Die Schweiz friert Welches Material gibt eigentlich am wärmsten?

Lisa Stutz

8.12.2025

Echte und unechte Daunen gehören in die Top-5 der Warmgeber.
Echte und unechte Daunen gehören in die Top-5 der Warmgeber.
Bild: imago/Ralph Peters

Die Kälte verfolgt uns gerade auf Schritt und Tritt: Aus welchem Stoff Jacke, Mützen und Handschuhe sein müssen, damit du möglichst warm hast. 

Lisa Stutz

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Am wärmsten geben Kleider aus Daunen, dicht gefolgt von Wolle.
  • Beide Materialien sind tierischen Ursprungs. Das ist kein Zufall: In der Natur kommen ausgeklügelte Wärmesysteme vor.
  • Mittlerweile gibt es auch künstlich hergestellte Materialien wie Fleece, die sich am Vorbild der Natur bedienen und darum schön warm geben.
  • Alle Stoffe haben gemeinsam, dass sie die Körperwärme speichern können.

Platz 1: Daunen

Sieht man im Winter überall: Daunenjacken.
Sieht man im Winter überall: Daunenjacken.
Bild: Getty Images

Was sind eigentlich Daunen? Es handelt sich dabei um feine Unterfedern von Wasservögeln wie Gänsen und Enten. Anders als Federn haben sie keinen festen Stiel, sind leichter und sehen eher aus wie flauschige Kügelchen. 

Warum geben sie warm? Daunen sind ein ausgeklügeltes Wärmesystem der Natur: Sie sitzen direkt unter den äusseren, festen Federn der Vögel und halten sie im Winter im kalten Wasser warm. Wir machen uns genau dieses System in Jacken, Schlafsäcken und Decken zu Nutze: Eine einzelne Daune hat viele feine Verästelungen, die ein grosses Volumen an sogenannter «ruhender Luft» einschliessen. Diese Luftschicht verhindert, dass die Körperwärme nach aussen entweicht – ganz im Gegenteil, die Körperwärme erwärmt die eingeschlossene Luft sogar.

Der grösste Vorteil: Produkte mit Daunen geben nicht nur warm, sondern sind auch sehr leicht. Denn die Daunen brauchen fast kein Gewicht und kein Volumen, um viel Luft zu speichern. 

Der grösste Nachteil: Daunen verlieren ihre Isolationskraft, wenn sie nass werden. Sie verklumpen dann und die eingeschlossene Luft entweicht. Darum sind Daunenjacken bei starkem Regen ohne gute Imprägnierung eher ungeeignet.

Gut zu wissen: Daunen sind ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie. Die Tiere werden nicht extra dafür, sondern für Fleisch geschlachtet. Danach werden ihnen die Daunen und Federn entnommen. 

Platz 2: Wolle

Mützen aus Wolle geben warm. Aber warum ist das so?
Mützen aus Wolle geben warm. Aber warum ist das so?
Bild: Unsplash

Was ist eigentlich Wolle? Wolle wird aus Tierfell hergestellt. Am häufigsten aus dem Fell von Schafen, aber auch das Fell von Alpakas oder Ziegen wird häufig zu Wolle verarbeitet – aus Ziegenfell entstehen zum Beispiel Kaschmir und Mohair. Die Tiere werden geschert und das Fell wird anschliessend zu Garn gesponnen.

Warum gibt Wolle warm? Sie hat eine natürliche Kräuselung, wodurch viele kleine Luftkammern existieren. Dort wird die Körperwärme gespeichert und kann nicht entfliehen.

Der grösste Vorteil: Auch wenn man schwitzt, bleibt Wolle warm. Sie kann bis zu 30 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Zudem transportiert sie Feuchtigkeit nach aussen. 

Der grösste Nachteil: Sie ist ganz schön pflegebedürftig. Wolle kann leicht eingehen oder beschädigt werden, wenn sie falsch gewaschen wird. Darum: Nur von Hand oder im Wollwaschgang reinigen!

Gut zu wissen: Ein einzelnes Schaf produziert pro Jahr so viel Wolle, wie für etwa 8 bis 10 Pullover benötigt werden. Aktuell sind rund 450'000 Schafe in der Schweiz registriert.

Platz 3: Synthetische Daunen

Echte Daune oder synthetische Daune? Sieht man von aussen meistens nicht.
Echte Daune oder synthetische Daune? Sieht man von aussen meistens nicht.
Bild: imago/Ralph Peters

Was sind synthetische Daunen? Quasi Fake-Daunen, die industriell hergestellt und so geformt werden, dass sie die Struktur echter Daunen möglichst gut nachahmen. Sie bestehen aus Kunststoff.

Warum geben sie warm? Aus dem gleichen Grund wie echte Daunen: Sie haben viele Verästelungen, die Luft speichern.

Der grösste Vorteil: Im Gegensatz zu echten Daunen verklumpen synthetische Fasern nicht, wenn sie nass werden. Sie behalten ihre Struktur und damit ihre Isolationsfähigkeit – und halten darum auch Regen, Schnee oder Schweiss stand.

Der grösste Nachteil: Eine synthetische Winterjacke ist voluminöser und wiegt mehr als eine gleich warme Daunenjacke. Das, weil synthetische Daunen schwerer und weniger kompressibel als echte Daunen sind.

Gut zu wissen: Die erste High-Tech-Kunstdaune wurde ursprünglich für das US-Militär entwickelt, weil Soldaten eine Isolierung brauchten, die selbst im nassen Zustand warm hält.

Platz 4: Fleece

Die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Katharine McPhee weiss, wies geht: Sie hält sich in einem Fleece-Pullover warm.
Die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Katharine McPhee weiss, wies geht: Sie hält sich in einem Fleece-Pullover warm.
Bild: IMAGO / Avalon.red

Was ist Fleece? Ein weicher, warmer, künstlich hergestellter Stoff, der hauptsächlich aus dem Kunststoff Polyester besteht. Fleece wurde entwickelt, um die Vorteile von Wolle nachzuahmen.

Warum gibt es warm? Die Oberfläche des Materials wird bei der Herstellung aufgeraut, wodurch eine wollähnliche Struktur entsteht, die Luft speichert und dadurch gut isoliert.

Der grösste Vorteil: Im Gegensatz zu Wolle ist Fleece sehr pflegeleicht und trocknet schnell.

Der grösste Nachteil: Beim Waschen in der Maschine lösen sich winzige Kunststofffasern, bekannt als Mikroplastik, die in die Umwelt gelangen und schwer abbaubar sind. 

Gut zu wissen: Fleece war eines der ersten Materialien, die bewusst «vegan» vermarktet wurden – als günstige, tierfreie Alternative zu Wolle in Outdoor-Kleidung.


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