Corona-Krise

Bar- und Clubkommission warnt: «Jeder dritte Club wird schlimmstenfalls nicht mehr öffnen»

Agenturen/tsha

18.4.2020

Auch wenn die Fallzahlen in der Schweiz langsamer steigen, sind sich Experten sicher: Das Corona-Virus wird uns noch länger beschäftigen. Betroffene Unternehmer warnen vor den Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Das Coronavirus breitet sich weltweit immer weiter aus. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP haben sich weltweit mindestens 2,25 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert, die Dunkelziffer liege aber wahrscheinlich deutlich höher. Mit mehr als 20’000 Toten ist Spanien besonders stark betroffen.

In der Schweiz wurden am Samstag vom BAG insgesamt 27’404 bestätigte Fälle gemeldet, die Zahl stieg innert 24 Stunden um 326. Die Todesfälle nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis Samstagmittag auf 1'343 zu, besonders schwer betroffen ist der Kanton Waadt.

Der Schweizer Epidemiologe Christian Althaus glaubt, dass uns das Coronavirus noch länger beschäftigen wird. «Es ist wichtig zu verstehen, dass das Virus nicht so schnell verschwindet», sagte der 41-Jährige in einem Interview mit «Blick». Derweil warnt Max Reichen, Geschäftsführer der Berner Bar- und Clubkommission, vor gravierenden Konsequenzen der Corona-Krise auf das Schweizer Nachtleben. «Jeder dritte Club wird schlimmstenfalls nicht mehr öffnen», sagte Reichen in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger». Auch die Schweizer Gastronomen fordern eine Perspektive.

Laut Experten dürften Ferien im Ausland in diesem Jahr kaum möglich sein. Christian Laesser, Professor für Tourismus an der Universität St. Gallen, geht davon aus, dass es noch bis 2021 Einschränkungen bei Auslandsreisen geben werde. «Das Problem ist die grosse Unsicherheit. Wir wissen einfach nicht, ob noch weitere Ansteckungswellen kommen werden», sagte er gegenüber «Blick». Seine Prognose: Die Schweizer werden vermehrt im eigenen Land reisen.

Wie am Samstag bekannt wurde, läuft im Kanton St. Gallen bereits seit vier Wochen eine grossangelegte Studie. Man wolle herausfinden, wie viele Infektionen mit dem Coronavirus auch ohne Krankheitszeichen aufträten, wie die Ausbreitung in der Bevölkerung verlaufe und welche Faktoren eine Infektion begünstigten und über welche Symptome die Teilnehmer berichteten. Dazu seinen 1’000 Menschen getestet worden; Ergebnisse liegen noch nicht vor.

18.00 Uhr: Der Live-Ticker ist beendet

17.27 Uhr: Schweizerin soll zum Haarefärben nach Schweden geflogen sein

Wie die schwedische Zeitung «Aftonbladet» berichtet, soll eine Schweizerin extra zum Haarefärben nach Stockholm geflogen sein. Für das Ticket habe die Frau 1'800 Euro gezahlt, erzählte eine Coiffeuse dem Blatt. Es gebe derzeit immer wieder «Luxustouristen», die extra für einen Coiffeurbesuch nach Schweden reisten.

16.59 Uhr: Bar- und Clubkommission warnt vor Konsequenzen für das Nachtleben

Max Reichen, Geschäftsführer der Berner Bar- und Clubkommission, warnt vor gravierenden Konsequenzen der Corona-Krise auf das Schweizer Nachtleben. «Jeder dritte Club wird schlimmstenfalls nicht mehr öffnen», sagte Reichen im Interview mit dem «Tagesanzeiger». «Mit jedem Monat im Lockdown wird es für die Betriebe schwieriger, ihre Reserven gehen zur Neige.» Wichtig sei nun vor allem, dass die Politik Klarheit schaffe. So müssten Veranstalter wissen, wann sie wieder Band buchen könnten. 

Kurzarbeitsentschädigung helfe nur bedingt, auch Kredite seien nicht für jeden Betreiber eine Lösung. «Man muss eines sehen: Die meisten sind überlebensfähig, aber nicht rentabel. Die Margen sind tief, und viele können ihre Ausgaben nur knapp decken.»

Eine Pflicht zum Tragen von Masken könne er sich für das Personal vorstellen, nicht aber für die Besucher. Denn viele suchten beim Barbesuch einen Partner oder eine Partnerin – mit einer Maske könne  man sich aber «nur schlecht küssen».

