Jetzt können sich auch die 12- bis 15-Jährigen impfen lassen

tjb/tafi

22.6.2021

Zufrieden mit dem Impffortschritt, in Sorge wegen der Delta-Variante – Bund und Kantone informierten über die aktuelle Corona-Situation. Die Impfung gegen Covid-19 gibt es neu auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. 

tjb/tafi

22.6.2021

Das Wichtigste aus der Medienkonferenz

  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Impfkommission Ekif empfehlen die Impfung gegen das Coronavirus nun auch für alle 12- bis 15-Jährigen, die sich impfen lassen wollen. Das Vakzin Cominarty von Biontech/Pfizer war vor Kurzem von Swissmedic für diese Altersgruppe zugelassen worden.
  • Die Delta-Variante bereitet dem BAG Sorgen. Studien deuteten darauf hin, dass die Ansteckungsrate höher sei und es zu schwereren Verläufen komme. Man beobachte die Ausbreitung genau und behalte sich Einschränkungen, etwa bei der Einreise aus entsprechenden Risikogebieten, und Massnahmen wie verstärktes Contact Tracing vor.
  • Mit dem Fortschritt der Impfkampagne sind die Experten zufrieden. Die Impfbereitschaft sei höher, als das BAG erhofft habe. Das führe aber auch dazu, dass alle, die sich jetzt impfen lassen wollen, etwas länger warten müssen.
  • Die Eidgenössische Impfkommission passt die Schutzdauer der in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe an. Eine vollständig geimpfte Person ist statt sechs nun für zwölf Monate vor der Corona-Infektion geschützt. Bei immun-geschwächten Personen ist die Schutzdauer kürzer.
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  • Ende der Medienkonferenz

    Damit endet die heutige Medienkonferenz der Expert*innen des Bundes. Wir danken für die Aufmerksamkeit.

    Während der kommenden Wochen wechselt der Bund für die Points de Presse auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus. Die nächste Medieninformation in dieser Runde findet daher erst wieder am 6. Juli statt. 

  • 15.15 Uhr
    Reichen die Sequenzierungen aus, um einen Überblick zu haben?

    Das BAG wolle acht bis zehn Prozent der Positiv-Proben sequenzieren, sagt Mathys. Damit könne man gut den Überblick behalten: «Wir sind problemlos in der Lage, 2000 Proben pro Woche zu sequenzieren.» Allerdings befürchtet Mathys, dass bei weiter sinkenden Fallzahlen demnächst nicht mehr ausreichend Proben zur Verfügung stehen werden.

  • Warum zählen Antikörper-Tests nicht?

    Wer eine Covid-Erkrankung durchgemacht hat, dies aber nur mit einem Blut-Antikörper-Text belegen kann, erhält kein Covid-Zertifikat. Das liegt laut Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen daran, dass ein solcher Test nichts darüber aussage, wann eine solche Infektion genau stattgefunden hat. Daher sei es unklar, wie lange Betroffene vor einer neuen Infektion geschützt seien. Falle ein entsprechender Test positiv aus, zähle das aber in Bezug auf die Impfung, dann ist nur noch eine anstatt von zwei Injektionen nötig.

  • 15.12 Uhr
    In einigen Regionen steigt der Anteil der Delta-Variante schneller an: Gibt es einen Zusammenhang mit Touristen?

    «In der Schweiz wurden nach wie vor relativ wenige Delta-Varianten nachgewiesen», sagt Patrick Mathys. Der Anteil liege bei etwa zehn Prozent der untersuchten Proben. Ob sie mit Reisetätigkeiten zusammenhängen, könne bei der Sequenzierung nicht nachgewiesen werden. Die Zunahme läge daran, dass sich das Virus in einzelnen Communitys eingerichtet hat und von dort aus verbreitet. Trotzdem mache es Sinn, die Einreise aus Virusvariantengebieten weiterhin zu beschränken.

