Warum sich die Jüngeren mehr Sorgen machen als die Älteren

tafi

25.3.2020 - 11:49

Ein Monat mit Corona – ein Rückblick im Video

Ein Monat mit Corona – ein Rückblick im Video

Vor einigen Wochen haben wir alle nur von China geredet, wenn es um Corona ging. Dann plötzlich war das Virus auch bei uns. Und: Bis heute breitet es sich weiter aus. Die bisherige Entwicklung im Videorückblick.

28.03.2020

Wie mit der Corona-Krise umgegangen wird, ist eine Generationenfrage:  Eine Umfrage zeigt grosse Unterschiede zwischen besorgter Jugend und gelassenen Alten. Gemeinsam ist allen die Hoffnung, dass die Krise im Sommer schon wieder vorbei ist.

Die ältere Bevölkerung geht gelassener mit der Corona-Krise um, die Jüngeren machen sich Sorgen: Ein gross angelegtes Bevölkerungsmonitoring im Auftrag der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG kommt zu teilweise überraschenden Ergebnissen. Der Unterschied zwischen den Generationen hat auch Michael Herrmann erstaunt.


Über die Umfrage

Laut SRF wurden die Daten zwischen 21. und 23. März über Online-Rekrutierungen erhoben. Für die Auswertung seien die Angaben von 30'460 Personen verwendet worden. Die Umfrage sei nicht repräsentativ, erreiche aber durch statistische Gewichtungsverfahren eine hohe Repräsentativität der aktiven Stimmbevölkerung.


«Das hat sehr viel mit der Problemwahrnehmung zu tun», vermutet der Mitautor der Studie. Jüngere Erwachsenen seien in ihrer Bewegungsfreiheit viel stärker eingeschränkt, die Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus würden sie viel mehr betreffen.

Wohl auch deswegen würde die jüngere Bevölkerung noch striktere Massnahmen seitens des Bundesrates begrüssen: Eine grosse Mehrheit der 15- bis 24-Jährigen (59 Prozent) und 25- bis 34-Jährigen (61 Prozent) finden, dass der Bundesrat nicht entschlossen genug handelt. Ganz anders die älteren Befragten: Bei den 65- bis 75-Jährigen sind nur 33 Prozent dieser Meinung.

Die grosse Hoffnung: Im Sommer ist alles vorbei

Insgesamt leidet die Gemütslage der Schweizer Bevölkerung in der Corona-Krise: Haben vorher 51 Prozent angegeben, dass es ihnen persönlich sehr gut gegangen sei, sind es mittlerweile nur noch 31 Prozent. Auch hier ist ein Unterschied zwischen Jung und Alt zu bemerken: In der jüngeren Bevölkerung leidet die persönliche Gemütslage stärker als in der älteren.

Und wann wird die Krise vorbei sein? Die grosse Mehrheit hofft, dass sich die Lage bis zum Sommer wieder beruhigt hat. 15,7 Prozent glauben an eine Normalisierung schon im Mai, 27,6 Prozent gehen von Juni aus und 19,7 Prozent hoffen auf den Juli.

Weitere wichtige Ergebnisse des SRG-Monitorings

  • die meisten Menschen geben an, sich an die Corona-Regeln zu halten
  • aber drei Viertel der über 65-Jährigen hat das Haus für Einkäufe und Spaziergänge verlassen
  • die Mehrheit der Bevölkerung befürchtet eine Überlastung der Schweizer Spitäler wie in Norditalien, die Sorgen sind bei Jüngeren grösser als bei Älteren
  • den Verlust ihres Arbeitsplatzes durch die Corona-Krise befürchten 15 Prozent der Befragten, Angst vor einer Covid-19-Erkrankung haben 48 Prozent
  • den zwischenmenschlichen Umgang in der Corona-Krise nehmen 62 Prozent als solidarisch wahr, aber nur 26 Prozent als egoistisch

Die kompletten Ergebnisse des Monitorings können Sie hier (PDF-Download) nachlesen. 

Die Coronavirus-Krise – eine Chronologie

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