16.48 Uhr: Coronavirus-Antikörper-Tests im Kanton St. Gallen

Im Kanton St. Gallen laufen bereits seit rund vier Wochen serologische Tests mit rund 1'000 Personen. Sie sollen unter anderem Aufschluss darüber geben, wie viele Personen vom Coronavirus angesteckt wurden – aber keine Krankheitssymptome zeigen.

Bei der Covid-19 Epidemie gebe es verschiedene Fragen, die geklärt werden müssten, so Pietro Vernazza, Chefarzt der Infektiologie des Kantonsspitals St. Gallen, gegenüber Keystone-SDA. Man wolle herausfinden, wie viele Infektionen mit dem Coronavirus auch ohne Krankheitszeichen aufträten, wie die Ausbreitung in der Bevölkerung verlaufe und welche Faktoren eine Infektion begünstigten und über welche Symptome die Teilnehmer berichteten.

Innert fünf Tagen seien 1'000 Probanden registriert worden, alle zwei Wochen würden Blutproben gesammelt. Die Teilnehmenden müssten dabei auch zahlreiche Fragen beantworten. Für Ergebnisse sei es allerdings noch zu früh: «Im Moment sind wir am Testen der ersten 1'000 Proben», erklärte Vernazza. In einer Wochen lägen dann die Ergebnisse der nächsten Testreihe vor.

Es würden verschiedene Testsysteme miteinander verglichen, um zuverlässige Aussagen zu erhalten. «Wir werden die Resultate erst veröffentlichen, wenn wir sicher sind, dass diese verlässlich sind.»

16.12 Uhr: Corona-Huster und Schniefscham – Holländer haben Corona-Wörterbuch

Corona-Huster, Händeschüttelverbot, Lockdown-Party: Die Corona-Krise hat das Niederländische um viele neue Wörter bereichert. Mehr als 700 umfasst das neue online Corona-Wörterbuch, wie der niederländische TV-Sender NOS am Samstag berichtet. Es ist eine Initiative des Chefredakteurs des Standard-Wörterbuchs Van Dale, Ton den Boon.

In dem Wörterbuch finden sich viele zusammengesetzte Wörter wie Corona-Krise, aber auch Corona-Huster. So heissen diejenigen, die Polizisten bei einer Festnahme absichtlich anhusten. Dazu gehören auch neue Kombinationen wie Lockdown-Kilos oder Corona-Frisur - gemeint ist der zwangsläufig wilde Haarwuchs, weil die Friseure geschlossen sind, oder der misslungene Haarschnitt, weil man selbst zur Schere griff.

Zum Corona-Klassiker wurde bereits «hamsteren». Das von den für ihre Sparsamkeit bekannten Holländern sowieso geliebte Wort bekam durch das Horten von Klo-Papier eine neue negative Bedeutung. Und nach der Flugscham kennen Niederländer nun auch die «Snotterschaamte». Schniefscham fühlt jemand, der in Gesellschaft anderer plötzlich niesen oder schniefen muss.

15.54 Uhr: Epidemiologe Althaus: «Virus wird nicht so schnell verschwinden»

Der Schweizer Epidemiologe Christian Althaus glaubt, dass uns das Coronavirus noch länger beschäftigen wird. «Es ist wichtig zu verstehen, dass das Virus nicht so schnell verschwindet», sagte der 41-Jährige im Interview mit «Blick». «Wenn man sich nicht mehr an die Vorsichtsmassnahmen hält, können die Fallzahlen sehr rasch wieder ansteigen.» Der Mediziner, der eine Gruppe von Epidemieforschern am Berner Institut für Sozial- und Präventivmedizin leitet, hält die Strategie des Bundesrats, die Beschränkungen vorsichtig zu lockern, dennoch für richtig. Kontrollmechanismen würden einen erneuten Anstieg der Zahlen verhindern.

Die Schweiz habe zu Beginn der Pandemie «einen sehr guten Zeitpunkt erwischt, um die Lockdown-Massnahmen umzusetzen», so Althaus. Wäre das nicht geschehen, hätte sich die Lage in der Schweiz ähnlich dramatisch wie in Italien entwickeln können. Mittlerweile liege die Reproduktionszahl hierzulande «deutlich» unter eins – jeder Infizierte stecke im Schnitt also weniger als eine weitere Person an. Dennoch gelte es, weiterhin vorsichtig zu sein und die Lage weiterhin zu beobachten, so der Wissenschaftler: «Man weiss zum Beispiel noch nicht, welche Massnahmen wie viel zur Verlangsamung der Verbreitung beigetragen haben.»