  • 15.08 Uhr
    Wie viele Geimpfte braucht es?

    Die Schweiz hat sich nie festgelegt, wie hoch die Durchimpfungsrate sein müsse, wie Anne Lévy sagt. Und es werde auch weiterhin kein Zielwert geben, da die Impfung freiwillig sei. Es sei aber klar, dass eine höhere Impfrate besser sei.

  • 15.07 Uhr
    Müssen Eltern bei Jugendlichen zur Impfung mitkommen?

    Die Handhabung obliege den Kantonen, sagt Christoph Berger und geht davon aus, dass 90 Prozent der Jugendlichen ohnehin mit Eltern kommen. Aber grundsätzlich könnten Jugendliche in dem Alter die Entscheidung selbst treffen, ob sie geimpft werden wollen. Den medizinischen Entscheid treffe der Impfarzt oder die Impfärztin.

  • 15.06 Uhr
    Wann wird die Delta-Variante dominant in der Schweiz?

    Das sei schwierig zu sagen, sagt Mathys. Bei der Alpha-Variante habe man aber gesehen, dass dies sehr schnell geschehen könne. «Wir nehmen deutliche Zunahmen wahr, wie lange es aber dauert, wäre reine Spekulation.»

  • 15.03 Uhr
    Wie beurteilt der Bund die hohe Übersterblichkeit?

    Die heute veröffentlichte Bevölkerungsstatistik des Bundes hat gezeigt, dass die Corona-Pandemie bei den Todesfällen 2020 zu einer Zunahme von gut zwölf Prozent geführt hat. Wie steht die Schweiz mit diesen Zahlen im internationalen Vergleich da? Und hätte man da rückblickend etwas besser machen können?

    «Es ist unbestritten, dass die Schweiz die zweite Welle sehr heftig erwischt hat», sagt Anne Lévy. Man werde sich im Anschluss an die Pandemie-Bewältigung anschauen, ob und mit welchen Massnahmen sich die Zahl der Todesfälle hätte senken lassen.

  • 15.02 Uhr
    Massnahmen gegen die Delta-Variante

    In Bezug auf die Variante Delta weiss man beim BAG, dass sich die Einschleppung nicht verhindern lasse, sagt Patrick Mathys. Daher wolle man wieder verstärktes Augenmerk auf das Contact Tracing richten, um Infektionsketten zu unterbrechen. Die Situation mit Grossbritannien, wo die Fallzahlen gerade steigen, sei mit der Schweiz nicht vergleichbar, weil man dort auf einen anderen, gegenüber der Delta-Variante weniger wirksamen Impfstofftyp setze. Im Sinne der Vorsicht müsse die Schweiz noch etwas länger auf Massnahmen zur Eindämmung setzen.

  • 14.57 Uhr
    Nebenwirkungen bei Frauen

    Müssen Frauen wirklich befürchten, unfruchtbar zu werden, will ein Journalist wissen. Impfchef Christoph Berger verneint. «Es gibt keine Daten, die diese Befürchtung bestätigen.» Auch Rudolf Hauri sieht keinen Zusammenhang zwischen Impfung und Fertilität.

  • 14.56 Uhr
    Erleiden Junge mehr Impf-Nebenwirkungen?

    Christopf Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen sagt, dass es sich hier nicht um eine eigentliche Nebenwirkung handle, sondern um eine Immunreaktion auf den Impfstoff. Und diese trete tatsächlich bei jüngeren Menschen öfter auf. Die Symptome seien aber nicht gefährlich – und Berger hofft, dass sich davon niemand von einer Impfung abhalten lasse.

  • 14.55 Uhr
    Stecken sich die Jugendlichen, die sich nicht impfen lassen, früher oder später an?

    Rudolf Hauri sagt Ja. Das liege daran, dass das Virus einfach da bleibe. Die Ansteckung könne aber auch erst nach der pandemischen Situation, sogar erst in einigen Jahren, erfolgen.

