomer.
  • Was muss ein Unternehmen mitbringen, damit es attraktiv ist für die Jungen? Ein gutes Betriebsklima und flexible Arbeitsmodelle, sagt die Expertin.
  • Die Babyboomers und die Generation Z seien so unterschiedlich, weil sie in unterschiedlichen Lebenswelten aufgewachsen seien, sagt Müller weiter.

2023 ist das Jahr der Generation Z. Denn wie Zahlen des Bundes zeigen, gehört neu jeder achte Arbeitnehmer in der Schweiz der Generation Z an, ist somit zwischen 1995 und 2010 geboren. Damit überholen die Jungen die Babyboomer (geboren zwischen 1946 und 1964) im laufenden Jahr, was die Anzahl Arbeitnehmer in der Schweiz angeht. Dreht der Wind, und die Arbeitsplätze müssen an die Jungen ausgerichtet werden?

«Junge Menschen kriegen nun mehr Macht», sagt Michelle Müller. Sie leitet die Consulting-Abteilung beim Beratungsunternehmen Zeam, das sich auf die Bedürfnisse der Generation Z spezialisiert hat. Die 20-Jährige ist überzeugt, dass Unternehmen für ihre Generation nur attraktiv sind, wenn ein gutes Arbeitsklima vorherrscht und man offen ist für neuere Arbeitsmodelle und beispielsweise auf flexiblere Arbeitsformen setzt, sagt sie zu blue News.

Haben kleinere Betriebe überhaupt eine Chance?

Michelle Müller

Die 20-jährige Michelle Müller stieg nach der Matura in das Beratungsunternehmen Zeam als Praktikantin ein. Dieses berät Unternehmen im Umgang mit der Generation Z (Jahrgang 1995 bis 2010). Hier stieg sie jüngst zur Head of Consulting auf. Die strategischen Beratungen laufen über sie.

Haben kleinere Betriebe denn nun das Nachsehen, weil sie bei den Arbeitsmodellen nicht flexibel genug sind? Keinesfalls, findet Müller: «Denn bei kleineren Betrieben kann man schneller mit anpacken, ist mehr auf Augenhöhe und generell flexibler – das sind riesige Vorteile», sagt sie. «Uns Junge muss man auch mal machen lassen.»

Die Generation Z gilt gemeinhin als fordernd und wird in den Medien auch hin und wieder als faul bezeichnet. Stimmt das? Nein, erwidert Müller. Die Babyboomers und die Generation Z seien in komplett unterschiedlichen Lebenswelten aufgewachsen, erklärt sie. «Junge Menschen nehmen die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt als gegeben und wollen darauf aufbauen», so Müller.

Für Babyboomers, die einen Vergleich zu den 1960er- und 1970er-Jahren hätten, könne man schon als fordernd wirken. «Da können Welten aufeinander clashen.» Die meisten Missverständnisse seien aber einer mangelhaften Kommunikation geschuldet.

Noch haben Millenials und Generation X die Überhand

Noch hat die Generation Z nicht das alleinige Sagen in der Arbeitswelt. Obwohl sie die Babyboomers überholt haben, sind die Generation X (Jahrgänge zwischen 1965 und 1980) und die Millennials (Jahrgänge zwischen 1981 und 1995) noch weitaus zahlreicher in der Arbeitswelt vertreten mit jeweils gut einem Drittel aller Arbeitnehmenden.

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