15.29 Uhr: Erste Krankenhäuser in Brasilien geraten an ihre Grenzen

Angesichts der steigenden Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus geraten Krankenhäuser in Brasilien zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Bundesstaat São Paulo mit bislang über 600 bestätigten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 waren die Intensivstationen von mindestens fünf Kliniken ausgelastet, wie das Nachrichtenportal G1 am Samstag berichtete. In Rio de Janeiro gab es demnach in den vier grössten Krankenhäusern keine freien Betten auf den Intensivstationen mehr und in Fortaleza verdoppelte sich zuletzt die Zahl der künstlich beatmeten Patienten. In Manaus im Amazonasgebiet wurde ein Kühlcontainer vor einem grossen Hospital aufgestellt, um die Leichen zu lagern.

In dem grössten Land Lateinamerikas haben sich bislang 33'682 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, 2'141 Patienten sind gestorben. Während einige Gouverneure in Brasilien für ihre Bundesstaaten mittlerweile Ausgangsbeschränkungen und Schutzmassnahmen angeordnet haben, hält der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro die Massnahmen für übertrieben und will möglichst schnell zur Normalität zurückkehren. Wegen Meinungsverschiedenheiten über den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie entliess er zuletzt den Gesundheitsminister.

14.50 Uhr: Mehr als 2,25 Millionen Corona-Infektionsfälle weltweit

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist weltweit auf mehr als 2,25 Millionen gestiegen. Rund die Hälfte der Fälle entfällt auf Europa, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Samstag ergab. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich auf mehr als 154'000.

Europa bleibt mit mehr als 1,1 Millionen Infektions- und knapp 98'000 Todesfällen der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Das am schwersten betroffene Land bleiben die USA, wo sich bereits mehr als 700'000 Menschen mit dem neuartigen Erreger Sars-Cov-2 infiziert haben. Mehr als 37'000 Menschen in den USA sind infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Experten gehen davon aus, dass die offiziell bestätigten Zahlen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionsfälle abbilden. Weltweit gibt es nur begrenzte Testkapazitäten, um das neuartige Coronavirus nachzuweisen.

14.31 Uhr: Zahl der Todesfälle in Spanien steigt auf über 20'000

In Spanien sind binnen 24 Stunden weitere 565 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Damit stieg die offizielle Zahl der Todesopfer in der Corona-Krise auf 20'043, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Die Zahl der täglichen Todesfälle ist rückläufig. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Pandemie Anfang April überschritten wurde. Damals wurden an einem Tag 950 Todesfälle gezählt.

Die offiziellen Opferzahlen sind in Spanien jedoch umstritten: Um die Statistiken der verschiedenen Regionen zu vereinheitlichen, erfasst das Gesundheitsministerium nur noch die Todesfälle positiv getesteter Patienten. Mehrere Regionen kritisieren, dass tausende Todesfälle auf diese Weise nicht in der nationalen Statistik auftauchten.

In Spanien gelten besonders strenge Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Seit dem 14. März gilt für die Bevölkerung eine strikte Ausgangssperre.

14.08 Uhr: Polizei St. Gallen muss Dutzende Male intervenieren

Zwischen Freitag und Samstagmorgen ist die St. Galler Polizei 49 Mal im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgerückt. Sie intervenierte auf Spiel- und Sportplätzen oder bei Grillstellen. Die Meldungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus seien am Freitagabend angestiegen, teilte die St. Galler Polizei am Samstag mit. Die Einhaltung der notwendigen Distanz werde «zusehends eher weniger eingehalten».

Bei Spiel- und Sportplätzen, an Gewässern oder Grillstellen seien Personengruppen gemeldet und teilweise auch angetroffen worden. Nur wenige Personen hätten sich so uneinsichtig gezeigt, dass sie gebüsst werden mussten. In einem Bordell sei ein Freier bedient und gebüsst worden. Die Prostituierte wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

14.01 Uhr: Queen will wegen keine Salutschüsse zum Geburtstag

Zu ihrem 94. Geburtstag wird es auf Wunsch der Queen keine Salutschüsse geben. Königin Elizabeth II. halte das angesichts der Corona-Pandemie für nicht angemessen, bestätigte eine Sprecherin des Buckingham-Palastes am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in London. Die Monarchin hat am kommenden Dienstag Geburtstag; traditionell wird dieser Ehrentag immer mit Salutschüssen begangen.

