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Schön und friedlich: die Schweiz. (Archivbild)
Marcel Bieri/KEYSTONE/dpa
Die meisten Länder sind weniger friedlich als noch vor einem Jahr. Doch die Schweiz macht im Friedens-Ranking des Institute for Economics & Peace sogar Plätze gut.
Die schlechte Nachricht zuerst: Die Welt ist im letzten Jahr weniger friedlich geworden. Das stellt der 20. Global Peace Index fest. Für den Bericht werden 163 Länder anhand von 23 Indikatoren bewertet, um den Friedenszustand in drei Bereichen zu messen: das Niveau der gesellschaftlichen Sicherheit, das Ausmass andauernder nationaler und internationaler Konflikte sowie den Grad der Militarisierung.
Das Schlusslicht in Punkto Sicherheit ist wie im Jahr zuvor Russland mit einem Score von 3,3367. Je höher der Score, desto schlechter schneidet ein Land ab.
Auch der Sudan, die Demokratische Republik Kongo, die Ukraine und Israel gehören zu den Ländern mit dem schlechtesten Friedensniveau der Welt.
Im vergangenen Jahr wurde die zweithöchste Zahl an Kriegstoten seit dem Beginn des Index vor zwei Jahrzehnten verzeichnet. Nur 2023 starben mehr Menschen im Krieg.
Doch jetzt zur guten Nachricht: Die Schweiz ist auf Rang drei der friedlichsten Länder der Welt, mit einem Score von 1,363. Nur Neuseeland (1,343) und Island (1.161) schneiden besser ab. Auf Platz vier liegt Slowenien, auf Platz fünf Irland. Die Schweiz hat sogar Plätze gut gemacht: Im letzten Jahr belegte sie noch den fünften Platz.
«Obwohl wir global diesen katastrophalen Einbruch erlebt haben, hat er die Länder an der Spitze nicht wirklich beeinträchtigt», sagt Steve Killelea in einem Artikel der britischen BBC. Killelea ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Institute for Economics & Peace, das den Index 2007 ins Leben gerufen hat.
Grund für das gute Abschneiden der Schweiz seien unter anderem die niedrige Kriminalitätsrate im Land und die langjährige Politik der militärischen Neutralität.
Die BBC fragt sich: «Wie ist es, in einem der sichersten Länder der Welt zu leben?» und interviewt Menschen, die in den Top-5-Ländern leben. Grossbritannien liegt übrigens auf Platz 39, unter anderem wegen der Beteiligung an Konflikten und militärischen Einsätzen.
Für die Schweiz gibt Executive Coach und Autorin Cornelia Choe aus Genf Auskunft. Sie schwärmt davon, wie sie in der Schweiz zweimal ihr Portemonnaie verloren hat – und es ihr beide Male zurückgegeben wurde. «Das sind kleine Momente, aber sie hinterlassen einen bleibenden Eindruck und schaffen ein unbezahlbares Gefühl der Sicherheit», sagt sie zur BBC.
Choe lobt auch die Work-Life-Balance und die vier Landessprachen. «Gesellschaften müssen nicht in allem übereinstimmen, um stärker zu werden», sagt sie. «Ich habe beobachtet, dass es üblich ist, Kompromisse und praktische Lösungen anzustreben, die es den Menschen ermöglichen, gemeinsam voranzukommen.» Vielleicht sei das letztendlich der Sinn von Frieden, philosophiert Choe, «Nicht die Abwesenheit von Unterschieden, sondern das gemeinsame Bestreben, Wege zu finden, gut mit ihnen zu leben.»