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Eine Sprachbarriere bei den SBB führte im Sommer 2025 in Neuenburg beinahe zu einer Kollision zwischen einem Güter- und einem Regionalzug.
Keystone/Laurent Gillieron (Symbolbild)
Im Sommer 2025 ist die SBB nur knapp einem Unglück entgangen. Verständigungsprobleme zwischen französisch- und deutschsprachigen Mitarbeitenden sorgten beinahe für eine Kollision zweier Züge.
In Neuenburg konnte im Sommer vergangenen Jahres eine Zugkollision nur knapp verhindert werden. Grund dafür waren Missverständnisse zwischen deutsch- und französischsprachigen Mitarbeitenden der SBB. Dies ist das Ergebnis des Abschlussberichts der Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust), wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Demnach konnte am 12. August 2025 in Neuenburg-Vauseyon ein Güterzug gerade noch rechtzeitig bremsen und ist schliesslich kurz vor einem leeren Regionalzug zum Stehen gekommen. Laut der Sust lässt sich die Gefährdung «nicht auf technische Defekte an Sicherungsanlagen oder an den Fahrzeugen» zurückführen. Stattdessen sei die «Fehlleitung eines Leermaterialzuges» Ergebnis von Missverständnissen zwischen Mitarbeitenden der SBB. Dabei sei der Zug beim Rangieren auf das Gleis des Güterzugs geraten.
«Die Beteiligten konnten die betriebliche Situation nicht sicher in einer Fremdsprache bewältigen. Die von der SBB definierten sprachlichen Anforderungen erfüllen damit die hoheitlichen Anforderungen nicht», heisst es im Abschlussbericht der Sust.
Das Beinahe-Unglück hat Konsequenzen. Dem «Tages-Anzeiger» zufolge will das Bundesamt für Verkehr künftig vermehrt prüfen, ob bei den Lokführern eine ausreichende Sprachkompetenz vorhanden ist, «besonders bei den SBB». Die Mehrsprachigkeit sei zwar eine «grosse Herausforderung». Trotzdem dürfe es «keinesfalls zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit kommen», schreibt das Bundesamt.
Für die SBB handle es sich bei dem Vorfall «glücklicherweise um einen Einzelfall». Man nehme die Ergebnisse der Untersuchung jedoch «sehr ernst». Die internen Vorgaben zu den Sprachkompetenzen würden nun überprüft und wo nötig angepasst, auch die Mitarbeitenden sollen für die Thematik sensibilisiert werden.