  • 14.54 Uhr
    Fällt die Maskenpflicht für Geimpfte?

    Anne Lévy verweist bei dieser Frage auf den Bundesrat, dieser werde «in Kürze» zu dieser Frage Stellung beziehen. Darum wolle sie hier nicht vorgreifen.

  • 14.53 Uhr
    Nachteile für Genesene ohne PCR-Test

    Personen, die eine Corona-Erkrankung durchgemacht haben, diese aber nie mit einem PCR-Test bestätigt haben, erhalten kein Covid-Zertifikat als Genesene. Eine Journalistin fragt, ob das nicht eine Benachteiligung der Betroffenen darstelle.

    Anne Lévy antwortet, dass diese Situation tatsächlich unschön sei, das aber aufgrund von Bestimmungen der EU so sei. Die BAG-Direktorin empfiehlt aber Menschen, die eine Erkrankung durchgemacht haben, so oder so eine Impfung – dabei reiche aber eine Dosis, und danach erhielten die Betroffenen auch ein Covid-Zertifikat.

  • 14.51 Uhr
    Reichen die Impfziele, um die Pandemie einzudämmen?

    Das BAG wollte bis Ende Juni 75 Prozent der vulnerablen Gruppen impfen. Erreicht habe man bis heute 80 Prozent. Es dauere nun noch etwas, bis alle geimpft sind. Dass die Nachfrage nun zurückgeht, sorge sie nicht, sagt Anne Lévy und ist optimistisch, dass sich der Rest der Bevölkerung spätestens im Herbst impfen lasse.

  • 14.48 Uhr
    Wie wirkt sich Variante Delta aus?

    Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit, betont, dass es trotz sinkender Inzidenzen weiterhin Vorsicht brauche. Insbesondere Menschen, die bisher nicht geimpft wurden, müssten sich weiterhin an die Massnahmen gegen die Corona-Pandemie halten.

  • 14.45 Uhr
    Kantonsarzt bedauert Nachlassen der Vorsichtsmassnahmen

    Kantonsarzt Rudolf Hauri stellt ein Nachlassen von Schutzmassnahmen fest. Menschen halten weniger Abstand, Hände werden wieder geschüttelt. Zwar sei die Lage erfreulich, aber es sei noch zu früh, sorglos zu werden. «Wenn absehbar weitere Einschränkungen aufgegeben werden, heisst das noch lange nicht, dass das Virus verschwindet», wirbt Hauri darum, dass sich die Bevölkerung impfen lässt.

  • 14.43 Uhr
    Impfschutz verlängert

    Die Impfkommission passt die Schutzdauer der Impfstoffe an, führt Berger weite raus. Eine vollständig geimpfte Person ist statt sechs nun für zwölf Monate vor der Corona-Infektion geschützt. Die Übertragung des Virus sei zwar trotz Impfung möglich, aber in viel geringerer Virus-Menge. Als vollständig geschützt gelten auch Personen, die eine Corona-Erkrankung durchgemacht und dann nur eine Dosis bekommen haben.

  • 14.40 Uhr
    Kein Durchimpfungsziel bei Jugendlichen

    Impfchef Christoph Berger sagt: «Es gibt kein Durchimpfungsziel für die Altersgruppe, Jugendliche brauchen weiterhin kein Zertifikat für Veranstaltungen.» Er bittet darum, dass Jugendliche vor der Impfung eine individuelle Nutzen-Risiko-Analyse mit ihren Eltern oder anderen Vertrauenspersonen machen. Daten aus den USA, wo bereits drei Millionen Jugendliche geimpft seien, hätten keine Gefahrensignale gezeitigt. 

  • 14.36 Uhr
    Hoher Impfnutzen in der Altersgruppe

    Empfohlen wird die Impfung besonders Jugendlichen, die wegen einer chronischen Erkrankung bereits stark beeinträchtigt seien und möglichst zusätzliche Infektionen verhindern möchten. Wertvoll sei eine Impfung zudem für alle jene, die mit einer immungeschwächten Person zusammenlebten. Die Impfung gelte für alle Jugendlichen, die sich auch impfen lassen wollen. In der Altersgruppe habe die Impfung den höchsten Nutzen.