Bereits zuvor war die Militärparade «Trooping the Colour» abgesagt worden. Das Spektakel im Freien zum Geburtstag der Monarchin findet immer im Juni statt, da im April meist das Wetter schlecht ist.

Die 93-Jährige und ihre Ehemann Prinz Philip (98) haben sich auf Schloss Windsor in der Nähe der britischen Hauptstadt zurückgezogen. Aufgrund ihres hohen Alters gelten beide als besonders gefährdet während der Pandemie. Thronfolger Prinz Charles (71) hatte sich bereits mit dem Virus angesteckt, aber nur milde Symptome entwickelt.

13.43 Uhr: Zahl der Corona-Todesfälle in Afrika übersteigt Marke von 1'000

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 in Afrika hat die Marke von 1'000 überschritten. Das teilten die Afrikazentren für Seuchenkontrolle und -vorbeugung am Samstag mit. Insgesamt meldeten 52 der 54 Staaten des Kontinents Fälle einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2, ihre Zahl lag bei mehr als 19'800.

In Nigeria starb nach Regierungsangaben der Stabschef von Präsident Muhammadu Buhari, Abba Kyari, am Freitag in Verbindung mit Covid-19. Kyari zählte zu den prominentesten Erkrankten in Afrika. Zuvor wurde bei mehreren Ministern und einem US-Botschafter in Burkina Faso eine Infektion mit dem Virus diagnostiziert.

12.58 Uhr: Zahl der bestätigten Neuinfektion hat um 326 zugenommen

In der Schweiz und in Liechtenstein hat die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages um 326 zugenommen. Insgesamt gab es laut BAG am Samstag 27'404 bestätigte Fälle. Damit sank die Zahl bei gleich bleibenden Testzahlen im Vergleich zum Vortag wieder leicht, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter mitteilte. Am Freitag waren noch 346 Neuansteckungen gemeldet worden. Mindestens 3'257 Personen waren im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19 Erkrankung hospitalisiert.

Die Todesfälle nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis Samstagmittag auf 1'343 zu. Der Kanton Waadt steht seit Freitag an der Spitze mit jetzt 279 Toten, noch vor dem Tessin mit 277 Toten. Proportional zur Bevölkerungszahl hat der Kanton Genf die meisten Ansteckungen zu beklagen.

Nach wie vor weist die Schweiz eine der höchsten Ansteckungsraten in Europa auf. Am Freitag waren hochgerechnet auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 319 Personen von Covid-19 betroffen. Insgesamt wurden in der Schweiz bisher mehr als 216'400 Menschen auf das Coronavirus getestet, 15 Prozent der Tests verliefen positiv.

12.21 Uhr: Kanton Bern muss Ausschaffungshäftlinge freilassen

Der Kanton Bern hat 14 Personen aus der Ausschaffungshaft entlassen müssen, da sie wegen der Corona-Krise einstweilen nicht in ihr Heimatland geflogen werden können. Unter ihnen sind drei verurteilte Drogenhändler. Die Albaner seien auf Anweisung des zuständigen Gerichts auf freien Fuss gesetzt worden. Dass sie untertauchen, kann laut Müller nicht verhindert werden. Eine Überwachung sei rechtlich nicht zulässig.

Die Entlassung der 14 Personen aus der sogenannten ausländerrechtlichen Administrativhaft erfolgte, weil ungewiss ist, wann welche Flugverbindungen wieder aufgenommen werden. «Eine weitere Inhaftierung wäre unverhältnismässig gewesen», hielt Müller fest.

Unter den Freigelassenen seien auch sechs Asylsuchende, deren Gesuch abgewiesen wurde und die auf ihre Ausschaffung warteten, schreibt die «Berner Zeitung» unter Berufung auf die kantonale Sicherheitsdirektion: Dazu kommen fünf sogenannte Dublin-Fälle: Asylsuchende also, die in jenes europäische Land zurückgeschafft werden müssten, in dem sie erstmals registriert wurden.

