Um 20 Uhr ist Feierabend Walliser Gesetz bremst digitalen Dorfladen in Guttet-Feschel aus

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13.12.2025 - 07:43

Die Ortschaft Guttet in der Gemeinde Guttet-Feschel im Wallis.
Die Ortschaft Guttet in der Gemeinde Guttet-Feschel im Wallis.
Commons/Hadi

Der digitale Dorfladen in Guttet-Feschel VS, ein innovatives Projekt zur Stärkung der Dorfgemeinschaft, steht vor Herausforderungen. Aufgrund der kantonalen Gesetzgebung muss der Laden abends schliessen, was die Gemeinde vor Probleme stellt.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Gemeinde Guttet-Feschel hat vor drei Jahren in einen digitalen Dorfladen investiert.
  • Wegen der kantonalen Ladenöffnungszeiten muss der digitale Dorfladen jedoch um 20 Uhr schliessen.
  • 2024 scheiterte der Versuch, die Öffnungszeiten zu liberalisieren.

Der digitale Dorfladen in Guttet-Feschel, einem kleinen Bergdorf im Wallis, sollte die Zukunft der Nahversorgung sichern. Die Gemeinde investierte 2022 rund 35'000 Franken, um den Laden für die digitale Ära zu rüsten.

Das Konzept war einfach: Ein unbemannter Laden, der rund um die Uhr zugänglich ist, soll den Bewohnern und Feriengästen jederzeit Einkäufe zu ermöglichen. Doch die kantonalen Gesetze machen dem Projekt einen Strich durch die Rechnung.

Gemeindepräsident Philipp Loretan erklärt dem «Blick», dass der Dorfladen nicht nur ein Ort für Einkäufe ist, sondern auch Post- und Bankdienstleistungen anbietet und als sozialer Treffpunkt dient.

Keine Ausnahme für digitale Läden

Die Einführung des digitalen Systems führte zu steigenden Verkaufszahlen, da die Bewohner nach Feierabend nicht mehr ins Tal fahren mussten, um einzukaufen.

Doch nun muss der Laden um 20 Uhr schliessen, da das kantonale Ladenöffnungsgesetz keine Ausnahmen für digitale Läden vorsieht. Die Gesetzgebung, die ursprünglich zum Schutz der Arbeitnehmer eingeführt wurde, berücksichtigt nicht die unbetreuten Öffnungszeiten des digitalen Dorfladens.

Ein Versuch, das Gesetz zu ändern, scheiterte 2024 an der Urne. Staatsrat Christophe Darbellay betont, dass die Regierung flexiblere Öffnungszeiten vorgeschlagen hatte, doch die Bevölkerung lehnte dies ab. Loretan sieht die Notwendigkeit, den digitalen Dorfladen gesetzlich zu verankern, um dessen Fortbestand zu sichern.

Bürokratie bremst Innovation aus

Ein entsprechender Vorstoss wurde im Walliser Kantonsparlament eingereicht. Der Dorfladen muss genügend Umsatz generieren, um nicht geschlossen zu werden, was einen weiteren Rückschlag für das Dorf bedeuten würde.

Die Diskussion um den digitalen Dorfladen zeigt die Herausforderungen, denen sich ländliche Gemeinden bei der Modernisierung ihrer Infrastruktur gegenübersehen. Während die Digitalisierung Chancen bietet, stehen traditionelle Gesetze oft im Weg. Die Gemeinde Guttet-Feschel hofft auf eine Lösung, die den Fortbestand des Ladens sichert und die Lebensqualität der Bewohner verbessert.

Der Fall des digitalen Dorfladens in Guttet-Feschel ist ein Beispiel dafür, wie innovative Projekte an bürokratischen Hürden scheitern können. Es bleibt abzuwarten, ob die Gesetzgebung angepasst wird, um solchen Projekten in Zukunft mehr Spielraum zu geben.


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