  • 14.34 Uhr
    Impfkommission empfiehlt Impfung der 12- bis 15-Jährigen

    Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, berichtet über die Anpassung der Impfstrategie. Die Impfempfehlung für die 12- bis 15-Jährigen wird angepasst. Der Biotech-Impfstoff ist von Swissmedic zugelassen. Die Impfkommission empfiehlt daher nun die Impfung der Jugendlichen.

  • 14.30 Uhr
    Delta-Variante macht dem BAG Sorgen

    Die Delta-Variante macht nicht nur der Schweiz Sorgen, sondern Ländern auf der ganzen Welt. Studien deuteten darauf hin, dass die Ansteckungsrate höher sei und es zu schwereren Verläufen komme. Mathys sagt aber auch, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe bei vollständiger Impfung nur geringfügig geringer sei als beim Urtyp des Virus. Mathys geht davon aus, dass die Delta-Variante derzeit für etwa 10 Prozent der Infektionen verantwortlich ist.

  • 14.27 Uhr
    R-Wert sinkt, Neuinfektionen nehmen ab

    Auch der R-Wert bleibe stabil, erläutert Mathys. Er läge derzeit bei 0,53: «Das führt zu einer weiterhin deutlichen Abnahme der Neuinfektionen.»

  • 14.25 Uhr
    Epidemiologische Lage weiterhin entspannt

    Patrick Mathys vom BAG gibt einen epidemiologischen Überblick. Es gebe nicht viel Neues, die Zahlen sind weiterhin gut. Die 14-Tage-Inzidenz beträgt nur noch 35,8 Fälle pro 100’000 Einwohner. Dabei gibt es grosse regionale Unterschiede. Allerdings nehme der Anteil der Delta-Variante zu.

  • 14.22 Uhr
    «Wir haben die Möglichkeit, auch Jugendliche zu impfen»

    Wie sieht es mit der Impfstofflieferung aus? Im dritten Quartal treffen noch einmal 4,5 Millionen Impfdosen kontinuierlich ein, sagt Lévy. Im Juli und August werden allerdings weniger Dosen als in den vergangenen Monaten erwartet. «Wir haben jetzt trotzdem die Möglichkeit, auch Jugendliche zu impfen.»

  • 14.19 Uhr
    Impfbereitschaft höher als erhofft

    Die Impfbereitschaft sei höher, als das BAG erhofft habe. Das führe aber auch dazu, dass alle, die sich impfen lassen wollen, etwas länger warten müssen. Levy geht davon aus, dass es bis Ende Juli dauern wird. Der Fokus liege nun darauf, die Menschen zu erreichen, die sich nicht impfen lassen wollen.

  • 14.15 Uhr
    Eröffnung der Medienkonferenz

    BAG-Direktorin Anne Lévy eröffnet die Pressekonferenz mit einem Überblick über die Impfsituation: «Die Impfkampagne schreitet gut voran.» Aktuell sind 37 Prozent der Bevölkerung vollständig geschützt. In allen Kantonen bestehe nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Impfterminen.

Die Ausgangslage

Können in der Schweiz bald auch Jugendliche zwischen 12 und 15 geimpft werden? Wie geht es mit dem Ausstellen der Covid-Zertifikate voran? Und wie steht es um die epidemiologische Entwicklung einen Tag vor dem Entscheid des Bundesrats zum nächsten Lockerungsschritt?

Diese und andere Fragen sind Thema, wenn ab 14.15 Uhr die Experten des Bundes über die aktuelle Entwicklung der Corona-Lage informieren. Mit dabei sind heute BAG-Direktorin Anne Lévy, Patrick Mathys vom BAG, Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, sowie Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.