Jeder Fall werde einzeln und differenziert geprüft. Wer die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gefährde, solle nicht wegen vorübergehender Vollzugsschwierigkeiten auf freien Fuss gesetzt werden. Im Fall der drei Dealer habe das zuständige Gericht eine Haftverlängerung aber auch vom Gesichtspunkt der öffentlichen Sicherheit her für unverhältnismässig empfunden.

12.01 Uhr: Drei weitere Covid-19-Todesfälle in Basel-Stadt

Im Kanton Basel-Stadt hat das Coronavirus drei weitere Todesopfer gefordert. Die Zahl der genesenen Personen steigt auf über 80 Prozent. Bei den Verstorbenen handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 77 und 78 Jahren sowie um einen 79-jährigen Mann mit Vorerkrankungen, wie das Basler Gesundheitsdepartement am Samstag mitteilte. Damit steigt die Zahl der Menschen, die in Basel-Stadt an einer Covid-19-Infektion verstorben sind, auf 40.

Zudem wurden bis Samstag 9.45 Uhr sechs neu infizierte Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons registriert. Damit steigt die Zahl aller bislang registrierten Infizierten auf 929. Von den positiv auf das Coronavirus getesteten Personen sind 753 wieder genesen. Das sind etwas mehr als 80 Prozent.

11.44 Uhr: Schweizer Gastronomen fordern Perspektive

Bars und Restaurants sind in der Schweiz seit mehreren Wochen geschlossen. Nun wird der Unmut der Beizer immer grösser. Casimir Platzer von GastroSuisse versteht laut «Blick» nicht, warum Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga über Wiedereröffnungen erst diskutieren will, wenn ein entsprechendes Konzept auf dem Tisch liege – ein Konzept gebe es schon, so Platzer. Demnach solle es keine Höchstgrenze von etwa 50 Gästen geben; entscheidend sei vielmehr, die Anzahl der Gäste pro Quadratmeter zu begrenzen.

Sein Konzept sehe ausserdem einen Mindestabstand zwischen den Tischen vor sowie eine Pflicht für Köche, Schutzmasken zu tragen. «Im Service sollen nur dann Masken getragen werden, wenn die Distanzregeln nicht eingehalten werden können», so Platzer. Auch ein Verbot von Buffets sei sinnvoll. «Wenn nötig, sind wir auch bereit, die Kontaktdaten aller Gäste aufzunehmen, damit die Rückverfolgbarkeit gesichert ist», sagt der «oberste Wirt» der Schweiz.

11.23 Uhr: Mangel an Schutzkitteln in britischen Kliniken

In den britischen Kliniken werden Ausrüstungen zum Schutz gegen das Coronavirus bedrohlich knapp. Es wird erwartet, dass noch an diesem Wochenende die für Ärzte und Pfleger empfohlenen langärmeligen, flüssigkeitsabweisenden Einweg-Kittel auf vielen Intensivstationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Lagerbestände sind nach offiziellen Angaben aufgebraucht. Daher haben die Behörden auch die Verwendung anderer Kittel erlaubt - ein Schritt, der am Samstag auf heftige Kritik unter anderem von Gewerkschaften stiess. Sie befürchten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für das Klinikpersonal.

Britischen Medien zufolge sind schon mindestens 50 Mitarbeiter des nationalen Gesundheitsdienstes NHS an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion gestorben. Es ist aber nicht eindeutig geklärt, ob sich alle Betroffenen während der Arbeit angesteckt haben. In Grossbritannien mangelt es auch an Klinikpersonal, Beatmungsgeräten für Covid-19-Patienten und Tests.

Aufgrund der im Vergleich zu anderen Ländern geringen Anzahl von Tests gelten britische Corona-Statistiken als wenig aussagekräftig. Nach am Freitag veröffentlichten Zahlen sind fast 15'000 Menschen an dem neuartigen Virus gestorben. Nicht eingerechnet sind aber etwa die zahlreichen Opfer in Pflegeheimen. Experten befürchten, dass Grossbritannien mit Blick auf die Todesquote das am schlimmsten betroffene Land in Europa werden könnte. Die Ausgangsbeschränkungen sind daher um drei Wochen bis zum 7. Mai verlängert worden.

10.51 Uhr: Gesundheitskommission will Corona-Tests massiv ausweiten

Viel mehr Infektions- und Antikörpertests, ein Tracing-System zur Überwachung der Ansteckungsketten sowie zusätzliches Schutzmaterial für Firmen: Das fordert die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK) vom Bundesrat. Laut einer Mehrheit der Kommission sollen sich alle Personen ohne Einschränkung testen lassen können, die Symptome einer möglichen Covid-19-Infektion haben, wie die Parlamentsdienste am Samstag mitteilten. Dafür brauche es schnellstmöglich genügend verfügbare Tests.

