Bis zu 4,6 Milliarden Franken USA wollen offenbar noch mehr Geld für Patriot-Raketen

Oliver Kohlmaier

12.5.2026

Die Schweiz erhält in den USA bestellte Patriot-Systeme später. Und deutlich teurer sollen sie offenbar auch werden. (Archivbild)
Die Schweiz erhält in den USA bestellte Patriot-Systeme später. Und deutlich teurer sollen sie offenbar auch werden. (Archivbild)
Bild: Keystone 

Später und teurer: Für die bestellten Luftabwehrraketen vom Typ Patriot wollen die USA mittlerweile doppelt so viel Geld wie ursprünglich vereinbart. 

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Laut einem Medienbericht wird sich die Schweizer Bestellung von fünf Patriot-Luftabwehrsystemen aus den USA weiter verteuern – auf bis zu 4,6 Milliarden Franken.
  • Demnach erwägt Bundesrat Martin Pfister nun, auf alternative Systeme umzusteigen.
  • Seit dem Jahr 2000 verfügt die Schweiz nicht mehr über ein Langstrecken-Luftabwehrsystem.

Der Preis für die von der Schweiz bestellten US-Luftabwehrraketen vom Typ Patriot wird sich voraussichtlich weiter erhöhen. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf mehrere übereinstimmende Quellen.

Demnach rechnet das Verteidigungsdepartement (VBS) inzwischen mit der Verdoppelung der ursprünglich taxierten Kosten auf insgesamt bis zu 4,6 Milliarden Franken. Die Mehrkosten sollen offenbar auch Thema bei der Bundesratssitzung am Mittwoch werden.

Wie es weiter heisst, erwägt Verteidigungsminister Martin Pfister nun, auf alternative europäische, asiatische oder israelische Abwehrsysteme zurückzugreifen. Rückmeldungen der Produzenten über Lieferzeiten und Kosten würden im Mai erwartet. Die Möglichkeit, die Patriot-Bestellung zu stornieren, stellte Pfister bereits im März auf einer Medienkonferenz in den Raum.

Armasuisse verweist auf unveränderten Preis

Indessen verweist das Bundesamt für Rüstung Armasuisse weiterhin auf das ursprüngliche Projektvolumen von 2,3 Milliarden Franken. Es sei bislang nicht verändert worden und gelte deswegen noch immer. Armasuisse stehe mit den USA in «intensivem Austausch».

Die Luftabwehr ist für die Schweiz ein drängendes Thema. Seit dem Jahr 2000 verfügt die Armee nicht mehr über ein Langstrecken-Abwehrsystem. Deshalb wurden in den USA fünf Patriot-Systeme samt Munition und Ausrüstung bestellt – für 2,4 Milliarden Franken.

Die ersten Systeme hätten eigentlich in diesem Jahr eintreffen sollen. Wie im März bekannt wurde, dürfte sich die Lieferung aber wohl um mehrere Jahre verzögern.