Kurioser Fall im AargauVerkäuferin kassiert doppelt, versteckt Luxusware – und prellt auch noch Krankenkasse
Dominik Müller
18.1.2026
Die Vorfälle ereigneten sich in einem Geschäft im Shoppi Tivoli.
Google Street View
In einem Geschäft im Shoppi Tivoli in Spreitenbach AG haben Mitarbeitende ein raffiniertes System zum Diebstahl und Betrug aufgebaut. Eine 40-jährige Frau wurde nun verurteilt.
Eine Mitarbeiterin eines Geschäfts im Shoppi Tivoli in Spreitenbach veruntreute mit einer Kollegin rund 800 Franken durch fingierte Rückgaben an der Kasse.
Zusätzlich war sie in einen grösseren Diebstahl verwickelt und lagerte gestohlene Ware wie eine Apple Watch in ihrem Spind – sie wurde deshalb auch wegen Hehlerei verurteilt.
Die Frau täuschte ausserdem mit gefälschten Arztzeugnissen ihre Krankenkasse.
Händler kämpfen regelmässig mit Diebstählen – besonders heikel wird es, wenn das eigene Personal mitmacht. Ein aktueller Strafbefehl aus dem Aargau zeigt, wie weit einige gehen.
Im Fokus steht eine heute 40-jährige Schweizerin, die in einem Geschäft im Shoppi Tivoli in Spreitenbach arbeitete. Zusammen mit einer Kollegin trickste sie an der Kasse: Zwei bereits bezahlte Quittungen wurden als Rückgaben verbucht – einmal über rund 300, einmal über 500 Franken, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Das Geld wurde ausbezahlt, die Kunden hatten keine Ahnung.
Doch der Fall geht weiter. Laut Staatsanwaltschaft waren noch mehr Mitarbeitende involviert. Verkaufsware wurde aus einem Lager in Säcke gepackt und in Spinden versteckt. Auch der Spind der Beschuldigten diente gemäss Bericht als Versteck. Dort lagerten demnach unter anderem ein Lacoste-Pullover (199 Franken), eine Apple Watch (519 Franken) und ein Gerät zum Entfernen von Warensicherungen. Weil sie wusste, dass die Ware gestohlen war, machte sie sich der Hehlerei schuldig.
Zu Geldstrafe verurteilt
Zusätzlich betrog die Frau eine Versicherung. Sie meldete sich mehrfach krank – teils monatelang – und reichte sieben Arztzeugnisse ein, die sie als voll arbeitsunfähig auswiesen. Diese hatte sie laut Ermittlungen über eine Kollegin in der Türkei organisiert. Die Krankenkasse zahlte knapp 1700 Franken Taggeld.
Das Geld muss sie zurückzahlen. Dazu kommen eine bedingte Geldstrafe von 10'500 Franken, eine Busse von 2000 Franken und über 1200 Franken Gebühren.