Risiko Kreisel und KreuzungUnwissen über Verkehrs-Regeln gefährdet Velofahrende
SDA
11.11.2025 - 23:37
Kreuzungen sind für Velofahrer gefährlich. (Symbolbild)
Keystone
Trotz neuer Regeln und Empfehlungen bleiben Kreuzungen und Kreisel für Velofahrer*innen gefährlich. Grund dafür ist laut einer neuen Studie unter anderem, dass andere Verkehrsteilnehmer*innen diese nicht kennen.
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Keystone-SDA, Redaktion blue News
11.11.2025, 23:37
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Kreuzungen und Kreisel bleiben für Velofahrende in der Schweiz gefährlich, obwohl neue Regeln und Empfehlungen eingeführt wurden.
Eine Studie der Universität Lausanne zeigt, dass viele Autofahrende die neuen Bestimmungen – wie das Rechtsabbiegen bei Rot oder das Fahren in der Kreiselmitte – nicht kennen.
Die Forschenden empfehlen eine klare Trennung des Veloverkehrs vom motorisierten Verkehr.
Velofahrende bestreiten nur acht Prozent aller Fahrten in der Schweiz, sind jedoch an 53 Prozent der Unfälle an Kreuzungen beteiligt, wie die Universität Lausanne (Unil) in einer Mitteilung vom Dienstag betonte. Laut der Universität sind die Velofahrenden meist nicht für die Unfälle verantwortlich.
Um die Situation für Velofahrerinnen und Velofahrer zu verbessern, wurden in der Schweiz zwei Verhaltensmassnahmen eingeführt: Seit 2021 dürfen Velofahrende an bestimmten Ampeln bei Rot rechts abbiegen. Zudem wird ihnen in regelmässigen Kampagnen empfohlen, in Kreiseln in der Mitte der Fahrbahn zu fahren
In ihrer Studie, die im Fachblatt «Journal of Cycling and Micromobility Research» veröffentlicht wurden, untersuchte das Forschungsteam um Patrick Rérat, wie gut diese Massnahmen in der Praxis funktionieren. Sie beobachteten über 4500 Velofahrende in Lausanne und befragten zusätzlich mehrere Hundert Personen zu ihrem Wissen über die neuen Regeln.
Unkenntnis führt zu Spannung
Beide Massnahmen haben demnach ein gemeinsames Problem: Die Mehrheit der Nicht-Velofahrenden kennt die Bestimmungen nicht. Diese Situation führt laut der Universität zu Spannungen. «Das Nichtwissen über das erlaubte Verhalten von Velofahrenden kann dazu führen, dass Autofahrende aggressive und illegale Manöver ausführen (z. B. das Verweigern des Vortritts oder gefährliches Überholen)», schrieben die Forschenden in der Studie.
So nutzen der Studie zufolge zwar rund 90 Prozent der Velofahrerinnen und Velofahrer die Möglichkeit, bei roten Ampeln rechts abzubiegen. Unter jenen, die nie Velo fahren, kennen allerdings 69 Prozent diese Regel nicht. Auch die Empfehlung, in Kreiseln in der Mitte zu fahren, ist vielen unbekannt: Zwar gaben in der Studie rund 70 Prozent der Velofahrenden an, diese Massnahme zu nutzen, unter den Nicht-Velofahrern kennen 56 Prozent diese Empfehlung nicht.
Die Forschenden empfehlen deshalb, das Wissen über Verkehrsregeln insbesondere auch unter Autofahrerinnen und -fahrern zu verbessern. Am effektivsten wäre es demnach aber, sich nicht nur auf Verhaltensmassnahmen zu stützen, sondern Kreuzungen auch baulich so umzugestalten, dass Konflikte zwischen Velofahrenden und motorisiertem Verkehr gar nicht erst entstehen, etwa durch eine klare Trennung des Veloverkehrs vom motorisierten Verkehr.
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