Ziel des Bundes müsse es sein, regelmässige und repräsentative Infektionstests in der Gesamtbevölkerung durchführen lassen zu können. Dafür müssten Bundesrat und Verwaltung die Teststrategie ändern. Aktuell gelten restriktive Kriterien für den Zugang zu Tests. Die SGK befürwortet zudem repräsentative Antikörpertests in der Gesamtbevölkerung. Dadurch liesse sich die Entwicklung der Epidemie besser überwachen, und es würden Rückschlüsse auf die Immunitätsrate der Bevölkerung möglich, lautet der Tenor. Das sei für die kommenden Monate entscheidend.

Zusätzlich soll der Bund nach Meinung der Kommission ein wirkungsvolles Tracing-System etablieren, um Ansteckungsketten rasch identifizieren und unterbrechen zu können. Dabei müssten die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. «Dies soll es ermöglichen, rascher zum Courant normal zurückzukehren.»

10.20 Uhr: Moskau verlängert Ausgangssperren bis 1. Mai

In Russlands Machtzentrum Moskau hat Bürgermeister Sergej Sobjanin die von der Polizei streng überwachten Ausgangssperren bis zum 1. Mai verlängert. In der grössten europäischen Stadt waren wegen der Coronavirus-Pandemie ursprünglich bis Sonntag Ausgehverbote angesetzt. Sobjanin sagte am Samstag, dass auch die Schliessung des Grossteils der Betriebe bis zum 1. Mai verlängert werde. Wer in der Millionenstadt etwa zur Arbeit oder zum Arzt muss, ist unter Androhung von Strafen verpflichtet, einen Passierschein bei der Stadt zu beantragen und mit sich zu führen.

Spaziergänge oder Sport im Freien sind verboten. Es wurden bereits Hunderte Geldstrafen verhängt. Erlaubt sind Einkäufe, Gassi gehen mit dem Hund und der Gang zum Müllcontainer. Die so bezeichnete Selbstisolation soll verhindern, dass sich die Krankheit Covid-19 unkontrolliert ausbreitet und so das medizinische System in Russland zusammenbrechen lässt.

Die Corona-Infektionszahlen nehmen in Russland rapide zu. Am Samstag stieg die Zahl um 4'758 - der höchste Zuwachs bisher - auf mehr als 36'000 Fälle landesweit. Nach offiziellen Angaben starben 313 Menschen bisher mit dem Virus. Genesen seien 3'057 Menschen, hiess es.

9.45 Uhr: Ferien im Ausland erst wieder 2021?

Ferien am Mittelmeer? Angesichts der Lage in Ländern wie Italien und Spanien erscheint das in diesem Jahr unwahrscheinlich. Christian Laesser, Professor für Tourismus an der Universität St. Gallen, geht davon aus, dass es noch bis 2021 Einschränkungen bei Auslandsreisen geben werde. «Das Problem ist die grosse Unsicherheit. Wir wissen einfach nicht, ob noch weitere Ansteckungswellen kommen werden.»

Er glaubt aber auch, dass die Schweizer trotz Krise in diesem Jahr Ferien machen wollen. «Ein kleiner Lichtblick bleibt, wir Menschen wollen ja mobil sein», sagte er gegenüber «Blick». Seine Prognose: Die Schweizer werden vermehrt im eigenen Land reisen.

Das freut die hiesige Tourismusbranche – auch wenn man das Wegbleiben ausländischer Gäste, die 58 Prozent aller Reisenden ausmachen, spüren wird. «Nur mit einheimischen Touristen kann man das nicht kompensieren», so Patric Schönberg von Hotellerie Suisse zu «Blick». Noch allerdings gibt es auch für Schweizer wenig Grund zum Reisen – Restaurant und Bergbahnen haben geschlossen.

