Putzkräfte-Skandal in Gstaad Ausgebeutete Frauen sollen auch für Madonna gearbeitet haben

Jan-Niklas Jäger

13.5.2026

Madonna sucht Kostüme. (Archivbild)
Madonna sucht Kostüme. (Archivbild)
Evan Agostini/AP/dpa

Im Nobelort Gstaad sollen Putzkräfte ausgebeutet worden sein. Drei Familienmitglieder stehen deswegen vor Gericht. Nun hat die Tochter ausgesagt, Madonna sei eine Kundin gewesen.

Jan-Niklas Jäger

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  • Ein serbisches Paar soll gemeinsam mit seiner Tochter rund 40 Frauen aus ihrem Heimatland in die Schweiz gelockt und als Putzkräfte ausgenutzt haben.
  • Für einen Lohn von 5,50 Franken pro Stunden sollen die Frauen an sieben Tagen der Woche bis zu 16 Stunden gearbeitet haben.
  • Beim Prozess gegen die Familie benannte die Tochter Madonna als eine der prominenten Kundinnen.
  • Madonna macht regelmässig Urlaub in Gstaad, besitzt dort aber keine Immobilie. Dass sie von den Lebensumständen der Frauen gewusst habe, gilt als unwahrscheinlich.

Ein serbisches Paar soll gemeinsam mit seiner Tochter rund 40 Frauen in die Schweiz gelockt und als Putzkräfte eingesetzt haben – unter menschenunwürdigen Bedingungen. Den Beschuldigten wird Menschenhandel und Ausbeutung vorgeworfen.

Dass die Kundschaft der Familie wohlhabend gewesen sein muss, kann man am vermeintlichen Tatort ablesen. Eingesetzt worden sein sollen die vermeintliche Opfer in der Nobelferienregion Gstaad.

Nun wurde erstmals ein prominenter Name im Zusammenhang mit der Verhandlung genannt – und der könnte kaum grösser sein.

«Nur eine von vielen bekannten Personen»

Wie die Tochter am zweiten Verhandlungstag zu Protokoll gab, soll eine Kundin niemand geringeres als die «Queen of Pop» höchstpersönlich gewesen sein: Madonna. Das berichtet der «Tagesanzeiger».

«Das war nur eine von vielen bekannten Personen», sagte die 47-Jährige demnach aus. Im Umfeld solcher Personen zu arbeiten, sei eine wertvolle Erfahrung für die Frauen gewesen. Sie hätten immer wieder nach Gstaad zurückkehren wollen, weil sie von den Stars hohe Trinkgelder erhalten hätten.

Ob Kund*innen wie Madonna über die schlechten Arbeitsbedingungen der Frauen im Bilde waren, ging aus der Aussage der Angeklagten nicht hervor. Da Madonna in Gstaad keine Immobilie besitzt, sondern Luxuschalets mietet, ist es jedoch wahrscheinlich, dass ihr die Putzfrauen durch die Vermierter*innen des jeweiligen Chalets vermittelt worden seien.

Beschuldigte streitet Schuld ab

Die Beschuldigte bestritt genauso wie ihr Stiefvater am ersten Verhandlungstag ab, die Frauen ausgenutzt zu haben: «Ich habe ihnen geholfen, Geld zu verdienen», betonte sie.

Die Anklage zeichnet ein anderes Bild: Sieben Tage die Woche hätten die Frauen bis zu 16 Stunden arbeiten müssen. Die Unterkünfte seien prekär gewesen, die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Als Lohn habe es gerade einmal 1500 Franken gegeben – das entspricht 5,50 Franken pro Stunde.

Versuche, etwas an der Sitation zu ändern, seien mit Drohungen und Druck bestraft worden. Der Fall war 2019 aufgeflogen. Der Prozess gegen das Trio findet in Thun statt. Das Urteil wird für den 16. Juni erwartet. Es gilt die Unschuldsvermutung.