Millionen für WEF-Besuch Hier lassen Trumps Beamte in der Schweiz am meisten Geld liegen

Petar Marjanović

22.1.2026

Wenn US-Präsident Donald Trump wie im Jahr 2020 in die Schweiz kommt, klingeln die Kassen. (21. Januar 2026)
Wenn US-Präsident Donald Trump wie im Jahr 2020 in die Schweiz kommt, klingeln die Kassen. (21. Januar 2026)
Bild: Keystone/AP Photo/Markus Schreiber

Wenn die amerikanische Machtelite in Davos einrollt, klingeln in der Schweiz die Kassen. Denn jeder Besuch aus Washington bringt eine Entourage mit, die Luxusbetten, Limousinen und Logistik im grossen Stil einkauft.

Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Wenn US-Präsidenten ans WEF nach Davos kommen, geben sie viel Geld in der Schweiz aus – für Hotels, Sicherheit und Transport.
  • US-Daten zeigen: Millionen fliessen an Firmen wie Sixt und an Hotels. Die Daten verraten auch, wo Beamte übernachteten.
  • Wie viel das WEF insgesamt bringt, ist nicht genau erforscht, aber für 2017 wurden rund 94 Millionen Franken Umsatz geschätzt.

Wenn US-Präsidenten wie Donald Trump oder seine Vorgänger ans Weltwirtschaftsforum nach Davos reisen, geht es nicht nur um autokratische Machtspiele und Handshakes auf höchster Ebene. Und auch nicht nur um den immensen Aufwand für die Sicherheitsbehörden von Bund und Kantonen.

Aus Sicht der hiesigen Unternehmen bedeutet ein solcher Besuch vielmehr: viele Millionen für die Schweizer Wirtschaft. Denn Personenschützer, Amtsträgerinnen und Amtsträger sowie diplomatische Fachleute müssen irgendwo übernachten – und sie wollen mobil sein.

Belegen lässt sich das mit Daten der staatlichen US-Website USASpending.gov. Anders als in der Schweiz gelten die Vereinigten Staaten in vielen Bereichen seit Jahrzehnten als vergleichsweise transparent. Das Öffentlichkeitsprinzip wird von Behörden teils so konsequent gelebt, dass zahlreiche Informationen automatisch publiziert werden: Welche Verträge wurden wann vergeben? Und wohin floss wie viel Steuergeld?

Millionen für Mietautos

Seit Dezember 2025 finden sich dort zahlreiche Posten, von denen Firmen in der Schweiz profitieren konnten. Wenig überraschend: Ein beträchtlicher Teil des Geldes geht für Mietautos drauf. Als grosse Profiteurin sticht die Sixt Rent-A-Car AG heraus.

Donald Trump besucht auch für das WEF 2026 die Schweiz.
Donald Trump besucht auch für das WEF 2026 die Schweiz.
Bild: Keystone

Sixt konnte nach 2024 erneut mehrere Verträge mit der US-Regierung abschliessen – im Umfang von mehreren Millionen US-Dollar. Welcher Rappen davon konkret wegen eines Mietwagens im Zusammenhang mit dem WEF fliesst, lässt sich allerdings nicht bis ins Detail aufschlüsseln. Beim finanziell lukrativsten Einzelvertrag verpflichtete sich das US-Aussenministerium zur Zahlung von 1,2 Millionen US-Dollar an Sixt. Eine Hotelrechnung lässt sich auch bereits für das aktuelle Jahr finden: rund 9000 Franken gingen ans Hyatt Regency in Zürich.

US-Beamte schlafen in Luxushotels

Frühere Datensätze waren detaillierter – und belegen teils bis aufs Hotel genau, wie viel Geld hierzulande ausgegeben wurde. Ein Beispiel ist das WEF 2024: Die Transparenzplattform weist aus, dass allein 450'000 US-Dollar ans Grand Resort im st. gallischen Bad Ragaz flossen – für die Übernachtung von «SECSTATE». Gemeint war damit US-Aussenminister Antony Blinken, der 2024 noch unter Präsident Joe Biden im Luxusresort nächtigen konnte.

In anderen Jahren sah die Rechnung deutlich bescheidener aus. 2017 etwa, als Donald Trump erstmals als US-Präsident am WEF teilnahm, konnte das Grand Resort laut Ausgabenplattform lediglich 76'000 Franken abrechnen. Dafür war Davos selbst umso lukrativer: Das Hotel Das Inn erhielt rund 110'000 Franken, im Supercontinental wurden 270'000 Franken bezahlt.

Im Jahr 2020 traf Trump die damalige Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP).
Im Jahr 2020 traf Trump die damalige Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP).
Bild: Keystone

Kaum bekannte Firma lieferte Autos für Trumps Schutz

Besonders gewinnträchtig war das Jahr 2017 hingegen für eine damals kaum bekannte Firma: die Allen-Latley Embassy Services AG mit Sitz in Glattfelden ZH. Sie organisierte Fahrzeuge für diverse US-Ministerien sowie den Personenschutz von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Kostenpunkt: 2,6 Millionen Franken. Weitere Aufträge folgten auch im Folgejahr: beim WEF 2018 kassierte diese Firma rund 980'000 Franken ein, um Fahrzeuge für den Personenschutz von Donald Trump bereitzustellen.

Was das WEF unter dem Strich für die Schweizer Wirtschaft bedeutet, hat bislang keine Studie vertieft untersucht. Das WEF selbst veröffentlichte jedoch eine bezahlte Studie der Universität St. Gallen (HSG), die für 2017 einen gesamtschweizerischen Umsatz von rund 94 Millionen Franken schätzt. Ein Grossteil davon – rund 60 Millionen Franken – werde allein in Davos umgesetzt. Kommt ein US-Präsident wie Donald Trump samt Entourage in die Schweiz, dürfte dieser Betrag jeweils entsprechend höher liegen.

Trump im Anflug: «Ich finde ihn manchmal noch cool»

Trump im Anflug: «Ich finde ihn manchmal noch cool»

Am Flughafen Zürich trotzen Planespotter der Kälte und warten auf das Flugzeug mit Donald Trump an Bord. Manche wollen einfach nur die Airforce One knipsen. Aber auch Fans des US-Präsidenten sind vor Ort.

21.01.2026