9.14 Uhr: Trotz Corona-Unsicherheit: 5'000 Euro für einen Oktoberfest-Tisch

Obwohl in München das Oktoberfest auf der Kippe steht, werden im Internet für Tausende Euro Platzreservierungen in den Bierzelten angeboten. Sie werden nicht von den Wirten verkauft, sondern von Zwischenhändlern. Tische für zehn Personen werden teils für 5'000 Euro und zur Reservierung angeboten – obwohl es diese Plätze vielleicht nie geben wird: Noch haben die Verantwortlichen nicht endgültig entschieden, ob das grösste Volksfest der Welt wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden muss. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angekündigt, er werde in den nächsten zwei Wochen darüber mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beraten.

Die Wirte haben teils seit Jahresbeginn Anfragen zu Reservierungen angenommen oder Tische für Stammkunden vorreserviert. Zusagen haben sie aber nicht gegeben. Sie wehren sich seit Jahren mit nur teilweisem Erfolg gegen die Graumarktverkäufe von Reservierungen und die exorbitanten Preise. Bei den Wirten kostet die Reservierung nichts beziehungsweise eine geringe Bearbeitungsgebühr. Die Gäste müssen nur Verzehrgutscheine kaufen, je nach Zelt fallen pro Platz mindestens rund 40 Euro an, der Wert von etwa zwei Mass Bier und einem Hendl.

8.45 Uhr: Mehr als 27'000 Infektionen in der Schweiz

Laut Daten der Johns-Hopkins-Universität haben sich in der Schweiz ingesamt 27'078 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert, davon gelten etwa 16'400 als genesen. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 1'327.

8.15 Uhr: Michelle Obama liest aus Kinderbüchern vor

Mit ihren liebsten Kinderbüchern will Michelle Obama (56) Kindern in den USA die Zeit während der Isolation in der Corona-Pandemie vertreiben. Künftig werden ihre kleinen Fans ihr auf Facebook oder Youtube zuhören können, wie die ehemalige First Lady der USA am Freitag auf Twitter mitteilte. Dort will sie in Zusammenarbeit mit dem US-Kinderkanal PBS Kids und dem Verlag Penguin Random House jeden Montag eine Lesesendung präsentieren, bei der sich auch die Kinder selbst im Lesen üben können.

8.10 Uhr: Sommaruga rechtfertigt Vorgehen des Bundes

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat die Vorgehensweise des Bundesrates in der Coronavirus-Krise mit den schrittweisen Lockerungen verteidigt. «Wir setzen alles daran, einen Rückschlag zu vermeiden», sagte sie der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag.

«Wir lockern dort, wo der Schutz möglich ist», führte die SP-Politikerin weiter aus. Falls sich die Bevölkerung an die Distanz- und Hygienemassnahmen hielte, komme es auch nicht zu Rückfällen, betonte sie. «Rückfälle und erneute Verschärfungen wollen wir unbedingt vermeiden. Das wäre das schlimmste Szenario», sagte Sommaruga gegenüber der «NZZ». Garantien könne aber niemand geben, warnte sie.

«Nach dem 11. Mai folgt eine längere Periode ohne Lockerungen. In dieser Zeit werden wir analysieren, welchen Einfluss die beiden ersten Öffnungsschritte auf den Verlauf der Epidemie haben», hiess es von Sommaruga weiter. Der Bundesrat sei für Konzepte zur weiteren Lockerung der Restriktionen offen – aber die Konzepte zur Umsetzung der Distanz- und Hygienemassnahmen müssten laut der Bundespräsidentin jeweils überzeugend sein.

8.02 Uhr: Trump rechnet mit 60'000 Toten

Die US-Regierung rechnet jetzt nach Angaben von Präsident Donald Trump mit 60'000 bis 65'000 Toten infolge der Coronavirus-Pandemie in den USA. Die Zahl liege weit unter früheren Vorhersagen von mindestens 100'000 Toten in den Vereinigten Staaten.

Dies sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Jeder einzelne Tote sei einer zu viel, betonte der US-Präsident. «Ich denke, dass wir hoffentlich erheblich unter den 100'000 bleiben werden.» Er fügte hinzu: «Im Moment bewegen wir uns wahrscheinlich auf etwa 60'000 Tote zu, vielleicht 65'000.»

Trump hatte am Donnerstag neue Richtlinien vorgestellt, um die USA schrittweise auf den Weg zur Normalität zurückzuführen und die Wirtschaft graduell wieder zu öffnen. In den USA ist die Arbeitslosigkeit wegen der Corona-Krise zuletzt dramatisch angestiegen. Trump gab keinen genauen Zeitplan vor und überliess die Entscheidung den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten.

Zurück zur Startseite